South America 2009

Iguassu unplugged

Argentinien, Uruguay, Paraguay und Brasilien

4. April bis 25 April 2009

19. November 2008

Es ist schon wieder soweit. Ich habe die nächste Reise gebucht. Ich werde am 4. April am Abend mit Air France über Paris nach Buenos Aires in Argentinien. Dort werde ich mich einer "Intrepid"-Tour anschliessen und in 17 Tagen über Montevideo / Uruguay und die Iguassu Wasserfällen nach Rio de Janero in Brasilien reisen. Am 25. April werde ich dann wieder in Zürich landen. Mehr dazu folgt später.

 

 

Samstag, 4. April 2009
Paris-Charles de Gaulle. Ich bin unterwegs. Die Reise startete bereits aufregend, dazu später.
Das erste Ziel ist Buenos Aires in Argentinien und so sah ich mir am Montagabend passend dazu den ersten Teil der Filmbiografie des wohl berühmtesten Argentiniers an, Ernesto „Che“ Guevara. Obwohl er glaube ich in seinem Heimatland für lange Zeit eher totgeschwiegen wurde. Und so zieht sich der rote Faden der meine Reisen irgendwie immer verbinden weiter; letztes Jahr auf Kuba in Santa Clara Che Guevaras Grab und Denkmal, morgen Buenos Aires, wo er an der Universität seinen Doktor gemacht hat. Aber morgen hoffe ich eher das Grab der zweiten berühmten argentinischen Persönlichkeit zu finden, Evita Peron.
Da ich meinen Flug erst am Abend hatte, brauchte ich deshalb kein Vorabend-Check-In zu machen und konnte mich auch deswegen ein paar Tage früher im Internet an einem Gewinnspiel für eine Gratis Kinonacht am Freitagabend beteiligen. Dieses Mal lachte mir wieder das Glück und nachdem ich vor Jahren die erste besucht hatte konnte ich nun an die achte Energy Movie Night gehen. Das Nachtessen hatte ich im asiatischen Restaurant in der Sihlcity. Es gab nach langer Zeit wieder ein indisches Thali für mich, das letzte hatte ich glaube ich in Agra. Ein Thali ist ein Teller mit verschiedenen Spezialitäten, wie ein Curry, Fladenbrot, Dal und vieles mehr, es war sehr fein. Ich hatte auch noch soviel Glück, dass ich die zwei Filme sehen konnte, die ich mir vorher ausgesucht hatte; „Chaos Theory“ und „The boat that rocked“. Der zweite war ein richtiger Feel-Good-Movie und weckte in mir schon erste Feriengefühle. Da ich nach den Filmen keine Lust hatte 45 Minuten auf den Nachtbus zu warten, lief ich von der Sihlcity zum Zürcher Hauptbahnhof, kaufte mir noch im Burger King einen Snack und nahm um 3 Uhr morgens die Nacht-S-Bahn nach Altstetten und lief von dort den kurzen Weg nach Hause.
Nach einem Abstecher bei meinen Eltern kam ich gut zwei Stunden vor meinem Abflug im Flughafen an und erledigte ohne Probleme das Check-In an einem Automaten und konnte sogar den Platz ändern; anstelle des Sitzes in der Mitte wollte ich lieber einen am Gang. Der Flug nach Paris selbst verlief ereignislos und wir landeten nach Plan. Aber jetzt passierte was; nach dem Aussteigen am Terminal 2G wurden wir kurz vor der Transfer-Bushaltestelle von einer Polizistin nach draussen umgeleitet und zu einem Evakuirungsplatz geleitet. Wir sahen ein paar Soldaten mit Waffen und warteten was nun passierte. Nach etwa 10 Minuten hörten wir einen lauten Knall und nach weiteren 5 Minuten wurden wir aufgefordert weiter zur Bushaltestelle für den Transit zu gehen. Da wir auf dem kurzen Weg Polizisten mit dem Wort „Deminage“ sahen, kombinierte ich dass wahrscheinlich ein unbeaufsichtigtes Gepäckstück gesprengt worden war. Im Terminal E ging ich durch die Sicherheitskontrolle und ass in einem Restaurant einen Salat und ein Wrap und schrieb danach die ersten Berichte in mein Tagebuch. Es sind noch 90 Minuten bis zum Boarding und wahrscheinlich fliegen wir im Konvoi. Um die gleiche Zeit wie unserer Flieger starten andere Air France-Machinen nach Santiago de Chile, Rio de Janeiro und Sao Paolo. Pünktlich um halb elf begann das Boarding; der Flieger war offensichtlich voll und es war eine Boeing 777.
Kurz nach dem Abheben gab es noch ein Nachtessen und in diesem Flieger hatte jeder seinen eigenen Fernseh-Bildschirm. Ich schaute mir die französische Comicverfilmung eines meiner Lieblingscomics an; Largo Winch mit englischen Untertiteln. Danach schlief ich so gut es halt ging ca. 6-7 Stunden und schaute mir dann in den frühen Morgenstunden bereits über Brasilien den Jim Carrey-Film „Yes Man“ auf Englisch an. Da ich im gleichen Monat zurückfliegen werde, wird es wohl dasselbe Filmprogramm sein und es hat noch zwei Filme, die ich mir ansehen kann. (Es sollte jedoch anders kommen als ich gedacht hatte).
Sonntag, 5. April 2009
Nach dem Film gab es noch ein Frühstück, bevor wir knapp vor 8 Uhr auf dem internationalen Flughafen von Buenos Aires landeten. Da ich meinen Sitz ziemlich vorne hatte war ich sehr schnell aus dem Flugzeug draussen und hatte auch keine lange Wartezeit bei der Einreise. Dafür musste ich gefühlsmässig lange auf mein Gepäck warten. Zuerst wollte ich mein Busticket direkt am Schalter beim Ausgang kaufen. Aber ich hatte nur 100 Peso-Noten (umgerechnet etwa 41 Franken) und an diesem Schalter hatten sie offensichtlich kein Wechselgeld dafür, obwohl so ein Ticket 40 Peso kostet. Der Verkäufer schickte mich direkt zum Bus, wo noch ein Schalter war und dort erstand ich ein Ticket. Nach der Fahrt zum 35 Kilometern entfernten Zentrum von Buenos Aires. Dort am Terminal wurde mir ein Taxi gerufen, welches mich für weitere 10 Pesos zum Hotel Splendid brachte. Dort musste ich ein wenig auf mein Zimmer warten und schrieb in der Zwischenzeit in mein Tagebuch und verfolgte mit einem Auge das Formel 1-Rennen auf dem kleinen TV in der Lobby. Schlussendlich hatte ich kurz nach elf mein Zimmer. Bett, Dusche, WC, ein Fernseher der nur flimmerte und ein Kühlschrank der nicht wirklich kühlte; perfekt. Nach einem kurzen Auffrischen und einem Wechsel in die kurzen Hosen ging ich dann schon los auf eine lange Wanderung durchs Zentrum dieser 3 Millionen-Stadt.
Das riesige Boulevard „Avenida 9 de Julio“ war nur 100 Meter vom Hotel entfernt. An der Ecke kaufte ich mir in einem kleinen Carrefour-Supermarkt ein Flasche Wasser. Dann ging ich der Avenida entlang zuerst zur Plaza de la Republica. Dort steht ein 67 Meter hoher Obelisk, der zum 400-jährigen Jubiläum der Stadtgründung aufgestellt wurde und zum Wahrzeichen von Buenos Aires geworden ist.
 
Von dort ging ich weiter bis zum Ende dieser Avenida, wo die grosse Botschaft von Frankreich stand, die von der Architektur her wie der Louvre in Paris aussah. Beim Plaza de Catalunya bog ich in eine Strasse mit vielen Markenläden ein und folgte dieser Strasse entlang bis zum Friedhof von Recoleta. Dort sah ich mir eben unter anderem die Grabstätte von Maria Eva Duarte Peron, besser bekannt als Evita an. Danach ging ich durch den Kunstmarkt vor dem Friedhof und sah mir die Marktstände an.
Weiter ging es über eine andere Strasse zurück zum Obelisk und von dort zur Avenida de Mayo, der ersten Prachtstrasse von Buenos Aires, die mich westlich zum eindrücklichen Kongresspalast führte. Weiter ging ich derselben Avenida entlang in die östliche Richtung, wo ich zum Hauptplatz, dem Plaza de Mayo kam. Hier steht die Kathedrale, das Rathaus, die Nationalbank, die einstiege Vertretung Spaniens und am eindrücklichsten der Präsidentenpalast, die Casa Rosada, benannt nach seiner rosa Farbe. Als man es gebaut hatte, gab es zwei starke Parteien, die Roten und die Weissen und um niemand zu bevorzugen fand man mit dem Rosa einen Mittelweg. Dieser Palast kommt auch im Film „Evita“ vor, wo Madonna ihr „Don’t cry for me, Argentina“ auf dem Balkon der Casa Rosada sang.
Ich folgte dann der Fussgängerstrasse Florida bis zum Plaza San Martin. Dort stand ein Denkmal für den General San Martin, der eigentlich im selben Atemzug mit Simon Bolivar genannt werden muss und zusammen mit diesem die Unabhängigkeit von Spanien anstrebte. Dort auf diesem Platz rund um sein Denkmal standen viele Plastikbären ähnlich den Bären von Berlin. Es war eine Aktion der UNESCO in Zusammenarbeit mit der Deutschen Regierung, jeder der mehr als hundert Bären wurde von einem anderen Künstler für sein Land gestaltet und alphabetisch aufgestellt.
Im selben Park ist das Denkmal für die argentinischen Gefallenen im Falklandkrieg. Es hatte eine ewige Flamme und die Namen der 792 „Helden“, dazu eine Ehrenwache der Marine, da die Grosszahl der Opfer dieser Waffengattung angehörte.
 
 
Im Park auf der anderen Seite stand wie ein schlechter Scherz ein Uhrturm zur argentinisch-britischen Freundschaft. Dieser kleine Platz hiess früher auch „Plaza Britanica“ und wurde wohl auch nach dem Krieg in „Plaza Fuerza Aerea Argentina“ umbenannt. Ich setzte mich hier auf eine Bank und begann in mein Tagebuch zu schreiben und eben hier wurde ich selbst ein Opfer und zwar einer Taschendiebin mit dem ältesten Trick der Welt; „Hey, da ist etwas runtergefallen“, „Ist nicht von mir.“ Schwupp war meine kleine Tasche mit den Versicherungsausweisen und 500 US-Dollar in Bar weg. Bis ich es realisierte war die Diebin natürlich schon über alle Berge. Der Verlust tat natürlich weh, aber wenigstens waren alle wichtigen Dinge noch da, Pass, Kreditkarten und das lokale Geld. Nach diesem Schreck ging ich zurück zum Hotel, wo ich meine Tourleaderin traf. Sie gab mir einen Tipp für den Abend und ich ging zuerst auf mein Zimmer und nahm eine Dusche und machte mich dann auf ins Quartier San Telmo, wo eine lange Strasse war an der es viele Marktstände hatte. Zwischendurch gab es auch Leute die mit Trommeln Musik machten. Es war ziemlich interessant, doch ich sah nichts was ich wirklich kaufen wollte. Kurz vor acht Uhr abends war ich beim Obelisk und ging auf eine Calzone in eine argentinische Pizzeria.
Es war sehr fein, aber zu viel. Nach diesem ereignisreichen ersten Tages ging ich um halb zehn zu Bett
Montag, 6. April 2009
Um 8.30 Uhr läutete mein Wecker und nach einer Dusche ging ich zum Frühstück, das zwar nur eine kleine Auswahl hatte, aber wenigstens im Preis inbegriffen war. Da ich die Hauptsehenswürdigkeiten schon gesehen hatte, ging ich zum alten Hafengelände „Porto Madero“, das zu einer Promenade mit Restaurants und Wohnungen umgebaut worden war.
Ich lief dort ein wenig herum und sah das alte Kräne durchaus einen dekorativen Wert haben können. Bei einer Brücke konnte ich etwas Ungewöhnliches beobachten; es war wohl eine Gruppe aus einer Kunstschule, die hier mit Tanz die Passanten nachmachten oder erstaunten. Es hatte hier auch diverse alte Schiffe zu bestaunen. Vorbei am Terminal der Fähren nach Uruguay ging ich zum Hauptbahnhof und beim nahen Plaza San Martin fand eine irgendeine offizielle Veranstaltung mit einer Militärmusik und alten Uniformen statt. Interessant fand ich dass beim Abmarschieren der Soldaten diejenigen ohne Musikinstrumente lauthals sangen.
Um kurz vor ein Uhr war ich zurück im Hotel, wo ich die anderen Reiseteilnehmer traf. Oh mein Gott, nur vier andere und alle älter als meine Eltern. (es war dann doch nicht so schlimm, dazu später) Wir machten als erstes das Administrative und so ging ich zuerst zur HSBC-Bank um mir das „Local Payment“-Geld zurückzuholen, das ich wenigsten in der lokalen Währung zahlen konnte. Für die Versicherungsdetails musste ich später noch ins Internet. Nach einem kurzen Briefing machten wir uns um 15.00 Uhr auf einen kurzen Rundgang, der uns auch zur Plaza de Mayo führt, wo wir in das Innere der Kathedrale gingen. Dort war auch das imposante Grab von General San Martin mit einer Ehrengarde. Es war so eindrücklich wie das Grab von Napoleon in Paris. Scheinbar machen die Brasilianer Witze über die Argentinier und Miriam unsere Tourleaderin erklärte uns zuerst warum der Präsidentenpalast rosa ist und meinte dann flüsternd, dass deswegen die Brasilianer sagen, dass die Leute hier alle schwul seien.
Danach ging ich noch einmal zurück zum Bahnhof, da ich dort ein Comicbuch gesehen hatte. Es war ein Buch mit zwei verschiedenen Geschichten, eine über Evita und eine über Che Guevara, das zu seiner Zeit nur schon sein Besitz zu Gefängnis oder schlimmeres führen konnte. Auf dem Rückweg durch die Florida-Strasse, übrigens eine Fussgängerzone, sah ich mir noch diverse Souvenirläden an; ich wollte mir noch eine Mate-Tee-Tasse mit diesem speziellen Strohhalm kaufen. Aber mir gefiel der Kitsch hier nicht und so kaufte ich mir schlussendlich eine ganz einfache Tasse in einem normalen Eisenwarengeschäft in der Nähe des Hotels. Der Fernseher im Zimmer funktionierte trotzdem, es lag beim ersten Versuch gestern nur am Sender. Am Morgen habe ich im Frühstück einen Bericht im argentinischen Fernsehen über Italien gesehen mit der Unterschrift „Terremotto“ und zuerst dachte es sich es handelt sich um einen Terroranschlag, aber das Wort bedeutete Erdbeben und ich konnte nun auf „Deutsche Welle“ die Nachrichten über dieses Erdbeben sehen.
Um 19.15 Uhr traf ich die anderen vier Briten wieder und ging mit ihnen zusammen in ein Restaurant zum Nachtessen. Es gab paniertes Poulet mit Maissauce und einer gebratenen Banane und Pommes Frites. Es war sehr fein und um halb zehn war ich wieder im Bett.
Dienstag, 7. April 2009
Nach dem Frühstück ging es um 10 Uhr mit dem Taxi zum Buquebus-Terminal, wo unser Hauptgepäck eingecheckt wurde und wir das erste Mail Argentinien verliessen und bereits den Einreisestempel für Urugay erhielten. Um 11.30 legten wir mit der Fähre „Atlantic III“ ab. Wir waren noch mit einer zweiten Intrepid-Gruppe zusammen, die zum Teil schon seit 60 Tage unterwegs waren und nun die letzte Etappe ihrer Reise vor sich hatte und die gleiche Tour machten wie wir. Es war eine eigene Gruppe mit 14 Reisenden uns so übernachteten sie an zwei Orten in verschiedenen Hotels, doch die meiste Zeit waren wir zwei Gruppen zusammen und so hatte ich doch noch jüngere Mitreisende.
Eine Stunde später kamen wir nach einer relativ ruhigen Fahrt auf der anderen Seite des Rio de la Plata in Colonia del Sacramento an. Mit einem Taxi fuhren wir ins Hotel Romi, welches mir besser gefiel als das letzte Hotel, da es sich in einem alten aber renovierten hellen Haus befand. Miriam erklärte uns mit einem Stadtplan wo wir sind und die „to do’s“ in Colonia und gab uns einen Zeitpunkt für das Treffen zum Nachtessen. Danach bezog ich mein Zimmer und machte mich dann auf die Altstadt zu erkunden. Die Altstadt wurde 1680 von portugiesischen Siedlern gegründet, ging aber später über zu Spanien, so hat es Bauten aus beiden Perioden, vor allem Sichtbar bei den Strassen; bei Portugiesischen ist der Abfluss in der Mitte der Strasse, bei den Spanischen auf der Seite.
 
Ich nahm in einem kleinen Restaurant in der Altstadt ein kleines Mittagessen zu mir und kletterte danach auf den Spitz des 1857 erbauten Leuchtturm (Faro). Teile der Stadtmauer und das restaurierte Stadttor standen auch noch. Dort war auch das Zeichen, das diese Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe gehörte, übrigens als einziges in Uruguay.
 
Die Kirche Matriz ist zwar etliche Male neugebaut worden und ihr Innern nicht wirklich spektakulär. Doch sie war trotzdem die älteste Kirche von Uruguay. Nach einem Umweg zum Handwerksmarkt ging ich um 16.30 Uhr zurück zum Hotel um eine Siesta einzulegen. Um halb acht traf ich die Restlichen in der Lobby und wir machten uns zu Fuss zur Altstadt auf, wo wir im Restaurant „El Drugstore“ ein feines Nachtessen hatten. Kurz nach 21 Uhr ging es in ein Theater wo wir eine Vorführung mit afro-amerikanischen Gospelsongs und uruguayischen Trommeln ansahen. Nach diesem Erlebnis ging es noch für einen Drink zurück ins El Drugstore.
Mittwoch, 8. April 2009
Nach dem wesentlich besseren Frühstück ging es um 9.50 Uhr mit dem Taxi zum Busbahnhof, wo wir um 10.35 Uhr mit dem Bus in Richtung Hauptstadt abfuhren. Unterweg fuhren wir leider nur am Wegweiser zum Ort „Nuevo Helvecia“ oder „Colonia Suiza“ vorbei. Nach knapp drei Stunden kamen wir in Montevideo an und fuhren mit dem Taxi zum Hotel Los Angeles im Zentrum an der Hauptstrasse.
Nach dem Zimmerbezug erhielten beide Gruppen zusammen ein kurzes Briefing und waren dann frei bis zum Nachtessen. Ich ging zuerst zur Altstadt, wo ich zur Kathedrale ging und weiter zu einem Pier, wo ich viele Leute beim Fischen sehen konnte.
 
Dann sah ich mir die Markthalle am Hafen an in der heutzutage nur noch verschiedene Restaurants hatten. Weiter ging ich zurück zum Hauptplatz, wo ich in der Nähe etwas Kleines ass. Dann ging ich zum Ufer zur Strasse Ramblas und lief dieser entlang bis zum Park Rodo und von dort wieder zurück zum Hotel.
 
Im Hotel nahm ich eine Dusche und vervollständigte mein Tagebuch bevor wir uns um 8 Uhr zum Nachtessen trafen. Der Name von Montevideo setzt sich übrigens wie folgt zusammen Monte = Berg, V = römisch 5, d e o = von Ost nach West, dass heisst fünfter Berg von Ost nach West = Montevideo. Wir waren nur die 6 von unserer Gruppe und der Tourleader der anderen Gruppe. Eigentlich wollten wir gemäss Miriam zum besten Italiener in Südamerika, doch dieser war geschlossen. So gingen wir ins ebenfalls italienische Restaurant „Don Pedrone“ und ich hatte eine enttäuschende Portion Spaghetti und zum trinken gab es für mich etwas Typisches von Uruguay und zwar einen „medio y medio“ (halb-halb) zur Hälfte Weisswein und zur Hälfte Schaumwein. Zurück im Hotel schrieb ich mit dem gratis Internet ein E-Mail, las die Erlebnisse meiner Schwester, die in Melbourne auf der anderen Seite der Welt war und hatte zusammen mit Derek (Schotte aus meiner Gruppe) und Paul (Kiwi) einen Drink bis Mitternacht.
Donnerstag, 9. April 2009
Nach der Dusche ging ich noch ein Foto des Parlamentsgebäudes machen und ging danach zum Platz mit der Kathedrale, wo ich ein Frühstück zu mir nahm.
Scheinbar war auch gerade eine spezielle Messe, denn lauter weissgewandete Priester und wahrscheinlich der Bischof gingen in die Kathedrale. Auf dem Rückweg zum Hotel sah ich mir noch das Grab des Helden der Unabhängigkeit Uruguays an, kaufte mir noch ein Souvenir und holte mir Proviant für die lange Busfahrt. Um halb zwölf ging es mit dem Taxi zum Busbahnhof und eine Stunde später verliessen wir Montevideo mit einem weiteren öffentlichen Bus. Fünf Stunden später kamen wir in den Pampas im Ort Tacuarembo an wo uns unsere Gastgeber erwarteten. Das Gepäck wurde auf die Ladefläche eines Lieferwagens geladen und fünf Leute stiegen zusammen mit dem Fahrer dort ein. Wir anderen stiegen auf die gedeckte Ladefläche eines anderen Lieferwagens und fuhren knapp eine Stunde zu unserer Ranch mit dem Namen Panagea (Pangäa). Beim Eingang fiel mir auf dem Schild mit dem Namen eine kleine Fahne von Uruguay und daneben einer der Schweiz auf und tatsächlich die Partnerin des Besitzers Juan war Susanna eine Schweizerin aus Bauma / ZH. Sie begrüsste uns in einem lustigen Akzent in Englisch gespickt mit Wörtern in breitem Züridütsch. Nach dem Zimmerbezug und einem herzlichen Nachtessen sassen wir noch zusammen und tranken zusammen mit Hernan, dem Cousin des Besitzers ein feines Getränk. Grappamiel, eine Mischung aus Grappa und Honig, gemäss Hernan ein typischen Gaucho-Getränk. Dazu brachte ich meine Schokolade aus der Schweiz dazu und Susanna dankte mir herzlich. Es war ein lustiger Abend mit vielen Gläsern dieses Grappamiel. Kurz nach 11 Uhr ging es ins Bett.
Karfreitag, 10. April 2009
Nach dem Aufstehen gab es ein gutes Frühstück mit Kaffee, Brot und Käse. Auf der Veranda suchte ich mir ein passendes Paar Reitstiefel aus, was gar nicht so einfach war. Dort versammelten wir uns auch um halb neun bereit und wurden von Juan zu einem Gehege hinter dem Haus geführt, wo unsere Pferde warteten. Zuerst erklärte Juan die Grundzüge und die Unterschiede zwischen dem Geschirr und dem Sattel von hier und Europa. Dann sattelte er ein Pferd vor uns und begann uns jedem (je nach Fähigkeit und Grösse) ein Pferd und ein Sattel zuzuteilen. Mir wurde „Tara“ gegeben. Ich durfte sie mit einem europäischen Sattel satteln und hatte bei diesem Pferd auch keine Probleme mit dem Aufsteigen.
Wir machten einen Ritt in der Umgebung mit einem kurzen Zwischenstopp. Es war sehr gut und erstaunlich problemlos für das erste Mal auf einem Pferd. Zurück bei der Ranch gab es schon bald ein feines Mittagessen.
Um 15 Uhr ging eine kleinere Gruppe als am Morgen zu einem zweiten Ausritt. Ich bekam denselben Sattel aber ein neues Pferd, ich glaube es hiess „Storm“ und war ein wenig grösser und wollte zum Teil nicht mehr weitergehen. Doch dieses Mal hatten wir eine Aufgabe; Wir ritten auf ein Feld und mussten dort die Kühe in einer Ecke zusammentreiben. Dort erhielten gewisse Kälber eine Medizin in Form einer Paste. Auch dieser Ausflug ging nach 2 ½ Stunden später gut zu Ende.
Am Abend gab es ein typisches Gaucho-Essen mit Lamm, Bohnen und Reis. Nach dem Essen sangen wir ein Happy Birthday für den 30. Geburtstag von Abi und es gab Kuchen. Danach gab es noch ein wenig Musik aus dem Radio und Tanz und später viel Wein. Ins Bett ging es heute kurz nach Mitternacht, da man am nächsten Tag ein wenig früher zum reiten aufbrechen wollte.
Zahlen zur Ranch:
1000 Hektar Land
1600 Schafe
800 Kühe
80 Pferde
 
Samstag, 11. April 2009
Um 7 Uhr morgens läutete der Wecker und nach dem Frühstück um 8 Uhr ging’s zum nächsten und für mich letzten Ausritt. Ich hatte wieder den gleichen Sattel und das gleiche Pferd wie am Vortag. Wir mussten wieder Kühe zusammentreiben und sie alle von einem riesigen Feld durch ein Gatter in ein kleines Gehege treiben. Dort stiegen wir von den Pferden ab und die eigentliche Arbeit begann; ein paar Leute hatten die Aufgabe ein Teil der Kühe und Kälber mit weissen Fahnen in ein kleineres Gehege zu treiben.
Sie wurden von dort durch einen kleinen Durchgang getrieben. Immer zuerst alle Kühe und hier war ich an der Reihe; mit einem Kanister am Rücken und einer Spritzpistole (ich sah aus wie ein Ghostbuster) musste ich die Rücken der Kühe mit einer Anti-Fliegen-Lösung einsprühen.
Danach kam das Interessanteste, die Kälber wurden ins Gatter getrieben und diejenigen die noch keines hatten erhielten ein Brandzeichen der Ranch, anschliessend wurden die Kälber die älter als 5 Monate waren in ein getrenntes Gehege getrieben und die jüngeren durften zurück zu ihren Müttern. Die Gründe dafür waren dass die Kälber lernen mussten alleine zu fressen und die Kühe werden erst wieder schwanger wenn sie keine Kälber mehr haben. Dies wiederholte sich etwa 3- oder 4-mal bis alle Kühe und Kälber durch waren. Anschliessend trieben wir die Kühe mit den Pferden zurück zum Feld und dann die Kälber in ein anderes Feld, das nicht benachbart ans andere war. Schlussendlich ging es zurück zum Haus und ich sattelte mein Pferd zum letzten Mal ab.
Wieder gab es ein sehr feines Mittagessen und schon wieder hatte jemand Geburtstag und es gab wieder Kuchen. Dieses Mal war es André aus Australien. Um 15 Uhr gingen ein Gruppe mit Pferden und wir restlichen zu Fuss auf eine kleine Wanderung.
Unterwegs badeten wir in einem kleine Flüsschen. Die Steine waren ein wenig schmerzhaft aber das kühle Wasser war eine echte Erfrischung. Zurück bei der Ranch wartete ich bis die Dusche frei war und schon bald danach gab es wieder ein superfeines Nachtessen.
Morgen geht es um 9 Uhr weiter nach Salto / Uruguay von dort über die Grenze nach Concordia / Argentinien und dann mit einem Nachtbus in 13 Stunden zu den Iguassu Wasserfällen.
Infos zum Ranchaufenthalt findet ihr übrigens unter folgendem Link:
Ostersonntag, 12. April 2009
Um 7 Uhr läutete wieder Wecker. Zum Frühstück gab es heute noch zusätzlich Milchreis, ausserdem hatte Paul noch zur Feier des Ostertages Schokoeier mitgebracht. Kurz vor 9 Uhr verabschiedeten wir uns von den Verwandten die zurück nach Montevideo fuhren; unsere Gastgeber fuhren uns nach Salto. Mit denselben Trucks weg vom einfachen Leben auf der Ranch vorbei an den Kühen die immer noch muhend auf ihre Kälber warteten. Nach 2 ½ Stunden teils holpriger Fahrt kamen wir in die uruguayische Grenzstadt Salto an.
Wir hielten an einem Supermarkt, wo wir unseren letzten Uruguayischen Peso ausgeben konnten; wir kauften uns etwas für ein Picknick zum Mittagessen und ich kaufte mir zudem noch eine kleine Flasche Grappamiel. Von dort fuhren wir auf eine Halbinsel mit vielen besetzten Grillstellen an einem Stausee der die Grenze zwischen Uruguay und Argentinien bildete. Dort hatten wir das Picknick und relaxten noch ein wenig.
 
Dann um 15.30 Uhr fuhren wir noch eine sehr kurze Strecke zur Grenze. Unterwegs sahen wir eine Gruppe von wilden grossen Nagetieren die mit Meerschweinen verwandt waren. Ich glaube sie heissen Wasserschweine.
Bei der Grenze verabschiedeten wir uns von Juan und Susanna und reisten offiziell in Uruguay aus und zum zweiten Mal in Argentinien ein. Dies dauerte ein wenig und um 17 Uhr holten uns eine Gruppe Taxis ab. Die Taxis brachten uns in die Grenzstadt auf der argentinischen Seite, Concordia uns setzten uns bei der Bushaltestelle ab. Dort warteten wir auf unseren Bus, der eigentlich um 19 Uhr fahren sollte, aber mit einer Verspätung von 30 Minuten eintraf. Bei meinem Glück war mein Sitz kaputt; er blieb nicht gerade stehen, sondern ging zu weit zurück. Da der Bus voll war konnte ich nicht wechseln, so wechselte unsere „kleine“ Reiseleiterin Miriam in den Sitz hinter mir und nach einem kleinen Nachtessen konnte ich sogar bequemer übernachten als die anderen Reisenden.
Ostermontag, 13. April 2009
 Am Morgen konnte ich den Sitz wechseln und wenigstens die letzten 2 Stunden aufrecht sitzen. Wie kamen um etwa 9 Uhr in Porto Igazu an und wurden von unserem lokalen Guide Eduardo empfangen. Er fuhr uns durch den Zoll zur zweiten Ausreise aus Argentinien und der Einreise nach Brasilien nach Foz de Iguacu. Im Hotel bezogen wir zuerst die Zimmer und hatten dann ein Briefing über den Ablauf der nächsten zwei Tage. Um halb zwölf fuhren wir ab zum brasilianischen Teil der Fälle.
Der Nationalpark war ein UNESCO Weltnaturerbe und beim Eingang kaufte Eduardo für uns die Eintritte und brachte uns dann zum Beginn einer kleinen Wanderung hoch oben entlang des Flusses.
Als erstes sahen wir auf der anderen Seite der Schlucht die Argentinische Seite mit ihren Fällen. Auf der Wanderung sahen wir viele farbige Schmetterlinge und im Unterholz einen riesigen Leguan. Der Walk endete beim grössten Fall dem „Rachen des Teufels“. Dieser gewaltige Fall ist grossartig und Schauplatz von mindestens 5 Hollywood-Filmen wie ich am nächsten Tag erfuhr. Dass der Fall in James Bond’s Moonraker mit Roger Moore und im neuen Indiana Jones war wusste ich bereits. Aber man konnte ihn auch in Miami Vice, Mr.Magoo mit Leslie Nielsen und Mission mit Jeremy Irons sehen. Beim Parkplatz konnte ich noch einen der einheimischen Waschbären sehen.
Dann ging es weiter zu einem Vogelpark, wo es viele verschiedene Vogelarten gab und man konnte gewisse Volieren auch betreten. Besonders eindrücklich waren die Tukans und die superschnellen Kolibris und natürlich die vielen verschiedenen farbigen Papageien. Am Schluss konnte ich noch eine kleine Boa um die Schulter legen und auch einen Ara auf den Arm nehmen.
Da es ein heisser Tag war nahm ich zurück im Hotel eine zweite Dusche und um halb acht ging ich mit den beiden Reiseleitern und Craig & Jeanny aus den USA zu „Mega Pizza“ zu meinem ersten Rodizio. Das ist so was wie ein All-you-can-eat Buffet, nur wird einem das Essen an den Tisch gebracht und man konnte wählen, ob man dies oder das möchte. Ich hatte mindestens fünf Stücke „salzige“ Pizza und drei „Süsse“. Ja, richtig gelesen, Süsse, denn sie hatten Pizza mit Schokolade und Erdbeeren und Pizza mit Bananen und Zimt. Zum Schluss gab es noch eine Kugel Stracciatella-Eiscreme. Nach einem anstrengenden Tag ging es um circa 22 Uhr ins Bett
Dienstag, 14. April 2009
Um 7 Uhr stand ich auf und nahm eine kurze Dusche bevor es zum grössten Frühstück bisher ging. Um kurz nach 8 Uhr ging es wieder los. Es ging wieder über die Grenze nach Argentinien und damit den fünften Stempel in den Pass. Kurz vor dem argentinischen Zoll fiel mir ein offizielles Strassenschild auf das auf Spanisch verkündete „Die Falklandinseln sind argentinisch“. Ich wunderte mich wieder einmal dass es mit unseren Briten in der Gruppe keine grösseren Probleme gab.
 
Dann ging es zum argentinischen Nationalpark, wo wir nach einem kurzen Fussmarsch einen kleinen Zug zum „Gargante de Diablo“ bestiegen. Dort ging es 1100 Meter über einen Steg zum eigentlichen Fall, wo wir eine kleine Dusche bekamen. Dann ging es zurück zur Station, wo wir den Zug bestiegen hatten und von dort über andere Stege zu den kleineren Fällen. Dann gab es eine Mittagspause. Ich hatte vier Enpanadas mit Huhn, das sind eine Art Teigtaschen.
Um 13.45 Uhr ging es auf das „Gran Aventura“; zuerst mit einem offenen Truck acht Kilometer durch den subtropischen Regenwald und dann mit einem Schnellboot fuhren wir zu den kleineren Wasserfällen, da es zu wenig Wasser hatte um zum Grossen zu kommen.
Die Sachen die trocken bleiben sollten kamen in einen wasserdichten Sack und wir wurden wirklich bis auf die Unterwäsche durchnässt. Es war sehr lustig als wir unter den Fall durchfuhren. Nach der Landung konnten die Interessierten noch eine DVD bestellen, die während der Fahrt gefilmt worden war, sie würde dann direkt ins Hotel zugestellt. Dann ging es über Treppen wieder nach oben und um kurz vor fünf Uhr zurück nach Brasilien zum Hotel, wo ich meine saubere Wäsche bezog, die ich am Morgen zum waschen bei der Rezeption abgegeben hatte. Dann nahm ich eine Dusche und schrieb danach ein wenig Tagebuch.
drei Länder auf einem Foto - Argentinien, Paraguay und Brasilien
Um 20 Uhr brachte uns Eduardo zu einem Ort wo wir unter vielen anderen Gruppen ein riesiges Buffet genossen und eine Tanzshow mit einer Reise durch Südamerika erleben konnten. Es war sehr gut und unterhaltsam. Da wir ja nicht im Hotel waren, wurden die DVD’s von der Bootsfahrt zum Restaurant gebracht. So wurde ich auch meine letzten Argentinischen Peso los. Um 23 Uhr ging’s ins Bett.
 
Mittwoch, 15. April 2009
Mein Wecker läutete um 8 Uhr und nach einer Dusche und einem herzhaften Frühstück zahlte ich beim Check-Out meine Hotelrechung und brachte mein Gepäck in Miriams Zimmer. Um 10 Uhr fuhren Mimi, Uriell, Paul, Derek, Bella und ich mit Eduardo ohne Zoll- und Passkontrolle über die „Brücke der Freundschaft“ nach Paraguay. Die Stadt „Ciudad del Este“ (Stadt des Ostens) wird beschrieben als das grösste Shoppingcenter von Südamerika. Hier kann man vor allem günstige elektronische Artikel wie Laptops, Kameras und Handys mit Preisen 50 % unter den normalen Preisen. Aber es ist scheinbar auch ein Paradies für Fälscher und Betrüger und kann auch gefährlich sein. Man sollte auf jeden Fall kein Parfüm auf der Strasse kaufen, denn in den Flaschen wird nur gefärbtes Wasser sein und man sollte kontrollieren ob beim Verpacken der gekauften Gegenstände auch das gekaufte in der Schachtel ist.
Da ich mit der neuesten Technik schon versorgt war und sowieso vorsichtig bin bei Elektronik im Ausland, streunte ich zuerst ein wenig durchs relativ geordnete Einkaufszentrum um mich danach ein wenig auf die Strasse zu wagen. Hier standen alle paar Meter Strassenverkäufer die alle dasselbe anboten, ausserdem gab es hier vollgepackte Marktstände und Massen von Leuten. Ich machte aus sicherer Distanz ein paar Fotos um sofort meine Kamera wieder in den Rucksack zu versorgen, denn ich vorsichtshalber vorne am Bauch trug. Ich kaufte mir schlussendlich noch eine Mate-Tasse aus Holz mit dem Schriftzug „Paraguay“. Nach gut zwei Stunden ging es wieder ohne jegliche Kontrolle zurück nach Brasilien.
Eduardo setzte uns ab um bei einem Restaurant, wo man ein Buffet hatte und zum Kilopreis von 14.90 Real essen konnte, ein feines Mittagessen hatten. Unter anderem hatte ich das wahrscheinlich meistgegessene Gericht von Brasilien; Bohnen und Reis. Danach gingen wir noch zu einem Supermarkt um etwas zum Nachtessen und Frühstück für die Busfahrt zu kaufen. Schlussendlich ging es zurück zum Hotel wo wir die Zeit mit ein wenig relaxen am Pool verbrachten. Kurz nach fünf brachte uns Eduardo zur Busstation wo wir um 18 Uhr auf eine 16-stündige Fahrt nach Sao Paolo aufbrachen. Die Sitze waren bequemer und grösser als bei der letzen Fahrt und es kam mir vor wie im Flugzeug in der Business-Class. Nur die Bedienung fehlte. Wir konnten uns nach der Abfahrt noch die DVD von der gestrigen Bootsfahrt anschauen.
Donnerstag, 16. April 2009
Nach sechzehn Stunden Fahrt kamen wir im riesigen Busbahnhof einer der grössten Städte der Welt an. Die Halle oberhalb der Perrons schien grösser zu sein als mancher Flughafen. Kurz nach halb zehn stiegen wir hier aus und die Gruppe aus 20 Leuten teilte sich auf, da ein Teil gemäss normalem Programm um viertel nach zwölf weiter fahren wollten und wir restlichen uns mit Miriam ein wenig ihre Heimatstadt ansehen wollten. So stellten wir zuerst unser Gepäck bei der Aufbewahrung ab und gingen dann zur Metro. Bei einem Ticketschalter kauften wir je zwei einfache Billette für je 2.55 Real.
Hier waren wir also in Sao Paolo, einer Stadt mit 20 Millionen Einwohner (inklusive Agglomeration) und einer Grösse von dreimal der Grösse von Paris, was an sich ja schon eine riesige Stadt ist. Als Schweizer Vergleich, das Stadtgebiet ist etwa 86 % der Grösse des ganzen Kantons Zürich.
So fuhren wir als erstes mit der Metro ein paar Stationen ins Zentrum dieser Millionenstadt und stiegen bei der Station Sao Bento aus. Auf dem Fussgänger-Viadukt „Viaduto Santa Ifigenia“ gab uns Miriam ein paar Infos zur Geschichte der Stadt. So erzählte sie uns, dass nach der „Entdeckung“ die Portugiesen mit Fahnen ausgerüstet ins Inland vorrückten und das Land für Portugal in Besitz zu nehmen in dem sie die Fahnen in den Boden pflanzten. Einer dieser „Flagistas“ liegt in der nahen Kirche, wo nebenan das Pfarrhaus steht, wo der Papst bei seinem Besuch beherbergt war. Hier trafen wir auch Mimis Mutter Virginia, eine etwas grössere und ältere Version von Mimi. Sie arbeite 30 Jahre bei der Banco do Brasil uns ist seit kurzem pensioniert. Zusammen mit Miriam zeigte sie uns das Zentrum, das sie natürlich genau kannte, da es gleichzeitig das Bankenviertel war und hier ihr ehemaliger Arbeitsort war. Eines dieser Wolkenkratzer, war das „Martinelli Gebäude“ 1922 das erste Hochhaus seiner Art in Sao Paolo. Da die Leute damals solche hohen Häuser nicht kannten hatten sie zuerst Angst sich dort einzumieten, deshalb baute der Besitzer auf dem Dach seine eigene Villa und lebte dort. Wir wollten auf die Aussichtsplattform des Hochhauses „Edificio Banespa“ der Santander Bank, doch es hatte eine Warteschlange und so buchten wir für 13 Uhr und gingen in ein teures aber feines „per Kilo“-Restaurant zum Mittagessen.
Bevor wir zurück zur Santander-Bank gingen, liefen wir noch am Rathaus und am Opernhaus vorbei, das letztere war eine kleinere Kopie des Opernhauses von Paris. Beim Hochhaus der Santander Bank warteten wir zuerst auf den Lift welcher uns in den 26. Stock brachte und dort mussten wir in einen zweiten Aufzug zum 32. Stock bevor wir noch drei weitere Stockwerke zu Fuss zu bewältigen hatten. Dafür wurden wir oben mit einem grandiosen 360 Grad-Blick auf diese gigantische Stadt belohnt. Virginia erklärte uns das die Bergkette und die Antennen am Stadtrand, welche entlang der Hauptstrasse standen den „Tropic of Capricorn“ also den Kreis des Steinbockes bilden. Das letzte Mal als ich von diesem hörte, beziehungsweise überschritten habe fotografierte ich Kängurus an der Ostküste von Australien. Wieder unten am Boden angekommen verabschiedeten wir uns herzlich von Miriams Mutter und gingen durch die einstige Prachtstrasse der 20er Jahre zur Kathedrale. Diese besuchten wir von innen und im Gegensatz zur anderen Kirche konnten man hier Fotos machen. Die farbigen Fenster waren wunderschön. Dort war auch die Hauptstation der Metro „Sé“, wo sich zwei Linien kreuzten. Wir sagten hier Good Bye zu Ria, die hier einen Freund treffen wollte und erst am nächsten Tag nach Paraty folgen würde. Wir nahmen die nächste Metro zurück zum Busbahnhof. Dort genehmigte ich mir einen grossen Ovomaltine-Milchshake, holte mein Gepäck und bestieg mit den anderen um 18 Uhr unseren Bus. Dieser brachte uns in gut sechs Stunden an die Küste nach Paraty. Dort liefen wir ein paar hundert Meter und waren glücklich als wir unsere Zimmer beziehen konnten um nach einer dringenden Dusche erschöpft ins Bett zu fallen.
Freitag, 17. April 2009
Um 8 Uhr gab es Frühstück und ich hatte zum ersten Mal seit langem wieder eine Brotschnitte mit Honig. Miriam erzählte uns ein wenig über die Optionen und brachte uns zum Geldautomaten; leider hatte ich meine Debitkarte im grossen Gepäck gelassen und musste dies später nachholen. Danach ging es auf eine kleine Tour durch die wirklich alte Altstadt (im Verhältnis zur Entdeckung Amerikas). Die gesamte Altstadt wurde als Nationales Historisches Denkmal deklariert und wartet nur darauf, auch von der UNESCO als Weltkulturerbe erklärt zu werden. Das goldene Zeitalter hatte Paraty eben in dieser Zeit, denn hier endete der „Estrada Real“ die königliche Strasse oder Goldweg von den Goldminen zu diesem wichtigen Hafen zur Verschiffung nach Europa. Es verlor jedoch an Wichtigkeit als die Strasse nach Rio eröffnet wurde und hat aber heute wieder mehr und mehr Achtung als Ferienort dank ihrem intakten historischen Ortszentrum. Miriam erklärte uns dies und noch einiges mehr und erklärte uns, dass in den alten Zeiten der Müll einfach auf die Strasse gekippt wurde und deshalb der Gentleman wenn er eine Frau begleitete auf der Häuserseite lief, falls so ein Eimer Müll rausgeworfen wurde. Der Müll selbst wurde von der Flut jeweils gereinigt, die hier die Strassen überflutete und zum Teil immer noch tut, deshalb sind auch die Türen alle etwa 20 cm über dem Boden.
Marie, Paul, Derek, Bella und ich hatten uns entschieden zur Cachaca Brennerei zu fahren und so gingen wir zum Busbahnhof und fanden schlussendlich den Bus in Richtung Penha. Nur hatten wir keine Landkarte mehr und wussten nicht wo aussteigen, zum Glück war noch ein anderer Tourist im Bus, der eine Karte hatte und ich konnte mich erinnern, wie der Ort geschrieben wird und so stiegen wir an der richtigen Haltestelle aus. Dort hatte es eine einheimische Reiseführerin mit zwei Touristen und wir fragten Sie wo die Brennerei und der Wasserfall seien. Sie zeigte in drei verschiedene Richtungen und teilte uns mit, dass die Brennerei, der Wasserfall und der Beginn des Wanderweges entlang der obenerwähnten „Estrada Real“ jeweils eine Minute entfernt seien.
Wir fanden so die Brennerei und ein Arbeiter mit ein paar wenigen Brocken Englisch erklärte uns ein wenig die Apparaturen und so hörten wir auch das Cachaca auch ein paar Jahre in Fässern reifen muss. Für alle die bei Cachaca (ausgesprochen „Kaschasa“) nur spanisch verstehen, das ist der Zuckerrohrschnapps mit dem man den Drink Caipirinha mixt. Ich kaufte mir eine kleine Flasche „Gold“-Cachaca. Nach diesem Besuch erfrischten wir uns mit einem Snack und etwas zum trinken in einem kleinen Shop an der Strasse. Danach gingen wir noch zu dem Wasserfall. Auf dem Weg dorthin trafen wir Uriell, Craig und Jeanny, die mit den Velos unterwegs waren und auch vor uns bereits die Cachaca Brennerei besucht haben, was wir anhand des Gästebuches entdeckt hatten. Der Wasserfall hiess Tobogan, was so etwas wie Rutschbahn hiess und so sah er auch aus, nur viel breiter. Derek, der als einziger vorbereitet hatte und sein Badezeug dabei hatte, wagte sich auf ein paar Rutschpartien. Nach diesem Abstecher gingen wir zur Haltestelle zurück und warteten im Shop bei einem weiteren Drink auf unseren Bus, der auch kam und uns zurück nach Paraty brachte.
 
Als erstes ging ich nun zur Banco do Brazil um mir Bargeld zu holen, da es bis nach Rio keine Automaten mehr gab. Anschliessend wollte ich das alte Fort besichtigen, das auf einem Hügel hoch über der Stadt war. Ich bog jedoch zuerst falsch ab und war plötzlich auf der anderen Seite des Hügels an einem schönen Strand. Ich genoss ein wenig die Aussicht und machte ein paar Fotos und machte mich dann auf den Weg zurück und fand auch den richtigen Weg zum Fort. Vom Fort standen nur noch ein paar überwachsene Mauern und es gab ein paar alte Kanonenrohre, aber dafür wurde ich mit einer schönen Aussicht auf die Bucht und das Städtchen belohnt. Zurück im Ort traf ich auf meinem Spaziergang Paul und Marie und zusammen erkundeten wir noch mal die Altstadt. Ich kaufte mir ein Souvenir und später gingen wir zu einem Supermarkt in der Nähe des Busbahnhofes, wo wir um 18 Uhr Rea erwarteten, die ja erst jetzt aus Sao Paolo ankam. Wir gingen zusammen zum Hotel und nach einer Dusche trafen wir vier uns zu einem gemeinsamen Nachtessen mit Derek und Bella. Als Aperitif gab es meinen ersten echten „brasilianischen“ Caipirinha, aber einen sehr speziellen mit Ananas anstelle Limetten. Das Essen war auch sehr fein und nach dem Essen ging ich noch zum Hafen um ein paar „by night“ Fotos zu machen, hier konnte ich auch sehen wie beim Fischmarkt langsam das Wasser von der Flut in die Strassen floss. Um 23 Uhr war ich zurück im Hotel und im Bett.
Samstag, 18. April 2009
Um 8 Uhr hatte ich Frühstück und checkte dann aus. Um 9 Uhr kamen wir alle zusammen und hatten ein Briefing über die Ilha Grande ( Grosse Insel) und die Optionen für Ausflüge in Rio. Schliesslich gingen wir zum Busbahnhof, wo wir um 10 Uhr den öffentlichen Bus nach Angra dos Reis bestiegen. Die schöne Fahrt mit dem Meer auf der einen Seite und den grünen Hügeln und Bergen auf der anderen dauerte gut zwei Stunden. In Angra dos Reis hatten wir Mittagessen in einem Kilo-Restaurant (Bohnen und Reis für mich) und kurz vor zwei fuhr unser Schiff ab und brachte uns in 90 Minuten auf die autofreie Insel, Ilha Grande.
Deshalb ging es zu Fuss zum Hotel; das Gepäck wurde auf einem Handwagen mitgeführt. Zu meinem Bedauern wurde die Gruppe auf zwei verschieden Hotels aufgeteilt, so wie es schon in Colonia gewesen war. Wir werden aber hoffentlich die Aktivitäten zusammen machen und so gross ist dieser Ort auch nicht. Unsere Gruppe bezog unsere Zimmer in einer kleinen Herberge und ich vervollständigte endlich wieder einmal mein Tagebuch bevor ich mich um halb acht mit den anderen zu einem gemeinsamen Nachtessen traf. Es ging ans Ufer der Bucht wo wir in ein kleines Restaurant mit Tischen direkt auf dem Strand im Sand ein grossartiges Nachtessen hatten. Es gab Fisch mit einer feinen Sauce, Reis und Maniocmehl.
Nach dem Essen ging ich mit Mimi Richtung Zentrum vor allem um Uriell zu finden. Wir fanden ihn auch und dazu einige der Mädchen von der anderen Gruppe. Am Hauptplatz war eine kleine Bühne mit Musik, Leute tanzten und später stand soweit ich verstand der Tanzlehrer der brasilianischen Version von „Dancing with Stars“ auf der Bühne und zeigte ein paar Tanzbewegungen vor. Ich hatte einen „echten“ Caipirinha mit Limetten wie ich ihn kannte und liebte und wir blieben dort bis um viertel vor zwölf die Musik stoppte. Dann gingen die Mädchen zu ihrem Hotel und ich ging zu meinem.
Sonntag, 19. April 2009
Nach dem Frühstück um 8 Uhr trafen sich die Meisten beider Gruppen um 9 Uhr beim Holzpier im Zentrum und gemeinsam machten wir uns auf den Weg. Über drei Hügel und durch zwei Buchten erreichten wir nach 2 ½ Stunden und circa 8 Kilometer Wanderung einer der schönsten Strände der Welt. Hier stand kein Haus, es gab kein Bootssteg und der Sandstrand zeigte aufs offene Meer, was wir auch anhand des Wellengangs merkten. Wir waren am Lopez Mendes-Strand angekommen.
Ich suchte mit Derek und Isabella ein schattiges Plätzchen und ass meine Melone zum Mittagessen. Dann relaxte ich mit meinem Buch und ging von Zeit zu Zeit für eine Abkühlung ins Meer. Es war zwischendurch mal richtig erholsam so ein Tag am Strand. Um vier Uhr ging es zurück zur nächsten Bucht wo wir versuchten auf ein Boot zurück zum Dorf zu kommen. Leider war es bereit voll und so konnten wir wenigstens bereits Tickets für das Fünf-Uhr-Boot, die Fatima kaufen und fast pünktlich fuhren wir auch ab. Auf der Rückfahrt konnten wir einen wundervollen Sonnenuntergang erleben und wurden beim Dorf Abraao von der Anwesenheit eines grossen Kreuzfahrtschiffes, der MSC Opera überrascht.
Doch als wir um 18 Uhr am Holzpier ausstiegen gingen offensichtlich die letzen Passagiere mit einem der Tenderboote zurück, so dass wir den Massen gut entkommen waren. Das Schiff blieb jedoch noch bis mindestens bis 22 Uhr in der Bucht. Ich ging sofort zurück zu unser Pousada Paloma. Hier hatte ich eine Dusche und ruhte mich bis sieben aus und machte mich dann auf um die anderen zu suchen. Ich lief ein wenig herum und wartete um halb acht beim Holzpier ob jemand auftauchen würde. Als niemand kam suchte ich das Self Service Restaurant um im Biergarten hatte ich ein kleines (erstes ;-)) Nachtessen. Dann sah ich Emily und Kim uns sah mir mit ihnen ein wenig die Läden an. Ich kaufte mir an einem Dessertstand eine süsse Versuchung und traf wenig später in einem Seafood-Restaurant Marie, Rea und Paul und sie überredeten mich den Rest ihres wundervollen Fisches zu essen und ein wenig vom chilenischen Weisswein zu mir zu nehmen. Danach zeigte ich ihnen wo mein Hotel ist, da Paul am nächsten Morgen dort Derek und Bella treffen wollte und bisher nicht wusste wo unser Hotel war. Dort beim Hotel trafen wir Miriam und wir begleiteten Sie zurück zum Zentrum, da sie noch kein Nachtessen hatte. Unterwegs trafen wir noch Uriell und wir trennten uns bei einem Restaurant. Mimi und Uriell blieben um etwas zu essen und Paul und ich gingen zurück in unsere jeweiligen Hotels.
Montag, 20. April 2009
Ich hatte wieder um 8 Uhr Frühstück und um 10 traf ich Paul, Derek Ria und Bella um zu einem winzigen Strand zu gehen. Der Strand war aber dafür ganz nah am Dorf und fast nur für uns da. Dort hatte es auch einen Bach mit einer Steinrutschbahn wie bei Paraty, nur viel kleiner. Da ich auch Unterhosen trug konnte ich Ria meine Shorts leihen, damit sie runterrutschen konnte und auch ich wagte mich danach zweimal runter. Zum Essen hatte ich meine eigenen vier Bananen und später 1 ½ Sandwichs, die Marie vorbeibrachte. Craig und Jeanny tauchten auch noch auf. Kurz nach drei Uhr tauchten plötzlich Wolken auf und wir gingen zurück zum Dorf, wo wir im Restaurant am Strand einen Drink hatten. Hier hatten wir beziehungsweise Paul entdeckt, dass am Abend ein BBQ stattfindet und so meldete er unsere Gruppe an. Nachdem feinen Caipirinha ging ich die wenigen Schritte zurück zum Hotel, duschte mir den Sand ab und wechselte in trockene Kleider.
Anschliessend ging ich auf die andere Seite des Dorfes. Dort war ein Rundgang durch den Wald, Hier sah ich mir die Ruinen eines historischen Gebäude. Es war im 19. Jahrhundert als Farmhaus gebaut worden und wurde 1884 umgebaut als Quarantäne-Lazarett für Einwanderer, so was wie die brasilianische Version von Ellis Island in New York. Das Lazarett wurde 1913 geschlossen und diente von 1940 bis 1954 als Hochsicherheitsgefängnis also auch das brasilianische Alcatraz. 1963 wurde das Gebäude gesprengt und in diesen kurzen 45 Jahren sind die Mauern mit hohen Bäumen völlig überwachsen. Man konnte jedoch durch Öffnungen immer noch ins Gewölbe sehen. Auf dem weiteren Weg sah ich zwei kleine Affen und ein altes Aquädukt von 1893, das fürs Lazarett gebaut worden war. Ausserdem gab es hier noch ein natürlicher Swimmingpool und eine weitere grossartige Aussicht auf die Bucht von Abraao.
Um 19 Uhr ging es zum Restaurant, wo ich mir die Auswahl des BBQ ansehen konnte. Die Meisten anderen kamen ebenfalls und so sassen wir alle an einem grossen Tisch am Strand etwa fünf Meter vom Meer entfernt und unter dem grossartigen Sternenhimmel. Ich hatte ein Hai-Steak, doch anhand der Grösse kann der Hai wahrscheinlich höchstens 1 ½ Meter lang gewesen sein. Nach diesem feinen Nachtessen ging ich um halb elf zurück zum Hotel. Auf dem Hinweg sah ich eine mächtige Krabbe und auf dem Rückweg eine riesige Schnecke. Als ich dieses Foto am nächsten Tag Miriam zeigte und sie mir sagte, dass diese Schnecken eine echte Plage sein können, habe ich ihr gesagt, dass man hier wohl ein paar Franzosen brauche.
Dienstag, 21. April 2009
Es hatte in der Nacht geregnet und es sollte weiter regnen. Ich hoffe nur heute. So machten wir uns nach einer Verspätung mit einem sehr kleinen Schiff zurück zum Festland, wo uns zwei private Minibuse erwarteten.
Diese brachten uns nach Rio de Janeiro, wo wir um 13 Uhr in unserem Hotel Toledo ankamen. Dies sollte mein letztes Hotel auf dieser Tour sein und nach einem Briefing stockte ich bei einem Geldautomaten mein Bargeld auf. Mit Craig und Jeanny fand ich ein Buffetrestaurant, wo wiederum nach Gewicht bezahlt wurde und da es immer noch regnete und eher noch schlimmer wurde ging ich zurück zum Hotel, ging dort endlich wieder einmal ins Gratis-Hotel-Internet um zu lesen, dass meine Schwester gut aus Tasmanien zurückgekehrt war. Danach ging ich in mein Zimmer auf eine Siesta, schaute CNN und schrieb mein Tagebuch up-to-date. Anschliessend nahm ich eine Dusche und um 8 Uhr traf ich die anderen auf ein Farewell-Dinner.
Es ging in ein „Rodizio“-Restaurant sehr nah beim Hotel, wo es ein Salatbuffet hatte und Fleisch am Tisch bis zum Abwinken serviert wurde. Die Amerikaner Craig und Jeanny spendierten anschliessend Champagner und es gab ein paar fast den Tränen nahe Reden und Übergaben der Trinkgelder für die beiden Reiseleiter. Ein paar der Anderen waren ja schliesslich teilweise seit 42 bzw. 82 Tage zusammen unterwegs gewesen. Mit Uriell, Abi, Rea, Kim und Emily ging ich nach dem Essen noch auf einen Abschiedsdrink in eine Bar aus dem Lonely Planet-Reiseführer.
Mittwoch, 22. April 2009
Unsere Gebete wurden erhört; es war wieder trocken und die Sonne schien. Der Frühstücksraum im obersten Stock erlaubte auch einen schönen Blick auf den Strand von Copacabana und das Frühstück war auch nicht schlecht.
Um viertel vor zehn wurden etwa 10 von uns von einem lokalen Guide von „Don’t be a Gringo, be a local“ abgeholt. Mit einem Minibus brachte er uns an den Fuss der Favela-Siedlung Rocinha. Favelas heissen die hiesigen Slums, die sind jedoch anders als wir uns Slums vorstellen, nicht eine riesige Müllhalde und Häuser aus Backsteinen mit Strom. Das einzige war, das man ziemlich chaotisch von unten nach oben den Hügel zugebaut hatte. Heutzutage gibt es auf dem Stadtgebiet etwa 750 dieser Siedlungen und mindestens 20 Prozent der Bevölkerung lebt in den Favelas. Unser Guide erklärte uns, dass wir im ersten Teil nicht fotografieren durften, da es zu gefährlich sei. Aber nicht im Sinn von Diebstahl, sondern weil bei den Eingängen bewaffnete Wachen stehen, die sofort bei einer Polizeikontrolle die Leute warnen würden. So sagte mir der Guide, als ich meinen Rucksack instinktiv vorne anlegen wollte, dass dies hier nicht nötig sei. Dann ging das Abenteuer und das beste Erlebnis von Rio für mich los; wir bestiegen die Rücksitze von Motorrädern und mein Fahrer wollte wohl zuerst oben sein; in waghalsigem Tempo und risikoreichen Ausweich – und Überhohlmanövern schoss mein Adrenalinpegel in die Höhe. Die Fahrt dauerte zwar keine fünf Minute, doch sie alleine war das Geld für die Tour wert. Oben auf dem Hügel angekommen gingen wir zur „Strasse 1“ und liefen dieser entlang bis wir unten den Ort erreichten, wo wir die Motorräder bestiegen hatten.
Unterwegs gab uns unser Guide immer wieder ein paar Informationen. Wir besuchten ein Malatelier, wo ich mir auch ein kleines Bild kaufte, anschliessend sahen wir uns einen Laden an, wo es eine riesige Auswahl von süssen Backwaren für je 2 Real gab; ich genehmigte mir eine Passionsfrucht-Creme. Ausserdem sahen wir Kinder die mit improvisierten Trommeln ein Konzert gaben und natürlich dafür von uns auch eine Belohnung bekamen und schlussendlich ging es noch in die Kindertagesstätte, die unter anderem von dieser Tourcompany unterstützt wird. Es war ein sehr interessanter Ausflug und die Leute, denen wir dort begegnet sind waren alle sehr freundlich.
Ich kann euch diese Company nur empfehlen. Infos findet ihr unter folgendem Link. Man findet auch noch mehr Fotos von der Favela-Siedlung und vorallem sieht man die Motorräder.
Um 12.40 Uhr waren wir zurück im Hotel und eine gute halbe Stunde später wurden John, Daphne und ich abgeholt für unsere City Tour. Das erste Ziel war eine Enttäuschung, da der berühmte Christus in der Zwischenzeit wieder in Wolken gehüllt war und man nichts vom bekannten Panorama von Rio sehen konnte. Zumindest die Statue tauchte auf und sie alleine war doch recht eindrücklich. Die Führerin erzählte uns später den Witz warum Jesus seine Arme so hält:
„Sao Paolo ist wie New York für seine Workaholics bekannt, während die Cariocas (Einwohner von Rio) mehr relaxter sind. So wartet Jesus in dieser Position darauf, dass die Cariocas endlich damit beginnen würden zu arbeiten und würde bei diesem (unwahrscheinlichen) Fall in Applaus ausbrechen.“
Weiter ging es durch Santa Clara zum riesigen Fussballstadion Maracana, dass über 100'000 Zuschauer fassen kann und in dem 2014 das Final der Fussballweltmeisterschaft mit 80'000 Zuschauer stattfinden wird. Wir machten einen kurzen Fotostopp in der Strasse, wo jeweils der Karnevalumzug stattfindet und fuhren weiter zur ungewöhnlichen Kathedrale. Diese sah aus wie eine Pyramide und auch der Innenraum war ziemlich speziell, aber auf seine eigene Art ganz schön. Schlussendlich ging es auf dieser Tour zum Highlight (weil ja der Christus im Nebel gewesen war), dem Zuckerhut.
Zuerst ging es mit einer Seilbahn zur Zwischenstation auf dem „Hundsrücken“, dort ging es auf die andere Seite dieses kleinen Felshügels, wo die zweite Seilbahn zum Gipfel fuhr. Ich konnte nur hoffen, dass Beisser (Jaws) aus James Bond’s Moonraker nirgends wartete um das Kabel durchzubeissen. Ich kam kurz nach 17 Uhr oben an und hatte wenigstens hier einen grossartigen Blick auf Rio, nur die Hügelkette beim Christus war immer noch in Wolken gehüllt. Ich konnte dort oben den Sonnenuntergang erleben und auf der Rückfahrt konnte ich vom kleineren Hügel ein paar „Rio by night“-Fotos machen. Um kurz vor sieben waren wir zurück beim Hotel, so dass ich noch Zeit hatte im gestrigen Mittagessen-Restaurant etwas zum Nachtessen zu mir zu nehmen. Denn die nächste und letzte Tour wartete bereits auf mich.
Um 20 Uhr wurden Rea, Uriell und ich abgeholt und fuhren zuerst ins Quartier Ipanema zum Mango Tree-Hostel, wo wir Abi, Emily, Kim und Sophie abholten. Dann fuhren wir zum riesigen Stadion Maracana, wo wir uns ein Fussballspiel ansehen wollten. Eines der lokalen Teams „Fluminense“ spielte gegen einen Gegner aus dem Norden „Aquia de Maraba“. Ausserhalb Brasiliens bekannte Spieler hatten beide Clubs nicht, aber das Stadion von Innen bei einem Fussballmatch zu sehen war schon eindrücklich. Das Spiel begann erst um 21.50 Uhr und in der ersten Hälfte gab es kein einziges Tor. Die Fans waren sehr emotional und zumindest unser Sektor mit den Fans der Heimmannschaft war gut besucht. Ansonsten war das Stadion fast leer; es hatte nur gut 8000 Zuschauer. Am Sonntag wäre das Final des brasilianischen Cups und ich kann mir kaum vorstellen, wie dieser Hexenkessel mit 10 Mal mehr Zuschauer aussehen würde. Wir hatten auf jedem Fall viel Spass beim beobachten der Fans und in der zweiten Halbzeit konnten wir doch noch mitjubeln, als das Heimteam drei Tore schoss. Interessant fand ich noch die Tatsache, dass zwischen den Tribünen und dem Spielfeld ein Wassergraben war, so dass das Spielfeld gar nicht gestürmt werden konnte. Nach dem Spiel wurden wir zurück zu unseren Hotels gebracht, wo ich kurz nach Mitternacht müde ins Bett plumpste.
Donnerstag, 23. April 2009
Letzter voller Tag und dieser zur freien Verfügung ohne irgendwelche Zeitvorgaben. Ich hatte trotzdem ein paar Pläne und ging nach dem Frühstück zu Fuss los und fotografierte auf dem Weg diverse Wandzeichnungen, beziehungsweise Sprayereien, die aber zum Teil wirklich gut und professionell waren und meist wahrscheinlich sogar behördlich in Auftrag gegeben worden waren.
Mein erstes Ziel war ein Friedhof und da es nicht so touristisch wie in Buenos Aires war und somit kein Plan mit den „berühmten“ Gräbern hatte machte ich mich auf einen kleinen Rundgang und fand in der Mitte des Friedhofes das Grab von Carmen Miranda. Sie war die Sängerin die immer mit diesem Fruchtkorb auf dem Kopf aufgetreten war und ihn so bekannt machte. Sie war vor allem in den 30er und 40er Jahren ein Star und galt 1946 als eine der best verdienenden Schauspielerinnen von Hollywood. Sie starb 1955 in Beverly Hills und wurde hier begraben.
Dann ging ich vorbei an der riesigen Salzwasser-Lagune zum Stadtteil Ipanema, wo ich die Bar fand, wo das berühmte „Girl (Garota) of Ipanema“ komponiert worden war. Da heute irgendein Feiertag wegen St. Georg war, war auch der Strand von Ipanema und Copacabana gefüllt mit Einheimischen und eine der Strassenhälften der Uferstrasse war für Autos gesperrt und für Fussgänger reserviert. Ich machte diverse Fotos dieser zwei Strände und ging dann zurück zum Hotel um mich ein wenig abzukühlen. Aber schon nach kurzer Zeit legte ich eine weitere Schicht Sonnencreme auf und ging wieder auf die Walz. Bei einem Restaurant mit dem Namen „Suiza“ (Schweiz) kaufte ich mir etwas zum mitnehmen und ass es mit Blick auf den Strand von Copacabana. Ich lief vorbei am ersten und immer noch exklusivsten Hotel „Copacabana Palace“ und sah mir noch zwei Shoppingcenter an, sah aber dort nichts Spezielles.
Um 19 Uhr war ich in meinem Hotelzimmer am Fernsehen als das Telefon läutete und Paul sich meldete um mir Bescheid zu sagen, dass Derek und Bella sich in Kürze auf den Weg zum Flughafen machen würden. So ging ich auch in die Lobby um ihnen eine gute Reise zu wünschen und ging danach mit Paul und Marie zu einem Hähnchen-Restaurant zum Nachtessen. Kaum sassen wir im Restaurant fing es an zu regnen und zwar ziemlich heftig und dazu gab es einen starken Wind und Blitz und Donner. Wir waren also gerade rechtzeitig gewesen. Da es aber auch nachdem Essen immer noch regnete fiel mein Plan ins Wasser „Copacabana-by-night“-Fotos zu machen. So ging es halt zurück zum Hotel, wo ich mir im Fernsehen den Film mit Johnny Depp „Nick of Time“ ansah.
Freitag, 24. April 2009
Das schlechte Wetter hatte sich wieder verzogen und nach dem Frühstück packte ich mein Gepäck und machte einen letzten Rundgang durchs Quartier. Unterwegs füllte ich mir eine kleine Flasche mit Sand vom berühmtesten Strand der Welt ab und kaufte mir in einem Laden ein Trikot der Fussballmannschaft Fluminense.
Um 12 Uhr checkte ich aus und Paul, Marie und Rea kamen um mich zu verabschieden. Als um 12.35 noch kein Taxi aufgetaucht war und der Mann hinter der Reception auch nichts wusste lieh mir Rea eine Telefonkarte und ich telefonierte Miriam, die sich darum kümmerte und kurz nach 13 Uhr war das Taxi da, welches mich in gut 40 Minuten zum Flughafen brachte. Das Check-In hatte ich bereits am Vorabend am Computer im Hotel gemacht, so brauchte ich nur noch das Gepäck abzugeben und die Bordkarte zu holen. Da auch die Ausreise – und die Sicherheitskontrolle sehr schnell vor sich ging musste ich im Terminal beim Gate feststellen, dass ich noch immer 90 Minuten vor der Boarding-Zeit war. So ass und trank ich etwas und vervollständigte zum vorletzten Mal mein Tagebuch.
Pünktlich um halb vier stieg ich in den Air France-Jumbo 747-400 und entdeckte mit Erstaunen und Enttäuschen als Erstes: keine eigenen Bildschirme wie in der 777 auf dem Hinflug und wie auf der Reise nach Kuba waren die Filme natürlich nur in Französisch und Portugiesisch mit englischen Untertiteln. Ich schaute mir trotzdem den Film „Marley & me“ und ein wenig von „Madagascar 2“ an.
Samstag, 25. April 2009
Eine Stunde früher als geplant landeten ich in Paris und hatte somit leider eine längere Wartezeit nach dem Wechsel der Terminals. Doch um halb zehn ging es zum Flugzeug und mit einem grossartigen Überflug von Paris und später einem gut sichtbaren Basel mit den schneebedeckten Alpen im Hintergrund beendete ich mit der Landung in Zürich auch diese Reise.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


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