Diaries of a World Traveller
Auf den Spuren von Che Guevara und Fidel Castro
21. März bis 06. April 2008

31. Januar 2008

Wieder geht es in ein neues Land. Die Reiseunterlagen habe ich bereits erhalten. So werde ich mit Air France via Paris am Karfreitag 21 März nach Havanna fliegen, wo am nächsten Tag meine 5. Tour mit Imaginative Traveller starten wird. Diesesmal bin ich "nur" zwei Wochen unterwegs, aber werde hoffentlich sehr viel von dieser Insel sehen. Da ich schon die DDR verpasst hatte, wollte ich doch noch Kuba unter Fidel Castro erleben. Meine Reiseroute seht Ihr gleich hier:

Image:LTCR-Map.jpg

Mal sehen was mich dort erwartet. Auf jeden Fall gehe ich heute nachmittag an die Fespo, unsere Ferienmesse hier in Zürich um mir noch Ideen für meine drei Wochen Urlaub im Herbst zu suchen.

21. Februar 2008

In einem Monat fliege ich ab in Richtung Havanna und in einer Woche treffe ich zwei Freunde mit denen ich zwei Wochen in Australien gereist bin. Ich scheine mal wieder rechtzeitig meine Reise nach Kuba geplant zu haben, denn heute kam per Mail der Newsletter von Imaginative Traveller mit folgendem Satz:

Cuba - go now!

After news of Castro resigning don't delay in visiting Cuba if you want to experience this remarkable island before it changes.

(Nach der Neuigkeit das Fidel Castro zurücktreten wird, verschiebe deinen Besuch nach Kuba nicht weiter, wenn du diese bemerkenswerte Insel noch erleben willst bevor alles sich verändert)

Hier auch noch die letzten News:

Der «Máximo Líder» tritt ab

Eine Ära geht zu Ende: Kubas Machthaber und Revolutionsidol Fidel Castro hat nach fast einem halben Jahrhundert seinen Rückzug angekündigt. Die USA hoffen auf einen Wandel, Dissidenten äussern sich skeptisch.

 

Die Erklärung des Revolutionsführers wurde in der Nacht zum Dienstag in der Onlineausgabe der Parteizeitung «Granma» und von der amtlichen Nachrichtenagentur «Prensa Latina» veröffentlicht. Als sein Nachfolger wird sein jüngerer Bruder Raúl gehandelt. Er dürfte am Sonntag offiziell an die Spitze des kommunistischen Einparteienstaats nachrücken.
Rául, der engste Vertraute Fidel Castros, übt das Amt bereits seit Juli 2006 aus, als sich der ehemalige Guerillachef wegen einer Darmerkrankung aus der Öffentlichkeit zurückzog. Der Máximo Líder behält jedoch zunächst den Posten des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei, was ihm weiterhin grossen Einfluss sichert.

Bush fordert Wandel

US-Präsident George W. Bush forderte Kuba zu einem demokratischen Wandel auf, der zu freien und fairen Wahlen führen müsse. «Wir werden dabei helfen», sagte Bush im ruandischen Kigali. «Die USA werden dem kubanischen Volk dabei helfen, die Segnungen der Freiheit zu erlangen.»
Fidel Castro stand seit 1959 an der Spitze des kommunistischen Landes. Er überlebte eine vom US-Geheimdienst CIA gesteuerte Invasion in der Schweinebucht, mehrere Anschlagsversuche, das längste Handelsembargo der USA und den Kollaps der Sowjetunion, die ihren westlichsten Verbündeten drei Jahrzehnte lang von Waffen bis zu Öl und Butter mit allem Nötigen versorgte.
Die Europäische Union bekräftigte ihre Bereitschaft zu einem Dialog mit der neuen Führung. Aus Protest gegen die Verfolgung von Regierungskritikern hat Brüssel die diplomatischen Beziehungen vor fünf Jahren weitgehend auf Eis gelegt.
Die Schweiz forderte die Nachfolgeregierung in Havanna zu Fortschritten bei den bürgerlichen und politischen Rechten auf. Bern erwarte einen Übergang zu einem «demokratischen Pluralismus», sagte ein Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA.

Kubaner erwarten wenig Neues

Auf den Strassen Havannas wie in Miami, der Hauptstadt der kubanischen Exilgemeinde in den USA, fielen die Reaktionen gedämpft aus. Der Rücktritt Castros war seit langem erwartet worden. In Miami war hier und da Freudengehupe zu hören, die Exil-Kubaner sahen aber nicht viel mehr als einen Silberstreifen am Horizont.
Pessimistisch äusserten sich kubanische Dissidenten. «Es gab in den vergangenen anderthalb Jahren ohne Fidel überhaupt keine Veränderung und es wird sie jetzt auch nicht geben», sagte der Sprecher der Gruppe «Alle Vereint», Vladimiro Roca.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte Kuba auf, Gefangene freizulassen und der Justiz mehr Unabhängigkeit zugeben.

Verehrt und verhasst

Von seinen Kritikern als Diktator verurteilt wird Fidel Castro in vielen Staaten der Dritten Welt dafür bewundert, dass er den USA standgehalten und ein kostenfreies Bildungs- und Gesundheitssystem auf dem Niveau der Industriestaaten erreicht hat.
Der von Jesuiten ausgebildete Rechtsanwalt und charismatische Redner versuchte aus Kuba eine gerechte Gesellschaft zu machen, schuf dabei nach Ansicht seiner Gegner aber einen Polizeistaat, der Hunderttausende ins Exil trieb.

Quelle: SDA/ATS
 

21. März 2008, Karfreitag
 
Das Check-In hatte ich schon am Vorabend erledigt. Vorher bekam ich noch ein Telefon von meinem Reisebüro; das Hotel in Havanna hat sich geändert. Ich weis noch nicht ob ich mich freuen sollte; das alte Hotel hatte im Internet sehr schlechte Kritiken und war ziemlich lärmig, dafür war es in der Altstadt, also in Gehdistanz zu den Sehenswürdigkeiten. Das neue Hotel sieht im Internet besser aus und ist im Nobelquartier Miramar gelegen, dass jedoch nach Karte weit vom Zentrum weg ist. Mal sehen, ich würde mich noch wundern.
Das Nachtessen hatte ich am Flughafen und beim Check-In hatte ich leider die Kubanische Carta Touristica nicht dabei. Nächstes Mal die Unterlagen genauer durchlesen! Ich konnte jedoch schon mein Gepäck bis Havanna einchecken und kriegte die Bordkarte für den Flug von Paris nach Havanna ausgehändigt und musste für die Bordkarte nach Paris am Morgen noch einmal an den Schnellschalter, was aber kein Problem war und trotz Karfreitag hielt sich der Verkehr in Grenzen; die Leute vereisten wohl eher mit dem Auto oder dem Zug !
Draussen war das Wetter miserabel; es schneite bei nur 1 Grad Celsius Temperatur, da freute es einem gleich doppelt an die Wärme zu kommen. Der Abflug erfolgte nach dem Enteisen deshalb ziemlich ruppig und auch die Landung in Paris war dementsprechend, obwohl es dort trocken war blies trotzdem ein rechter Wind.
Um 12.15 Uhr bestieg ich den Transferbus und machte mir keine Sorgen, dass ich bereits um 12.35 Uhr am anderen Ende des Terminals 2 des Flughafens Paris Charles-de-Gaulle sein sollte. Ich machte mir mehr Sorgen, ob es mein Gepäck schaffen würde…(siehe mein Rückflug von Las Vegas…).
Doch Paris ist nicht Atlanta und Air France ist nicht Delta und es klappte auf beiden Wegen ohne Probleme.
Ich schaffte es auch knapp zur rechten Zeit ans Gate, doch die Eile war ganz unnötig gewesen, denn das Boarding verspätete sich um eine volle Stunde. Komischerweise standen viele Mitreisende die ganze Stunde in der Warteschlange, anstelle es sich auf den Stühlen bequem zu machen. Etwa eine halbe Stunde nachdem der Air France-Jumbo in der Luft sein sollte konnte ich mich auf meinen Platz am Gang setzen und stellte erfreut fest, dass der Sitz neben mir leer bleiben würde; das restliche Flugzeug war ziemlich voll. Dafür sassen links vor mir ein paar laute wodkatrinkende Russen, doch der Flug ging ja durch den Tag und nicht durch die Nacht. Das Essen war eines der besseren, die ich in einem Economy Flug geniessen konnte. Es gab Reis mit Fisch und Curry, Apfelkuchen, Käse und Brötchen und bereits auf dem Tablett eine Flasche Rotwein und ein kleines Fläschchen mit Rum-Fruchtpunsch. Danach sah ich mir im Fernsehen (diverse Bildschirme in der Kabine verteilt) den Film „August Rush“ an, leider nur in den Sprachen Französisch und Spanisch aber mit englischen Untertitel, die ich zum Glück zu meiner Nähe zu einem der Bildschirme lesen konnte.
Ebenfalls glücklich war, dass meine Schwester bereits ein paar Monate früher mit Air France unterwegs war und so wusste ich, dass ich mich während dem Flug selber bemühen musste. So ging ich mehrere Male ins hintere des Flugzeuges um mir mehrere Getränke zu holen.
Während im Fernsehen eine „National Geographic“ Dokumentation zu Marco Polo lief, fiel mir ein, dass ich dessen Reisebericht ja noch lesen wollte. Ausserdem schrieb ich auf, dass ich zum Thema Kuba noch die zwei Bücher Hemingway „Der alte Mann und das Meer“ und Micheners „6 Day in Havanna“ besorgen wollte.
Als nächstes schaute ich mir, wiederum in französisch mit englischen Untertiteln, „Mr. Magoriums Wunderladen“ an. Kurz vor Ankunft gab es noch einen kleinen Snack und da das Flugzeug die Verspätung nicht aufholen konnte, landeten wir bereits in Dunkelheit.
 
 
Nach der üblichen Wartezeit bei der Einreisekontrolle (es ging peinlich lange, ist wohl ein Markenzeichen kommunistischer Länder, war jedenfalls in China genauso) konnte ich wenigsten sofort mein Gepäckstück in Empfang nehmen und wurde beim Ausgang bereits erwartet. Ich wechselte noch vorher meine ersten kubanischen Pesos und bestieg danach mein Transfer-Taxi. Der Fahrer nahm noch drei andere Passagiere auf und um 20.10 Uhr ging es dann Richtung Stadt los. Kurz vor Ankunft beim Hotel sahen wir noch eine Unfallstelle; ein „moderner“ Wagen war mit einem Oldtimer frontal zusammen-gestossen. Es standen etwa 20 Leute darum herum und einige waren dabei jemanden aus dem modernen Wagen zu helfen, dieser Wagen sah schlimmer zugerichtet aus als der robuste Oldtimer. Im Aparthotel Montehabana erwartete mich die nächste Überraschung; offensichtlich war ich nur diese eine Nacht in diesem Hotel einquartiert. Gemäss Tourleaderinfo war der Treffpunkt immer noch das Hotel Lincoln. Ich versuchte an der Reception dies zu bestätigen; sie sagten ich sollte am Morgen noch einmal fragen. Wahrscheinlich muss ich mir selbst den Weg zum Hotel Lincoln suchen. (im Nachhinein muss ich sagen, dass es sowieso ein schlechter Service von allen Seiten war; denn es waren mindestens noch 3 oder sogar mehr Reisende dieser Tourgruppe in diesem Hotel untergebracht und wenn ich das irgendwie erfahren hätte, hätte man sich zusammen auf den Weg machen können, habe dies auch auf der Tour-Kritik am Ende der Tour angebracht) Da es nun bereits 21.00 Uhr war (Lokalzeit), das heisst 2 Uhr morgens zuhause und es eine lange Reise gewesen war, ass ich im Zimmer ein paar mitgebrachte Brötchen und ging früh zu Bett.

Samstag, 22. März 2008
 
Um 8 Uhr stand ich auf und nahm zuerst eine warme! Dusche und ging danach ins Erdgeschoss zum Frühstück. Es gab ein Glas Orangensaft und einen lauwarmen Kaffee. Wenig später gab es noch eine Omelette und drei kleine Stückchen Brot mit Butter und Konfitüre dazu.
Nach diesem enttäuschenden Frühstück, das sich daraus erklären liess, dass das Hotel ein Aparthotel und kein „normales“ Hotel ist, ging ich auf mein Zimmer, wo ich die ersten Eintragungen in mein Reisejournal machte und ein wenig Fernsehen sah.
An der Reception waren sie sehr hilfreich oder taten jedenfalls so. Jedoch waren weder der Tourleader noch das Sprachcaffe, das für den Pick-up verantwortlich war, erreichbar. So fragte ich nach einem Taxi und wartete noch einmal ein Weilchen. Der Fahrer Javier brachte mich zuerst zu einem falschen Hotel und musste danach dreimal nachfragen. Dann konnte er mich für 10 CUC im Hotel Lincoln abliefern. Dort bekam ich erstaunlicherweise sofort mein sauberes Zimmer, obwohl es noch vor 11.00 Uhr war.
 Hotel Lincoln
 
Nachdem ich mich umgezogen hatte (kurze Hosen und Sandalen) machte ich mich auf eine kleine Besichtigungstour. Zuerst ging ich zum ehemaligen Parlamentsgebäude, dem Capitolio. Wie der Name selber schon ahnen lässt, war sein Vorbild das Capitol in Washington DC., aber zumindestens die Kuppel ist noch grösser. Besonders eindrücklich ist die 17 Meter hohe „Statue der Republik“, die mit 22-karätigem Blattgold überzogen ist. Die 92 Meter hohe Kuppel war bis in die 1950er-Jahre der höchste Punkt der Stadt. Weiter ging es zum alten Präsidentenpalast, in dem aus symbolischen Charakter das Revolutionsmuseum untergebracht ist. Im Garten ist eine Originalgetreue Kopie der Yacht Granma mit der Fidel, Raul und Che am 2.Dezember 1956 in Kuba gelandet waren. Es standen auch diverse andere Exponate ausgestellt unter anderem ein Leitwerk eines Flugzeuges und ein Boot aus der Schweinebucht und ein Triebwerk des abgeschossenen U2-Flugzeuges aus der Kubakrise.
 

Als nächstes ging es zum einen Ende der bekannten Uferstrasse Malecon. Auf der Promenade sprach mich ein Kubaner an und behauptete, dass er im Hotel Lincoln arbeitet. (Das wusste er wahrscheinlich, weil mich 15 Minuten vorher schon eine Frau angesprochen hat und dies gefragt hat und fragte ob ich zum Sambatanzen wolle, was ich ablehnte) Er erzählte mir von einem Musikfestival in der Nähe von Chinatown und wollte mir den Weg zeigen, da ich jederzeit wusste, wo ich mich befand und im Notfall meinen eigenen Weg zurück finden würde ging ich darauf ein und ging mit ihm mit. Auf jeden Fall hatte ich das Gefühl, dass er mich aushorchte, ob ich Zigarren kaufen, was Essen oder Trinken wolle oder sogar Frauen treffen wolle. Als ich eins nach dem anderen verneinte und wir bei der Fussgängerzone (die ich auch schon kannte) anlangte, verlor er plötzlich sein Interesse und sagte mir noch schnell wo ich hin musste. (Im Hotel habe ich ihn auf jeden Fall nachher nie wieder gesehen, also war mein Verdacht wahrscheinlich richtig!) Ich fand das Chinatown auch, aber von einem Festival war natürlich nirgens eine Spur zu finden. So ging ich einfach weiter zu einem Park und studierte die Karte in meinem Reiseführer. Da es von dort scheinbar nur eine kurze Distanz zum Bahnhof schien, lief ich los um mir diesen anzusehen. Nach etwa 20 Minuten dachte ich, dass etwas falsch sein musste und so schaute ich mir bei einer Kreuzung die Strassennamen an und entdeckte auf meinem Stadtplan, dass ich offensichtlich in die falsche Richtung gelaufen bin. Da ich aber schon auf halbem Weg zu einer weiteren Sehenswürdigkeit war ging ich einfach weiter zum Plaza de la Revolucion. Dort stand das berühmte Ministeriumsgebäude mit dem Konterfei von Che Guevara und seinem Spruch „Hasta la victoria siempre“,
 
ebenfalls stand dort das Denkmal von Jose Marti, einem Freiheitskämpfer der im zweiten Unabhängigkeitskrieg 1895 gefallen ist und so was wie der Wilhelm Tell der Kubaner ist. Von ihm findet man in jedem kleinen Dorf zumindestens eine Büste. Leider war der über 130 Meter hohe Turm, der zum Denkmal gehörte geschlossen. So machte ich einfach vom Fuss aus ein paar Fotos der Umgebung. Hinter dem Denkmal steht so viel ich verstanden hatte, das „neue“ Parlamentsgebäude, bzw. der Sitz der Kommunistischen Zentralkomitees, was auf das gleiche hinausläuft. Auf dem Platz konnte ich für den Rückweg in ein Coco-Taxi einsteigen und mit diesem wieder zurück zum Capitolio fahren.

Auf dem Weg zurück zum Hotel kaufte ich mir ein Flasche Wasser, wobei schon wieder ein Kubaner versuchte mich zu überreden etwas zu kaufen. Zurück im Hotel machte ich mir für 3 Stunden einen relaxten Nachmittag im Hotelzimmer. Nicht zuletzt um mich wieder abzukühlen. Um 18.30 Uhr traf ich im Zimmer des Tourleaders meine restliche Gruppe. Ich dachte sofort, ’Oh, Gott alles Oldtimers’, doch es waren von insgesamt 13 Reisenden „nur“ 6 im Alter über ca. 60. Der Tourleader hiess Alberto und war etwa in meinem Alter. Zuerst wurde wie üblich alles Administrative erledigt wie das „Local Payment“, Tipping Kitty, Versicherungdaten und Kontaktadressen. Danach gab es ein kleines Briefing und um viertel vor acht Uhr ging es mit einem Bus zu einem Restaurant in der Altstadt. Das Restaurant hiess „Meson de la Hota“ und es gab ein feines Essen aus einer ungewöhnlichen Suppe aus schwarzen Bohnen, einem Seafood-Spiess mit Reis und zum Dessert Milchreis. Dazu spielte eine Musikgruppe und eine Frau stampfte uns auf der Bühne was vor. In der Zwischenzeit war es zu einem regelrechten Wolkenbruch gekommen und anstelle den Rückweg zu Fuss zu machen fuhren wir wieder mit dem Privatbus zurück.

 


Ostersonntag, 23. März 2008
 
Das Frühstück gab es auf dem Dach im 9.Stock und war zumindestens grösser als das im Hotel Montehabana, denn es gab ein Buffet. Da es aber nur ein Lift gab, entschied ich mich von meinem 2.Stock zu Fuss nach oben zu gehen. So kriegte ich gerade noch ein bisschen Frühsport. Um 9 Uhr trafen wir uns in der Lobby zur Besichtigungstour.
Nach dem Regen am letzten Abend war es heute wieder das schönste Wetter. Alberto lief mit uns zuerst zur nahen Uferstrasse Malecon und erklärte uns die Skyline mit dem Hotel Nacional und weiteren Gebäuden.
Von dort konnte man, wenn man wusste wo hinzuschauen, das Gebäude für die „Amerikanischen Interessen in Kuba“ sehen, dass ja offiziell von der Schweizer Botschaft betrieben wird. Scheinbar haben die Amis in diesem Gebäude eine riesige LED-Lauf-Anzeige installiert. Sie übertragen dort natürlich kubakritische Nachrichten. So liess Fidel vor dem Gebäude einfach ca. 100 Fahnenmasten aufstellen und beflaggte sie mit kubanischen Fahnen, so dass man die LED-Anzeige nicht mehr lesen konnte.

 

Dieses Foto habe ich gemacht und bei amazon.com habe ich dieses Buch gesehen:

Weiter ging es in Richtung Altstadt, vorbei an der einzigen Botschaft, die nicht in Miramar oder Vedado ist, nämlich der spanischen Botschaft. Das nächste Ziel war die Plaza Cathedrale, wo Papst Johannes Paul II auf seiner Reise eine Messe gehalten hatte. Die St.Cristobal-Kathedrale steht an der Stelle wo auch die erste Kirche von Havanna stand und ist Kolumbus gewidmet. Ich hatte schon eindrücklichere Kirchen gesehen, doch diese stand nun eben in einem erz-kommunistischen Land. (Zitat „Religion ist Opium fürs Volk“) Angeblich waren von 1796 bis 1898 die Gebeine von Kolumbus hier begraben, offizielle Belege dafür gibt es jedoch nicht.

Weiter ging es vorbei am ältesten Fort der Stadt, dass jedoch eine kleinere Bedeutung zur Verteidung hatte, als die beiden Forts die am Eingang des Hafens stehen und somit den Schiffsverkehr in den Hafen auch überwachen und beschiessen konnten.

Auf dem Turm des Forts steht als Wetterfahne eine Kopie der „La Giraldilla“. Einer Theorie zu folge stelltt die Statue „Inés de Bobadilla, die Frau des spanischen Gouverneurs Hernando de Sato dar. Sie soll stundenlang zum Horizont gestarrt und auf die Rückkehr ihres Mannes, der in Nordamerika auf Entdeckungsreise war, gewartet haben. (allerdings vergebens, da er am Mississippi umgekommen war.) Aus diesem Grund soll die Statue am höchsten Punkt mit Blick auf den Hafen aufgestellt worden sein.

An der typischen spanischen Plaza de Armas stand der ehemalige Palast der spanischen Generalgouverneure (Palacio de los Capitanes Generales) in dem auch das Stadtmuseum untergebracht ist. Im Mittelpunkt des Platzes steht ein Standbild von Manuel Céspedes, der 1868 den ersten Unabhängigkeitskrieg begonnen hatte.  Dann ging es auf einen Drink (für mich einen Daiquiri, da ich schon am Vorabend einen Mojto hatte) auf die Dachterrasse des Hotels „Ambos Mundos“, wo Ernest Hemingway 10 Jahre gewohnt hatte.

Bei der San Francisco-Kirche stand auch das Terminal für Kreuzfahrtschiffe, doch Alberto erklärte, dass er bisher nur die „Deutschland“ (Traumschiff) dort gesehen hätte. Der letzte Ort unseres Stadtbummels war die Plaza Vieja. Dort gingen wir zu einem Restaurant für ein Sandwich. Ich wartete glaube ich geschlagene 45 Minuten bis dass das richtige Sandwich vor mir stand. Zusammen mit ein paar Anderen ging ich zurück zum Stadtmuseum an der Plaza de Armas und besuchte es. Das Interessanteste war aber nur das Original der Wetterfahne „La Giraldilla“ und der Pfau mit seinem schönen Federschmuck.

Nach dem Besuch begleitete ich drei Mitreisende zum Revolutionsmuseum, wo ich mir jedoch nur eine Flasche Wasser kaufte und mir die beim ersten mal entgangenen Einschusslöcher bei der Haupttreppe bewundert. Diese stammten aus dem Jahre 1957 als mutige Studenten versuchten der Revolution mit dem Tod von Batista ein früheres Ende zu setzen. Dies misslang jedoch völlig, davon zeugte ein Denkmal auf dem Friedhof, welchen ich am Ende der zweiwöchigen Reise besuchen würde. Danach zog ich alleine weiter, da ich ja das Museum am Vortag schon gesehen hatte. Zuerst ging es zur Promenadenstrasse „Prado“, wo ich vermeintlich das Hotel Sevilla aus Graham Green’s Buch „Unser Mann in Havanna“ sah und dann ging ich doch noch zum Bahnhof. Leider war nicht viel los. Das Gebäude selbst war noch das eindrücklichste und im Park daneben standen ein paar alte Dampfloks und rosteteten traurig vor sich hin.

Da es immer noch sehr warm war ging ich zum Capitolio und setzte mich auf die grosse Treppe und las ein wenig im Reiseführer. Dort sprach mich ein Student an und unterhielt sich ein wenig mit mir. Um 18.00 Uhr war ich wieder zurück im Hotel und eine Stunde später ging es wieder mit der ganzen Gruppe zum Nachtessen. Dieses mal ging es jedoch zu Fuss. In westlichen Restaurants gibt es zum Teil Knoblauchbrot als Appetitanreger; hier gab es weiche Brötchen und einen Knoblauch-Dip (war leider jedoch das einzige Mal). Zum Hauptgang gab es für mich geschredertes Rindsfleisch mit Reis und schwarzen Bohnen, was übrigens die Hauptbeilage hier in Kuba sein würde. Nach dem Nachtessen ging es am beleuchteten Capitolio vorbei zurück zum Hotel.

 
 
Die „jungen“ Acht gingen noch für einen Drink auf die Dachterrasse, wo Alberto meinte, dass es wohl meistens am Abend bei uns Acht bleiben würde. Für mich gab es einen „Cuba libre“.    
 

Ostermontag, 24. März 2008 

Auch die zweite Nacht im Hotel Lincoln hatte ich überstanden und kann nun die Internet-Kritik bestätigen, dass die Nachbarschaft ziemlich lärmig, die Wände dünn und der Lift ständig überlastet ist. Deshalb ging ich auch heute zu Fuss zum Frühstück auf dem 9. Stock und hatte zum Glück noch einen Platz unter dem Dach, denn es fing wieder an zu regnen und so sollte auch der restliche Tag sein, ziemlich nass.
Um halb neun bestiegen wir „unseren“ Bus, der uns mit unserem Fahrer Julio, die ganze Zeit begleiten wird. Zuerst ging es durch einen Tunnel nach Havanna Ost, vorbei an grossen Wohnblöcken und Sportstadien. Die Arbeiter die diese Sporteinrichtungen und Wohnblöcke für die Sportler gebaut hatten, durften danach eine der Wohnungen beziehen.
Neben der Autobahn sahen wir immer wieder Leute warten. Alberto erklärte uns, dass dies nicht wie üblich Autostopper waren, sondern einfache Leute die kein eigenes Auto hatten und dass sind hier in Kuba die Mehrzahl. Mehr dazu weiter unten.
Es gibt verschieden farbige Autonummern, so haben alle privaten Autos eine gelbes Kennzeichen. Privatautos konnten auf der einen Seite nur die haben, die vor der Revolution ein Auto gehabt haben oder dieses von so einer Person geerbt haben. Seither hielten sie diese mühsam am fahren und man kommt sich an manchen Stellen direkt zurück in die 50er Jahre versetzt vor, wenn da alte Cadillacs, Chevrolets, Buicks und Oldsmobile von aussen perfekt erhalten durch die Strassen kurven. Neuere private Wagen wie Ladas und asiatische Marken hatten nur Leute die diese als Belohnung kaufen durften, vor allem um sie im Staat zu halten (wie zum Beispiel Ärzte, Lehrer und Leute die im Tourismus arbeiteten).
Rote Autonummern hatten Mietwagen, orange Nummern wurden für den Transfer von Autos gebraucht und seltene scharze Kennzeichen hatten Diplomatenautos.
Die wichtigsten und häufigsten hatten jedoch blaue Kennzeichen, diese Autos waren offiziell Staatseigentum.
Zurück zum „Autostoppen“; auf den Fernstrassen gab es diverse „Stationen“ mit gelb uniformierten Beamten und die Autos mit blauen Nummern mussten, wenn sie Platz im Auto hatten dort anhalten und Passagiere aufnehmen. Die Leute gaben dem Gelbuniformierten ihr Fahrgeld, der notierte den Betrag und das Kennzeichen und der Fahrer erhielt jeden Monat einen kleinen Lohn. Weil dieser Lohn so klein war und die Leute das auch wussten, gab es in der Nähe solcher Stationen auch diverse Leute die mit Banknoten wedelten und so vielleicht früher eine Mitfahrgelegenheit erhielten, denn dieses Geld ging natürlich nicht an den Gelbuniformierten sondern direkt an den Fahrer. Auch Privatwagen mit gelben Nummern konnten natürlich Passagiere aufnehmen, aber entweder mussten sie eine sehr seltene Bewilligung dafür haben oder falls es eine Kontrolle gab waren die Passagiere alles Familienmitglieder, was manchmal sehr komisch aussah, wenn Weisse und Schwarze zusammen im Auto sassen.
Etwa 30 km von der berüchtigten Schweinebucht machten wir einen WC- und Kaffeestop. Seit der Abfahrt in Havanna und der Weiterfahrt war es trocken gewesen, doch nun fing es wieder an in Strömen zu regnen. Deshalb stellten wir den Plan um und gingen zuerst zu einem Mittags-Snack in den Yachtclub von Cienfuegos.
 
Nach dem Lunch besuchten wir das ehemalige Casino „Palacio de Valle“, das noch aus der Zeit des ersten Weltkrieges stammte und zuletzt der Batista-Familie gehört hatte.
 
 
Dann hörte es zum Glück rechtzeitig mit regnen auf und so konnten wir doch noch bei der Statue des Sängers Benny Moré aussteigen
 
und das Stadtzentrum besichtigen. Rund um den Parque Marti, wo wie der Name schon ahnen lässt eine Statue von José Marti steht, standen diverse schöne Gebäude. Unter anderem ein Theater in dem zu seiner Zeit Enrico Caruso und Sarah Bernhardt aufgetreten sind.

Weiter ging es Richtung Osten und ja, es fing tatsächlich wieder zu regnen an und hörte auch heute nicht mehr auf. Etwa 2 Kilometer vor Trinidad stand unser Hotelressort mit einzelnen Bungalows. Das Nachtessen gab es zum Glück unter einem Dach und mit ein paar Drinks ging es bis spät am Abend noch lustig zu. Vor dem zu Bett gehen bemerkte ich den Sternenhimmel und war deshalb optimistisch was das Wetter am nächsten Tag betraf.

Dienstag, 25.März 2008
 
Heute war tatsächlich wieder das schönste Wetter. Durch den Regen hatte es jedoch ein wenig abgekühlt und der Wind bliess ein wenig. Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus nach Trinidad. Dort machten wir einen interessanten Rundgang durch diese historische Stadt. Wir besuchte eine „Bodega“, die hier in Kuba keine Weinkeller sind sondern kleine Läden in denen die Einheimischen mit Lebensmittel-Rationalisierungsheftchen regelmässig diverse Sachen beziehen konnten. Weiter ging es vorbei an einem Korbflechter zum hiesigen „Casa de la Trova“ ein Haus der Musik, dass es in jeder Stadt gab und sich ganz der kubanischen Musik widmete, mit Vorführungen und Verkauf diverser Artikel wie Instrumente und Musik-CD’s.
Dann konnten wir erleben, wie so ein Schwarzmarktgeschäft über die Bühnen geht in dem wir in einem Schlafzimmer alle Arten von Zigarren vorgeführt bekamen und man dort „nur“ etwa 60 % des Ladenüblichen Preises bezahlen musste. Ich war nicht an Zigarren interessiert, doch die ganze Abwicklung war faszinierend und drei von unserer Gruppe kauften sich je eine Kiste Zigarren. Die Kisten wurden wahrscheinlich direkt in den Fabriken gestohlen, zusammen mit den nötigen Papieren und Siegeln, die der Verkäufer nach dem Kauf an den Kisten anbrachte.
Als nächstes sahen wir uns bei einem Cocktail eine folkloristische Vorstellung an.
 
 
 
Dann ging es noch zur Plaza Major, dem Hauptplatz und seinen Gebäuden; unter anderem sahen wir das historische „Casa de los Conspiradores“, wo sich die nationalistische Geheimorganisation „La Rosa de Cuba“ zu konspirativen Sitzungen getroffen hat und die eindrückliche Dreifaltigkeitskirche mit einem beeindruckenden Holzaltar.
Wir kriegten noch einen Eindruck der Religion Santeria, die die zweitwichtigste nach dem Katolizismus ist; es ist eine Vermischung des katholischen Glaubens und der afrikanischen Kulte. So werden diverse katholische Heilige angebetet und für diese Religion muss man auch katholisch getauft sein.
 
 
Dann ging es zurück zum Hotel, wo es ein kleines Mittagessen und anschliessend einen erholsamen Nachmittag gab. Das inbegriffene Nachtessen gab es wiederum im Hotel. Doch danach fuhren wir wieder in die Stadt zurück um beim Casa de la Musica direkt neben der Kirche openair bei einem kühlen Wind ein wenig den kubanische Rhythmus spüren konnten. Zu Trinken gab es Canchancara, den lokalen Drink aus Rum, Limetten, Honig und Wasser. Kurz vor Mitternacht waren wir wieder zurück im Hotel.
 
Mittwoch, 26. März 2008
 
Nach dem Frühstück bestiegen wir wieder unseren Bus. Durch das Valle de los Ingenios (Tal der Zuckermühlen) ging es weiter Richtung Osten. Auf dem Weg sahen wir auch einige stillgelegte und auch arbeitende riesige Zuckermühlen, die das Zuckerrohr verarbeiteten.
Unser Ziel hatten wir kurz nach der Mittagszeit erreicht und wir stiegen im Hotel Plaza in Camaguey aus. Nach dem obligaten „Cheese and Ham“-Sandwich ging es auf eine kleine Stadtrundfahrt; mit Fahrrad-Taxis. So sahen wir uns zuerst den interessanten lokalen Markt an, wo Bauern ihre Ware anboten. Es war sehr gut zu sehen, was man so bekommen kann.

Ausserdem sahen wir in der Folge die wichtigsten Plätze und Gebäude; so ging es zuerst zum „Plaza San Juan de Dios“ mit seinen gut erhaltenen Kolonialhäuseren,

 

das nächste Ziel war die Kirche „Iglesia del Carmen“, wo auf dem Platz davor Metallstatuen das Leben in Camaguey aufzeigen sollten, ausserdem standen zwei Einheimische, die den Statuen zum verwechseln ähnlich sahen zum fotografieren bereit.

 

 

Dann ging es zum „Parque Ignacio Agramonte“, dies ist der lokale Held des Unabhängigkeitskrieges und seine Reiterstatue steht auf diesem Platz, wo auch Camagueys Kathedrale und das „Casa de la Trova“ steht. Auf dem Arbeiterplatz (Plaza de los Trabajadores) endete die Rundfahrt. Mitten auf diesem Platz stand etwas Interessantes; dort hatte es einen afrikanischen Baum mit Plastikäpfeln. Dies sollte hier die zwei „Rassen“ aus Afrika und Europa als Verbindung symbolisieren. So sind auch die Mehrzahl der Einheimischen Mischlinge, so auch unser Fahrer und unser Reiseleiter. Ebenfalls bei diesem Platz war das Geburtshaus von Ignacia Agramonte, neben einem Gebäude mit dem Bild Che Guevaras.

Das Wahrzeichen von Camaguey sind die sogenannten Tinjones. Diese sind überall zu sehen und sind Tonkrüge, die bis zu zwei Meter gross sein können. Die Krüge wurde Anfang des 18.Jahrhunderts von katalonischen Einwanderern eingeführt und dienen dem Auffangen und Frischhalten von Regenwasser.

Alberto zeigte uns noch wie wir den durch die Winkeln der Strassen zurück zum Hotel finden würden und dann konnten wir unsere eigenen Wege gehen. Die verwinkelten Strassen wurden extra so kompliziert geplant um allfällige Piratenangriffe besser zu überstehen. So gibt es auch eine Kreuzung mit 5 Strassen. Ich und drei andere liefen darauf noch ein wenig herum und suchten einen Platz wo es Eiskrem gab. Zuerst liefen wir in einen Lokal für Einheimische, wo es scheinbar nur eine Geschmacksrichtung (Erdbeere) und davon nur drei Versionen gab (Eiskrem, Kuchen und etwas unentzifferbares).

Also wie man es sich in Osteuropa zur Zeit des kalten Krieges vorstellen konnte. Da Namalee aus Neuseeland, die aber in London für Credit Suisse arbeitete kein Fan von Erdbeeren war, entschieden wir uns etwas anderes zu suchen. Wir fanden tatsächlich einen besseren Platz wo wir sehr günstig zu verschiedenen Geschmacksrichtungen kamen und der Eisbecher war erst noch mit Streusel und Schlagrahm schön angerichtet worden.
Da unser Hotel direkt neben dem Bahnhof lag musste ich fast noch ein wenig Trainspotting machen und sah dort ein Ein-Wagen-Zug von FIAT. Züge gehören zwar auch zu einem der Haupttransportmittel in Kuba, aber nur für Leute die keine andere Wahl oder/und viel Zeit haben, denn da diese so oft halten wie Strassenbahnen, benötigt man mindestens doppelt so lange als mit einem Auto oder Bus.
Zum Nachtessen ging es in ein sogenanntes Paladar. Das sind kleine Restaurants, die in Privathäusern untergebracht sind. Dort hatte ich den bisher besten Pina Colada und auch das Essen (für mich gab es Lamm) war auch ziemlich gut. Nach einem Mojito in der Hotelbar ging es dann ins Bett.
 
Donnerstag, 27. März 2008
 
Nach dem bisher grössten Frühstücksbuffet verliessen wir das staatliche Islazul-Hotel Plaza von Camaguey. Während uns Alberto vom Bildungs- und Gesundheitswesen von Kuba erzählte fuhren wir in die Provinz Granma, wo sich auch die Sierra Maestra-Bergkette befindet.
 
Das Schulwesen hört sich ziemlich ähnlich wie in der Schweiz an, bin ein paar Ausnahmen. Scheinbar gibt es auch eine 6-jährige Primarschule und dann eine Sekundarschule, diese wird soviel ich aber verstanden habe meist in einem Internat gemacht um die Kinder in dieser Zeit vom Staat erziehen zu lassen. Nach der Sekundar hat man die Möglichkeit noch die Universität zu besuchen. Das bringt uns zum Militärdienst der hier für junge Männer obligatorisch ist; Mädchen können wie fast überall freiwillig beitreten. Wenn man die Prüfung für die Universität bestanden hat muss man „nur“ ein Jahr ins Militär, ansonsten zwei Jahre, wobei das zweite Jahr für die Wiederholung der Prüfung an einer Schule genutzt wird. So hat Kuba auch eine ungewöhnlich hohe Durchschnittquote von Universitätsabsolventen.
 
Granma (Grossmutter) war ja die Yacht mit der Fidel, Che, Raul und 79 weiterer ihrer Kameraden am 2.Dezember 1956 hier in dieser Provinz gelandet sind. Die Landung scheiterte jedoch und nur 18 Revolutionäre fanden sich knapp drei Wochen später wieder zusammen um den Guerilla-Krieg zu beginnen. Die Provinz ist nun nach dieser Grossmutter benannt, da die restlichen 13 Provinzen nach deren wichtigsten Städten benannt sind (Havanna, Camaguey, Santiago usw.) und es hier zwei wichtige Städte hat.
Ursprünglich stand auf dem Programm, dass wir in einem Hotel in Santo Domingo am Fuss der Berge übernachten sollten, doch dieses war scheinbar ausgebucht und so ging es nach Bayamo (eine der zwei wichtigen Städte der Provinz Granma) in ein weiteres Islazul Hotel, dass aus der Zeit der sowjetischen Unterstützung stammte und wahrscheinlich auch von einem sowjetischen Architekten gebaut worden war. Auch die Sessel sahen aus als kämen sie aus dieser Zeit.
 
 
 
 
Es hatte jedoch einen schönen Pool, den ich am Nachmittag testen konnte. Zum Mittagessen gab es heute zur Abwechslung einmal Pizza. Da das ursprüngliche Hotel mitten im Nirgenwo stand, waren wir nun besser dran, denn nun konnten wir das historische Zentrum von Bayamo, der Geburtsstadt von Céspedes besichtigen. Wir wurden von einem lokalen Führer, der auch Deutsch konnte herumgeführt. Bayamo ist die zweitälteste Stadt von Kuba und wurde bereits 1513 gegründet. Am „Plaza de la Revolucion“ steht die Statue des Plantagenbesitzers und Held der Unabhängigkeitskriege, Carlos Manuel de Céspedes. Ebenfalls an diesem Platz ist das Rathaus und das Geburtshaus von Céspedes. Neben dem Hauptplatz steht die „Plaza del Himmo“. Sie wurde nach der kubanischen Nationalhymne Bayamesa benannt, die zum ersten Mal am 20.Oktober 1868 hier gespielt wurde, ausserdem steht auch auf dem Hauptplatz ein Denkmal zu Ehren des Komponisten, der ebenfalls aus Bayamo stammt. In der Kathedrale „Parroquial Mayor de San Salvador“ ist scheinbar die einzige Kirche (zumindenst in Lateinamerika) in dem eine Wandmalerei eine „patriotische“ Darstellung zeigt, die nichts mit der Bibel zu tun hat.

Kurz vor fünf waren wir zurück im Hotel, wo ich eben kurz in den Pool sprang und mein Reisejournal up-to-date brachte. Der Himmel hatte sich verdunkelt und ich war zum Glück rechtzeitig im Hotelzimmer bevor es wieder einmal zu einem gewaltigen Wolkenbruch kam. Da es viele Kubaner im Hotel hatte und die relativ früh zum Nachtessen gingen, trafen wir uns erst um viertel vor acht im Hotelrestaurant, wo es ein Buffet gab; drei Sorten Reis und Spaghetti, frittierte Bananen und diverse Fleischgerichte unter anderem irgendeine geschnetzelte Leber in einer sehr feinen Sauce. Da es am Ende des Essens immer noch regnete blieben wir in der Hotelbar und machten es uns auf dem russischen Sesseln gemütlich.

 

Deborah (Irland) holte ihre I-Pod-Lautsprecher und so vergnügten wir uns mit ihrer und meiner I-Pod-Musik. Ich machte ein paar Leute schmunzeln, als ich Paul McCartney’s „Back in the USSR“ auflegte. Alberto probierte kubanische Musik auf meine I-Pod am Receptions-Computer runterzuladen, doch ich glaube die Daten müssten erst mit I-Tunes konvertiert werden, damit wir sie hätten anhören können. Aber die Daten sind nun abgespeichert und ich werde versuchen die zwei CD’s zuhause runterzuladen. Um halb eins und nach drei „Cuba libre“ ging ich zu Bett.

Freitag, 28. März 2008
 
Ich hatte bereits am Morgen keinen rechten Appetit und ass nur vier Scheiben Wassermelone, doch zu diesem Zeitpunkt schob ich dies auf die frühe Morgenstunde und die kurze Nacht. Bereits um 08.00 Uhr fuhren wir mit unserem Bus los. Über eine noch holprigere Strasse als sonst schon fuhren wir in Richtung Berge und stiegen am Fuss der Bergkette in einen anderen Bus um, der uns nach Santo Domingo brachte. Dort war der Eingang des Nationalparkes und wir mussten noch einmal umsteigen. Zuerst mussten wir jedoch noch je 5 CUC Pesos für die Erlaubnis zum Fotografieren bezahlen. Dann ging es noch weitere 5 Kilometer mit modernen Jeeps auf der steilsten Strasse Kubas zum Aussichtspunkt „Alto del Naranjo“ auf 950 m.ü.M. ging. Dort starteten in Begleitung eines lokalen Führers unsere Wanderung; zuerst ging es 1,5 km zu einem Bauernhaus, dass früher dem Bauern gehört hatte, der den Revolutionären sein Land für das Lager zur Verfügung gestellt hatte. Dort machten wir eine kurze Verschnaufspause, dann ging es weitere 1,5 km bergauf zu einem der Nationalen Heiligtümer, der „Comandancia de la Plata“. Hier stand 1958 für eine recht lange Zeit das Hauptquartier der Revoltion. Von diesem Ort sendete auch Che mit seinem Radio „Rebelle“.
 
Die Gebäude sind zwar alle nachgebaut, doch sie stehen an den gleichen Stellen und beherbergen zum Teil Original Möbel aus dieser Zeit. Bei der Hütte von Fidel kam es schlussendlich über mich und ich verteilte mein Frühstück über das Gelände. Ich hoffe es erzählt niemand diese Geschichte Fidel….Nachdem ich mich im nahen Bach ein wenig frisch gemacht hatte ging es zurück. Am Schluss beim Aussichtspunkt musste ich nochmals erbrechen, wobei zu diesem Zeitpunkt nur noch das Wasser, dass ich auf dem Rückweg zu mir genommen hatte wieder hochkam. Auch Kevin ging es am Ende nicht mehr so gut und Caroline fühlte sich auch nicht sehr wohl, was vermuten liess, dass wir gestern etwas falsches gegessen oder getrunken hatten. Anstelle zum Mittagessen nahmen wir drei uns ein Taxi, dass jedoch für Kevin nach kurzer Zeit nochmals notfallmässig stoppen musste….Zurück im Hotel nahm ich eine Dusche und verkroch mich ins Bett um mich bis am nächsten Morgen zu erholen.
 
 
 
Samstag, 29. März 2008
 
Nach dem Frühstück, wo ich schon wieder etwas mehr Appetit entwickelte, aber auf die Wassermelonen verzichtete, verliessen wir das Hotel Sierra Maestra und machten uns auf nach Santiago de Cuba. Kurz nach Einfahrt in die zweitwichtigste Stadt Kubas, sahen wir uns den gewaltigen „Plaza de la Revolucion“ an. Dieser wurde überragt von einem ebenfalls gewaltigen Monument zur Erinnerung an den lokalen Helden der in beiden Unabhängigkeitskriegen gekämpft hatte; General Antonio Maceo. Die gewaltigen Metallpfosten sollen Macheten stilisieren.

Weiter ging es zum Grund des „26.Juli“; diese Nummer sah man überall im Land und war auch der Name der Revolutionären Untergrundbewegung „Bewegung des 26.Juli“. Hier in Santiago stand nämlich die ehemalige Kaserne Moncada, wo Fidel und 100 andere Freiheitskämpfer bereits am 26. Juli 1953 den Aufstand probten und scheiterten. Die Meisten der Rebellen wurden getötet, Fidel jedoch entkam, wurde wenig später verhaftet und „nur“ zu 15 Jahren Haft verurteilt. Weil Batista generös sein wollte nach seiner Wiederwahl amnestierte er die inhaftierten Rebellen jedoch schon nach kurzer Zeit. Böser Fehler……

Dannach gingen wir zu einem feinen Mittagessen bevor es zu unserem Islazul-Hotel Versalles auf einem Hügel mit Blick auf Santiago fuhren. Ich wechselte dort in der Cadeca des Hotels nochmals kubanische CUC, welche nun für den Rest der Reise genügten und bezog danach mein grosses und kühles Zimmer im unteren Stockwerkes eines Zwei-Zimmer-Bungalows.

Am Nachmittag fuhren wir zurück in die historische Innenstadt und machten einen Rundgang um die weiteren interessanten Sehenswürdigkeiten zu sehen. Wir stiegen am Plaza Dolores aus, dort stand auch das ehemalige von Jesuitischen Mönchen geleitete Colegio Dolores, das seinerzeits von Fidel Castro besucht wurde.  Wir liefen dann zum Museo Bacardi, dass zwar diesen berühmten Familiennamen trug, doch nichts mit Rum zu tun hatte. Weiter ging es zur Strasse „Calle Heredia“, wo es ebenfalls ein paar historische Gebäude hatte und auch das hiesige „Casa de la Trova“ war. Der Rundgang endete am Hauptplatz „Parque Céspedes“. Hier stehen ebenfalls geschichtsträchtige Gebäude unter anderem ein der ältesten, wenn nicht sogar die älteste Kathedrale Kubas,
 
gegenüber das Ratshaus aus dem 18. Jahrhundert auf dessen Balkon Fidel Castro am 1.Januar 1959 seine erste Rede an das kubanische Volk gehalten hat,
die Residenz des Konquistadoren Diego Velazguez, dass das älteste Gebäude Kubas sein soll und schlussendlich das Hotel „Casa Grande“, von dessen Dach man eine schöne Aussicht hat und das ebenfalls in Graham Green’s „Unser Mann in Havanna“ eine Rolle spielte.

Wir hatten danach knapp eine Stunde freie Zeit, die jedoch reichten um mich übers Ohr hauen zu lassen. Laut meinem Reiseführer wollte ich nämlich hier einen sehr alten Rum namens „Methusalem“ kaufen und als ich in das Fenster eines geschlossenen Laden schaute kam ein Mann und fragte mich ob ich Methusalem kaufen wolle. Ich bejahte und er führte mich gleich zwei Ecken weiter in ein Privathaus, wo er mir eine Flasche zeigte. Da sie nur 10 CUC’s kostete kaufte ich sie. Alberto hörte dann vom Barbesitzer am Abend, dass es eine Fälschung war. Aber wahrscheinlich war ich trotzdem nicht ganz schlecht davon gekommen, denn wahrscheinlich haben sie den nächst besseren Rum in der Originalfabrik abgefüllt die Flasche dort versiegelt und dann mitgehen lassen, denn Methusalem-Rum wird nicht mehr hergestellt. Also hatte ich alten Santiago-Rum erhalten in einer Original Methusalem Flasche.
Dannach ging es jedenfalls zurück zum Hotel, wo es wenig später nach einem sonst schönen Tag wiederum zu regnen anfing.
Am Abend ging es zum Restaurant „El Morro“ direkt neben dem gleichnamigen Castillo, wo es ein Banquett-ähnliches Essen gab. Wir konnten dort ebenfalls amüsiert beobachten wie die Leute beim Fernsehen über der Bar mit ihrem lokalen Team mitfieberten, beim Kubanischen Nationalsport…Baseball !
Nach dem Essen fuhren wir zurück ins historische Zentrum, wo wir ein weiteres Mal kubanische Live-Musik geniessen konnten.

Sonntag, 30. März 2008 

Es war bereits wieder trocken und deshalb ging es heute in den „Parque Baconao“, einem weiteren Nationalpark, der ebenfalls noch zur Sierra Maestra Bergkette gehört. Die Fahrt führte fast eine Stunde den Berg hinauf. Dann ging es zu Fuss weiter. Diese Wanderung war längst nicht so anstrengend wie die letzte, da die Temperatur angenehmer war und es auch meinem Magen diesmal besser ging. Über 459 Stufen gelangten wir zum Gipfel des Gran Piedra auf 1234 m.ü.M. Dieser gigantische Monolith; deshalb der Name, liegt über dem Krater eines verloschen Vulkans uns bietet eine gewaltige Aussicht. An sehr schönen und klaren Tagen soll man scheinbar von hier sogar Jamajka erkennen können.
  

Weiter ging es zu einer ehemaligen Kaffeeplantage, dem „Cafetal La Isabelica“. Es gibt hier viele solcher kleinen Kaffeeplantagen rund um den Gran Piedra, die alle zum UNESCO-Welterbe erklärte wurden. Von den meisten Plantagen sind allerdings nur Ruinen übrig, nur eben „La Isabelica“ blieb erhalten. Diese Plantage gehörte einst Victor Constantin, einem französischen Grundbesitzer, der mit vielen anderen im späten 18. Jahrhundert nach einem Sklavenaufstand in Haiti hierher geflohen war. Mit sich brachte er zahlreiche Sklaven und seine geliebte Isabel Maria, nach der er die Plantage benannte.

  

Das grösste Gebäude der Plantage ist das Herrschafthaus, bei dem jedoch nur der untere Stock mit den Gewölben original ist. Ein Raum in dem Kaffeebohnen gelagert wurden ist noch sehr interessant, so sieht man dort noch Mäuerchen mit Löchern drin; auf diesen Mäuerchen lagen dazumal Bretter und auf diesen Bretter die Säcke mit Kaffeebohnen. Die Löcher in den Mäuerchen unter den Bretter waren dazu da, damit die Katzen durchkriechen konnten um allfällige Mäuse zu jagen.
 
 
 
Wir wurden von einem lokalen Guide herumgeführt und uns wurde die ganze Anlage gezeigt und erklärt.
Um 14.00 Uhr waren wir zurück im Hotel, wo ich mich ein weiters Mal von dem Service einer Cafeteria erstaunen liess; ich wartete noch länger auf mein Sandwich als in Havanna am Plaza Vieja. Es war warm doch der Himmel sah nicht sehr freundlich aus und drohte jederzeit auf uns herunterzustürzen. Ich schrieb wieder in mein Reisejournal und verbrachte auch sonst einen recht angenehmen Nachmittag.
Doch das Wetter hielt und es blieb trocken.
Zum Abendessen ging es ins Villenviertel von Santiago. Gleich in der Nachbarschaft stand auch die Villa der Familie Bacardi. Das Restaurant ZunZun servierte gutes Essen und nach dem Essen ging es zurück ins Hotel.
 
Montag, 31. März 2008
 
Nach dem Frühstücksbuffet ging es auf eine lange Fahrt nach Baracoa. Die Distanz war zwar nicht so schlimm, aber wir mussten über eine kurvige Strecke durch die Ausläufer der Sierra Maestra Bergkette fahren.
Rast machten wir in der Stadt Guantanamo, im gleichnamigen Islazul Hotel.
  

Wir fuhren auch am streng bewachten Eingang der US-Basis vorbei und konnten für einen winzigen Augenblick einen Blick riskieren. Fotografieren war strengstens verboten und um unseren Reiseleiter nicht in Bedrängnis zu bringen hielten wir uns auch daran.

Bei einem Aussichtspunkt machten wir ein paar Fotos, es gab dort Mangos zu kaufen und ich kaufte mir zwei Säckchen mit Kakaopulver.

Kurz nach der Mittagszeit erreichten wir Baracoa, die erste spanische Stadt auf der Insel. Sie wurde bereits 1511 gegründet und wurde damals automatisch für die nächsten 4 Jahre Hauptstadt, bevor diese nach Santiago verlegt wurde.

Unser Hotel Porto Santo lag auf der anderen Seite der Bucht, etwa 4 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Während des Willkommens-Cocktails regnete es wieder einmal in Strömen und wir waren froh, dass die Poolbar ein Dach hatte. Zum Mittagessen gab es diesmal einen Teller Spaghetti mit ein wenig Reibkäse und Thunfisch (aus der Dose). Für den Rundgang durch die Stadt war es wieder trocken; wir hatten wirklich Glück.
     

Zum Nachtessen ging es ebenfalls ins Zentrum, wo wir in einem alten Kolonialhaus in einem Paladar eine wunderbare Dorade (Fisch) geniessen konnten. Sie hatten keine Auswahl an Fischen, da das Wetter nicht so gut zum fischen war, aber die Dorade schmeckte wunderbar und wir konnten hoffen, dass es am nächsten Tag besser wurde. Nach dem Essen ging es in eine offen Bar, wo wir einer guten lokalen Musikgruppe zuhören konnten.

Dienstag, 01. April 2008 

Jahrestag der Landung eines der Helden des Unabhängigkeitskrieges 1895, General Antonio Maceo, in der Bucht von Duaba in dieser Provinz.
 
Scheinbar wurde Baracoa vor knapp zwei Wochen von einem heftigen Sturm getroffen und hatte an der hiesigen Malecon beträchtliche Schäden durch Wellen angerichtet, die wir am Vortag sehen konnten. Heute hatte sich ein hohes Tier aus der Partei auf Besuch angekündigt, deshalb wurden diverse Gebäude neu bemalt, damit der Eindruck entstehe, dass alles wieder in Ordnung sei.
Zur Feier des Tages hatten hier auch alle einen arbeitsfreien, bezahlten Tag und die Schulen waren ebenfalls geschlossen. Zwei kleine Bühnen wurden für die Kundgebungen gebaut und nach der Abreise des Offiziellen gab es Livemusik und Partystimmung.
Wir hatten jedoch am Vormittag etwas anderes geplant und konnten den Kundgebungen nicht beiwohnen. Mit unserem Bus ging es ein paar wenige Kilometer weit aus der Stadt, wo wir mit einem lokalen Guide eine kleine Wanderung machen wollten. Wir kamen jedoch nicht weit; bei einem kleinen aber reissenden Flüsschen war geplant gewesen eine Überquerung auf Pferden zu machen, aber Pferde waren (wahrscheinlich wegen dem Feiertag) keine aufzutreiben. Plan B des Führers wäre gewesen die Wanderung statt durch den Wald entlang der Asphaltstrasse zu machen, was aber natürlich nicht so toll gewesen wäre. Bevor wir uns bereit machten wieder zurück zum Hotel zu fahren, checkte Alberto Plan C aus und dieser klappte tatsächlich und war schlussendlich doch noch recht interessant.
Auf einem kleinen Rundgang wurde uns erklärt wie Kakao hergestellt wird. Wir sahen die Früchte an den Bäumen, sahen die frischen Kerne und konnten davon probieren und sahen den Prozess der Verarbeitung.
   
 
Zum Schluss gab es noch eine fabelhafte heisse Schokolade zum Trinken, obwohl man sie fast auch löffeln konnte. Dannach ging es aber tatsächlich zum Hotel zurück. Dort genossen wir für kurze Zeit den kühlen Pool, ein Sandwich und was zu trinken.
Da der Nachmittag zur freien Verfügung war, zog es mich, Namalee, Kevin und Caroline in die Stadt und wir machten so doch noch eine kleine 4 Kilometer-Wanderung. Wir sahen uns die Festivitäten an
 
und machten schlussendlich im Hotel „El Castillo“ bei einem Drink eine Pause. Das Hotel war auf einem Hügel genau über dem Stadtzentrum gebaut mit einem grossartigen Blick über diese
 
 
und so konnte ich von dort auch das Panoramafoto schiessen, dass in meinem Reiseführer war.
 
Wir suchten dannach ein Taxi, da wir die vier Kilometer nicht wieder zurückgehen wollten. Da wir keines finden konnten machten wir uns halt trotzdem zu Fuss auf den Weg. Doch schon nach wenigen Metern holten uns zwei Velotaxis ein und so gestaltete sich der Rückweg doch noch gemütlich.
  
Zum Abendessen ging es wie angekündigt wieder ins selbe Restaurant, da die Alternative nur das Buffet im Hotel gewesen wäre und diesmal hatten sie tatsächlich eine grössere Fischauswahl. So gab es für mich zum ersten Mal in meinem Leben Hai zum Essen.
Da es am nächsten Tag eine Stunde früher als gewöhnlich losgehen sollte, fuhren wir zurück zum Hotel. Einige von uns hatten dedoch noch einen oder zwei Drinks bevor es ins Bett ging.
Ich hatte zuerst einen „Baraco Spezial“ mit Schokoladenlikör und Rum und danach noch einen „Pina Colada“.
 
Mittwoch, 02. April 2008
 
Heute ging es auf die mindestens 900 Kilometer und drei Tage dauernde Rückkehr nach Havanna. Dieses mal ging es jedoch der Nordküste entlang auf einem anderen Weg, als den über die Berge. Die Strasse war trotzdem ziemlich abenteuerlich und zum grössten Teil der ersten Strecke gar nicht asphaltiert.
Kaffee und WC-Pause machten wir in einem völlig verregneten Ort namens Moa, der wahrscheinlich auch bei schönem Wetter nicht unbedingt sehenswert war. Laut dem „Lonely Planet-Reiseführer“ würden sich in dieser Industriestadt nur Umweltschützer am richtigen Platz finden und das Hotel, in dem wir Pause machten, wurde mit den Worten beschrieben „wenn sie hier übernachten müssen ist dies der Platz“.! So waren wir froh als es weiterging. Wenigstens wurde ab hier die Strasse wieder besser und auch das Wetter besserte sich allmählich und gegen drei Uhr Nachmittages kamen wir in Holguin im Hotel „El Bosque“ an, wo wir wie üblich nach einer kleinen Wartezeit unsere Zimmer beziehen konnten, welches in meinem Fall noch nicht gesäubert worden war. So stellte ich einfach mein Gepäck ins Zimmer und ging in die Cafeteria, wo es etwas kleines zum Mittagessen gab. Später ging es in die Innenstadt auf Erkundungstour. Hier hatte es wohl zu einer Zeit viele Russen gehabt, denn die Unterführung beim grossen Baseball-Stadion war mit Kyrillischen Schriftzeichen angeschrieben.
     
Zum Abendessen ging es in ein Paladar mit einem Super Service, der zusammen mit dem Essen fast an „westliche“ Verhältnisse heranreichte. Es gab nicht einmal Reis ! Da die Live Musik im „Casa de la Trova“ erst 45 Minuten später anfangen sollte, entschieden sich die Mehrzahl zurück zum Hotel zu fahren.

Donnerstag, 03. April 2008
 
Heute war die längste Distanz auf der ganzen Reise zurückzulegen und deshalb bestand dieser Tag fast nur ausser der 400 Kilometer langen Fahrt von Holguin nach Santa Clara. Einen Grossteil der Strecke legten wir auf der gleichen Strasse zurück die wir gut eine Woche früher in entgegen gesetzter Richtung befahren hatten. So fand auch der Kaffeehalt an einem bereits bekannten Ort statt.
Zwischendurch holten wir den Besuch einer kleinen Schule nach, der eigentlich auf der geplatzten Wanderung am 01. April in Baracoa geplant war und sahen uns so ein typisches Klassenzimmer an und verteilten ein paar Geschenke.

Der Mittagstop war wieder verregnet, aber unter einem schützenden Dach bekamen wir trotzdem ein kleines aber feines Mittagessen serviert. Am Ende des Regens konnten wir einen Polizisten beobachten, der sein Motorrad fein säuberlich abtrocknete, um sich danach wieder in die Bar zu setzen.

Da wir erst um halb sechs Uhr abends im Hotel ankamen, verschoben wir den Besuch von Santa Clara auf den nächsten Morgen.  Zum Nachtessen ging es wieder in ein hervorragendes Paladar. Dort war unser Tisch bereits von einer kleineren Gruppe besetzt worden, da diese behauptet hatten, sie wären die reservierte Gruppe. Nach einer kurzen Wartezeit im Wohnzimmer vor dem Fernseher fanden sich genügend Stühle und Tische um die ganze Gruppe zu beherbergen und das Essen war reichlich und sehr fein.

Auf dem benachbarten Hauptplatz konnten wir gerade noch das Ende einer Kundgebung beobachten bei der es offensichtlich um den am nächsten Tag stattfindenden „Tag der Pioniere“ ging. Die Pioniere sind die 1. bis 6.-Klässler. Die übrigens beinahe so aussehen wie Pfadfinder;
Die Schüler tragen nämlich hier in Kuba Uniformen; die Primarschüler tragen rote Hosen oder Röcke und von der 1. bis 3. Klasse eine rote Kravatte und von der 4. bis 6. Klasse eine blaue Kravatte, die Sekundarschüler tragen keine Kravatten mehr und ihre Hosen/Röcke sind beige und die ältern Schüler tragen dasselbe in blau.
Da nach dieser Veranstaltung alles auf dem Platz abgeräumt wurde und die Bar, wo es sonst noch Livemusik gab geschlossen war fuhren wir zurück ins Hotel, wo es neben dem Pool noch einen Cocktail und ein selbstinszeniertes Rum-tasting gab.

Freitag, 04. April 2008 

Am Morgen ging es zuerst zu einem Denkmal für die militärische Aktion die Che Guevara hier durchgeführt hatte; Ende Dezember 1958 hatte er hier zusammen mit einer Guerilla-Gruppe der Rebellenarmee einen gepanzerten Waffenzug des Diktators Fulgencio Batista mit über 400 Soldaten und Waffen, die für den Osten bestimmt waren, zum entgleisen gebracht. Alberto erklärte, dass die Soldaten sowieso schon demoralisiert waren und bereits bereit gewesen wären zu kapitulieren, doch Comandante Ernesto Che Guevara wollte ein Zeichten mit einem glorreichen Kampf und Sieg setzen. Mit den Waffen aus dem Zug befreiten sie danach die Stadt und einen Monat später floh am 1. Januar 1959 nach über zweijährigem Guerillakrieg Batista aus dem Land und der Sieg der Revolution war erreicht. Hier beim Denkmal standen noch vier der Eisenbahnwagen und ein Bagger mit dem die Gleise damals verschoben worden waren.
  

Wir besuchten danach noch das Zentrum, wo im Hotel „Santa Clara Libre“ immer noch die Einschusslöcher der Schlacht erkennbar waren.

Dann gab es eine kleine Enttäuschung; wegen eines offiziellen Besuches war der Innenraum des Che-Memorials geschlossen so begnügten wir uns mit dem imposanten Äusseren.

  

 

Danach ging es um halb zwölf auf die letzten 260 Kilometer nach Havanna. Lunchstop machten wir am gleichen Ort, wo wir damals am ersten Reisetag Kaffeehalt gemacht hatten, also eben ca. 30 Kilometer von der Schweinebucht entfernt. Um halb vier kamen wir wieder in der Altstadt von Havanna an und Alberto meinte, da die Hotelzimmer sowieso noch nicht bereit sein würden, sollten wir doch noch 90 Minuten durch die Altstadt streifen. So nutzten ein paar von uns diese Zeit um auf dem grossen Touristenmarkt Souvenier zu kaufen. Ich hatte bisher nur „Lebensmittel“ gekauft und suchte eine Trommel, die ich auch fand. Der Händler wollte zuerst 35 CUC dafür und als ich im sagte „Nicht mehr als 20 CUC“, bot er mir 3 Rasseln und ein Schlaginstrument bestehend aus zwei Holzstöcken + die besagte Trommel für 25 CUC an und da ich sowieso noch Geschenke für Zuhause brauchte machte ich diesen Deal. Kurz nach fünf Uhr waren wir also wieder beim Hotel Lincoln und ich seufzte sarkastisch „Home sweet Home“.

Zum Abendessen ging es aufs Dach des Hotels „Ambos Mundos“, wo es einen feinen Seafood-Teller gab. Dort verabschiedeten wir uns auch offiziell von unserem Fahren und unserem Reiseleiter. Wir konnten um 21.00 Uhr auch den täglichen Böllerschuss hören und sehen.
Acht von uns fuhren nach dem Essen ins Hotel Nacional zu einer Cabaret Show „Parisienne“ mit karibischen Klängen und Tänzen.
 
Mit einem fast luxuriös-anmutenden Mercedes-Taxi ging es danach zurück zum Hotel Lincoln, das nach durchschreiten der Halle des Hotels Nacional nur noch als Absteige bezeichnet werden konnte.
 
Samstag/Sonntag, 05./06 April 2008
 
Beim Frühstück auf der altbekannten Dachterrasse im 9.Stock sahen wir uns alle noch einmal und verabschiedeten uns voneinander. Nachdem ich mein Gepäck gepackt hatte und es in einem Einstellraum einlagern und dabei gleich ein Taxi für 16.00 Uhr bestellen konnte machte ich mich noch einmal auf eine letzte, knapp 6-stündige Erkundungstour durch die Stadt zu Fuss. Dieses mal ging es jedoch in die andere Richtung in den Stadtteil Vedado. Dort sah ich mir das Denkmal für die „Maine“ an; dieses amerikanische Schiff explodierte unter mysteriösen Umständen 1898 im Hafen von Havanna und führte zum Kriegseintritt der USA auf der Seite der Kubaner. Dann ging es zum Haus für die „Amerikanischen Interessen auf Kuba“ mit seinen imposanten Fahnenstangen.
 
 
 

Weiter ging es via „Plaza de la Revolution“, wo scheinbar irgendein Fest stattfand (mit Vorführung durch Feuerwehr und diverse sportliche Aktivitäten) zum gewaltigen Friedhof „Necropolis Colon“, der 1871 geöffnet wurde und 2 Millionen Gräber haben sollte. Unter anderem konnte ich hier Grabmäler und Denkmäler für die Studenten, die 1957 den Präsidentenpalast gestürmt hatten, für die Märtyrer der Granma-Landung und für die „Helden der Revolution“ (Guerilla-Kämpfer, auch solche die überlebt haben und heute noch dort beigesetzt werden) ansehen.

       

 

Aber auch diverse Statuen von Engeln und Heiligen waren durchaus seinen Besuch wert.

 

Malecon, Havanna

Auf dem Weg machte ich auch noch diverse letzte Fotos von schönen Oldtimern und fand auch dieses mal das richtig Hotel Sevilla aus Graham Greens’ Buch.

Pünktlich um 16.00 Uhr ging es mit dem Taxi für 20 CUC zum Flughafen. Dort klappte auch alles, ich bekam ohne zu fragen einen Gangplatz und verschleuderte meine letzten kubanischen CUC’s, beendete mein Che Guevara-Buch und mein Reisejournal und stärkte mich noch mit einem letzten „Cheese & Ham“-Sandwich, bevor es auf den Rückflug ging. Da dieses mal der Sitzplatz neben mir belegt war, war der Rückflug ein wenig unbequemer, dafür gab es wieder ein relativ gutes Essen. Auf den Film verzichtete ich, da ich erstens zu Müde war, zweitens den Film (National Treasure 2) schon im Kino gesehen hatte und drittens wie auf dem Hinflug nur in Spanisch und Französisch gezeigt wurde. In Paris wunderte ich mich, dass ich mich mit der Zeit um eine Stunde geirrt hatte und stellte fest, dass hier inzwischen auf Sommerzeit gewechselt wurde, was auch Auswirkungen auf meine Video-Planung zuhause hatte. In Zürich erwarteten mich meine Eltern und brachten mich mit dem Auto zu mir nach Hause.


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