Von Vancouver in die Karibik

Von Vancouver in die Karibik
24. Februar bis 16. März 2010
Es ist Sonntag, der 21. Februar 2010 ich beginne hiermit mein nächstes Reisetagebuch und am Mittwoch werde ich los fliegen. Simon Ammann ist ebenfalls geflogen und hat sich am Vorabend in die Sport-Geschichtsbücher gesprungen. Er hat als erster Schweizer überhaupt seine vierte Olympische Goldmedaille geholt. Sollte alles klappen, werde ich am Freitag die nun heilige Schanze von Whistler besuchen können. Vorher besuche ich morgen noch, nachdem ich schon am Schmutzigen Donnerstag in Luzern und heute in Zürich dabei war, den Fasnachtsumzug in Basel. Die Eröffnungsfeier der Olympiade war grandios und ich kann es kaum erwarten im gleichen Stadion die Schlussfeier zu erleben. Auf jeden Fall wird es ein einzigartiges Erlebnis werden. Die Stehplätze beim Snowboard-Rennen wurden gestrichen und so hoffe ich einen anderen Event besuchen zu können.
Mittwoch, 24. Februar, Takeoff and Landing. Die Abreise von Zürich hatte soweit geklappt und 30 Minuten zu früh landete ich nach einem kurzen Blick auf den Big Ben und Buckingham Palace in London Heathrow, wo auch der Transfer im selben Terminal kein Problem war. So konnte die Reise nach Vancouver losgehen. Die Olympiade war für die Schweiz schon in mehrfacher Hinsicht historisch. Kein Skispringer oder auch kein anderer Schweizer Athlet hatte bisher 4 Goldmedaillen an einer Winterolympiade gewonnen, an keiner anderen Olympiade gab es bisher 6 Goldmedaillen für die Schweiz und mit Mike Schmid gab es wieder die allererste Goldmedaille in einer neuen Disziplin, dem Skicross.
So konnte ich also gegen Aussen stolz zeigen, dass ich aus der Schweiz komme. Während des Fluges wird die Schweizer Eishockeymannschaft das Viertelfinal gegen die USA spielen und hoffentlich gewinnen.
Beim Warten am Gate in London fragte ich mich schon ob ich am falschen Ort wartete oder der Flieger statt nach Vancouver nach Neu Dehli fliege; soviele Turbane habe ich das letzte Mal glaube ich in Mumbai gesehen. Auch im Flieger musste ich lächeln, als es zum Essen „Chicken Tikka Masala“ gab. Ich sah mir die Filme „Surrogates“ mit Bruce Willis (konnte aber Nadine Vincenz nirgends erkennen), „Wo die wilden Kerle wohnen“ und „The Informant“ mit ein paar Sekunden Zürich an und aus dem Fenster sah ich zwischendurch die Lichter von Island und Grönland und dazwischen riesige Flächen Packeis auf dem Meer. Rechtzeitig landeten wir in Vancouver und die Halle vor der Immigration war im Vergleich zur Einreise vor 6 Jahren leer. Aber so musste ich beim Gepäckband eine halbe Stunde auf mein Gepäck warten, es war auch das erste Mal, das ich zwei Gepäckstücke hatte. Dafür klappte der Transfer mit der neuen Canada Line perfekt. Die Schweiz hatte das Hockeyspiel verloren, doch die Kanadier haben ebenfalls gespielt und waren nun im Halbfinal und schon jetzt ausser Rand und Band. Bei der Station Yaletown-Roundhouse erwischte ich den Bus und so kam ich im Downtown Hostel an und konnte mein Bett in einem 4-Bett-Zimmer beziehen. Nach einer Dusche ging es für mich nach einem langen Reisetag ins Bett.
Um halb acht stand ich auf und nahm noch einmal eine Dusche bevor ich zum inbegriffenen Frühstück ging. Es gab ein Stück Banane, Kaffee, getoastete Bagels mit Erdnussbutter. Danach ging ich zur Granville Island zum House of Switzerland, wo ich mit Sicht aufs SF Fernsehstudio noch einen Kaffee trank. Von dort gab es ein Gratistram zum Olympischen Dorf, wo ich über die Brücke zum BC Place und dort zum Hotel ging, wo ich meine Eintrittsbillette für die Olympia erhielt. Weiter ging ich zur Pacific Central Station, wo ich die Tickets für meine Busfahrten erhielt und entdeckte die erste riesige Warteschlange beim benachbarten Sience World, wo Sotchi seine nächste Winter Olympiade vorstellte. Ich besuchte das nahe Pavillon von Saskatchewan und lief ein wenig durch die Stadt und war immer wieder von den Massen von Menschen erstaunt. Auch beim Einkaufscenter „Hudson the Bay“ mit den Olympia Souvenirs und bei der „Canadien Mint“ gab es eine Warteschlange von mindestens einer Stunde (oder viel länger…). Dafür hatte ich die Gelegenheit in einem Schmuckladen ein Foto mit einer Fackel zu machen und beim Canada Place war die grosse Fackel, wo ich auch ein Foto von mir machen lassen konnte. Durch die Burrard Street ging ich zurück zum Hostel und lud meine ersten Fotos auf Facebook und ruhte mich so auch ein wenig aus.
Später ging ich zum False Creek und fuhr mit einem kleinen Boot noch einmal zur Granville Island und nahm noch einmal das Gratistram, das vor sechs Jahren noch ein historisches Tram war und nun Hi-tech und verlängert worden war. Ich suchte etwas zum Nachtessen und fand es schlussendlich in einem „Subway“ und ging danach noch einmal zur grossen Fackel, die am Abend schön beleuchtet ist. Zurück im Hostel unterhielt ich mich mit drei jungen Volontären aus Nunavut. Sie waren positiv überrascht, dass ich wusste, dass man sie nicht als Eskimos, sondern als Inuit bezeichnete.
Am Freitag stand ich bereits um 6 Uhr morgens auf, da der direkte Bus zur Pacific Central Station infolge der Strassensperren rund um die Stadien nicht fuhr. So ging ich ein wenig früher, stieg in der Burrard Street in einen Bus und nahm an der Burrard Station den Skytrain und war rechtzeitig bei meinem Busgate und der erste Bus füllte sich auch rasch, so dass wir schon 30 Minuten früher losfahren konnten und so waren wir auch dementsprechend früher am Ziel. Das Wetter war so richtig besch….. und die Sicht auf der Fahrt dementsprechend enttäuschend. Ach, wie schön war doch das Wetter noch zu Beginn der Olympiade. Wir fuhren auf dem „Sea to Sky-Highway“ und der Name (Meer zum Himmel) stimmte dann auch so; zuerst am Meer entlang und später ging es hinauf in die Berge. Je näher wir dem Ziel kamen, desto mehr Schnee lag neben der Strasse. In Whistler Village angekommen ging ich zuerst zu einer Infobox und informierte mich, ob man irgendwie zu den Sprungschanzen kommen konnte, die etliche Kilometer ausserhalb Whistler waren, doch man kam nur mit einem Ticket für eine der Veranstaltungen, die dort stattfinden hin. So ging ich zum Olympia Store, bei dem es hier eine wesentlich kürzere Schlange als in Vancouver hatte. Ich wartete nur 10 Minuten, doch wusste schon durch Ansage eines der Helfer, dass die Handschuhe, die meine Schwester wollte soeben wieder ausverkauft waren. Hätte ich das geahnt, wäre ich ohne Zögern zuerst zum Shop gegangen. Ich kaufte mir eines der Plüschmaskottchen und zwei Münzensets und ging weiter zum House of Switzerland, dort war auf dem Platz von der Firma Omega ein Bob aufgestellt und man konnte reinklettern und sich fotografieren lassen, dazu gab es gratis eine Kappe. Nachdem ich bei den Bildschirmen im House of Switzerland die Curlerinnen auf Schweizer Fernsehen den Match um die Bronzemedaille verlieren gesehen hatte, ging ich noch durch den Rest des Dorfes, bis ich bei der Talstation der Gondelbahn war. Dort gab es einen grossen Platz voller Schnee und eine Grossleinwand, wo soeben der Damen-Slalom lief. Der Platz hiess „Skiers Plaza“ und man konnte sich schon vorstellen, dass bei schönem Wetter die Leute hier auf ihren Skiern die Spiele verfolgten.
Ich weiss nicht mehr wie ich genau darauf kam, aber ich ging von dort zum Ticketschalter und erkundigte mich nach etwaigen Olympia-Tickets und es hatte tatsächlich für die ersten beiden Läufe des 4-er Bobs der Männer auf der berüchtigten Eisbahn noch Tickets für 34 Dollar verfügbar. Ich kaufte mir sofort eines und machte mich auf den Weg, unterwegs kaufte ich mir beim House of Switzerland noch eine grosse Schweinsbratwurst, da für ein richtiges Mittagessen die Zeit nicht mehr ausreichte. Mit der Gondelbahn fuhr ich zur Zwischenstation und musste mich das erste Mal der olympischen Sicherheitskontrolle ausliefern. Fast wie im Flughafen, aber man konnte wenigstens die Schuhe anbehalten.
Ich kam aber noch rechtzeitig auf die berüchtigte Bobbahn und positionierte mich zuerst bei der Kurve 11, die jedoch nicht mehr so schlimm war. Ich sah dort die vier Vorfahrer und die ersten paar Bobs und machte mich danach auf bis zum Start zu gehen, um die ganze Bahn mal gesehen zu haben. Inzwischen hatte es in dieser Höhe zu schneien angefangen und dieses Wetter blieb auch bis kurz vor Schluss der Veranstaltung. Zwischen dem ersten und dem zweiten Lauf gab es eine Pause von 45 Minuten und ich nutzte die Zeit um zuerst einmal bis zur Kurve 12 zu gehen und für die letzten paar Bobs beim Zieleinlauf zu stehen, so konnte ich auch den umgestürzten britischen Bob sehen. Der Pilot sah aus, als würde er gerne jemanden an die Gurgel gehen. Der zweite Lauf endete für die Schweizer positiv auf dem 4. Platz, doch am nächsten Tag sah es schon nicht mehr so rosig aus. Als ich sah, wie zwei der Volontäre, auf der Bobbahn Kameras entgegen nahmen, um spektaküläre Fotos zu machen, nahm ich die Gelegenheit war und hatte nun zwei grossartige Fotos direkt in der Eisbahn.
Nach diesem tollen Erlebnis und meiner einzigen Live-Olympiawettkampf-Erfahrung ging es mit einem Shuttlebus zurück ins Dorf, wo ich noch ein wenig herumlief. Im House of Switzerland trank ich ein Rivella und sah mir die Speisekarte an. Doch es hatte nichts wirklich weltbewegendes und die Preise waren ebenfalls ziemlich gepfeffert. Währendessen lief auf den Bildschirmen die Goldentscheidung im Damen Curling, in der Canada ganz knapp unterlag. So schaute ich weiter und erkundigte mich zuerst beim Greyhoundschalter nach der Rückfahrt und genehmigte mir in einem benachbarten Restaurant ein Nachtessen bestehend aus Chicken Parmigiani. Beim Tickethäuschen hatte ich früher eine Info bemerkt in der auf eine Standby-Warteschlange für die Medaillenfeier hingewiesen wurde und als die Zeit näher kam, stellte ich mich in die Schlange ein und konnte tatsächlich zuerst die Vergabe der 4er-Langlauf-Stafette (Norwegen Gold) miterleben, darauf wurde mit Livebildern nach Vancouver geschaltet, wo irgendeine Snowboard-Medaille vergeben wurde und zuletzt sahen wir die Vergabe der Damenslalom-Medaillen mit der Deutschen Maria Riesch als Goldmedaillen-Gewinnerin. Da ich vorgewarnt war, dass insgesamt fünf Busse fahren würde und jeder dementsprechend gefüllt war, ging ich schon relativ früh zur Bushaltestelle und so war ich im ersten Bus und somit ganze 45 Minuten früher zurück in der Stadt. Inzwischen spielten die Kanadier im Hockeyhalbfinal und der Fahrer gab uns kurz vor Vancouver das Schlussergebnis durch, worauf es einen kurzen Jubel gab, denn die Kanadier hatten wieder gewonnen. An der Pacific Central Station hatte ich die 2.50 Dollar schon in der Hand und fuhr auf dem gleichen Weg zum Hostel wie am Morgen. Nach diesem langen Tag wollte ich nur noch ins Bett.
Auch heute Samstag war das Wetter nicht sehr gut und zum Teil regnete es ziemlich heftig. Es hatte sich zwar jemand für mein zweites Ticket zur Schlussfeier interessiert, doch nur mit einem Notizzettel an der Türe. Da ich sie nicht erreichen konnte und sie scheinbar nicht im Stande gewesen war zu klopfen, entschied ich mich lieber für den Spatz in der Hand als der Taube auf dem Dach und verkaufte mein Ticket für nur 250.—CAN-Dollar, anstelle der 396.—Franken die ich bezahlt hatte an einen Ticketagenten. Von dort ging ich in die Altstadt Gastown, wo ich feststellen musste, dass das Storyeum, ein interaktives Museum scheinbar nicht mehr vorhanden war. So ging ich von dort zum Stanley Park und den Totempfählen. Eben dort fing es dann richtig an zu regnen. Ich kaufte mir im Shop eine Flasche Cola und stellte mich unter, anschliessend konnte ich jedoch mit einem Bus einer Stadtführung gegen ein kleines Trinkgeld zum Parkeingang zurück fahren und genehmigte mir in einem japanischen Restaurant eine Bento-Lunch-Box. Von dort ging ich wieder ins Zentrum und sah mir ein wenig das Einkaufszentrum Sears an und besuchte anschliessend noch Chinatown. Zum Nachtessen gab es Pizza an der Granville Street und anschliessend ging ich zu einer der „Livecitys“, wo man auf Grossleinwänden die Spiele verfolgen konnte. Es war heute Abend Hockey angesagt und zwar das Spiel um die Bronzemedaille. Es spielte Finnland gegen die Slowakei und es war ein spannender Match, den schlussendlich Finnland für sich entschied. Ob da Gott die Hand im Spiel hatte? (einer der slowakischen Spieler hat den Namen Satan). Im gleichen Ort hatte Canada und Manitoba ihr Pavillon und ich konnte beide besuchen und ein Foto zusammen mit den Maskottchen machen. Auf dem Weg zur Waterfront besuchte ich noch das Pavillon der Firma Bell, leider waren die coolen Fan-Glocken schon vergriffen, aber es gab ein Set von Kopfhörern als Giveaway. Scheinbar jeden Tag um 23 Uhr gab es bei der Livecity Yaletown ein Feuerwerk und dieses mal, da es auch das letzte war konnte ich es miterleben. Anschliessend ging ich zurück zum Hostel und sofort ins Bett.
Heute Sonntag war der letzte Tag der Olympiade und so musste ich mich vor der Schlussfeier entscheiden, was ich noch ansehen wollte, denn die Pavillons waren am nächsten Tag alle geschlossen. Ich entschied mich für das eindrücklichste und fuhr (dank meinem Olympia-Ticket gratis) zur Sience World, wo die Russen die nächste Olympiade in Sotchi 2014 vorstellten. Der Pavillon öffnete erst um 12 Uhr, doch ich war bereits um 10 Uhr dort und da ich schon am ersten Tag die Warteschlange gesehen hatte, blieb ich dort und war so auch kurz nach 12 Uhr im Pavillon. Es gab Bilder und ein Modell zu sehen und viele Firmen hatten ihren Auftritt. Nach diesem Besuch fuhr ich noch einmal in die Innenstadt und beobachtete die Leute, da das Finalspiel im Eishockey Kanada gegen USA begonnen hatte. Überall standen die Leute um Bildschirme und verfolgten gespannt das Spiel. Ein Jubel brandete über die ganze Stadt, als Kanada ein Goal machte. Während dem zweiten Drittel machte ich mich auf zum Stadion und konnte so das letzte Drittel im BC Place nur 200 Meter vom Eisfeld des Canada Hockey Place miterleben und die machten es spannend in der 60. Minute glichen die USA zum 2 zu 2 aus und das Spiel ging in die Verlängerung. Ein Schweigen legte sich über die Stadt, das aber nach dem Golden Goal durch Nummer 87 Sydney Crosby zum grenzenlosen Jubel ausartete. Gleich anschliessend wurde die Medaillenzeremonie übertragen. Sydney Crosby erhielt unter dem grössten Jubel, als Letzter die Goldmedaille, sogar Dr. Rogge musste abwarten und lächelte ins Publikum.
Um 16.30 Uhr, eine Stunde vor Beginn der Schlussfeier, gab es eine Pre-Show, in der erklärt wurde, was man mit dem Show-Kit und seinen Sachen machen sollte, um die Effekte der Show zu unterstützen. Dafür gab es im ganzen Stadion auch Moderatoren, die Zeichen gaben, wann welches Tool eingesetzt werden sollte. Dann war der lang erwartete Augenblick da. Als erstes musste ich meinem Vater recht geben (obwohl ich den Sachverhalt erst am nächsten Tag in der Zeitung nachlesen konnte); bei der Eröffnungsfeier gab es ein Defekt und nur drei der vier Ständer des Olympischen Feuers waren ausgefahren. So ging nun das Loch für den vierten Ständer auf und es gab Funken wie bei einem Kurzschluss, darauf kletterte ein Pantomime aus dem Loch und überbrückte mit zwei Kabeln den Strom und tat danach so als würde er den Pylon mit einem unsichtbaren Seil aufstellen. Anschliessend kam die vierte Athletin Catriona LeMay Doan von der Eröffnungsfeier und entzündete den vierten Ständer und somit das olympische Feuer unter dem Applaus des Publikums. Von nun an ging alles nach Programm. Der Einzug der Offiziellen Delegation, der Aufzug der kanadischen Flagge und das Abspielen der Hymne, der Einzug der Länderflaggen und der verbleibenden Athleten, die Siegerehrung des 50 Kilometer-Langlaufes der Männer, (wie ich nachträglich lesen konnte nur knapp ohne Schweizer Beteiligung, das wäre natürlich das Beste gewesen), die Ehrung der Freiwilligen, der Aufzug der Flagge von Griechenland und Olympia und deren beiden Hymnen, die Übergabe der Olympischen Flagge an das Organisationskomitee von Sotchi 2014 und anschliessend die Präsentation von Sotchi mit einer Liveschaltung zum roten Platz in Moskau (der Dirigent war hier im Stadion und das Sinfonieorchester sass auf dem roten Platz. Dann gab es die Reden der Offiziellen, in dem John Furlong, der CEO von VANOC ein Loblied auf seine Landsleute und die Volontäre sprach, und meinte, dass Alexandre (die allererste olympische Goldmedaille auf Kanadischen Boden) gezeigt hatte, dass wir Champions sein konnten und die letze Goldmedaille (Hockey) für Generationen in Erinnerung bleiben würde. Abschliessend endete er die Rede:„Now you know us, Eh“, dass mit einem schallenden Gelächter begleitet wurde.
Mit dem Auftritt von Neil Young wurde die Olympische Flamme ausgelöscht, anschliessend kam der gemütlichere, lockere Teil der Schlussfeier. William Shatner, Michael J. Fox und Catherine O’Hara machten den Anfang mit „I’am Candadien“ und erklärten unter anderem, dass sie das einzige Volk sind, die wissen wie man Sex in einem Kanu macht und seien erst noch dank dem gratis Gesundheitswesen gut gegen Splinter versichert.
Catherine O’Hara entschuldigte sich über den zum Teil fehlenden Schnee hatte, doch wir andern haben ja gedacht ganz Kanada eine gefrorene Tundra sei.
Anschliessend gab es unter Mitwirkung von Michael Bublé ein Einzug aller Clichés von Kanada mit Hockeyspielern, Mounties, Bibern, Elchen und Holzfällern. Den Abschluss machten Auftritte von Nickelback, Avril Lavigne, Alanis Morissette, Simple Plan, Hedley, Marie-Mai und K-os. Es war grandios und ich würde jederzeit noch einmal an solch eine Feier gehen. Mal schauen, vielleicht schaffe ich es ja in zwei Jahren für London 2012. Zumindesten die Reise wäre dorthin viel günstiger.
Die Stadt war ein Hexenkessel und zu den tausenden schon feiernden Fans mischten sich nun auch noch die 60‘000 Zuschauer aus der Schlussfeier. Für mich war jedoch der Tag gelaufen und ich ging zu Fuss durch die Stadt zum Hostel, wo wie einer der Anwesenden bemerkte fast zu einem Treffen der UN kam. Mit mir als Schweizer, einem Iren aus Chicago, einem Australier, einer Kanadierin und einer Serbin, die seit 8 Jahren in Kanada lebt und hier als Volonäterin arbeitete. Ich verteilte noch ein paar von meinen Schweizer Schokostücken.
An meinem letzten Tag in Vancouver war das Wetter zwar immer noch nicht das Beste, doch die Sicht auf die Berge hatte sich verbessert. Nachdem ich ohne anzustehen ins Hudson The Bay-Einkaufszentrum in den Olympia Super Store gehen konnte, aber nichts fand ging ich weiter zu einer Skytrain Station wo ich mir eine Tageskarte für den ÖV kaufte und machte mich auf zuerst das Universitätsgelände zu besuchen. Dort hatte es unter anderem eine Bibliothek, deren Dach aussah wie ein aufgeklapptes Buch und dort war auch eine der Filmlocation der Fernsehserie 4400. Weiter fuhr ich mit Bus und Skytrain zurück zur Innenstadt und nahm den Seabus nach North Vancouver um den Grouse Mountain zu erkunden. Dort angekommen, verzichtete ich jedoch darauf mit der Seilbahn zu fahren, 40 Dollar waren mir bei diesem Wetter zu viel, vor allem wenn man vergleichen konnte, dass es inklusive Skipass nur gerade mal 15 Dollar mehr kosten würde. Hat es vor 6 Jahren nicht 25 Dollar gekostet? Also lief ich die lange Strecke zur Capilano Suspension Bridge und sah unterwegs den Cleveland Staudamm und das dazugehörige Wasserreservoir, was dann doch noch etwas neues für mich war. Doch auch die Suspension Bridge-Attraktion war mir mit 27 Dollar zu teuer, da ich sie ja ebenfalls schon besucht hatte. So wartete ich auf den nächsten Bus, der mich zum Lonsdale Quai zurückbrachte, wo ich zwei Seabusse fahren lies, um noch ein paar Fotos zu machen und beim McDonalds einen gratis Kaffee zu trinken. Auf der Überfahrt hörte ich in einem Gespräch von einem Volontär, dass die drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen als Unterkünfte für die Polizisten benutzt wurden, die aus dem ganzen Land zur Verstärkung nach Vancouver gerufen wurden.
Wieder in Vancouver Downtown angekommen, ging ich zuerst ins Harbour Center und fuhr für 15 Dollar auf die Aussichtsplattform mit einer grossartigen Aussicht auf die Stadt, das Ticket war für unbegrenzte Fahrten am selben Tag gültig. Anschliessend suchte ich mir einen Platz zum Essen und nahm dieses in einem Food-Court zu mir. Weiter ging ich zu den vielen Souvenirläden in Gastown und schaute nach, ob es heruntergesetzte Olympia-Sachen gab, aber das Angebot begeisterte mich nicht wirklich. So ging ich in der Nähe in ein Kino und schaute nach ob ein Film der mich interessieren könnte zu einem vernünftigen Preis demnächst laufen würde und wenig später sass ich im eindrücklichen Film „My Name is Khan“ mit Shah Rukh Khan in der Hauptrolle. Als ich um kurz nach 19 Uhr aus dem Kino kam war es natürlich schon dunkel und so ging ich noch einmal zum Harbour Center und sah mir noch einmal die Aussicht mit all den Lichtern an. Jetzt gab es nur noch eines zu tun, nämlich etwas zum Nachtessen zu finden, dies tat ich auch und zwar in Earl’s an der Robson Street, wo ich Pasta mit Knoblauchbrot ass. Da ich am nächsten Morgen wieder früh raus musste, machte ich mein Gepäck reisefertig und surfte noch mal schnell im Internet, bevor ich nach einer Dusche ins Bett ging.
Da der direkte Bus zwar wieder fuhr, aber einfach nicht kommen wollte, ging ich auf demselben Weg wie am Freitag zur Pacific Central Station und nach einem gratis Kaffee von McDonalds stand ich als erster in der Reihe um den Bus zu besteigen. Der war aber nur zu nicht einmal zu 40 % ausgelastet, also genügend Plätze im Bus. An der Grenze erwartete mich eine Überraschung, bzw. zwei. Nach einer längeren Wartezeit, da vor uns ein Bus mit 50 Passagieren zuerst abgefertigt werden musste, mussten wir alle aus unserem Bus aussteigen und mit unserem Gepäck zur Einreise in die USA. Der nette Herr der Einwanderungsbehörde erklärte mir und auch vielen anderen, dass das VISA-Formular, dass wir im Internet sorgfältig ausgefüllt hatten auf dem Landweg nicht verarbeitet werden kann und wir wie bis anhin dieses grüne Zettelchen ausfüllen mussten. Für dieses mussten wir zu dem noch eine Gebühr von 6 US-Dollar bezahlen. Nach einem wirklich kurzen Halt in Bellingham und einstieg zusätzlicher Reisenden ging es weiter nach Seattle, wo wir um 12.30 Uhr ankamen. Mit Befriedigung stellte ich fest, dass es am Busbahnhof Schliessfächer hatte und so stellte ich meinen grossen Koffer ein und machte mich zu Fuss zum nahen Westlake Center auf, wo ich für 4 Dollar ein Monorail-Zug zum Space Needle, der wie ich erfuhr 1962 für eine Weltausstellung gebaut worden war. Ich fuhr natürlich auf die Spitze und sah mir die Aussicht auf Seattle und die Umgebung an und kaufte mir ein Souvenir im Shop, bevor es wieder mit der Monorail zurück zur Innenstadt ging. Es hätte zwar beim Space-Needle ein interessantes Gebäude gegeben. Es beherbergte das Sience Fiction Museum, doch die Zeit war einfach zu knapp für den Besuch. Ich holte meinen Koffer in der Greyhound Station und fuhr mit einer weiteren Bahn für nur 2.50 Dollar die 40 Minuten zum SEATAC-Airport ( SEAttle/TAComa), dort ging ich brav zum American Airlines-Schalter, wo man mir erklärte, dass der Flug von Alaska Airlines betrieben wird und ich dort zum einchecken musste. Ich konnte dort an einem Computer sofort einchecken, die Gebühr von 15 Dollar für das eingecheckte Gepäck bezahlen und es an einem der Schalter sofort abgeben.
Im Flughafen ass ich mein Nachtessen bei einem asiatischen Imbiss und versuchte mal mit meinem Computer ein Signal zu kriegen und tatsächlich es funktionierte. Seattle hat gratis WIFI und so surfte ich ein wenig im Internet und lud meine neuen Fotos hoch. Pünktlich konnte ich einsteigen und ebenfalls pünktlich kamen wir in San Francisco an, wo ich jedoch wieder einmal, aber wenigstens nicht so lange, auf meinen Koffer warten musste. Mit einer Zubringerbahn ging es zur BART (Bay Area Rail Transport) und dort ging es für 8.10 Dollar zur Powellstreet, von wo es nur noch fünf Minuten zu Fuss zum Hostel war. Ich bezog mein Bett, sprang unter die Dusche und ging schlafen.
Am Vormittag nach einem reichhaltigen Frühstück ging ich zur Powell Station, wo auch die Endstation des Cable Cars war und kaufte mir einen 3-Tagespass für 20 Dollar für alle MUNI-Transporte; ein Eintagespass kostet 13 Dollar und eine Einzelfahrt mit dem Cable Car kostet 5 Dollar und ich machte über die zwei Tage alleine mit dem Cable Car 3 Fahrten, also lohnte sich diese Karte für mich. Ich besuchte das Visitor Center und erkundigte mich ob es in einem der Wolkenkratzer eine Aussichtsplattform gibt, aber entweder wusste der Mann hinter dem Schalter das nicht, oder es gibt tatsächlich keine in Downtown. Er hatte mir nur ein Tipp von einem Hotel mit einer Bar, aber die war nicht wirklich in einem Wolkenkratzer und beim Coit Tower war ich schon das letzte Mal, also stieg ich in den nächsten Cable Car und fuhr mit diesem an die Waterfront. Dort in Gehdistanz war ein Pier mit historischen Schiffen, um die Schiffe zu betreten musste man Eintritt bezahlen, aber das Pier selbst war kostenlos und so schaute ich mir die Schiffe vom Pier aus an und ging zum nächsten Pier, dort konnte man eines der Liberty-Schiffe sehen, diese Schiffe wurden tausendfach während des 2.Weltkrieges gebaut um dringend benötigte Waren und Waffen von den Vereinigten Staaten nach Russland und Europa zu liefern. Viele von ihnen wurden im Nordmeer von deutschen U-Booten versenkt. Daneben war auch ein U-Boot aus dieser Zeit und dieses besichtigte ich für 10 Dollar. Ebenfalls am gleichen Pier war ein Automaten-Museum mit historischen Spielautomaten, wie man sie Anfang des 20. Jahrhundert auf den Jahrmärkten sehen konnte. Der Eintritt war kostenlos, doch um die Automaten zum laufen zu bringen, musste man den gewünschten Betrag einwerfen.
Obwohl das ganze Gebiet eigentlich zur Fisherman’s Wharf gehörte, wird meistens nur Pier 39 damit verbunden und so ging ich zu dieser Pier um diese wieder zu entdecken. Der Laden, den ich dort zu besuchen plante, war leider nicht mehr da. Er hatte vor knapp 18 Monaten noch kleine Tischflaggen von der ganzen Welt zu einem guten Preis verkauft (im Vergleich zu den Preisen, die ich nach der letzten Reise im Internet fand). Die Seelöwen waren in dieser Jahreszeit bedeutend weniger als im September; nur etwa zwei Dutzend tummelten sich auf den Plattformen. Von dort fuhr ich mit einem Bus zum bekannten Gebäude des Fähren-Terminals und lief ein wenig in den dortigen Ladenpassagen herum. Dann ging ich noch zum noch berühmteren Gebäude, der „Transamerica Pyramid“ und von dort ging’s mit einem Tram zum Pier 33, wo ich noch ein wenig auf die Überfahrt nach Alcatraz wartete. Inzwischen war das Wetter, das am Vormittag noch super war schlechter geworden und im Augenblick, wo es ans Besteigen des Schiffes ging fing es an zu regnen und stoppte auf der Insel nur kurz dazwischen und natürlich sofort als ich wieder zurück in der Stadt war. Die Abfahrt war um 13.20 Uhr und dauerte knapp 20 Minuten, dort angekommen gab es eine sehr kurze Einführung dichgedrängt unter einem Vordach beim Souvenirshop, worauf ich mich sofort einer Führung mit einem Parkranger anschloss und viel Neues erfuhr. Alcatraz ist nur ein kleiner Teil des Golden Gate-Nationalparks. Es ging zuerst zum Eingangstor, das noch auf die Militärzeit im 19.Jahrhundert zurückging und wo man die erste Art von Gefängnis sehen konnte. Der Ranger erklärte uns, wie man hier auf einen Angriff reagiert hätte und zeigte uns die Schiessscharten. In diesem Raum beim Eingang hatte es im Boden eine kleine vergitterte Lucke und das war eben dieses erste Gefängnis, wo man ungehorsame Soldaten einsperrte, die irgendetwas falsch gemacht hatten. Es war eher ein Keller und der einzige Zugang beziehungsweise Öffnung war diese kleine Lucke. Der Raum war sicher 3 oder 4 Meter hoch und die Gefangenen wurden mit einer Leiter runter gebracht und anschliessend wurde die Leiter entfernt und so mussten sie gar nicht erst bewacht werden, da ein Entkommen ohne fremde Hilfe unmöglich war. Weiter ging es in ein abgesperrtes Gebiet, wo man sonst nicht hinkommt. Es waren alte Fabrikgebäude, in einem der Gebäude wurden diverse Musikvideos gedreht, unter anderem eines von Billy Idol, der seine Unterschrift an einer Wand hinterliess. Ebenfalls kleine Ausschnitte von „The Rock“ wurden hier gedreht; der Hauptteil wurden jedoch ausserhalb Alcatraz in Hollywood gedreht, da Gebiete hier zu gefährlich und teilweise sogar mit Asbest verseucht waren. Das Geld, das der Nationalpark von der Filmcrew bekommen hatte, wurde eingesetzt um diese Gebiete von Asbest zu befreien.
Als Abschluss erzählte der Ranger uns noch ein wenig etwas über die Fluchtversuche und die Zeit nach Schliessung des Gefängnisses 1963; scheinbar wurden noch in den 60er Jahren Indianer aus ihren Stammesgebieten vertrieben und so „eroberten“ ungefähr 80 Indianer Alcatraz und blieben auch für die nächsten 18 Monate dort. Ihr Aufenthalt machte grosse Schlagzeilen und half nicht nur das Präsident Nixon, die Entscheidung fällte, dass Indianer nicht mehr vertrieben wurden, sondern auch Besitzungen zurückgegeben wurde und vor allem ging der Plan den Bach runter auf Alcatraz ein Hotelressort mit Casino zu bauen. Der Ranger erzählte uns, dass eines Tages ein Indianer zu ihm kam und sagte, dass der Ranger sich eigentlich bei ihm bedanken sollte; wäre er und seine Kollegen nicht gewesen, hätte er es sich kaum leisten können hier zu sein; in einem Hotel für 1000 Doller die Nacht. Der Ranger erzählte, dass er dem Indianer zustimmen musste und ihm die Hand geschüttelt habe.
Die Führung dauerte fast eine Stunde und so musste ich sofort weiter zum Zellenblock, wo es eine Audiotour von 45 Minuten gab, in dem im Original echte ehemalige Wärter und Gefangene zu Wort kamen. Es war sehr interessant und vor allem vom Regen geschützt. Der Abschluss, der ansonsten meist die Einführung ist, machte ein 19-minuten langer Film, wo man noch einmal einen Überblick über die Geschichte von Alcatraz erhielt. So konnte ich dies alles machen und betrat das letzte Schiff zurück um 16.25 Uhr. Das nächste Mal würde ich mindestens eine Stunde mehr dafür rechnen, obwohl bei diesem Wetter der Besuch der Gärten nicht sehr vorteilhaft gewesen wäre. Da ich kein Mittagessen hatte ging ich nach Ankunft am Hafen zum Pier 39 und setzte mich ins Hard Rock Café. Dort hatte ich eines meiner Stamm-Menus „Mac & Cheese“ und meldete mich anschliessend für den „All Access-Club“ an. Man bezahlte dafür 27 Dollar, erhielt aber nach Registrierung im Internet, welches ich sofort bei Rückkehr zum Hostel machte 20 Dollar Guthaben zurück, dann kann man wie bei einem Frequent Flyer-Programm bei jedem Besuch Punkte sammeln und sobald man für 200 Franken konsumiert hat, gibt es wieder 20 Dollar Guthaben. Ausserdem kann man in gewissen Hard Rock Cafés mit dieser Karte die Warteschlange abkürzen und es gab ein Pin, einen Sack und ein Neckband dazu, also genügend Pluspunkte, auch wenn ich evtl. die Karte nie mehr benutzten könnte. Der Sack hatte ein Loch, da es der letzte war, aber die Kellnerin erklärte, falls ich morgen noch einmal vorbeikomme, könne ich ihn umtauschen.
Nach dem Essen fuhr ich mit einem anderen Cable Car zurück zur Powell Street Station und ging ins Hostel, wo ich ein wenig im Internet surfte, Bilder downloadete und zufällig ein paar Schweizer traf und mich mit ihnen ein wenig unterhielt.
Am nächsten Tag gab es zwei Sachen die ich noch sehen wollte und so fuhr ich (nachdem ich mein Gepäck in einem ans Hostel angrenzenden Raum mit Schliessfächern und meinem eigenen Schloss abgestellt hatte) mit einem Bus zum Haight/Ashbury-Quartier, das Hippie-Viertel, wo man zum Beispiel das Haus sehen konnte, wo Janis Joplin 1967 gewohnt hatte oder ein andere Wohnstätte von Mitgliedern von Grateful Death. Von dort ging es weiter zu Fuss zum riesigen Golden Gate-Park, den ich der ganzen Länge durchwanderte und unter anderem den Botanischen Garten, Ententeiche, Bisons und einen Frisbee-Golf-Platz sehen konnte. Am Ende des Parkes war ein Strand am Ufer des pazifischen Ozeans. Von dort fuhr ich mit einem Bus bis zu dessen Endstation in der Nähe der Staatsuniversität, wo ich einen „MUNI“-Zug zur Castro-Station nahm, wo das Castro-Theater und der Harvey Milk-Plaza war. Es war auch das Schwulen-Zentrum San Franciscos und die Endstation der Tramlinie F, die ich dort bestieg und zur Fisherman’s Wharf fuhr, wo ich im Hard Rock Café meinen Sack umtauschte (gerade noch rechtzeitg, da es wiederum der Letzte war) und gleich auch noch die 20 Dollar Guthaben in Souvenirs umwandelte. (ich musste natürlich noch ein wenig aufzahlen)
Nach einer feinen Krabensuppe, serviert in einem ausgehölten Brot (wie in Krakau) hatte ich noch Zeit und fuhr mit dem Bus (einmal umsteigen) zur Golden Gate Bridge und fand ein paar gute Plätze für Fotos. Nach einem kleinen Spaziergang zum ersten Pfeiler fuhr ich zurück zur Endstation des Busses und wanderte übers historische Fort Mason zum Ghiradelli Plaza, wo ich kurz nach 17.00 einen Cable Car bestieg und als Abschluss noch durch Chinatown wanderte. Beim Hostel holte ich mein Gepäck ab und fuhr mit einem MUNI-Zug zur Station Balboa Park, wo ich feststellte, dass ich nur 50 Cent gespart hatte in dem ich erst dort den BART-Zug zum Flughafen bestieg. Mit genügend Zeit zur Verfügung checkte ich ein und machte mich auf die Suche nach einem Nachtessen, da es im Flugzeug nichts geben würde. Es gab wieder mal etwas asiatisches und ich stellte fest, dass es hier nur Internet gab, wenn man dafür bezahlte, aber beim Gate fand ich heraus, dass es zumindestens Steckdosen gab und so schrieb ich ein wenig an meinem Reisetagebuch um die Wartezeit zu verkürzen.
Der Flug war ein wenig anstrengend; nur 4 Stunden 46 Minuten und bei Ankunft in Miami war es bereits 7 Uhr morgens und der lange Tag hatte erst begonnen. Nachdem ich mein Gepäck geholt hatte und etwas frühstückte gab es wiederum ein wenig Wartezeit, bis der Repräsentant von Royal Caribbean Cruises auftauchte, mein Koffer wurde mir abgenommen und ich sah ihn erst wieder auf dem Schiff in meiner Kabine wieder, aber ich musste dennoch bis ca. 10.30 Uhr warten, bis ich mit einem Bus zum Hafen gebracht wurde. Dort wurde uns ein Informationsblatt ausgehändigt, das besagte, dass in der letzten Kreuzfahrt der Noro-Virus grassiert hatte und deshalb das ganze Schiff gesäubert werden musste. Wir konnten zwar schon einchecken und erhielten unsere Bordpässe, aber anschliessend wurden wir ins Hilton Hotel in Downtown Miami gebracht und im Ballraum verpflegt. Zu meinem Entzücken hatte ich von hier wenigstens Zugang zum Internet und so chattete ich ein wenig mit meiner Mutter und lud die aktuellsten Fotos ins Internet. Die Wartezeit wurde jedoch immer länger und meine Augenlieder schwerer, um halb drei wurden wir mit Bussen zurück zum Schiff gebracht und konnten wenig später das Schiff betreten, doch dort mussten wir auch noch auf die Kabinen warten. Es gab wenigstens ein Buffet, wo man sich verpflegen konnte und kurz nach 18 Uhr konnte ich endlich in meine Kabine und eine Dusche nehmen. Nach einem kurzen Nickerchen ging ich an Deck und sah gerade noch Miami Beach hell beleuchtet an mir vorüberziehen.
Das Nachtessen gab es um 20.45 Uhr und ich sass mit 2 Päärchen zusammen, die in ihren 50er sind. Zumindstens keine uralten Rentner. Eines ist aus New Brunswick und das andere aus Amsterdam / Holland. Ich hätte es glaube ich durchaus schlimmer treffen können. (aber auch besser, wenn ich andere Tische sah). Nach dem Nachtessen mit einem indischen Waiter aus Mumbai und einer Assistant Waitress aus Nicaragua ging ich ins Coral Theatre zur Willkommens-Show mit den Sängern und Tänzern der Jewel of the Seas und einem Ausschnitt auf die Show des Komikers Gary Delena. Dann ging es endlich ins Bett und der erste von 12 Kreuzfahrttagen war vorbei.
Der zweite Tag war ein Seetag und schon beim Frühstück konnte man die Küste von Kuba am Horizont sehen und diese würden wir bis am Abend sehen können. Im Laufe des relativ kühlen Tages (es war aber trotzdem genügend schön für kurze Hosen und T-Shirt) schaute ich mir die Port & Shopping Show an und hörte mir ein wenig die Geschichte von Haiti an. Der Professor, der die History vorstellte, war ein Original für sich, doch die Fakten, waren ein wenig chaotisch vorgetragen und das meiste hatte ich durch das Buch „The Caribbean“ von John Michener schon gehört und so verzichtete ich auf die spätere Lektion über Cartagena (Ausserdem fand ich vergass er den eigentlichen Grund, warum Haiti französisch geworden war und nicht spanisch geblieben ist). Vor dem Abendessen gab es ein Captain’s Empfang mit einer Fotosession, einem Willkommensdrink und einem Vorstellen des Führungsteam. Am Abend nach dem Essen gab es eine Musikshow mit den Tänzern und Sängern des Schiffes mit Musicalhits unter anderem von Hair, Cats und We will Rock you.
Am dritten Tag war der Privatstrand Labadee auf der Insel Haiti das Ziel und wir verbrachten dort gut 6 Stunden, man konnte einiges Abenteuerliche machen oder einfach nur am Strand liegen und baden. Es war heute ein schöner Tag. Ich hatte am Vorabend eine Fahrt mit einer 2600 Fuss langen und 550 Fuss hohen Zip-Leine gebucht, es war zwar ein wenig teuer, doch ich tat damit auch etwas Gutes, denn alle Einnahmen gehen an die Erdbebenopfer von Haiti. Es war ein tolles Erlebnis, bei dem ich zwar meine Kappe verlor, doch die ist ja schliesslich ersetzbar und ich hatte zum Glück eine Gratis Kappe in Whistler bekommen. Ich lief nach dieser Wahnsinnsfahrt nur noch ein wenig herum, machte noch ein paar Einkäufe und Fotos und ging kurz vor der Einschiffung zurück aufs Schiff. Das Mittagessen gab es Buffetmässig an Land, fast wie auf dem Schiff. Es hatte nun hier seit kurzem offenbar ein Pier, letztes Jahr musste man noch mit Tenderbooten an Land, was natürlich viel Zeit kostete.
Zum Start der Zip-Leine mussten wir mit Jeeps aus dem abgesperrten Strandbereich fahren und sahen auch so den Strassenzustand. Der Guide sagte uns, dass eine Fahrt ins 160 Kilometer entfernte Port-au-Prince zwischen 12 und 15 Stunden dauern würde. Unser Schiff hatte auch einige Tonnen Hilfsgüter auf 60 Palletten mitgebracht und lud dieses während unseres Aufenthaltes aus.
Auf dem Schiff konnte ich nach der Abfahrt einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben und sah in wenigen Kilometer einerseits die Hügelketten von Haiti, andererseits die berüchtigte Insel Tortuga, wo der berühmte Piratenhafen war. Da er in der Blütezeit vor allem von französischen Piraten besetzt war, kam es auch dazu, dass dieser Teil der Insel Hispaniola schlussendlich französisch wurde und 1804 nach einer Sklavenrevolution das zweite (nach den USA) von Europa unabhängige Land in der Neuen Welt wurde. Capt. Jack Sparrow konnte ich aber nicht entdecken.
Die Show war dieses Mal und die nächsten Tage eine „Pre-Dinner-Show“ für uns Spätesser, das heisst die Show, mit der singenden Komikerin Judy Kolba, war vor dem Nachtessen. Die Anzeige besagte sie sei ein Internationaler Star und sie selbst sagte darüber, dass internationale Stars Leute sind, die einfach nicht an einem Ort die Stelle behalten können. Sie schlug auch vor, man solle doch einfach mal am Abend bevor man zum Nachtessen geht die Ecke beim WC-Papier machen und damit die Haushälterinnen zu verwirren. Nach dem Essen gab es noch eine witzige 70’er Party mit dem verkleideten Animationsteam (a la Village People).
Der vierte Tag war wieder ein langer Seetag, an dem man den ganzen Tag kein Land sehen konnte, da wir uns mitten im „spanischen See“ befanden. Doch auch heute gab es viel zu tun und zu sehen, am Vormittag besuchte ich ein Talk über die Geschichte der einzelnen Häfen und was man dort so machen kann und sollte. Am Nachmittag schaute ich dabei zu, wie sich ein paar Leute bei einem Spiel am Pool vergnügten. Wieder vor dem Essen gab es eine witzige Show mit dem britischen Violinisten, Gary Lovini, der nicht nur sehr gut geigen konnte, sondern auch witzige Bemerkungen dazwischen machte. Nach dem Essen gab es im Safari Club noch eine „Schlacht der Geschlechter“, die wiederum (nach 18 Kreuzfahrten in Folge) von den Frauen gewonnen wurde. Ob es da beim entscheidenden letzten Spiel (wer die längste Polonaise macht) immer mit rechten Dingen zuging ist jedoch in Frage gestellt.
Am fünften Tag war Kolumbien mit der historischen Stadt Cartagena an der Reihe. Ich hatte hier und in den zwei folgenden Häfen meine Touren schon im Voraus von der Schweiz aus reserviert und so ging es auf die grosse Citytour. Wir sahen die berühmte Festung, die 23 Kerker, die nun als Souvenir-Shops dienten und wo ich mir etwas kaufte, den unheimlichen Palast der Inquisition und die Kirche. Anschliessend gab es im Marinemuseum eine kleine Folkloreshow und danach wurden wir noch zu einem (meiner Meinung nach überflüssigen) Besuch eines Einkaufszentrums gebracht. Alles war ziemlich kurz, da der Aufenthalt hier in Cartagena auf knapp fünf Stunden beschränkt war, aber wenigstens war man hier und da ich wie schon erwähnt ein Jahr vorher ein Buch über die Karibik gelesen hatte, wusste ich wie historisch diese Stadt war. Zum Beispiel konnte vor etwa 400 Jahren der berüchtigte Sir Francis Drake diese Stadt einnehmen und ein Lösegeld erpressen. Gut Hundert Jahre später misslang das gleiche Unternehmen jedoch Admiral Vernon, der vom Halbbruder George Washingtons begleitet wurde.
Die Ausfahrt aus dieser natürlichen Hafenbucht, die auch strategisch gut verteidigt werden konnte, durch Bocagrande war auch grandios. Den Nachmittag verbrachte ich vor allem mit Nichtstun und heute Abend war die grandios komische Show von Gary Delena. „Warum nehmen Frauen nach der Hochzeit meisten zu? Single-Frauen kommen nach Hause schauen in den Kühlschrank und gehen ins Bett, Ehefrauen kommen nach Hause, sehen was sich im Bett befindet und gehen an den Kühlschrank.“ und „diese SUV-Fahrer mit ihrem „4x4“-Zeichen am Wagen, ich möchte immer wenn ich an einem dieser Wagen vorbeikomme = 16 hinkritzeln“. Besonderen Beifall bekam er als er erklärte, dass seine Frau Lehrerin sei und er froh sei, das die Taufpatin des Schiffes ebenfalls Lehrerin (Nationale Lehrerin des Jahres) war und falls er Präsident wäre er die Gehälter der Lehrer mit denen der Baseballspieler tauschen würde.
„Endlich in Panama, Grüsse von der Tigerente.“ Diesen Satz wollte ich als früherer Janosch-Fan per SMS nach Hause schicken, doch mein Handy fand zwar diverse Netze doch keinen Zugang. So startete ich am sechsten Tag zu meiner Exkursion nach Panama City, als erstes ging es zu den Schleusen auf der Atlantik-Seite, den Catun Locks, wo wir zusehen konnte wie ein Holland-American-Kreuzfahrtschiff, die „Neederdam“ durch die Schleuse fuhr. Diese Schleuse hat drei verschiedene Kammern und total werden 35 Meter überwunden. Es war sehr eindrücklich. Weiter ging es zur Pazifikseite, wo unsere Gruppe einen Abstecher zur Centennial Brücke machen konnte und so einen anderen Blick auf den Kanal haben konnten. Weiter ging es zur Colonial City von Panama, die 1671 hierhin verlegt wurde, nachdem der berüchtigte englische Pirat Henry Morgan die Altstadt 9 Meilen südlich niedergebrannt hatte. Wir machten dort einen kleinen Spaziergang und scheinbar sind dort und auch in Colon Szenen des James Bond-Filmes „Quantum of Solace“ gedreht worden. Ich muss mir den Film zuhause in dem Fall noch einmal ansehen.
Anschliessend ging es zu einem enttäuschenden Mittagessen und von dort durch die moderne Stadt zur Altstadt die 1519 gegründet worden war und eben von Morgan niedergebrannt wurde. Die meisten Gebäude waren aus Holz und so kann man nur noch wenige Steinruinen sehen, unter anderem den Kirchenturm der Kathedrale am Plaza Major. Auf der Rückfahrt kamen wir an der Botschaft des Vatikans vorbei, in die Noriega bei der US-Invasion (in Verkleidung einer Nonne) flüchtete und danach von den Amerikanern für lange Zeit mit lauter Rockmusik beschallt wurde. Zurück am Hafen in Colon machte ich noch ein wenig Shopping und konnte im Hafen die eindrückliche Warteschlange der Schiffe sehen, die in den Panama Kanal wollten und einen weiteren grandiosen Sonnenuntergang. Vor dem Nachtessen gab es eine Show mit einem Bauchredner, der unter anderem mit seiner ersten Puppe, einem Tennisball antrat. Nach dem Essen gab es im Theater eine witzige Show, die „Love and Marriage Game Show“. Mit ziemlich heiklen Fragen, unter anderem „Was ist der seltsamste Platz, wo ihr je „Whoopie“ gemacht habt“ oder „Welche BH-Grösse würdet ihr euren Frauen kaufen“ oder wo war das erste Date. Die Teilnehmer waren ein Paar das vor 13 Tagen geheiratet hat, ein Paar mit 26 Jahren Ehe und ein Paar mit 53 Jahren Ehe. Zuerst wurden die Frauen hinter die Bühne geschickt und den Männern vier Fragen gestellt, worauf den Frauen dieselben Fragen gestellt wurden und geschaut wurde, ob es eine Übereinstimmung gab, danach wurde dasselbe mit den Frauen gemacht. Gewonnen hat schlussendlich, das mittlere Paar. Falls die Teilnehmer ebenso lustige Antworten geben würden wäre die Show wahrscheinlich im Fernsehen der Renner, aber es kommt auch ganz auf den Moderator an, der in diesem Fall der Kreuzfahrtdirektor gewesen war.
Der siebte Kreuzfahrtag war auch der mit meiner längsten Exkursion, wir befanden uns am Hafen von Puerto Limon in Costa Rica und ich mit insgesamt 29 Reisenden machten den langen Ausflug zur Hauptstadt San José. Die Fahrt dorthin dauerte 3 Stunden, doch so konnten wir alle etwas von diesem grünen Land sehen und ich war erstaunt, als es auf die Höhe von 1500 Meter ging und die Hauptstadt selbst auf 1100 Meter lag. Unterwegs sahen wir die riesigen Plantagen mit Bananen, Ananas und Kaffee. Nun wusste ich, woher Chiquita, Dole und Del Monte Früchte herkommen. Im Hochland angekommen ging es zuerst nach Moravia, wo es ein wenig Souvenirshopping gab und danach ins Zentrum in ein Museum neben dem Parlamentsgebäude und abschliessend ins grandiose Nationaltheater. Unser Guide erklärte uns im Museum, dass früher als Festung gedient hatte, dass hier einer der historischen Ereignisse Costa Ricas stattgefunden hatte. Nachdem 1948 der damalige Präsident die Armee aufgelöst hatten, versuchten hier einige hohe Offiziere einen Putsch und verschanzten sich in dieser Festung. An einigen Wänden sieht man noch heute Einschusslöcher, aber evtl. sind diese (wie in Santa Clara / Kuba) nur nachgemacht. Jedenfalls gibt es seither keine Armee mehr und der Wille des Volkes ist der Status Quo. Kein Präsidentschaftskandidat, der nach einer Armee ruft wird gewählt. Unser Führer sagte auch, dass Umfragen gezeigt hätten, das bei einer Invasion die Hälfte der Bevölkerung fliehen und die andere Hälfte sich ergeben würde. Die meisten Gebäude hier in San Jose waren neueren Datums, da es hier regelmässig zu Erdbeben kommt und so viele Häuser jeweils neu gebaut werden müssen. Costa Rica befindet sich am Schnittpunkt zweier Kontinentalplatten und hat ca. 6000 Erdbeben pro Jahr, von denen jedoch nur 100 spürbar sind, ausserdem gibt es hier auch viele aktive Vulkane, die jedoch wegen dem dunstigen Wetter nicht sichtbar waren. Wir kamen in den Bergen über eine Brücke, wo wir einen Fluss mit zwei Läufen sahen, einer kam von einem Vulkan und war wegen dem Schwefel gelb, der andere war sauber, unter der Brücke vereinigten sich die zwei Flussläufe. Anschliessend ging es zu einem superfeinen Mittagessen und dann ging es schon wieder zurück nach Limon, wo wir kurz nach 17.00 Uhr am Hafen ankamen. Der Guide erklärte uns, dass pro Acre Land 900 Bananenschachteln produziert werden konnte und im Moment eine Bananenschachtel (ca. 25 Kilo) ganze 4.82 Dollar Ertrag hier in Costa Rica geben würde.
Vor dem Abendessen gab es eine Show mit den Sängern und Tänzern des Schiffes mit dem Namen „City of Dreams“ und ich muss sagen, dass hier Royal Caribbean zumindestens in den Bühnenbauten und im Allgemeinen bei den Shows besser als Costa Cruises ist. Aber im Essen ist klar Costa besser. Nach dem Nachtessen gab es noch eine Quizshow „The Quest“ im Safari Club, wo die Teams Gegenstände zum Moderator bringen mussten. Zum Beispiel zwei Büstenhalter, oder zwei Männerhosen, oder ein Gebiss und vieles mehr. Es war sehr witzig vor allem wenn der Moderator etwas komisches wie zum Beispiel „ein männlicher Teamleader mit Lippenstift verlangte“ und später erklärte, das jeder Mann den Lippenstift auf seine Lippen tat und er dies gar nicht so verlangt hatte, der Lippenstift hätte genau so gut auf die Hand gemacht werden können..
Tag 8 war wieder ein Seetag an dem ich nicht viel machte, in Erwartung auf den Landgang in Grand Cayman bereitete ich meine Fotos zum Upload ins Internet vor und schaute ein paar Poolspielen zu. Wie an anderen Tagen ging ich auch heute wieder in den Pool und den Whirlpool. Am Mittag jedoch gab es im Theater eine interessante Info-Veranstaltung mit dem Kapitän und seinen Senior Offizieren und sie gaben Hintergrundinfos über das Schiff und beantworteten viele Fragen. Das Schiff wurde bei derselben Werft gebaut wie vor fast hundert Jahren die „Götzen“, ein Schiff über das ich erst kürzlich ein Buch von Alex Capus gelesen hatte und das im Tanganika See noch heute fährt und scheinbar auch im Film „African Queen“ eine Rolle spielte. Der Bau dauerte 18 Monate und kostete 500 Millionen Dollar. Das Schiff hat kein Ruder, doch die Propeller lassen sich im Hafen 360 Grad drehen.
Heute war die zweite und letzte formale Nacht und nach dem Nachtessen gab es im Casino die „Secret Agent Night“ mit 10 Fragen zu Agentenfilmen. Ich ging aus Neugier hin und durfte eine der Fragen beantworten, doch ich hätte viele andere Fragen auch beantworten können. Ich gewann einen Schlüsselanhänger, ein T-Shirt und eine Hals- und Armkette aus Gold ??? Anschliessend sah ich mir die Show mit den drei „Las Vegas Tenors“ an, die heute wieder nach dem Nachtessen war.
Als ich am neunten Tag aufwachte und wie immer den TV einschaltete um mir ein Bild über unsere Lage zu machen, stellte ich fest, dass wir immer noch auf der offenen See waren und wir aber eigentlich schon am Hafen von Georgetown auf Grand Cayman sein müssten. Beim Frühstück stellte ich fest, das um uns herum kein Land in Sicht war und die Bestätigung kam wenig später über Lautsprecher. Da im Hafen von Georgetown ein 1 ½ Meter hoher Wellengang war konnte man nicht mit den Tenderbooten ausschiffen und so war dieses Ziel gestrichen. Ich fragte mich bei dieser Gelegenheit, ob Grand Cayman es sich nicht überlegen sollten ein Pier zu bauen, da offensichtlich mehrere Kreuzfahrtschiffe betroffen waren und wahrscheinlich mit jedem Schiff zehntausende Dollar Einnahmen verloren gingen, aber vielleicht passiert es gar nicht so häufig. Es wurde nun geplant am nächsten Tag in Key West zu landen, wo es eine Pier gab. Ich hatte fest mit Grand Cayman gerechnet und mir schon in Vancouver herausgeschrieben, wo es gratis Internetmöglichkeiten gibt und so ging ich halt mit meinem Laptop übers Bordinternet online und lud meine Fotos online. Für eine gute halbe Stunde bezahlte ich volle 13.20 Dollar, aber wären wir in Grand Cayman gelandet, wäre ich bereit gewesen Ausgaben von bis zu 350 Dollar zu machen, also liess sich dieser teuere Internetspass verkraften. Und als Early Bird zwischen 7 und 9 Uhr bezahlte man pro Minute 44 Cent, anstelle der 55 Cent für den restlichen Tag.
Am zweiten Seetag in Folge gab es natürlich auch eine Umstellung im Programm und ein Neudruck des Tages-Kompass (der Tageszeitung des Schiffes). Um halb 11 ging ich so, anstelle durch die Strassen von Georgetown zu gehen, ins Coral Theatre, wo es eine einstündige interessante Erklärung und Tour zur Technik und Bühne des Theaters gab. Wir konnten auch tatsächlich mal einen Blick hinter die Bühne werfen. Die Führung wurde vom holländischen Sound-Techniker, einem südafrikanischen Techniker hinter der Bühne, einer der Tänzerinnen und einem der Sänger geleitet. So erfuhren wir unter anderem, dass Royal Caribbean Cruises eine Produktionsfabrik für ihre Shows in Hollywood (FL) hatte und die Tänzer und Sänger immer als Ensemble zusammen an Bord gehen, während der Rest der Theatercrew (Musiker & Techniker) einzeln kommt. Das Ensemble trainiert in Hollywood die 2 bis 4 Stücke ein und geht danach meist für 6 Monate auf eine „Tournee“ mit einem der Schiffe.
Am Nachmittag schaute ich mir noch die Information über Key West an und ansonsten gab es nicht mehr viel zu tun, ausser noch eine Fototour auf dem Schiff zu machen und abschliessend noch einmal für eine längere Zeit in den Pool zu springen. Wie fast jeden Tag um 19 Uhr ging ich in die Show, die dieses Mal „Tango Buenos Aires“ hiess und mich an die Reise vor gut einem Jahr erinnerte, als ich diese Stadt besucht habe. Die Haupttänzer waren auch richtige Argentinier, die am nächsten Abend vor dem Nachtessen noch einen Kurzauftritt im Centrum hatten.
Am nächsten Tag kamen wir vor allem durch Verzögerung der amerikanischen Hafenbehörde erst um 11 Uhr in Key West an und weil hier gleich die Einreiseformalitäten in die USA von statten ging und dies für die vielen Passagiere Zeit beanspruchte konnte ich erst um 13 Uhr an Land. Doch ich nutzte meiner Meinung nach die Zeit ziemlich gut. Mit einem Shuttle wurden wir ins Zentrum zum Mallory Square gebracht, da wir wegen einem MSC Schiff nicht direkt an der Hauptanlegestelle festmachen konnten, sondern auf dem Navy Gelände. Von dort ging ich zu Fuss, zuerst zum „Little White House“, wo Präsident Truman zu seiner Präsidentschaftszeit sein Winterquartier eingerichtet hatte, dann ging es zum Haus von Ernest Hemingway und zum Leuchtturm gegenüber, den ich bestieg um eine Aussicht über diese flache Insel zu haben. Anschliessend ging es zum südlichsten Punkt von Kontinental USA, der mit einem Denkmal gekennzeichnet war. Im südlichsten Souvenirshop der USA kaufte ich mir ein kleines Modell dieses Denkmals. Weiter ging es der Duval Street, der Hauptstrasse Key Wests entlang. Ich kaufte mir etwas günstiges zu trinken und einen der berühmten Key Lime Kuchen (gefroren, in Schokolade getaucht und auf einem Stiel) und beim Hard Rock Café ein T-Shirt. Ich kaufte mir auch noch ein farbiges Hemd für 5 Dollar und ging zurück zum Mallory Square, wo ich noch ein wenig dort herumlief und mich dann in die Warteschlange für den Shuttle zum Schiff stellte, wo ich um viertel vor fünf wieder ankam. Unterwegs kamen wir an einer Festung aus dem vorletzten Jahrhundert vorbei, dass während des Sezessionskrieges zu meinem Erstaunen von den Nordstaaten besetzt war. Zurück auf dem Schiff ging ich ein letztes Mal in den Pool, packte meine Koffer fertig und stellte sie vor die Türe und ging um 19 Uhr zur Farewell Show mit einem Jongleur und dem ganzen restlichen Ensemble. Nach dem Abendessen ging ich früh zu Bett, da am letzten Tag der Weckruf um 6 Uhr kam.
Kurz nach 7 Uhr, nach einer Dusche und einem Frühstück ging es von Bord und durch den Zoll, wo der Tourguide schon wartete und mit einem grossen Bus ging es durch Miami Downtown zu den Everglades.
Unterwegs gab uns der Guide einige witzige, aber auch viele interessante Informationen. Als erstes kamen wir noch am Hafen am Hauptsitz der Royal Caribbean Cruises vorbei und von oben gesehen soll dieses Gebäude wie ihr Firmenzeichen aussehen, das nächste interessante Gebäude war die grosse Konzerthalle, wo glaube ich auch Basketballspiele (Miami Heat’s) durchgeführt wird und American Airlines Arena hiess. Der Guide erzählte, dass es Gerüchte gegeben hatte, dass McDonalds diese Arena sponsern wolle, doch Miami hatte abgewinkt, man wolle dann doch keine MacArena. Auch am Welthauptquartier von „Burger King“ fuhren wir vorbei und auf der Autobahn durch Little Havanna, das heutzutage mehrheitlich von Leuten aus anderen Südamerikanischen Ländern bewohnt wird, da die ursprünglichen Kubaner in der Gesellschaft schon aufgestiegen waren und „bessere“ Gegenden bewohnten.
Die ganze Gegend ab der Grenze von Downtown, gehörte im 19.Jahrhundert noch zu den Everglades und war somit grösstenteils unter Wasser. Da man zum Ende des Jahrhunderts mehr Land zum bewirtschaften brauchte wurde das Ingenieur Corps der US Army damit beauftragt und da diese sowiso am Timiami Highway (Nord-Süd-Achse) arbeiteten, bauten sie Parallel dazu einen Kanal um das Wasser so zu binden. Dieses Vorhaben half ein wenig, aber nicht genug, also importierten die Ingenieure Bäume aus Australien, die das Wasser richtig aufsogen und nun war es zu trocken, da sich diese Bäume in rasender Geschwindigkeit ausbreiteten.
Die Everglades sind auch (nicht wie angenommen) ein Sumpf; das Wasser hier ist glasklar und wird durch das (messerscharfe) Schilfgras auch so sauber gefiltert, dass das gesamte Trinkwasser von Miami aus den Everglades stammt. Das Wasser ist nicht sehr tief und bewegt sich sehr, sehr langsam, so dass die Everglades biologisch als Fluss bezeichnet wird. Da es natürlich Süsswasser ist, leben hier nur die weniger gefährlichen Alligatoren. Diese haben vor Menschen eher Angst und greifen nur an, wenn ihr Nachwuchs bedroht wird Salzwasserkrokodile gibt es vor allem in Küstennähe und in den Keys und das sind wirklich gefährlichen Tiere.
Um 12 Uhr wurde ich am Flughafen abgesetzt und da das Check-In erst um 14.50 Uhr beginnen sollte, musste ich wohl oder übel dort warten. Gemäss Tourguide gab es gewisse Fluggesellschaften (wahrscheinlich die amerikanischen) bei denen man schon sechs Stunden vor Abflug einchecken kann. In diesem Fall hätte ich die Wartezeit anderes verwenden können, zum Beispiel mit einem kurzen Ausflug nach South Beach oder in ein gigantisches Einkaufszentrum, der Dolphin Mall. Anstelle hatte ich ein feines Mittagessen, las ein wenig in meinem Buch und sah mir die Shops im Flughafen an. Das Check-Inn begann bereits kurz nach halb drei und kurz nach drei Uhr war ich an der Reihe und kriegte ohne zu fragen einen Gangplatz, anschliessend ging ich ohne Probleme durch die Sicherheitskontrolle (ich hatte es schon gut drauf, Laptop in einer eigenen Kiste, Gurt aus, Schuhe aus, jegliche Metallgegenstände ins Gepäck und durch den Metalldetektor ohne Mux), sogar die Sicherheitsbeamtin nickte mir lächelnd zu. Da ich ja hier schon vor der Kreuzfahrt war wusste ich, dass das Internet nicht kostenlos war, doch beim Gate hatte es wenigstens eine Steckdose und so war ich nicht auf meine Batterie angewiesen und konnte so mein Reisetagebuch vervollständigen.
Wie üblich konnte ich auf dem Flug nicht wirklich schlafen, also schaute ich mir die zwei Komödien „The Invention of Lying“ und „Couples Retreat“ und später noch die spannenden Teile von „2012“ an (man konnte den Film vorspulen). Mit Rückenwind kamen wir früher als erwartet in London an, die Wolkendecke riss ein wenig auf bei der Landung, so dass ich die Lichter des Riesenrades an der Themse und den Werbebildschirmen am Piccadilly Circus sehen konnte.
Wie bei der Hinreise musste ich zwar nicht das Terminal wechseln, doch die Wegstrecken im Terminal 5 sind so gross, dass ich mit einem Untergrundshuttle einen Transfer machen musste. Nach der Sicherheitskontrolle war ich wieder in derselben Wartehalle mit den vielen Shops wie vor drei Wochen und überlegte mir, ob ich noch etwas kaufen sollte und entschied mich aber dagegen, da ich glaube schon genug Geld ausgegeben hatte. Ich kaufte mir jedoch einen Saft und zwei Croissants und kämpfte dagegen an einzuschlafen. Der Flug nach Zürich war kurz und ereignislos und zum ersten Mal musste ich bei der Einwanderung in Zürich warten; die Einreisehalle war gepackt voll, aber der Schweizer/EU-Pass-Schalter war speditiv und vor allem konsequent, vor mir war ein Mann ohne ein Schengen-Reisedokument und dieser wurde an einen andern Schalter geschickt. Dafür war ich kaum zwei Minuten am Gepäckband und schon kamen meine zwei Gepäckstücke fast zeitgleich.

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