Mexico Ancient Civilizations
 
Auf den Spuren der Azteken, Maya und Erich von Däniken
   
25. Februar bis 13.März 2011

Als ich das Reiseprogramm bekam und ansah musste ich zuerst leer schlucken. Da stand doch „Einfindungszeit am Flughafen“ 05.00 Uhr morgens. Um diese Zeit fährt doch noch gar kein Zug…und Vorabend-Check-In bietet British Airways scheinbar auch nicht mehr an. Doch ich konnte das Check-In 24 Stunden vor Abflug am Computer machen und die Bordkarte selber ausdrucken und muss nun mein Gepäck „nur“ 45 Minuten vor Abflug also spätestens um 06.20 Uhr abgeben. Somit erübrigt sich ein Taxi, beziehungsweise eine frühe Tagwacht meines Vaters, denn mit dem ersten Zug komme ich um 05.56 Uhr am Flughafen an.

 
Nach Arbeitsschluss heisst es noch die letzten Erledigungen machen, bevor es dann morgen früh losgeht. Doch wie immer vor einer Reise konnte ich nicht einfach die letzten Stunden zuhause verbringen und weil ich nicht recht Lust verspürte ein Konzert zu besuchen ging ich ins Kino und sah mir einen typischen hirnlosen Popcorn-Film an und zwar „Drive Angry“ mit Nicolas Cage.
 
 
Freitag, 25.02.2011
 
Am nächsten Morgen ging um 5 Uhr der Wecker und zu Fuss ging ich die kurze Distanz zum Bahnhof Altstetten, wo ich den direkten Zug zum Flughafen besteigen konnte. Dort konnte ich direkt ohne Warteschlange meinen Koffer abgeben und konnte mir somit bei der Migros noch ein kleines Frühstück genehmigen.
 
Der Flug nach London war ereignislos, bis auf die Tatsache, dass ich das Glück hatte am Vortag beim Check-in einen Sitzplatz in der Reihe mit dem Notausgang zu erhaschen und somit einen riesigen Abstand zum vorderen Sitz hatte. In London Heathrow angekommen musste ich zum Glück das Terminal nicht wechseln, doch die Wartezeit war ellenlang im Terminal 5.
 
Mein Sitzplatz in der Boeing 747 war diesmal noch besser. Sitznummer 29K war in der zweiten Reihe am Fenster und hatte kein Sitz vor sich, so dass ich die Beine ausstrecken konnte und dank einem offensichtlichen Upgrade meines Sitznachbars, war mein Nebensitz sogar frei. Während des 11 Stunden Fluges sah ich mir im Bord-Unterhaltungssystem die folgenden Filme an: Unstoppable, Legends of the Guardians, 127 Hours (Wow), Megamind und die ersten paar Minuten von Inceptions, doch den Letzten brach ich ab, da er mir auf diesem kleinen Bildschirm und in Englisch zu kompliziert erschien und ich nicht einen guten Film verpassen wollte. (habe mir Zuhause die DVD bestellt und angeschaut)
 
Die Landung in Mexico City erfolgte am selben Tag um 18.50 Uhr Ortszeit. Die Einreise erfolgte problemlos, anschliessend folgte das übliche Warten aufs Gepäck. Bei der Zollkontrolle gab es etwas Neues für mich und zwar einen Knopf, wo nach Zufallsprinzip ausgewählt wurde, ob das Gepäck genauer kontrolliert werden sollte. Mich hatte es erwischt, doch die Kontrolle lief ohne grosse Schwierigkeiten und beim Ausgang fand ich auch nach durchforsten aller Namensschilder meinen Fahrer, der mich innert kurzer Zeit zum Hotel brachte, wo ich sofort ins Bett fiel.
 
 
Samstag, 26.02.2011, Tag 1 der Tour
 
Kurz nach 8 Uhr morgens stand ich relativ erholt auf; in Richtung Westen habe ich bei Langstreckenflügen irgendwie weniger Probleme. Ich hatte ein T-Shirt mit Schweizer Kreuz an und die ersten beiden Leute die mich auf der Strasse ansprachen, begrüssten mich in Schweizerdeutsch. Zunächst zu Fuss machte ich mich auf diese Metropole zu entdecken. Relativ früh am Morgen waren die Fussgängerzone und der anschliessende Hauptplatz Zocalo noch relativ leer, im Gegensatz um späteren Nachmittag. Ich machte ein paar Schritte in der Kathedrale und sah mir von Aussen den Präsidentenpalast an. Auch besuchte ich die Ruinen der Azteken-Hauptstadt Tenochtitlan, bzw. die Überreste dieser schon damals grossen Stadt. Das meiste liegt jetzt unter der heutigen Stadt. So erfuhr ich auch, dass die Azteken-Hauptstadt damals noch auf einer Insel in einem See lag. Der See ist zwar noch vorhanden, aber viel kleiner als damals und der grösste Teil wurde ausgetrocknet und urbar gemacht und der Grossteil der Stadt steht jetzt dort, wo vor 500 Jahren noch Enten schwammen. Deshalb senken sich an gewissen Orten der Boden und die darauf liegenden Gebäude ab. Ich konnte hier so schon erste Eindrücke haben, was mich auf dieser Reise erwarten würde. (Ruinen und mächtige Bauwerke Antiker Zivilisationen)
 
Zum Verständnis für Preisangaben im Text = 10 Peso sind etwa 1 CHF
 
Hier am Hauptplatz nahm ich die Metro für 3 Pesos und fuhr zuerst tatsächlich eine Station in die falsche Richtung. Mit der richtigen Metro und einmal umsteigen kam ich zum Auditorium am Rande des Chapultepec Parks. Dort machte ich mich auf zum hiesigen Hard Rock Café um ein T-Shirt zu kaufen, das ich dank meiner „All Access“-Karte mit 10 % Ermässigung erhielt. Von dort lief ich der grossen Avenue durch den Park entlang zum grossartigen Museum für Anthropologie. Hier konnte man Fundstücke von vielen alten Ruinenplätzen aus allen Epochen bewundern, so zum Beispiel die berühmte grosse Scheibe des Mayakalenders oder eine Kopie des Grabes von Pakal aus Palenque mit der bekannten „Astronauten“-Grabplatte, die wie Erich von Däniken richtig beschrieben hatte, in diesem Museum nur mit sehr viel Mühe erkennbar war.
 
Vom Museum aus ging ich der Prachtstrasse „Paseo de la Reforma“ entlang zum Plaza de la Republica, wo es gewaltiger Triumphbogen an die Revolution erinnerte. Der Boulevard wurde noch vom Kaiser Maximilian von Habsburg entworfen um seine Burg auf dem Chapultepec Hügel zum Zentrum der Stadt zu verbinden. Der Kaiser wurde wie bekannt von den siegreichen Franzosen als Marionetenregent eingesetzt und nach kurzer Regentschaft von den revolutionären Mexikanern abgesetzt und hingerichtet. Sein Körper liegt in der Kapuzinergruft in Wien. Entlang der Strasse stand auf jeder Kreuzung ein Monument oder grosser Brunnen. Auch lag das Parlamentsgebäude der „Vereinigten Staaten von Mexiko“ hier.
In den Pfeilern des Monumento a la Revolucion wurden auch die Überreste von grossen Helden der Revolution bestattet, der bekannteste unter ihnen ist wohl Pancho Villa. Eigentlich war es schon in den 1900-Jahren als Treffpunkt für Senatoren und andere Politiker begonnen worden, doch die Revolution von 1910 kam dazwischen und der Bau wurde umgewandelt und erhielt 1930 die heutige Funktion als Denkmal für die Helden der Revolution.
 
Von hier ging ich noch zu einen der ersten kolonialen Bauwerke, natürlich einer Kirche, die mir vom Fahrer vom Flughafen gezeigt worden war. Unter dieser Strasse verlief auch zu Azteken-Zeiten ein Aquädukt. Von hier aus nahm ich noch einmal die Metro zum Zocalo, wo nun merklich mehr los war als am frühen Morgen, so verzichtete ich auf den Besuch des Präsidentenpalastes, wo man eine Wandmalerei bewundern konnte. So ging ich von dort einfach wieder zurück zum Hotel und ruhte mich ein wenig aus.
 
Um 18.00 Uhr war das Meeting mit der Gruppe. Zu meinem Erstaunen war ich nicht der einzige Nicht-Engländer und die Gruppe bestand auch nur aus 10 Reisenden plus Sean, unser Tourleader aus den USA. Ansonsten gab es da noch zwei Mädchen aus Deutschland, ein Paar aus Dänemark, eine Australierin, ein Paar bestehend aus einem Engländer und einer Polin, einem weiteren Engländer und einem Iren. Nach den Formalitäten ging es zu unserem ersten Essen in einem lokalen Restaurant gleich um die Ecke. Anschliessend gingen ein paar wenige von uns zum Plaza Garibaldi, wo die Mariachi-Gruppen aufspielten.
 
Sonntag, 27.02.2011 / Tag 2 der Tour
 
Da ich heute unbedingt nach Teotihuacan wollte, stand ich bereits um 7.30 Uhr auf und traf um 8 Uhr Sean in der Lobby, der mir half die Tour beim Reiseschalter im Hotel zu buchen. Da Sonntag war wurde die Tour nicht vom selben Anbieter ausgeführt wie sonst; die Dänen waren bereits dort gewesen und hatten mir einen guten Tipp auf den Weg gegeben. Ich wurde um 9 Uhr abgeholt und zu einem Toursammelpunkt gebracht, wo ich den Wagen wechseln musste. Nach einer kurzen Wartezeit kamen der lokale Tourguide und zwei weitere Reisende aus Spanien dazu, so dass der Guide zwischen Englisch und Spanisch wechselte und seine Erklärungen abgab.
 
Etwa um 10 Uhr ging die Tour los und das erste Ziel war der „Three Culture Square“ oder Plaza de las Tres Culturas. Sein Name verdankt er dadurch, dass auf diesem Platz drei verschieden Kulturen versammelt sind und zwar Ruinen der Azteken-Hauptstadt Tenochtitlan, ein Kloster aus der Kolonialzeit (natürlich erbaut aus Steinen der Ruinen) und moderne mexikanische Gebäude.
 
Außerdem fand hier das folgende Ereignis statt:
Vor der Eroberung des Aztekenreiches durch die Spanier besuchte Hernán Cortés den Marktplatz von Tlatelolco. Einige Tage später, am 13. August 1521, sollte dieser Schauplatz der endgültigen Niederlage der Azteken werden, als deren letzter Herrscher Cuauhtémoc von Cortés vernichtend geschlagen wurde. Der Chronist Bernal Díaz del Castillo schildert, dass ein derartiges Blutbad angerichtet wurde, dass es nicht möglich war, einen Fuß vor den anderen zu setzen, da sich dort so viele Leichen stapelten. Schätzungen zufolge wurden in der Schlacht über 40.000 Indígenas getötet.
 
Weiter ging es zu einem Wunder der Christenheit. Der Mantel mit dem Gnadenbild "Unsere Liebe Frau von Guadalupe" an einem beeindruckenden Platz.
 
Der Legende nach hatte Juan Diego, ein Indio am 9. Dezember 1531 auf dem Berg Tepeyac eine Erscheinung der Jungfrau Maria. Diese erschien ihm als indigene Frau und gab ihm in seiner Sprache den Auftrag, auf dem Berg ihr zu Ehren eine Kapelle zu errichten. Der Bischof (zu dieser Zeit war der Franziskaner Juan de Zumárraga gewählter aber noch nicht geweihter Bischof) glaubte ihm nicht. Der Hügel, auf dem Maria dem Juan Diego erschienen ist, war in vorspanischer Zeit ein Heiligtum, in dem die Azteken Tonantzin verehrt haben, die mütterliche Göttin des Getreides. Der Bischof dachte, Juan Diego beabsichtige, unter dem Mantel des Christentums die alten Kulte weiterzupflegen und zeigte sich skeptisch. Aber bei einer weiteren Erscheinung an selber Stelle drei Tage später erhielt Juan Diego den Auftrag, an einer bestimmten Stelle am Berg Rosen zu pflücken und dem Bischof als Beweis zu bringen. Er fand die verheißenen, trotz des Schnees blühenden Rosen und nahm sie in seinen Mantel. Als er sie vor dem Bischof ausschüttete, zeichnete sich in seinem Mantel, dort wo er die Blumen getragen hatte, das Bild der Jungfrau Maria ab. Der Bischof erkannte darin das Bild der „Jungfrau von Guadalupe“, welches in Spanien verehrt wird. Er gab die Erlaubnis zum Bau der Kapelle und gewährte Juan Diego nahe dieser bis zum seinem Lebensende als Eremit zu wohnen. An der Stelle der Erscheinung wurde dann eine Kirche errichtet. Johannes Paul II. sprach Juan Diego auf seinen Mexiko-Reisen 1990 selig und 2002 heilig.
 
Da der Untergrund absank, musste die Basilika für Besucher und Pilger gesperrt werden. Die neue Basilika, entworfen vom mexikanischen Architekten Pedro Ramírez Vázquez, welche 1974 geweiht und 1975 eröffnet wurde, ist von ihrer Größe und ihrer offenen Architektur sehr beeindruckend. Sie hat 10.000 Sitzplätze und kann insgesamt bis zu 40.000 Besuchern Platz bieten. Sie ist somit eine der größten Kirchen weltweit. Der Grund senkt sich immer noch ab, und dass sieht man an einigen Stellen sehr gut.
 
Und weiter ging es auf der überfüllten Autobahn in Richtung Norden. Der Guide erklärte uns, dass in der Stadt selber 9 Millionen Menschen lebten, doch weitere 12 Millionen lebten in der Agglomeration mehrheitlich in ärmlichen Verhältnissen oder wie in Rio sogenannten Favelas. Doch anhand verschiedener Bauwerke, lebten hier in den Vororten nicht nur arme Leute, sondern wahrscheinlich auch wohlhabendere Bürger, die sich die Miete sparen wollten.
 
Bevor wir zu den Ruinen kamen stoppten wir noch für eine halbe Stunde bei einem sündhaft teuren Souvenir-Geschäft, wo uns gezeigt wurde was man mit der Agave Maguey, aus der Mezcal hergestellt wird auch noch machen kann und wie man Obsidian zu einem Kunstwerk verarbeitet. Ebenfalls waren hier drei der bekannten (für mich hässlichen) Azteken-Hunde angeleint. Diese Hunde sind noch reinrassig aus der Zeit der Azteken und Welpen sollen laut dem Guide bis zu 3000 Dollar wert sein.
 
Im Museum von Teotihuacan gab uns der Guide noch letzte Erklärungen über die Erbauer dieser gewaltigen Stätte. Teotihuacan war zu Azteken-Zeiten bereits mehrere Jahrhunderte verlassen und die Azteken glaubten, dass es sich um Gräber von Riesen handeln musste. Deshalb auch der Name der Hauptachse durch die Ruinen „Straße der Toten“. Wir hatten nun zwei Stunden Zeit um die Anlage zu besuchen; die Dänen hatten mir gesagt, sie hätten nur eine Stunde Zeit gehabt.
 
Als erstes besuchte ich die sogenannte Zitadelle.
 
Die Ciudadela war vermutlich eine höfische Anlage oder ein Palast, vergleichbar der Verbotenen Stadt in Peking. Die umgebenden Mauern haben eine Seitenlänge von rund vierhundert Metern und schirmen das Innere weitgehend von Blicken von außen ab. Zentrum der Anlage bildet ein Gebäudekomplex, bestehend aus Wohnanlagen sowie dem in der Mitte gelegenen Tempel des Quetzalcoatl, der „Gefiederten Schlange“. Die Ciudadela war nur über einen kleinen Eingang an der zur Straße der Toten gewandten Frontseite zu erreichen. Der Platz im Inneren kann nach Ansicht von George L. Cowgill einhunderttausend Menschen Platz bieten und könnte dementsprechend für kultische Zwecke benutzt worden sein.
 
Weiter lief ich, während ich mein mitgebrachtes Sandwich aß, der Strasse der Toten entlang, die von hier bis zum Ende der Anlage bei der Mondpyramide etwa drei Kilometer lang ist. Die Hauptachse ist nicht eine eigentliche Strasse, sondern eine Reihe von Treppen und Höfen mit Mauern. Wenig später kam ich an der Sonnenpyramide an und stellte mich in die Warteschlange, die darauf wartete die Pyramide zu besteigen; es wurde immer nur eine gewisse Anzahl für den Aufstieg vorgelassen. Habe ich schon erwähnt, dass die Sonne brannte und es ein äußerst heißer Tag war?
 
Die Sonnenpyramide liegt im Zentrum Teotihuacáns. Mit einer Grundfläche von 222 mal 225 Metern, einer Höhe von gut 65 Metern sowie einem Volumen von rund einer Million Kubikmetern ist sie die drittgrößte Pyramide der Welt und die zweitgrößte des amerikanischen Kontinents. Sie wurde um 100 nach Christus in einem Arbeitsgang errichtet und war damit das erste größere Gebäude, das in Teotihuacán gebaut wurde. Ihren heutigen Namen erhielt sie von den Azteken.
 
Es war ein steiler Aufstieg, doch er wurde mit einer großartigen Aussicht auf die ganze Anlage belohnt. Der Abstieg ging dann wesentlich schneller.
 
Die am nördlichen Ende der Straße der Toten gelegene Mondpyramide entstand rund ein Jahrhundert nach der Sonnenpyramide. Bei einer Grundfläche von 120 mal 150 Metern erreicht sie eine Höhe von 46 Metern. Obwohl sie damit eigentlich kleiner ist als die Sonnenpyramide, liegt ihre Spitze mit der Spitze der Sonnenpyramide ungefähr auf gleicher Höhe, da die Mondpyramide auf einer kleinen Erhebung liegt. Anders als die Sonnenpyramide entstand sie in mehreren Etappen. Die früheste Mondpyramide wurde um 100 nach Christus errichtet, bis 350 folgten insgesamt sieben Bauphasen.
 
Außerdem kann man die Mondpyramide nicht bis zur Spitze besteigen. Als letztes besuchte ich den sogenannten Jaguartempel, wo man einige guterhaltene Reliefs bestaunen konnte.
 
Der Guide fragte mich anschließend, ob ich bei der Sonnenpyramide die drei Wünsche gemacht hätte, als ich ihn fragend ansah, erklärte er mir die drei Wünsche:
„Erstens, dass man den Aufstieg auf die Pyramide schafft.“
„Zweitens, dass man den Abstieg unbeschadet übersteht.“
„Drittens, dass man dies niemals ein zweites Mal machen muss.“
 
Nun war es bereits 15.00 Uhr und das letzte Ziel war wie von den Dänen angekündigt ein teures Touristenrestaurant gleich neben den Ruinen. Das Essen sah zwar gut aus, doch wie angekündigt, waren die Preise für Schweizer Verhältnisse angemessen, doch in Mexiko mindestens doppelt bis dreimal so hoch wie normal. Ich bestellte nur einen Orangensaft und vor dem Zahlen gab es noch einen Tequila-Shot. Schlussendlich ging es in gut einer Stunde zurück zum Hotel, wo ich kurz nach 17.00 Uhr ankam und für 5 Pesos noch kurz in einem benachbarten Internet-Café ein Lebenszeichen von mir gab. Nachher schaute ich mir noch den benachbarten Almeida-Park mit seinen Marktständen an und als Abschluss von Mexiko-City noch den Lift zum Torre Latinamericana, der 1956 als das erste Hochhaus auf lateinamerikanischem Boden und gleichzeitig bis 1972 das höchste Gebäude von Mexiko-City erbaut worden war. Der Torre (Turm) hat eine Gesamthöhe von 182 Meter und 45 Stockwerke. Die oberste Aussichtsplattform ist offen und ich konnte dort einen wunderbaren Sonnenuntergang beobachten.
 
Im Hotel traf ich wenig später meine Reisekollegen und zusammen gingen wir zu einem lokalen Restaurant, wo ich mir ein Ceviche gönnte. (kalter Fisch mit Zwiebeln). Zum Schluss gingen wir noch in eine Bar in der Nähe des Hotels für einen letzten Drink.

Montag, 28.02.2011 / Tag 3 der Tour
 
Mit einem Kleinbus wurden wir am Morgen zum Busbahnhof gebracht und erfuhren bei dieser Gelegenheit, dass Alex seit einer Woche hier in Mexiko ist und sein großes Gepäck bisher nicht eingetroffen ist. Es sei scheinbar zuerst wieder nach England zurückgeschickt worden und nun wieder auf dem Flughafen in Mexiko-City. Es sollte schlussendlich in der nächsten Nacht in Puebla ins Hotel geliefert werden, wo Alex und auch unser Tourleader Sean aufatmen konnten.
 
Am Busbahnhof hatten wir gar nicht so eine lange Wartezeit und konnten schon bald unseren bequemen Bus nach Puebla besteigen, wo wir nach zwei Stunden Fahrt um halb eins ankamen. Unterwegs bemerkte ich das Schild „Staat der Vulkane – Vorsicht“. Mit Taxis fuhren wir ins historische Zentrum gleich einen Block vom Hauptplatz zum Hotel Gilfer. Dort erhielten wir sofort unsere Zimmer im obersten 7. Stock; mein Fenster zeigte genau auf die Kathedrale am Zocalo und am nächsten Tag, konnte ich auch am Horizont den Vulkan Popocatepetl erkennen.
 
Wir gingen ein paar Minuten zum Touristenmarkt, wo es diverse kleine Restaurants gab. An diesem Ortgab es ein feines Mittagessen. Für mich gab es „Mole Poblano“. Dieses Gericht gilt als Nummer eins der typischen mexikanischen Gerichte. Das Gericht ist besonders hier in Puebla beliebt und auch benannt nach dem Staat (Poblano bedeutet übersetzt „aus Puebla“). Mole Poblano ist eine Sauce und besteht aus etwa 20 Zutaten unter anderem Chilli und Schokolade. Die Schokolade ist dafür um die Schärfe der Chili zu dämpfen, aber ist nur eine der Zutaten und dominiert nicht die Sauce. Ich hatte es mit Poulet und Reis. Es war ungewöhnlich, aber sehr fein.
 
Nach dem Essen gingen ein paar von uns zum Museum Amparo, das heute Montag gratis Eintritt gewährte, nur für allfälliges fotografieren musste man bezahlen. Ansonsten ist im restlichen Mexiko eigentlich Montag der Tag, wo die Museen geschlossen hatten. Wir verzichteten jedoch aufs fotografieren. Es gab auch hier diverse vorkolumbianische Fundstücke zu bestaunen. Nach diesem Besuch erkundigte ich noch ein wenig alleine das historische Zentrum. Ich sah mir die Kathedrale an und das Casa de los Munecos, wo der damalige Erbauer, ob seines Zornes auf die Stadtregierung, diese als karikaturistische Abbildung auf der Fassade anbrachte. Das Gebäude des Revolutions-Museum war auch der Ort der ersten Schüsse der Revolution von 1910 und die Einschüsse der Regierungstruppen sind immer noch sichtbar. Es kann natürlich auch sein, dass diese wie an anderen Orten später ergänzt wurden. Die letzte Sehenswürdigkeit war die Kirche San Francisco. In dieser Kirche liegt der Körper des spanischen MönchesSebastian de Aparicio, obwohl vor 400 Jahren im Alter von 98 Jahren gestorben sieht der tote Mönch, angeblich ohne Hilfsmittel, noch so aus, als sei er erst kürzlich gestorben. Deshalb zieht er auch heute noch eine beträchtliche Anzahl von Pilgern an. Auf einer Internetseite konnte ich auch lesen, dass er der Schutzpatron der Reisenden sei.
 
Kurz nach 17 Uhr kam ich beim Hotel wieder an und ruhte mich ein wenig aus, bevor sich die Gruppe um 19 Uhr in der Lobby traf um bei „Tonys Taco“ zum Nachtessen gingen. Für mich gab es zwei „Taco Arabes“ (Arabische Tacos), die eine Mischung aus mexikanischem Taco und arabischem Kebab waren. Fünf von uns gingen noch in die Bar „Funky Monkey“ zu einem Schlummertrunk, bevor es um 22 Uhr ins Bett ging.
 


Dienstag, 01.03.2011 / Tag 4 der Tour

 
Dank den Notizen unseres Tourleaders Sean, wussten wir, dass es im Hotel gut und günstig Frühstück gab und das nutzen die Meisten von uns auch aus. Danach packten wir unser Gepäck, checkten aus und um 9 Uhr bestiegen acht von uns zwei Taxis, die wie wir später merkten an zwei verschieden Bushaltestellen fuhren.
 
Wir warteten zwar noch ein paar Minuten bei „unserer“ Bushaltestelle, beschlossen aber schlussendlich den Bus nach Cholula zu besteigen und nach einer guten halben Stunde Fahrt stiegen wir in Cholula, einem Vorort von Puebla aus. Die Ebene von Cholula liegt in einem zentralmexikanischen Tal auf 2.175 m Höhe. Im Westen wird das Tal von den Vulkanen Popocatépetl und Iztaccíhuatl begrenzt. Im Norden befindet sich der inaktive Vulkan La Malinche und im Osten des Tals ragt der 5.747 m hohe Pico de Orizaba empor, welcher zur Sierra Nevada zählt. „Petl“ bedeutet übrigens Hügel oder Berg.
 
Von der Bushaltestelle liefen wir zur Großen Pyramide von Cholula. Der Grossteil der Pyramide ist jedoch unter einem grünen Hügel verborgen und auf der Spitze steht eine Kirche. Beim Aufstieg trafen wir auf die andere Gruppe. Oben angekommen genossen wir das schöne Wetter und die gute Sicht auf die zwei Vulkane im Westen.
 
Das vorhispanische Bauwerk hat ein Volumen von etwa 4,45 Mio. Kubikmetern mit einer Grundfläche von 450 x 450 m. Allerdings ist es mit der jetzigen Höhe von 66 m deutlich kleiner als die Cheops-Pyramide in Ägypten und auch 4 m niedriger als die Sonnenpyramide in Teotihuacán. Somit ist es offiziell die drittgrößte Pyramide der Welt, jedoch rein Volumen massig zählt sie als die Größte. Die Ausgrabungen zeigen jedoch, dass sie früher höher gewesen sein muss. Die oberste der vier Plattformen, auf der jetzt eine Kirche steht, ist sehr groß und auch die untersten Stufen liegen noch einige Meter unter dem heutigen Erdboden.
 
Da wir noch Zeit hatten, schauten wir uns noch ein wenig Cholula an und trafen uns am Zocalo wieder um gemeinsam mit dem Bus zurück nach Puebla zu fahren. In Puebla angekommen, hatten die anderen das Gefühl wir seien zu weit gefahren und so stiegen wir halt aus und fuhren mit Taxis zurück zum Hotel, obwohl der Bus wahrscheinlich noch viel näher am Hotel gehalten hätte. Beim Touristenmarkt gingen wir in ein kleines Restaurant fürs Mittagessen; ich hatte Nopales mit Käse überbacken (Nopales ist eine Kaktusart) und relativ knapp zum Treffpunkt um 14.15 Uhr kamen wir zurück zum Hotel. Mit Taxis wurden wir zum Busbahnhof gebracht, wo wir noch warten mussten, denn unser Bus fuhr erst um 15.45 ab. Als der Bus bereitstand entdeckte Lorcan, der Ire, dass sein kleiner Rucksack gestohlen worden war. Im Rucksack waren natürlich alle seine wichtigen Sachen, wie Pass, Ticket und Geld. Wir mussten in schweren Herzens zurücklassen und er musste zur Polizei. Nach dieser (scheinbar sehr umständlichen) Meldung fuhr er zurück nach Mexiko City für einen neuen Pass und konnte uns bereits am Donnerstagmorgen in Oaxaca wieder treffen.
 
Die Fahrt nach Oaxaca dauerte 4 Stunden und 15 Minuten unterwegs lief der dämliche Film „Happy-Go-Lucky“ und der Disney-Film „Race to Witch-Mountain“ natürlich auf spanisch ohne Untertitel. Wir fuhren durch eine bergige Region, wo wir auch richtige Kakteen-Wälder bestaunen konnten. Bereits in Dunkelheit in Oaxaca wurden wir vom lokalen Guide abgeholt und zum Hotel gebracht, das wiederum im historischen Zentrum lag. Wir bekamen unsere Zimmer und wenig später trafen wir uns in der Lobby und der Guide erklärte uns, was es hier zu sehen gab und wir entschieden uns für eine Tour am nächsten Tag. Zusammen mit Sean gingen wir zu einem lokalen Restaurant mit lokalen Spezialitäten und ich nahm eine „Torta Suiza“, ein Schweizer Sandwich mit vier verschiedenen Käsen und Fleisch. Anschließend gingen ein paar von uns noch ein wenig in der Stadt herum und am Zocalo gab es noch einen Gute-Nacht-Drink.
Um viertel vor Zwölf ging es ins Bett.
 
 
02.03.2011 / Tag 5 der Tour
 
Um 8 Uhr war Tagwacht. Frühstück gab es im benachbarten Café Alex mit den zwei Dänen Sophie und Anders. Um 09.45 Uhr holte uns Iwan, der lokale Guide ab und es ging auf einen großartigen Tagesausflug für 400 Pesos.
 
Bei einem Denkmal für Benito Juarez hielten wir zum ersten Mal. Dieser Mann war der erste und bisher einzige „Eingeborene“ Präsident von Mexiko im 19. Jahrhundert. Er war Zapotek und wurde etwa 60 Kilometer außerhalb Oaxaca geboren und machte seine Ausbildung hier in der Stadt. Er wird nicht nur hier, sondern in ganz Mexiko immer noch verehrt und es stehen überall Denkmäler für ihn und Strassen die seinen Namen tragen.
 
Die Zapoteken oder Zapoteca gehören zur Urbevölkerung Mexikos und bewohnen den mexikanischen Bundesstaat Oaxaca im Süden Mexikos. Es gibt aber auch noch Mayas und diverse andere „Stämme“ in Mexiko mit Wurzeln zu Tolteken, Olmeken und vielen anderen historischen Völkergruppen. Seit 2003 sind neben Spanisch auch 62 einheimische Indio-Sprachen als Nationalsprachen anerkannt.
 
Dieser Stopp war aber nur eine kleine Einleitung die eigentliche erste Sehenswürdigkeit war im Vorort Tule. Hier besichtigten wir den größten Baum der Welt. Er soll über 2000 Jahre alt sein und ist zwar nicht so hoch wie die Bäume in Kalifornien, doch der Umfang seines verwinkelten Stammes misst ganze 58 Meter und er soll die größte lebende Biomasse auf diesem Planeten sein. Neben der Kirche, die in seinem Schatten liegt, steht noch ein kleinerer Baum, der „Sohn des Arbol del Tule“ bezeichnet wird und auch um die 1000 Jahre alt sein soll. Es war ein beeindruckender Anblick.
 
Die zweite Destination war Mitla. Hier am Rand dieses kleinen Dorfes standen Ruinen des zapotekischen Mitlas und diese waren einzigartig verziert. Auch waren die Bauwerke mit Ihren Verzierungen so gebaut, dass sie Erdbeben-Sicher waren. Es war schön, dass wir auch mal ins Innere eines Hauses gehen konnten und so einen neuen Eindruck gewannen. Wie überall sonst, war die benachbarte Kirche mit Steinen der Ruinen und direkt über diesen erbaut worden. Unser Reiseführer erklärte uns auch den Unterschied zu Monte Alban, der ehemaligen Hauptstadt der Zapoteken. Im Gegensatz zu Monte Alban war Mitla niemals unbewohnt und blühte regelrecht auf, als Monte Alban verlassen wurde und so auch keine Abgaben bzw. Steuern bezahlt werden mussten. Doch wie auch Tenochtitlan der Hauptstadt der Azteken, musste auch das zapotekische Mitla den spanischen Kolonialherren weichen und wurde von ihnen „umgenutzt“.
 
Die Hauptattraktion war 9 Kilometer über eine Schotterstrasse den Berg rauf und wieder runter erreichbar. Es war eine sehr holprige Fahrt mit engen Kurven und guten Aussichten auf die umliegenden Täler. Doch unser Fahrer war sehr vorsichtig und so überstanden wir die Fahrt unbeschadet. „Hierve El Agua“ ist eine Gegend mit „versteinerten“ Wasserfällen. Hier fällt das Wasser mit einem extrem hohen Gehalt an Mineralien über den Rand der Klippen und bildet diese steinernen Wasserfall-Strukturen. Der Name „Hierve El Agua“ bedeutet „Kochendes Wasser“, aber das Wasser ist nicht heiß, das Wasser schiebt sich jedoch aus dem Boden und wenn es an die Oberfläche blubbert, sieht es aus, als würde das Wasser kochen. Wir hatten hier ein wenig Freizeit und konnten so die Gegend erkunden, da der künstliche Pool jedoch ziemlich überfüllt war, verzichteten wir auf ein Bad. Wir konnten hier auch sehr günstig ein kleines Mittagessen genießen. Für mich gab es an einem der Foodstände eine lokale Spezialität, eine Tlayuda; man könnte es als Mischung zwischen Pizza und Taco bezeichnen.
 
Der gleiche holprige Weg ging es zurück und nach einer weiteren Stunde Fahrt kamen wir nach Teotitlán del Valle. Hier besuchten wir einen lokalen Weber, der uns zeigte wie man mit natürlichen Produkten die Wolle färben kann und wie man hier Teppiche und Kleider webt. Der letzte Punkt der Tour bevor es wieder zurück nach Oaxaca ging, war eine Mezcal-Brennerei. Mezcal ist ein hochprozentiges alkoholisches Getränk, das aus einer Agave gewonnen wird. Unser Guide erklärte uns, dass auch Tequila eigentlich „nur“ ein Mezcal ist, denn Mezcal benennt alle aus Agaven gewonnenen Getränke. Tequila wird jedoch aus einer speziellen Art von Agave gemacht und der Sortenname Tequila hat sich durchgesetzt. Mezcal ist auch dafür bekannt, dass man einen der Würmer, die in der Agave leben in die Flasche tut. Wir konnten neben der Degustation der Getränke auch einen der Würmer essen. Er schmeckte nach gar nichts. Wahrscheinlich weil wir fünf oder sechs waren, die sich dieser Mutprobe unterzogen, gab es auch keine gratis Shot-Gläser für uns, die uns angekündigt worden waren. Vielleicht war das auch nur eine Legende. Unser Guide zeigte uns den Prozess der Brennerei und anschliessend durften wir viele verschiedene Sorten probieren. Natürlich kauften auch viele von uns eine Flasche oder zwei. Ich kaufte mir eine interessante runde Flasche und weis bis jetzt nicht, was sich dort drin wirklich befindet, doch die 8 CHF würden sich auch für eine leere Flasche lohnen. Mit den vielen alkoholischen Geschmäcker ging die Rückfahrt im Flug vorbei und um 18.30 Uhr waren wir wieder zurück in unserem Hotel.
Eine Stunde später trafen die Interessierten Sean und gemeinsam gingen wir ins Restaurant Comala, wo wir mal wieder ein „westliches“ Nachtessen hatten und es gab 2 für 1 Cocktail und die wurden gleichzeitig serviert. So hatten ein paar von uns zwei Gläser vor sich.
Nach dem Essen gingen wir zurück zum Hotel und verbrachten noch einige Zeit auf der offenen Dachterrasse mit Mezcal. Bei dieser Gelegenheit erklärte uns Sean auch, was unser Tour-Style „YOLO“ eigentlich bedeutet, nämlich „You only live once“ (Du lebst nur einmal). Ich erklärte, dass ich dies sofort zu meinem zukünftigen Reisemotto machen werde. Es wurde gleich spät wie am Vortag.
 


03.03.2011 / Tag 6 der Tour

Nachdem ich gepackt hatte, ging ich wiederum ins Café Alex zum Frühstück, wo mich der Kellner bei der Bestellung fragt, ob ich also dasselbe wie am Vortag nehme. Lorcan war am frühen Morgen angekommen und wurde freudig begrüßt und um halb zehn, nachdem wir ausgecheckt hatten, gingen einige von uns zur Ecke, wo der Bus nach Monte Alban abfuhr. Dort wurden wir von einem Verkäufer erwartet und zahlten dort 40 Pesos für eine Rückfahrt und waren genau rechtzeitig gekommen, denn kaum waren wir in den Bus gestiegen, da fuhr er auch schon ab.
Monte Albán (span. weißer Berg) war die Hauptstadt der Zapoteken und liegt 10 km entfernt von der Stadt Oaxaca. Monte Albán liegt 2.000 m über dem Meeresspiegel auf einer künstlich abgeflachten Bergkuppe und war das religiöse Zentrum der Zapoteken, später der Mixteken. Seine Blütezeit liegt zwischen 300 und 900 n. Chr. Die Anfänge der Besiedlung von Monte Albán lagen nach bisherigen Erkenntnissen im 8. Jh. v. Chr. Erhalten sind umfangreiche Reste von Wohn- und Kultbauten, ein Observatorium, Grabkammern mit Skulpturen und Wandmalereien. 1987 wurde Monte Albán ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.
Neben dem monumentalen religiösen Zentrum wird der Ort durch mehrere hundert künstliche Terrassen und dutzende Anhäufungen von Grabhügeln entlang des gesamten Höhenzuges und seiner ihn umgebenden Flanken charakterisiert. Die archäologischen Ruinen auf den nahegelegenen Atzompa- und El Gallo-Hügeln im Norden werden ebenfalls als Teile der antiken Stadt gewertet.
Die Bedeutung Monte Albáns, eine der ältesten Städte Mesoamerikas, beruht auf seiner Rolle als sozio-politisches und wirtschaftliches Zentrum der überragenden Zapoteken für nahezu ein Jahrtausend. Am Ende der mittleren formativen Periode gegründet (ca. 500 – 100 v. Chr.) erfuhr Monte Albán während der späten formativen Periode (ca. 100 v. Chr. – 200 n. Chr.) als Hauptstadt eines weitreichenden, expansionistischen Staates seine Blütezeit, als es das Hochland von Oaxaca beherrschte und mit anderen Regionalstaaten Mesoamerikas, wie Teotihuacán im Norden Beziehungen unterhielt. Die Stadt verlor ihre politische Bedeutung am Ende der Spätklassik (ca. 500 – 700 n. Chr.) und wurde kurz danach weitgehend aufgegeben. Wiederbesiedlung und –nutzung in kleinem Umfang früherer Strukturen und Gräber sowie rituelle Wallfahrten kennzeichnen die archäologische Geschichte des Ortes während der Kolonialzeit.
Die Herkunft des heutigen Ortsnamens ist unklar. Die Vorschläge reichen von einer vermuteten Verballhornung des ursprünglichen zapotekischen Namens Dani Baá, Danibaan oder Danipaguache (zapotekisch = Heiliger Berg), über einen Bezug zu einem spanischen Soldaten namens Montalbán in der Kolonialzeit bis hin zu den italienischen Albaner Bergen. Der antike zapotekische Ortsname ist unbekannt, weil die Zapoteken die Stadt Jahrhunderte vor der ersten verfügbaren ethnogeschichtlichen Aufzeichnung aufgaben. Bei den Mixteken erhielt der Ort die Bezeichnung Yúcu-cúi (mixtekisch = Grüner Berg). Die Azteken bezeichneten Monte Albán als Ocelotepec oder Jaguarberg.
Wir verbrachten hier ein paar Stunden und vier von uns warteten noch eine halbe Stunde auf den 13.00 Uhr-Bus. Doch das Wetter war schön und hier oben auf dem Plateau war es auch sicher weniger hektisch als im Zentrum von Oaxaca. Wieder in der Stadt gingen wir zuerst zum Markt, wo wir uns „Heugümper“(Grasshopper) in Chili kauften und probierten diese auch. Hat auch nur 1.50 CHF gekostet und ich habe die Meisten mit in die Schweiz gebracht; mal schauen wo ich diese anbieten kann.
Wir vier gingen zum gleichen Restaurant wie am ersten Abend und ich nahm hier wieder eine Tlayuda, die mir hier jedoch besser schmeckte als in Hierve El Agua. Wir gingen nach dem Mittagessen zur Kirche Santo Domingo, doch wie in Puebla schon bemerkt, haben hier gewisse Kirchen offensichtlich eine Siesta zwischen 13.00 und 16.00 Uhr. Und es war erst kurz nach 15.00 Uhr. So besuchten wir in der Zwischenzeit zuerst eine Fotoausstellung, von der Natalia in ihrem Reiseführer gelesen hatte und sahen uns in der Fußgängerzone eine Prozession an, die an Fasching erinnerte. Kurz nach 16 Uhr machte die Kirche auf und wir konnten die reiche Verzierung im Innern bewundern. Unter anderem hatte es auch ein Stammbaum des Gründers des Dominikanischen Ordens, der natürlich bis zu Jesus und Maria zurückreichte (woher kommt der direkte Nachkomme von Jesus? Hatte Dan Brown trotzdem recht?). Ich ging noch alleine zu einer Kunstinstallation und verbrachte noch einige Zeit am Zocalo mit „People watching“, bis wir uns um 18.00 Uhr beim Hotel wieder trafen und mit Taxis zum Busbahnhof gebracht wurden. Dort fuhr um 19.00 Uhr der Nachtbus ab mit dem wir nun   11 ungemütliche Stunden unterwegs sein sollten.
04.03.2011 / Tag 7 der Tour
Mit sehr wenig Schlaf und die ersten vier Stunden durch eine dunkle Nacht mit sehr vielen Kurven eine steile Strasse runter und wieder rauf kamen wir um 6 Uhr morgens in San Cristobal de las Casas an. Die letzte Strecke legten wir offensichtlich auf dem berühmten Pan-America-Highway zurück.
An dieser Stelle zur Geografie unserer Reise. Bis und mit San Cristobal befanden wir uns auf einer Hochebene. Mexiko City und Puebla lagen beide etwas über 2150 Meter über mehr, Oaxaca auf 1550 Meter und San Cristobal nun wieder auf über 2150 Meter. Von hier ging es für die restliche Reise runter auf Meereshöhe. Die Busfahrten zusammen gerechnet ergeben etwa 2200 Kilometer (noch ohne die Ausflüge). Als Vergleich die Bahnfahrt im Herbst von Beijing nach St. Petersburg betrug etwa 8500 Kilometer.
Mit Taxis ging es zum Zocalo und dort wenige Schritte zu unserem Hotel San Martin in der Fußgängerzone. Wir bekamen zum Glück sofort unsere Zimmer und so legte ich mich nach einer Dusche noch für eine Stunde ins Bett. Dann gab es in einem benachbarten Café ein kleines Frühstück und um 9.45 Uhr nahm uns Sean mit auf eine kleine Orientierungs-Tour. Unterwegs besuchten wir ein lokales Geschäft, wo Papier und Karton selber hergestellt wird. Es gab sehr schöne Postkarten, doch ich kaufte mir ein gewaltiges Buch mit Traumdeutungen in Mayasprache und deren Übersetzungen ins Englische. Sean ging anschließend zurück zum Hotel und war so nett unsere Einkäufe mitzunehmen, so dass wir die restliche Stadt erkunden konnten. Zuerst gingen wir zum nahen Aussichtspunkt bei der Kirche Gouadelupe und von dort weiter zum Museum Na Bolom. Dieses Haus haben wir anhand der Tipps von GAP entdeckt und dank der Karte meines Lonely Planet gefunden. Das Museum war aus dem Grund auch interessant, dass die Bewohner ein Dänisch-Schweizerisches Forscherpaar waren.
Der Name des Hauses kommt aus der Mayasprache Tzotzil und bedeutete Haus des Jaguar, außerdem ist es auch ein Wortspiel auf den Namen der ehemaligen Bewohner.
Ursprünglich war der Gebäudekomplex, der 1898 erbaut wurde, ein katholisches Seminar, später das Haus des dänischen Archäologen Frans Blom (1893-1963) und der Schweizer Anthropologin und Photografin Gertrude Duby-Blom (1901-1993).
Sie widmeten ihr Leben den Ureinwohnern Chiapas und der Erforschung ihrer Kultur. Frans Blom entdeckte Kultorte der Mayas wie Palenque, Toniná und Chinkultic. In Palenque soll Frans Blom den damals noch zugewachsenen Eingang zur Grabstätte von Pakal gefunden haben. Seit ihrem Tod dient ihr Haus als Museum.
Nach dem Besuch dieses Hauses gingen wir zum Markt, wo wir uns trennten. Ich schaute mir zuerst den Touristenmarkt an und die hiesige dominikanische Kirche und den lokalen farbenfrohen Markt. Auf dem Rückweg traf ich Sophie und Anders wieder und gemeinsam gingen wir zu einem Falafel-Restaurant, das uns Sean empfohlen hatte. Später kamen noch fast alle anderen auch dazu. Der Falafel war wirklich sehr fein und der Koch fotografierte unsere Gruppe nach dem Essen, wie er es offensichtlich immer macht und setzte das Foto später auf die Facebook-Fan-Seite:
Nach dem Essen gingen Sophie, Anderes und ich ins benachbarte Kaffee-Museum, das jedoch eine riesige Enttäuschung war; in meinem alten Lonely Planet stand noch, dass es gratis war, doch es kostete Eintritt und in den zwei Räumen gab es „nur“ Fotos und viel Lesematerial zur Kaffee-Herstellung. Alleine ging ich von dort noch weiter in der Innenstadt herum und erklimmte schlussendlich noch den zweiten (steileren) Aussichtspunkt mit der kleinen (geschlossenen) Kirche San Cristobal. Auf dem Rückweg schaute ich noch in die Kathedrale. Im Hotel hieß es wieder einmal ausruhen vor dem Nachtessen.
Zum Nachtessen ging es ins Restaurant „Madre Tierra“ (Mutter Erde) und anschließend in die Bar „Revolucion“, wo ich natürlich dementsprechend einen passenden Cocktail, nämlich einen Cuba Libre hatte. Nachdem es immer lauter und voller wurde, machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel und da es immer noch relativ früh war, gingen fünf von uns auf einen zweiten Drink in eine Bar schräg gegenüber vom Hotel.


05.03.2011 / Tag 8 der Tour

Das heutige Frühstück holte ich vom benachbarten Supermarkt und um 9.20 traf ich Sophie und Anders in der Lobby und gemeinsam gingen wir zum Zocalo, wo wir abgeholt wurden zu einer Tour. Die Tour war diesmal nicht zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten, sondern zu zwei Dörfer, wo Nachkommen der Mayas lebten. Der Tourguide erklärte uns, dass die Einwohner zwar alles Katholiken seien, jedoch nicht den Vatikan anerkennen würden. Außerdem haben Sie auch diverse Rituale, die noch von ihrer Maya-Abstammung herrühren.
Der Tourguide warnte uns auch davor, einfach überall Fotos zu machen und sagte uns jeweils die Orte, wo fotografieren erlaubt sei. In der Kirche und bei den Ritualen war es zum Beispiel streng verboten. Trotzdem gibt es Fotos im Internet, was der Tourguide klar verurteilte. Er erklärte auch, dass die größte Gefahr solcher Gemeinden, nicht das Fernsehen, Internet oder die sonstige Modernisierung sein, sondern die Intoleranz gegenüber der Religion, die hier praktiziert wird. Es komme immer wieder vor das Missionare von verschiedenen anderen (christlichen) Glaubensrichtungen kommen und die Leute zu bekehren versuchen. Es waren zum Beispiel mal Leute hier, die gratis Brillen verteilten und jeder Person die eine Brille braucht, wurde auch eine Bibel ausgehändigt. Da solche Orte richtige Gemeinschaften bilden, werden Leute, die eine andere Religion annehmen verstoßen und die leben nun in großer Anzahl in Slums am Stadtrand von San Cristobal de las Casas. Die meisten Straßenverkäufer werden aus deren Reihen rekrutiert. Im Nachhinein überlege ich mir, dass Intoleranz auch aus der anderen Richtung funktioniert, wobei bei einer so engen Gemeinschaft, die auch sehr mit ihren Ritualen verknüpft ist, so etwas schon stören könnte.
Wir starteten bei einem Friedhof mit verschieden farbigen Holzkreuzen. Schwarz ist für die Alten, Weiße Kreuze für die Jungen und blaue Kreuze für alle Anderen.
Weiter ging es am beschäftigen Marktplatz und einer Prozession von sogenannten „Monkeys“ vorbei zu einem Haus eines Chiefs. Die Prozessionen sind Gruppen von verkleideten Männern, die trinken, tanzen und zum Teil auch komische Musik machten. Das ist eine Fasnachts-Tradition. (Guggenmusik auf Maya) Der Name kommt davon, dass ihre spitzigen Hüte aus Affenfell gemacht sind. Am Marktplatz standen auch drei grüne Kreuze mit Ästen aus Pinienbäumen. Der Guide erklärte uns, dass die zwar den christlichen Kreuzen ähnlich sind, diese jedoch auf die Mayatradition zurückgehen würde. Die Chiefs sind Männer, die diese Position für ein Jahr machen und damit keinen Lohn bekommen, sondern Ansehen, mieten Häuser und in diesen Häusern werden täglich Rituale ausgeführt. Dies kostet die Chiefs etwa 500 Peso im Monat. Wir durften an einem solchen Ritual teilhaben. Die Männer müssen sich bei den Dorfältesten um dieses Amt bewerben. Der Fußboden der Hütte ist ganz mit Pinienästen ausgelegt und diese Äste müssen alle vier Wochen ersetzt werden. Vor dem Haus wurden wir noch Zeuge von rituellem Feuerwerk, das nur laut sein musste. Das „Abfeuer“-Gerät sah ziemlich gefährlich aus. Es war nur ein Metallzylinder in der Größe und Form einer normalen Getränkebüchse, die Wände waren jedoch Massiv. In diesen Zylinder wurde das Schwarzpulver gedrückt und angezündet, so dass es mit einem lauten Knall aus der Öffnung schoss und in der Luft verpuffte. Solche Knallereien hatten wir bereits in Oaxaca gehört, wo es auch noch bis nach Mitternacht andauerte. Die Mexikaner lieben offensichtlich diese sinnlose Knallerei. Kein Wunder brauchen die am Nachmittag drei Stunden Siesta, wenn sie in der Nacht nicht zum schlafen kommen können.

Die Kerzen haben zum Teil auch verschiedene Farben und anstelle Kerzen werden auch Cola und Fantaflaschen mitgenommen. Die Farben haben jeder seine Bedeutung. Die häufigste ist die Weiße:

Weiß = gleiche Farbe wie Tortillas = bedeutet Essen für die Götter, außerdem wird es in der Himmelsrichtung Nord angeordnet
Grün = für eine Erfolgreiche Ernte / im Zentrum angeordnet
Gelb = für Wohlstand / Süd (wird auch mit Fantaflasche gemacht)
Rot = gegen Streitigkeiten / Ost
Schwarz = gegen Hexerei / West (auch mit Colaflasche)
Nach der Kirche hatten wir noch ein wenig Zeit den Markt zu erkunden und im Stadthaus das Gefängnis anzusehen. Der Guide erklärte uns, dass dort die Übeltäter höchstens drei Tage einsitzen müssen. Das Gefängnis war eigentlich nur ein dunkler Raum und statt einer Türe war dort ein großes Gitter vor der Öffnung, so dass es auch als Pranger diente. Der Raum war sehr dreckig und so ist es wohl eine richtige Strafe, dort nur eine Nacht einzusitzen. Nachdem wir dieses erste Dorf besucht hatten fuhren wir zu einem zweiten das San Lorenzo Zinacantan hieß. Dort war sehr viel weniger los, da hier der Carnival schon vorbei war und auch kein Markt stattfand. Wir besuchten zuerst die Kirche und anschließend ein Haus einer Familie die noch traditionell Webereien herstellte. Der „Webstuhl“ der von einem jungen Mädchen bedient wurde, sah noch gleich aus wie zu vorkolumbianischen Zeiten, wie unser Guide mit einem Bild aus dem Maja-Kodex von Madrid beweisen konnte. Wir bekamen dort auch noch einen kleinen Snack bestehend aus über dem Feuer gebackene Tacos mit Zwiebelstengel. Von hier ging es zurück nach San Cristobal.
Ich machte noch mal eine Runde durch die Stadt und kaufte mir für 100 Pesos ein T-Shirt im Shop des Restaurants „Madre Tierra“. Ich hatte das T-Shirt am Vorabend gesehen, doch als wir das Abendessen beendet hatten, war der Shop schon geschlossen. Den Rest des Nachmittages ruhte ich im Hotel aus und sendete mit dem inbegriffenen Internet ein weiteres Lebenszeichen nach Hause. Zum Nachtessen ging es an diesem Abend in eine Pizzeria, wo ich eine riesige Pizza Mexicana mit Chorizo, Chili, Artischocken und vielen anderen Beilagen bekam.

06.03.2011 / Tag 9 der Tour

Der Wecker läutete heute um 7 Uhr. Nach einer Dusche und einer heißen Schokolade waren wir um 7.50 Uhr bereit als wir von einem Minibus abgeholt wurden. Das Gepäck ging aufs Dach und wurde mit einer Plane zugedeckt. Wir hatten uns zwei Tage vorher entschieden, anstelle des 6-stündigen direkten Bus nach Palenque Non-Stopp, für 70 Pesos pro Person unseren eigenen Minibus zu chartern mit Stopp an zwei schönen Naturschauspielen.
Die ersten Kilometer führten wiederum über den Pan-American-Highway, obwohl dieser nicht speziell gekennzeichnet war. Nach kurzer Zeit bogen wir nach Nordosten ab und von nun an verloren wir in vielen Kurven an Höhe. Wir stoppten zwischendurch mal kurz für Frühstück und WCs (nur der Fahrer aß Frühstück).
Und nach knapp 4 Stunden erreichten wir unseren ersten richtigen Stopp „Agua Azul“ (blaues Wasser). Das ist ein Wasserfall der über diverse Kaskaden herunterfällt und wie es der Name schon verspricht ungewöhnlich türkisblaue Farbe aufweist. Ein paar von uns wagten ein erfrischendes Bad im natürlichen Pool an der höchsten Stelle des Wasserfalles (obwohl unten eigentlich auf einem Schild darauf hingewiesen wurde, dass man nur beim Parkplatz baden sollte). Wir hatten dort auch noch einen kleinen Snack, bevor es in knapp einer Stunde Fahrt zum Wasserfall von Misol-Ha ging.
Gemäß Lonely Planet wurden hier Szenen des Schwarzenegger-Films „Predator“ gedreht. Man konnte auf einem Pfad hinter den 35 Meter hohen Wasserfall gehen. Das tropische Klima machte sich hier bemerkbar, so sahen wir rund um den Pool bereits die reiche tropische Vegetation. Die letzte Etappe war nur noch eine kurze Fahrt. In 30 Minuten brachte uns unser Fahrer um 15.30 Uhr zum Hotel am Eingang des Naturparkes von Palenque, wo auch die Ruinen stehen.
Wir bezogen unsere Zimmer in verschiedenen Bungalows hier im Dschungel Hotel und erkundeten die Anlage. Wir sahen auch ein paar der berühmten Schrei-Affen (Howler-Monkeys), die uns am nächsten Morgen um 5 Uhr mit ihrem Gekreische wecken sollten.
Der Komplex hieß „El Panchan“ und wird im Lonely Planet als „nearly-legendary travelers’ hangout“ (fast legendärer Reise-Rastplatz) bezeichnet. Es sei auch das Epizentrum von Palenque’s Alternativer Szene, was sich an verschiedenen anderen Gästen durchaus zeigte. Auch das Angebot von Tätowierungen mit antiken Instrumenten gab Aufschluss über die Zielgruppe hier.
Als Vorspeise gab es ein großes Brusccetta und um 19 Uhr ein Wiener Schnitzel (oder Milanesa) als Nachtessen. Auf der Bühne spielte eine Liveband und wir hatten noch eine heiße Diskussion über die Touroptionen am nächsten Tag. Wir einigten uns schlussendlich auf einen Dschungel-Spaziergang mit anschließender Tour durch die Ruinen und am Nachmittag auf ein Grillieren am Fluss für insgesamt 320 Pesos zuzüglich der 76 Pesos Eintrittsgebühr für den Park.
07.03.2011 / Tag 10 der Tour
Wieder um 7 Uhr läutete der Wecker, nachdem bereits zwei Stunden früher wie angedroht der natürliche Wecker in Form des Affen-Gekreische seine Wirkung entfaltet hatte. Im Hotelrestaurant gab es ein kleines Frühstück und um 8.15 Uhr wurden wir mit einem Collectivo abgeholt und zum Ticket-Office gebracht. Nachdem wir schon beim Eingang zum Naturpark je 25 Pesos bezahlt hatten, gaben wir hier das Geld für die Ruinen an einem Schalter und den großen Betrag für die Tour an einem anderen Schalter ab. Anschließend brachte uns der kleine Bus zu einem Platz, wo wir den Dschungel-Walk starteten. Leider hörten wir die Tiere mehr als dass wir welche sahen. Einmal rannte ein großes Beuteltier vorbei, doch das war es dann auch schon. Interessanter waren die zugewachsenen Ruinen und der Gedanke, dass nur ein sehr, sehr kleiner Teil von Palenque ausgegraben ist und auch der „renovierte“ Teil vor 100 Jahren so ausgesehen haben musste. Er zeigte uns an zwei verschiedenen Orten Löcher, die auf den ersten Blick wie Höhlen aussahen, wenn man jedoch näher kam, erkannt man, dass es sich um Eingänge oder Dachfenster von Bauwerken handeln mussten. Hinter einem der Tempel kamen wir hervor und hatten die eindrücklichen Ruinen von Palenque vor uns. Der Tourguide führte uns durch die (noch) zugänglichen Gebäude und gab einige interessante Informationen weiter. Der Plan sieht vor, dass man hier wie auch schon in Chichen Itza passiert (wie wir später feststellen mussten) alle Ruinen eingehagt werden und kein Gebäude mehr bestiegen werden kann. Einzig die Grabkammer des Pakal war zu mindestens an diesem Tag nicht zugänglich. Wir konnten jedoch die Grabkammer der „Roten Königin“ sehen (ohne Königin) und den Innenhof des Palastes mit seinem ungewöhnlichen Turm. Abschließend zeigte uns der Guide an einem Souvenirstand noch die Grabplatte von Pakal.
Viele Archäologen haben sich an der Deutung des Reliefs ausgelassen. Vom Rachen des Erdungeheuers, über das Lebenskreuz zum Totengott, vom Maisgott Yum Kox bis zum bärtigen Wettergott ist alles vertreten was die blühende Phantasie so hergibt. Doch eine Interpretation verblüffte und irritierte die Fachwelt gleichermaßen.
Erich von Däniken sieht auf der Platte einen Mann in einem Fluggerät sitzen, gerade so wie beim Start eines Shuttles!
"Erst 1935 wurde in Palenque eine Steinzeichnung gefunden", schreibt Däniken, "die mit größter Wahrscheinlichkeit den Gott Kukumatz (in Yukatán: Kukulkan) konterfeit. Es bedarf keiner überhitzten Phantasie, auch den letzten Skeptiker zum Nachdenken zu zwingen, wenn man ganz unvoreingenommen, ja naiv, diese Steinzeichnung betrachtet. Da sitzt ein menschliches Wesen, mit dem Oberkörper vorgeneigt, in Rennfahrerpose vor uns; sein Fahrzeug wird heute jedes Kind als Rakete identifizieren. Das Vehikel ist vorn spitz, geht über in merkwürdig gerillte Ausbuchtungen, die Ansauglöchern gleichen, wird dann breiter und endet am Rumpf in eine züngelnde Feuerflamme. Das Wesen selbst, vornüber geneigt, bedient mit den Händen eine Reihe undefinierbarer Kontrollgeräte und setzt die Ferse des linken Fußes auf eine Art Pedal. Seine Kleidung ist zweckentsprechend: Eine kurze, karierte Hose mit einem breiten Gurt, eine Jacke mit modernem japanischem Halsausschnitt und dicht abschließend Arm- und Beinbänder. Es würde, in Kenntnis korrespondierender Darstellungen, verwundern, wenn der komplizierte Hut fehlen würde! Er ist da mit Ausbuchtungen und Röhren, wieder eine antennenähnliche Kopfbedeckung. Unser so deutlich dargestellter Raumfahrer ist nicht nur durch seine Pose in Aktion - dicht vor seinem Gesicht hängt ein Gerät, das er starrend und aufmerksam beobachtet. Der Vordersitz des Astronauten ist vom hinteren Raum des Fahrzeugs, in dem man gleichmäßig angeordnete Kästen, Kreise, Punkte und Spiralen sieht, durch Verstrebungen abgetrennt."
Die letzen drei Tempel, das Pelote-Spielfeld (mit zwei großen Iguana-Eidechsen) und den Weg am Wasserfall mit dem „Bad der Königin“ schauten wir uns noch alleine an und fuhren dann mit einem Collectivo-Minibus zum Hotel zurück. Hier noch einige Informationen über Palenque aus Wikipedia:
Palenque war eine bedeutende Stadt der Maya. Sie liegt im heutigen mexikanischen Bundesstaat Chiapas und gehört seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der historische Name Palenques lautete vermutlich Lakamha’ (zu deutsch etwa „Großes Wasser), während das von der Stadt beherrschte Gebiet mit B’aakal („Knochen“) bezeichnet wurde.
Aufstieg und Fall der Stadt Palenque
Die Herrscherlinie von Palenque stammte der Legende nach von drei lokalen Göttern ab. Der erste Vertreter der Dynastie, der einer Inschrift zufolge bereits 993 vor Christus geboren worden sein soll, leitete seine Herkunft von einer Göttin ab, die von den Archäologen aufgrund des Aussehens der Hieroglyphe, die sie symbolisiert, nur Biest genannt wird. Aufgrund des frühen Geburtsdatums jenes Herrschers wird angenommen, dass er ein Vorfahre war, dessen Geburt weit in die Vergangenheit verlegt wurde. Möglicherweise ist seine Existenz jedoch rein fiktiv.
Die ersten Spuren der Besiedelung lassen sich im vierten Jahrhundert nach Christus nachweisen, also zu einer Zeit, in der der Aufstieg vieler wichtiger Zentren der Klassik im südlichen Tiefland begann. Über diese Frühzeit Palenques ist bislang nur wenig bekannt, da die archäologischen Erkenntnisse aus dieser Zeit äußerst spärlich sind und es praktisch keine authentischen zeitgenössischen Texte gibt. Der erste historisch gesicherte Ajaw (König) war K'uk' B'alam I. (431-435 nach Christus). Er wird in einem Text aus dem siebten Jahrhundert – dem bislang einzigen entdeckten Maya-Text, der über die Frühzeit Palenques Auskunft gibt – durchgehend als „Herr von Toktan“ bezeichnet, was möglicherweise darauf hindeutet, dass die Herrscherdynastie ursprünglich nicht aus Palenque selbst stammte. Palenque selbst wird mit dem Namen Lakamha’ erstmals auf einer Inschrift aus dem Jahre 490 erwähnt, also zur Regierungszeit des dritten Königs B'utz'aj Sak Chiik, was vielleicht auch den historischen Gründungszeitpunkt markieren könnte.
Im 6. Jahrhundert entwickelte sich Palenque zu einer lokalen Großmacht und erhielt großen Einfluss auf einige Nachbarstädte. Palenque war in den ab etwa 550 beginnenden Kriegen der beiden Städte Tikal und Calakmul ein enger Verbündeter Tikals. Nach der längerfristigen Ausschaltung Tikals war das über 200 Kilometer entfernte Calakmul im April 599 sogar in der Lage, bei einem Überfall auf Palenque fast die ganze Stadt zu zerstören. 611 erfolgte ein weiterer Überfall unter Führung des Königs von Calakmul. Der regierende König Aj Ne' Ohl Mat überlebte den Überfall um einige Monate, doch nahezu die ganze politische Oberschicht der Stadt wurde getötet. Wer in den folgenden drei bis vier Jahren regierte, ist strittig. Der folgende Ajaw wird taucht in den Inschriften als Muwaan Mat auf, doch dieser Name bezeichnet eigentlich eine Gottheit Palenques. Es wird vermutet, dass dieser Name als Pseudonym für eine Herrscherin namens Sak K'uk diente, die die Regentschaft aufgrund des Mangels an männlichen Erben übernommen haben und die formale Herrschaft 615 an ihren zwölfjährigen Sohn K'inich Janaab' Pakal I. abgegeben haben könnte.
Mit seiner Inthronisation, die auf der Rückseite des Throns im Palast verewigt ist, begann eine rege Bautätigkeit. In Pakals Regierungszeit entstanden Teile des Palastes sowie der kleine Templo Olvidado (dt. etwa „der verschollene Tempel“) außerhalb des Stadtzentrums. Als sich 683, im Alter von 80 Jahren, sein Tod abzeichnete, begann man mit der Errichtung des Tempels der Inschriften, der möglicherweise noch von Pakal selbst entworfen worden war. Unter seinem Sohn K'inich Kan Balam II. konzentrierte sich die Bautätigkeit vor allem auf die Kreuzgruppe und hier besonders auf den Kreuztempel, der 692 gebaut wurde. Er scheint auch die Oberhoheit über einige kleinere Städte entlang des Río Usumacinta innegehabt zu haben und überfiel 687 die Stadt Toniná.
702 folgte K'inich K'an Joy Chitam II. seinem älteren Bruder auf den Thron. Er wurde 711 nach nur knapp neun Jahren Regierungszeit bei einem Überfall von Toniná gefangengenommen und verschleppt. Die Sieger installierten einen Statthalter namens Xok und sorgten dafür, dass Palenque keinen neuen Herrscher wählen konnte, indem sie den gefangenen Herrscher am Leben ließen. Nach dem Tod des alten Königs im Jahre 721 wurde mit K'inich Ahkal Mo' Naab' III. ein Mann aus einer Nebenlinie der Dynastie König.
Ab der Regentschaft seines Nachfolgers werden die Informationen über die Könige von Palenque immer spärlicher. Um 742 verheiratete K'inich Janaab' Pakal II. eine Prinzessin nach Copán im heutigen Honduras. Das Ende seiner Regierungszeit könnte mit einem erneuten Angriff aus Toniná zusammenhängen, für den jedoch kein genaues Datum gesichert ist. Auch scheint man zu dieser Zeit die Kontrolle über die Stadt Pomona verloren zu haben. Die letzte bekannte kalendarische Inschrift in Palenque ist für das Jahr 799 auf einer Tonscherbe verzeichnet und berichtet von der Thronbesteigung von Wak Kimi Janaab Pakal. Da es danach keine Anzeichen einer weiteren Besiedelung gibt und eine letzte mögliche Erwähnung des Reiches von B’aakal aus Comalcalco auf das Jahr 814 datiert, scheint die Stadt Palenque eines der ersten großen Zentren der klassischen Periode gewesen zu sein, das dem allgemeinen Kollaps der Maya im südlichen Tiefland zum Opfer fiel. Die Gründe für diesen Kollaps sind in der Forschung immer noch umstritten.
Beim Hotel hatten wir eine Stunde Zeit (zweite Dusche) bis uns der zweite Guide abholte und zu einem Fluss bracht, wo wir schwimmen konnten und es „All-you-can-eat“ Tortillas mit Fleisch, Chorizo-Würsten, ganzen gebratenen Zwiebeln und grünen Chilis gab. Es war sehr fein. Scheinbar war dieser Ort ein beliebtes Picknick Ort für die Einwohner vom modernen Palenque. Wir waren unter uns, doch gegen den späten Nachmittag kamen noch eine kleine Gruppe Kinder zum baden. Am Wochenende soll es aber hier hunderte Leute hinziehen (was man auch am hier liegenden Abfall sah).
Zurück im Hotel waren wir so ungefähr um 17.15 Uhr. Ich nahm dort die dritte Dusche an diesem Tag und wartete kurze Zeit, dass um 18.00 die Happy Hour anfing und ich 2 für 1 Tequila Sunrise bestellen konnte. (Zwei waren aber für den ganzen restlichen Abend genug). Zum Nachtessen gab es später einen feinen Pastateller mit Thunfisch und Lauch.

08.03.2011 / Tag 11 der Tour

Heute war der große Reisetag. Nachdem Nachtbus war dies die längste Fahrt. Um 7.30 fuhren wir mit Taxis ins Stadtzentrum, wo wir um 8 Uhr den Bus nach Merida bestiegen. Unterwegs hielten wir in diversen Städten, jedoch höchstens für 5 oder mal für 10 Minuten. So reisten wir auch durch den Staat Tabasco und hielten in einer Stadt, die nach dem Revolutionshelden „Emiliano Zapata“ benannt war. Ebenfalls einen Stopp machten wir in Campeche und wir kamen am westlichen Ufer der Yukatan-Halbinsel vorbei. Im Bus wurden wie immer Filme gezeigt. Ich schaute erstaunt auf, als der erste Film der damals hochgelobte (und später von der Kritik zerrissene und beim Publikum durchgefallene) Schweizer Trickfilm „Max und Co“ auf Spanisch gezeigt wurde. Ebenfalls gezeigt wurde eine mexikanische Version (von Disney Mexico) von High School Musical. Um 16.15 Uhr kamen wir in Merida an, doch damit war die Reise noch nicht zu Ende. Weil heute der letzte Tag des hiesigen Karneval war, gab es im Busbahnhof keine Taxis. Die ersten Vier konnten am ersten Wartepunkt ein Taxi erwischen, doch wir anderen (inklusive Sean, natürlich) wechselten noch zweimal den Standort (das letzte Mal nach einer telefonischen Anfrage von Sean an einen Kollegen). Dort erwischten wir zwei Taxis und kamen schlussendlich mit einer Verspätung beim Hotel an, wo uns die restlichen Vier schon erwarteten. Dort war auch eine andere GAP-Gruppe, die nun dieselbe Busreise durch die Nacht nach Palenque vor sich hatte.
Nach dem Bezug der Zimmer gingen wir in ein Restaurant, wo es für mich eine Combo aus verschiedenen lokalen Spezialitäten gab. Wir schlenderten noch über den schön beleuchteten Zocalo und gingen dann zum Hotel zurück, wo das Bett bald rief.
09.03.2011 / Tag 12 der Tour
Wir hatten am Vorabend erfreut erfahren, dass in diesem Hotel ausnahmsweise das Frühstück inbegriffen war. (entgegen des Reiseprogramms) und so gab es Kaffee und Toast (am zweiten Morgen sogar noch Orangensaft).
Außer zwei unserer Gruppe gingen wir alle mit Sean um 8 Uhr aus dem Haus und liefen ein paar Blocks zu einer Strasse, wo die Collectivo abfuhren. Die Collectivo sind übrigens kleine Minibusse für ca. 20 Reisende, die fast wie die großen Busse funktionierten, jedoch viel günstiger waren. Die Tour, die wir nun machten hätte man auch als Privatgruppe machen können, nur hätte es in diesem Fall wohl das Doppelte gekostet. So gaben wir Sean je 200 Pesos und er bezahlte an jedem Ort für die ganze Gruppe beim jeweiligen Leistungsträger. Der Bus brachte fuhr etwa eine Stunde zur Ortschaft Cuzama und anstelle beim Zentrum durften wir für einen Zuschlag bis zum Stadtrand weiterfahren, wo der große Spaß begann.
Mit kleinen Wägelchen ging es von Pferden gezogen ca. 30 Minuten einem schiefen Gleis entlang. Nach der holprigen Fahrt stiegen wir aus und dann ging es in den Untergrund. Mit einer steilen Holzleiter ging es 35 Meter tief in einen sogenannten Cenote.
Ein Cenote ist ein dolinenartiges Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhle entstanden und mit Süßwasser gefüllt ist.
Der Begriff stammt von den Maya der mexikanischen Halbinsel Yucatán. 852 Cenotes sind im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo bekannt, eine geringere Anzahl von etwa 300 Cenotes im benachbarten Bundesstaat Yucatán, sowie in Belize. Sie besitzen im Durchschnitt eine Tiefe von etwa 20 Metern, vereinzelt auch von über 100 Metern.
Cenotes (span. Plural) entstehen in Karstgebieten. Durch die Auflösung des Kalkgesteins bilden sich Höhlen und unterirdische Wasserläufe. Brechen die Decken dieser Höhlen ein, so entstehen Tagöffnungen, die bis zum Grundwasser (Aquifer) reichen können.
Im Nordwesten von Yucatán folgen die wasserführenden Schichten und damit die Höhlen den durch den Einschlag des Chicxulub-Meteoriten verursachten Brüchen und Verwerfungen. Der damit verbundene halbkreisförmige Ring von Cenotes bildet den ansonsten längst verschütteten Kraterrand auch heute noch nach. Der Meteorit schlug vor 65 Millionen Jahren hier ein und hinterließ einen 284 Kilometer breiten Krater.
Nachdem wir den ersten Cenote verließen, sagte ich etwas wie „Welcome back from the Underworld“ (Willkommen zurück aus der Unterwelt) und ich wusste damals noch nicht wie wahr das war:
Die Maya glaubten an drei Existenz-Level, Himmel (mit in sich selbst verschiedenen Arten), Erde und die Unterwelt Xibalba. Sie betrachteten die Cenote als Eingänge zum nächsten Leben und nutzten sie als religiöse Opferstätten. Sie glaubten, dass jeder der in einem Cenote den Göttern geopfert werde, direkt in den Himmel komme und so der Unterwelt entgehen könne. (Direkt in den Himmel kamen auch Frauen die im Kindbett starben und Soldaten im Krieg). Archäologen fanden in den Cenotes aber auch bereits tote Mayas, was darauf schließen lässt, dass gewisse Gruppen wohl glaubten, dass dies auch so funktionierte.
Wir besuchten noch zwei weitere Cenotes und konnten auch zusehen, was passierte, wenn auf dem einzelnen Gleis solche Pferdewagen entgegen kamen. Nämlich indem man einen oder mehrere Wagen ab dem Gleis hob und nachher wieder aufs Gleis stellte. Scheinbar waren diese Wagen sehr leicht, was mein Vertrauen nicht gerade hob. Das Wasser war sehr frisch und sauber und wir hatten wirklich viel Spaß mit Schwimmen und in dem wir wiederholt ab den hölzernen Plattformen sprangen aus ca. 5 Meter Höhe.
Zurück am Ausgangspunkt gingen wir ins Restaurant, das aussah wie die lokalen Gebäude nur als XXL-Version. Ich hatte dort das beste Essen bis jetzt. Nach dem Essen fuhren wir mit Motorrad-Rishkas zurück ins Zentrum, wo wir ein Collectivo nach Merida zurück besteigen wollten. Es wartete auch schon eines dort, jedoch hatte es nur Platz für 7 Personen, so wartete Sean und ich noch im kühlen Warteraum für eine halbe Stunde und fuhren nach einer Tour durch das Dorf im halb leeren nächsten Collectivo zurück.
Nach Ankunft in Merida machte ich noch einen Rundgang durch das Zentrum und infolge der warmen Temperatur kaufte ich mir eine Literflasche Cola und setzte mich im Hotel mit meinen Füssen an den kühlen Pool und später noch im Zimmer für ein Schläfchen. Am Abend gingen Sean, Alex, Lorcan und ich auf die Suche nach dem Maya Pub, doch wir konnten es nicht an der angegebenen Adresse finden, so gingen wir ins lokale Restaurant Trapiche, wo ich eine große und feine vegetarische Pizza hatte.


10.03.2011 / Tag 13 der Tour
Nach dem Frühstück brachten uns die bestellten Taxis diesmal ohne Probleme zum Busbahnhof, wo um 09.15 Uhr der Bus abfuhr und knapp zwei Stunden später vor dem Tor zu Chichén Itza anhielt. Zum Service gehörte hier auch eine gratis Gepäckaufbewahrungen. An zwei verschiedenen Schaltern zahlten wir die Eintritte, einerseits die üblichen 51 Pesos für die Ruinen und zusätzlich noch einen Betrag für den Staat oder den Park. Nun hatten wir individuell Zeit das Ruinengebiet zu besichtigen, denn auf einen Führer hatten wir hier verzichtet. Zwischendurch gab es einen erfrischenden Wolkenbruch, der einzige (während des Tages) auf der ganzen Reise!
Chichén Itzá ist eine der bedeutendsten Ruinenstätten auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Sie gehört der späten Maya-Kultur an und liegt etwa 120 Kilometer östlich von Mérida im Bundesstaat Yucatán. Durch die touristische Entwicklung von Yucatán ist Chichén Itzá nach Teotihuacán zu der archäologischen Stätte Mexikos geworden, die die zweithöchste Besucherzahl erreicht.
Chichén Itzá ist einer der ausgedehntesten Fundorte in Yucatán – offiziell ist die Fläche auf 1547 Hektar festgelegt worden. Das Zentrum wird von zahlreichen monumentalen Repräsentationsbauten mit religiös-politischem Hintergrund eingenommen, darum herum befinden sich die voneinander getrennten Wohnkomplexe der Oberschicht. Zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert spielte die Stadt eine überregional bedeutende Rolle – bisher konnte jedoch nicht genau geklärt werden, wie diese aussah. Einzigartig ist, wie in Chichén Itzá verschiedener Architekturstile nebeneinander auftreten. Einen dieser Architekturstile hat man früher auf eingewanderte Tolteken zurückgeführt.
Die rekonstruierte Geschichte unterscheidet sich je nach herangezogenen Quellen fundamental. Während die Hieroglyphentexte die Selbstdarstellung eines kleinen Ausschnittes einer Herrscherdynastie bieten, bestehen die kolonialzeitlichen und späteren Schrifttexte aus weitgehend unverbundenen knappen Einzelmeldungen, die sich nur zu fragwürdigen Darstellungen verbinden lassen. Insgesamt ist der Großteil der Geschichte von Chichén Itzá weiterhin (und vermutlich auf Dauer) unbekannt.
Geschichte nach Hieroglypheninschriften
Die Inschriften umfassen nur einen relativ kurzen Zeitraum in der Geschichte von Chichén Itzá, im Wesentlichen einer Herrscherfamilie, insbesondere ihrer wichtigen Exponenten.
Nach den Inschriften hatte anfangs Ek Balam, das deutlich nach dem weit im Süden gelegenen Kerngebiet der Klassischen Mayakultur orientiert war, die Vorherrschaft im nördlichen Yucatán inne. Auch Chichén Itzá scheint anfangs Ek Balam untergeordnet gewesen zu sein. Die Serie der Inschriften in Chichén Itzá, die mit Maya-Daten verlässlich datiert sind, beginnt mit einem langen horizontalen Band im vorderen Raum des Roten Hauses (Casa Colorada). In dieser Inschrift setzen sich ihre Verfasser deutlich von den Inschriften von Ek Balam ab, indem sie eine lokale Sprachform benutzen, die später als Yukatekisches Maya in Erscheinung tritt.
In der Inschrift wird für das Jahr 869 zunächst von einer Zeremonie berichtet, die K’ak’upakal K’awiil („Feuer ist der Schild des K’awiil“) vorgenommen hat, die herausragende Persönlichkeit in den Inschriften von Chichén Itzá. Ein knappes Jahr später fanden Feuerzeremonien statt, in denen K’ak’upakal und K’inich Jun Pik To’ok’, Herrscher von Ek Balam, beteiligt waren, sowie ein offenbar ranggleiches Mitglied der aus der Kolonialzeit bekannten Kokom-Familie. K’ak’upakal wird zum letzten Mal in einer Inschrift von 890 erwähnt. Der Name seines Bruders, der zweiten wichtigen Persönlichkeit von Chichén Itzá, wird vorläufig als K’inil Kopol gelesen. Er trägt wie sein Bruder einen sonst nicht vorkommenden Herrschertitel, wird aber nur in Inschriften zwischen 878 und 881 genannt. Ihre Mutter war Frau K’ayam, während der Vater mit einem nicht befriedigend gelesenen Namen noch undeutlich bleibt, was einer Betonung der mütterlichen Deszendenz in Chichén Itzá entsprechen dürfte.
K’ak’upakal und K’inich Jun Pik To’ok’ treten auch auf einem Monument im nahe gelegenen Halakal, vermutlich zusammen mit einem noch nicht identifizierten lokalen Herrscher auf. Auch im benachbarten Yula erscheint K’ak’upakal, zusammen mit dem örtlichen Herrscher To’k’ Yaas Ajaw K’uhul Um und anderen Personen im Zusammenhang mit Feuerzeremonien. In dem heute als Akab Dzib bekannten Gebäude von Chichén Itzá bezeichnet sich Yahawal Cho’ K’ak’, ein Angehöriger der Familie der Kokom, als dessen Besitzer. Aber auch weitere Inschriften aus nicht identifizierten Bauten bringen diese in Beziehung zu den Kokom.
Die in den Inschriften an Gebäuden mitgeteilten Daten lassen drei Bauperioden erkennen. Die älteste, die noch vor dem Aufstieg des K’ak’upakal liegt, umfasst die Bauten Akab Dzib und Casa Colorada, der nächsten gehört die Errichtung des Komplexes der Monjas an. Zur letzten gehören die Bauten des Grupo de la Fecha und die Tempel der drei und der vier Türstürzen, alle im Auftrag von K’inil Kopol errichtet. Damit endet auch die dichte Folge von datierten Inschriften. Für die spätere Zeit, in der die als toltekisch bezeichneten Bauten entstanden, fehlen Inschriften, die Auskunft über genaue Entstehungszeit und beteiligte Personen geben könnten. Man kann daraus folgern, dass die Fähigkeit, Inschriften zu verfassen, entweder nicht mehr vorhanden war oder nicht mehr geschätzt wurde.
Zahlreiche Namen, die in der früheren Forschung als Mitglieder eines relativ egalitären Herrschaftssystems unter der Maya-Bezeichnung multepal angesehen wurden, sind nun als Namen von Göttern erkannt, wodurch die vermutete eigentümliche politische Struktur nicht mehr anzunehmen ist. Das anfängliche Missverständnis rührt daher, dass Götter und Herrscher, möglicherweise erst nach ihrem Tod, in demselben Kontext, vor allem als Eigentümer von Gebäuden, auftreten.
Hypothetische Geschichte nach Schriftquellen
Eine an einer wörtlichen Übernahme der Aussagen (bestimmter) Chilam Balam Texte orientiertes Zeitschema hat Sylvanus Griswold Morley entwickelt. Die Zeitangaben liegen wegen der verwendeten Kalenderkorrelation teilweise rund 256 Jahre zu spät.

948
Die Itzá verlassen Chakanputun (Lage unklar) und ziehen ins nördliche Yucatán
987
Wiederbesiedlung von Chichén Itza durch die Itzá, Vorherrschaft von Chichén Itza im Norden
1224
Eroberung von Chichén Itza durch Hunac Ceel. die Itzá werden vertrieben, Vorherrschaft von Mayapan im Norden
1441
Ah Xupan Xiu führt Aufstand an, Mayapan zerstört, fast alle ihre Anführer (aus der Linie der Cocom) sterben

In den 1950er Jahren hat insbesondere Alfred M. Tozzerversucht, die Aussagen der Quellen vor dem Hintergrund der damals verfügbaren archäologischen Ergebnissen zuverlässiger zu interpretieren. Diese Rekonstruktion wird zwar heute kritisch gesehen, findet sich aber in vielen allgemeinen Darstellungen.
Die Besiedlung (die Chilam Balam Texte sprechen von der „Entdeckung“) wird auf 692 (Chilam Balam von Tizimin), 711 oder 731 (zwei Abschnitte im Chilam Balam von Chumayel) angesetzt, nach dem Codex Pérez auf den Zeitraum zwischen 475 bis 514, wobei Tozzer keine dieser Daten als historisch ansieht. Die kolonialzeitlichen Quellen sprechen ferner von einem Großen Herunterkommen (aus dem Osten) und einem Kleinen Herunterkommen (aus dem Westen), wobei sich die Größe auf die Zahl der Menschen bezieht. Für das Große Herunterkommen gibt es (im Chumayel) sogar eine lange Liste von Orten, die mit dem Hafen Polé an der Ostküste beginnt.
Mehrere Texte beziehen sich auf ein undurchsichtiges Geschehen rund um eine Person namens Hunac Ceel, das vielleicht auf 1194 zu datieren ist. Nach dem Codex Pérez wurde das Oberhaupt von Chichén Itzá, Chac Xib Chac vertrieben wegen der Hinterhältigkeit des Huac Ceel, Herrscher von Mayapan. Er wurde vertrieben durch mehrere Personen mit Náhuatl-artigen Namen. Diese Vertreibung stand in Zusammenhang mit einem Bankett, das Ulil, der Herr von Izamal gegeben hatte. Die Fremden wurden später Cupul genannt, und sie wurden von Francisco de Montejo bei der spanischen Eroberung in Chichén Itza angetroffen. Die Geschichte ist im Tizimin-Text etwas anders geschildert: Auf dem Hochzeitsfest von Ah Ulil von Izamal war auch Chac Xib Chac geladen, ebenso Hunac Ceel. Seine Hinterhältigkeit bestand darin, dass der dem Chac Xib Chac einen Liebeszauber zu riechen gab, worauf der die Braut des Ah Ulil begehrte. Es kam zum Krieg und Chac Xib Chac wurde aus Chichén Itzá vertrieben.
Irgendwann, so Landa, zwischen 1224 und 1444 kam ein Kukulkan mit den Itzá in Chichén Itzá an, und gründete etwas später Mayapan.
Hunac Ceel wurde später in den Heiligen Cenote von Chichén Itzá geworfen, aber er überlebte und kam zurück mit den Prophezeiungen und wurde Oberhäuptling. Herrscher war Ah Mex Cuc. Im Jahre 1461 kam das Ende von Chichén Itzá, seine Bewohner zogen zum Teil in die weit im Süden liegende Inselstadt im Petén-See, wo sie sich ihre Unabhängigkeit bis zum Ende des 17. Jahrhunderts bewahren konnten.
Eine spätere Anschauung sieht in den Itzá eine Einwanderergruppe, die aus einem stärker mexikanisch beeinflussten Gebiet gekommen war. Sie erreichten Yucatán in dem oben erwähnten Kleinen Herunterkommen aus dem Westen. Von ihnen wird unter Anderem gesagt, dass sie die Maya-Sprache nur gebrochen beherrschten. Als ihr Anführer erscheint Kukulkan (den die ältere Forschung mit dem in Náhuatl namensgleichen Topiltzin Quetzalcoatl aus Tula) in Verbindung brachte, welcher sein Land in Richtung des Golfs von Mexiko verlassen haben soll. Dies wird in das Jahr 987 gesetzt. Die historische Analyse der historischen Angaben kann jedoch nicht klären, welche Rolle (wenn überhaupt) toltekische Einwanderer, Krieger oder religiöse Anführer in Chichén Itzá gespielt haben.
Nach der Besichtigung aß ich im Eingangsbereich ein Sandwich und hatte dazu einen großen Pina Colada. Um 16.30 Uhr fuhr der Bus ab nach Playa del Carmen und nach der Ankunft liefen wir etwa 5 Minuten zu unserem Hotel, wo wir um 20.30 Uhr eintrafen. Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, machten wir uns auf ins Zentrum um etwas fürs Nachtessen zu finden, was ich in Form eines großen Burgers fand. Sean zeigte uns noch schnell die Hauptstrasse und den Strand und ich checkte mit Sophie und Anders noch das Pier aus, wo die Fähren nach Cozumel fuhren. Neben dem Hotel war ein Internet-Café und ich ging wieder mal für letzte Infos betreffend Rückreise und für ein Lebenszeichen dorthin. Schlussendlich war ich froh, dass wir uns offensichtlich in einem ruhigeren Quartier befanden.
11.03.2011 / Tag 14 der Tour
Ich stand heute vor 8 Uhr auf und nach einer Dusche setzte ich mich in die Lobby bis um 8.30 Uhr, um zu sehen, ob jemand anderes schon so früh unterwegs war. Ich ging zum Pier und kaufte mir dort für 312 Pesos eine Rückfahrkarte nach Cozumel für 10 Uhr. Da ich nun noch warten musste, schaute ich mir die Hauptstrasse mit den Souvenirläden an um mir Ideen für den letzten Tag zu holen. Kurz vor 10 Uhr stellte ich mich in die Warteschlange, die immer mehr anwuchs und mit einer kleinen Verspätung fuhren wir von Playa del Carmen ab, da es seine Zeit brauchte, bis alle eingestiegen waren. Es war ein schnelles Boot ohne Aussichtsdeck und die Wellen schüttelten das Schiff ziemlich durch. Ich konnte auf den knapp 50 Minuten Fahrt diverse Leute sehen, die sich wankend dem WC näherten. Ich war jetzt doch froh, dass ich mein Frühstück nur flüssig eingenommen hatte. Schon vom Schiff aus sah ich, dass insgesamt sechs Kreuzfahrtschiffe angelegt hatten. Ich konnte ein „America Holland“, eine „Norvegian“, zwei Carnival und ein „Royal Caribean“ erkennen. Costa war leider keines anwesend, aber in dem Fall musste es hier von Touristen wimmeln und die Preise waren wahrscheinlich auch höher als in Playa del Carmen.
Nach Ankunft auf der Insel entdeckte ich gleich beim Pier „das kleinste Hard Rock Café der Welt“. Leider war zu diesem Zeitpunkt gerade der Computer offline, so verschob ich den T-Shirt-Kauf auf einen späteren Zeitpunkt. Ich machte mich zu Fuß auf diesen Ort zu erkunden. Sah ich mir einen schmucken Friedhof an und kam auch zum Touristen-Einkaufszentrum für die nähere Kreuzfahrten-Anlegestelle. Leider konnte man nicht näher an die Schiffe kommen, da die Sicherheitskontrolle bereits im Aufnahmegebäude stattfand. An diesem Ort war ein Shop und eine Bar des „Hard Rock Café“ und ich kaufte mir mein T-Shirt dort. Außerdem kaufte ich mir noch fünf kleine Sombreros als Geschenke für Zuhause. Insgesamt verbrachte ich knapp drei Stunden auf der Insel und um 14 Uhr fuhr ich auf einer Fähre mit offenem Deck und somit gratis Dusche zurück zum Festland.
Vom Pier ging ich am Strand entlang und von dort direkt zum Hotel, wo ich mich duschte (vom Salzwasser befreite) und umzog. Ich aß noch schnell drei Tacos als später Mittagssnack und schaute mir noch einmal die Souvenirläden an. Anhand eines Ortsplanes entdeckte ich, dass nur wenige Blocks entfernt ein Wallmart sein muss und so ging ich noch dorthin und schaute mir das Angebot an. Ich kaufte mir dort schlussendlich noch drei Flaschen mit scharfen mexikanischen Saucen. Solche Saucen, Tequila und Mezcal wurden zwar auch in den Souvenirläden angeboten, doch dort nur zu sehr überhöhten Preisen.
Zurück im Hotel ruhte ich mich aus und exakt 24 Stunden vor Abflug ging ich noch mal zum Internet-Café und machte meinen Check-In. Leider waren die guten Plätze auf dem Langstreckenflug schon weg, doch auf dem kurzen Flug hatte ich wieder einen Fensterplatz in der Notausgangs-Reihe. Boarding-Pass konnte ich auch nicht ausdrucken, was aber nicht am Internet-Café lag, sondern weil dies British Airways hier nicht erlaubte. So entschied ich mich, doch die vorgeschlagenen drei Stunden vor Abflug am Flughafen in Cancun zu sein. Direkt anschließend traf ich die anderen und wir gingen in ein lokales Restaurant, wo es zum letzen Mal ein richtiges Mexikanisches Essen gab und wir Sean das Trinkgeld mit einer Geburtstagskarte gaben, denn er wurde in vier Tagen Dreißig.
Mit einem Abstecher zum Hotel, wo wir im Fernsehen die unglaublichen Bilder aus Japan sahen, gingen wir ins Ausgangs-Viertel, wo wir nicht ins „Coco Bongo“ gingen. Dieser Schuppen verlangte 500 oder 600 Pesos eintritt und dafür waren alle Getränke gratis. Wir gingen in eine Bar, wo es Cocktails in Liter-Bechern gab. Ich hatte eine starken Long Island Ice Tea, der mir leider nach der Hälfte aus den Fingern rutschte. Ich bestellte dann halt noch einen halben Pina Colada. So gab ich insgesamt nur 140 Pesos aus. Den Abend schlossen wir in der Bar „La Mezcalinne“ ab und im Bett war ich irgendwann um 1 Uhr morgens.
12.03.2011 / 13.03.2011 / Tag 15 der Tour - Rückreise
Kurz nach 8 Uhr war ich schon auf und nahm eine Dusche, bevor ich mich zur Bushaltestelle aufmachte. Ich kaufte mir für 15.10 Uhr ein Ticket für 110 Pesos zum 60 Kilometer entfernten Flughafen von Cancun und wollte eigentlich noch Souvenirs kaufen, doch die Läden machten erst nach 9 Uhr auf, so genehmigte ich mir ein flüssiges Frühstück aus einem OXXO und war um 9 Uhr bereits wieder im Hotelzimmer. Dort schaute ich mir im Fernsehen die Nachrichten über das Desaster in Japan an und packte meinen Rucksack zum ersten Mal. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht wo genau der Tsunami zugeschlagen hat und vom Atomkraftwerk hörte ich erst zuhause.
 
Ich ging später noch einmal zum Strand, den ich barfuss im Wasser entlang lief und machte noch die letzten Fotos und endlich auch die Souvenir-Käufe. Ich sah mir mehrere Souvenir-Shops an und bemerkte, dass die Preise je näher man der Busstation kam günstiger wurden. (Der Anfang der Hauptstrasse begann bei den teuren Hotels). So kaufte ich mir in einem Laden einen großen Sombrero für 175 Pesos und in einem anderen Laden einen Poncho mit der Mexikanischen Fahne für 40 US-Dollar (nachdem ich in einem anderen Laden denselben Poncho für einen Preis von 95 Dollar, bzw. mit einem Rabatt von 25 % für 70 Dollar angeboten bekam) Auch bei diesem Laden konnte ich den Preis um immerhin 10 Dollar verringern. Zurück im Hotel war ich um 11.15, wo ich noch mal vor der langen Reise eine Dusche nahm, die Kleider wechselte und das Gepäck packte. So konnte ich beruhigend rechtzeitig aus dem Hotel aus-checken und ich durfte mein großes Gepäck noch schnell in Sophie und Anders Zimmer unterstellen. Die beiden machten eine weitere GAP-Tour und blieben so noch zwei Nächte im selben Hotel.
 
Ich ging noch mal in die Stadt, da ich noch ein Mittagessen haben wollte und zwar, wenn ich schon am Meer bin, etwas aus dem Meer. So fand ich ein günstiges Restaurant an der Hauptstrasse und hatte einen feinen Fisch mit Beilagen. Gleich beim benachbarten Hotel fand ich auch meinen obligatorischen Link zu meiner nächsten Reise, nämlich zwei Flaggen; eine von Kanada und die andere von Quebec. Um 13 Uhr war ich schon wieder zurück im Hotel, wo ich mein Gepäck aus dem Raum von Sophie und Anders nahm und es mir im Liegestuhl bequem machte, bis ich mich um halb drei von den übriggebliebenen Reisenden verabschiedete und kurz nach 15 Uhr mit dem Bus Playa del Carmen verlies.
 
Die Fahrt dauerte ungefähr eine Stunde, dem Highway entlang, denn ich heimlich „Millionaire Drive“ nannte, da hier entlang offensichtlich die richtig teuren Hotels mit eigenem riesigen Park und Strand lagen. Ich kam rechtzeitig am Flughafen an und ging nach dem ich meinen Boarding Pass erhalten hatte um 16.30 Uhr durch die Security. Ich sah, dass es dort im Flughafen ebenfalls einen Shop des Hard Rock Café Cancun hatte, doch da ich bereits zwei T-Shirts hatte und in Cancun ja nur am Flughafen war, verzichtete ich darauf. Dafür stach mir ein Markenzeichen ins Auge und so ging ich für ein frühes Nachtessen ins Restaurant „T.G.I. Fridays“, wo es jeden Tag Freitag ist. So beendete ich eine perfekte GAP-Tour auf die gleiche Art wie die letzte GAP-Tour in St.Petersburg. Nur entschied ich mich diesmal für einen Pastateller anstelle des „Shanghai Chicken Salad“ beim letzten Mal. Ich gab meine letzten Pesos noch für eine teure Flasche Wasser aus. Rechtzeitig konnte ich die Boeing 777 der British Airways besteigen und im Gepäckfach war sogar genügend Platz für meinen Sombrero. Auf dem Flug sah ich mir die Filme „True Grit“, „Burlesque“ und den größten Teil von „Black Swan“. Leider war der Flug etwa 10 Minuten zu kurz und so verpasste ich das Ende. In London herrschte fast typisches Wetter und nachdem ich mein Gepäck bekam und durch den Zoll war fand ich auch sofort den Ticketschalter für den „National Express“-Bus für meinen Flughafen Transfer. Denn auf dem Rückflug musste ich nicht nur Terminal wechseln, sondern Flughafen. Ich landete in Gatwick und der Bus für 21.50 Britische Pfund brachte mich in knapp einer Stunde nach Heathrow ins altbekannte Terminal 5, wo ich sogar 45 Minuten zu früh war um meinen Koffer abzugeben; den Boarding Pass hatte ich schon in Cancun erhalten. Scheinbar geht es erst drei Stunden vor Abflug, doch ich hatte ja mein Buch noch dabei und meine mexikanische Wasserflasche und so wartete ich halt im Check-In-Bereich noch eine Weile, bis die Zeit da war.
 
Nach der Security gönnte ich mir im Restaurant „Giraffe“ noch einen Falafel-Burger, der lang nicht so gut schmeckte, wie derjenige in San Cristobal und wartete auf meinen Abflug. Der letzte Flug verlief problemlos, nur mein Sombrero reiste im Garderobenkasten mit, da in der Gepäckablage kein Platz war und ich in der Notausgangsreihe nichts unter den Sitz vor mir legen durfte. Landung und Einreise in Zürich wie immer problemlos und das Wetter war auch noch nicht zu schlecht, so dass der Temperatur-Schock nicht so schlimm war.

 

 

 


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