Indochina Encompassed (Thailand, Laos, Vietnam und Kambodscha)

 

27. Januar bis 26. Februar 2012

Für diese Reise war ich bereits früh reisebereit. Ich konnte auch bereits am Vortag im Internet einchecken und fuhr um 18.40 Uhr nach der Arbeit noch schnell nach Hause um mich für meinen „Schlussabend“ umzuziehen. Um auch meinen Magen auf die Reise vorzubereiten ass ich zum dritten Mal diese Woche asiatisch, bevor ich mir im Kino den genialen Film „The Artist“ ansah. Am Abend meiner Rückkehr in 4 Wochen wird dieser Film vielleicht Geschichte schreiben, denn er ist für 10 Oscars nominiert (und hat tatsächlich 5 der begehrten Preise u.a. für den Besten Film, bester Regisseur und den besten Hauptdarsteller gewonnen).

27. Januar 2012
Mein Flug ging erst um 13.15 Uhr, also konnte ich gemütlich aufstehen. Alles einen letzten Schliff verpassen und kam um 11 Uhr am Flughafen an, wo ich auch meinen Koffer schnell los wurde. Nach einem Mittagessen im traditionellen Selbstbedienungsrestaurant mit Blick aufs Flugfeld ging es durch die neue Sicherheitskontrolle. Der Flieger war voll und ich hatte das Gefühl, dass die Sitze hier ein wenig enger waren, als bei früheren Flügen, aber vielleicht liegt das ja nur an mir.
Da ich wie gewöhnlich nicht schlafen konnte, sah ich mir im individuellen Unterhaltungsprogramm ganze fünf Filme an. Dies waren „Die Schlümpfe“, „Spy Kids 4“, „Der Zoowärter“, „Kill the Boss“ und schlussendlich noch „Mr. Poppers Pinguine“.
 
 
Tag 1 Bangkok – 28. Januar
Um 05.45 Uhr landeten wir auf dem Flughafen von Bangkok. Nach einer reibungslosen Einreise suchte ich den öffentlichen Bus, der gemäss Reiseprogramm direkt zu meiner Destination fahren sollte. Aber entweder gab es den Bus nicht mehr oder er war so versteckt, dass ihn niemand finden konnte. (Ein Paar aus meiner Gruppe hatte dasselbe Problem). So ging ich stattdessen zur Zugsstation, wo ich mir an einem Automaten ein Ticket für 35 Baht in die Stadt kaufte. An meiner Station Makassan stieg ich aus und lief etwa 300 Meter zur Metrostation, wo ich für 29 Baht zum Hauptbahnhof kam; mein Hotel, das Bangkok Centre Hotel, war gleich neben dem Ausgang zur Metrostation. Ich kam um 8 Uhr bei der Rezeption an, wo man mir erklärte, dass ich mein Zimmer erst um 12 Uhr bekommen könne. So stellte ich meinen Koffer ab und machte mich auf eine Erkundigungs-tour durch die Stadt. Mit meinem Lonely Planet ausgerüstet suchte ich mir den Weg und fand schlussendlich das Rathaus, anschliessend das „Demokratie-Denkmal“ und lief am Königspalast vorbei und von dort zurück zum Hotel. Dieser Rundgang in der Hitze dauerte etwa 3 Stunden und nachdem ich zurück im Hotel war, bekam ich auch bald mein Zimmer. Am Anschlagbrett hatte ich auch bereits gesehen, das unser Treffen wie üblich um 18 Uhr stattfinden würde. Nach einer schlaflosen Nacht und der anschliessenden Hitze, kühlte ich mich im Raum ab und ruhte mich für 5 Stunden aus und hatte nachher keine Probleme mit einem allfälligen Jetlag.

Kurz vor 18 Uhr war ich in der Lobby und bemerkte, dass es noch etwa 4 bis 5 andere GAP-Touren gab, die heute starteten und es zuerst ein Weilchen brauchte, bis jeder Reisende seine Gruppe gefunden hatte. Unser Chief Experience Officer (CEO) oder Tourleader war ein Kambodschaner (mit chinesischen Wurzeln) namens Long  und die anderen Mitglieder der Gruppe waren für den ersten Teil der Reise nur 6. James and Claire kamen aus England, Logan und Clare aus Australien, Mischa aus Kanada und Mye aus Dänemark. Eine weitere Engländerin, Joanna war bereits in Chiang Mai.

Nach der Info über den ersten Teil der Reise bis Hanoi und den administrativen Aufgaben, wie Kontaktdetails und Reiseversicherungsdaten, fuhren wir mit einem öffentlichen Bus (Bus 53) zum Backpacker-Quartier und genossen ein feines thailändisches Willkommensdinner. Ich hatte ein Rotes Curry mit Ente. Anschliessend liefen wir noch durch die berüchtigte Kao San Road und alle ausser Mye und Long fuhren mit einem Taxi zurück zum Hotel. Diese Taxifahrt war ein Abenteuer für sich, denn wir wurden bei sehr langsamer Fahrt von einem anderen Fahrzeug ganz leicht gestreift und unser Fahrer stieg aus und brüllte den anderen Fahrzeuglenker an. Wir kamen aber trotzdem unbeschadet beim Hotel an und um 22.15 Uhr hiess es „Gute Nacht“. Mye und Long sagten damals noch, dass sie zwei Tage zuvor zusammen im Ausgang gewesen waren und angeblich noch nicht gewusst hatten, dass Mye auf der gleichen Tour war, aber schlussendlich kam heraus, dass die Beiden schon seit einem Monat zusammen sind. Was uns nicht störte, denn es behinderte unser Reise nicht.

Tag 2 Bangkok – 29. Januar
Nach dem Frühstück trafen wir um 8.30 Uhr eine lokale Reiseführerin und gemeinsam fuhren wir, wieder mit Bus 53 durch Chinatown zum Fluss, wo wir eine einstündige Longtail-Boot-Tour durch die berühmten Klongs (Kanäle) Bangkoks. Als erstes zeigte uns die Führerin ein riesiges Spital, wo seit einiger Zeit der König „wohnte“. Durch zwei Schleusen, mit einem Zwischenhalt bei dem kleinen „Taling Chan Floating Market“(schwimmender Markt) und bei einem Tempel zum Fisch füttern, kamen wir zurück zum Hauptfluss, wo unser Fahrt beim Königlichen Tempel Wat Po endete. Die Führerin führte uns in die buddhistische Kultur Thailands ein und zeigte uns den berühmten liegenden Buddha. Dieser war wirklich riesig. Vor dem Tempel konnte man Dachziegel spenden und auf der Rückseite eine Widmung oder einen Wunsch aufschreiben. Ich dachte, dass wäre eine gute Idee und so „kaufte“ ich mir einen Dachziegel. Nach dem Besuch von Wat Po, gingen wir gemeinsam zu einem kleinen Mittagessen und nach dem Mittagessen besuchten wir den Tempel mit dem (erstaunlich kleinen) Jadebuddha und den Grand Palace, der königlichen Residenz. Zu dieser Gelegenheit bekam ich auch die Information, dass der König im gleichen chinesischen Sternzeichen geboren wurde wie ich, nämlich im Jahr des Hasen. Es war eine kurze Tour, jedoch zur heissesten Zeit des Tages, so waren wir ziemlich erschöpft. Die Reiseführerin zeigte uns den Bus zurück zum Hotel, doch schon nach wenigen Minuten blieben wir im Verkehr stecken und nachdem sich der Bus für ca. 20 Minuten keinen Meter weit bewegt hat, entschieden wir uns zu laufen.
Wir befanden uns bereits auf derselben Strasse in Chinatown, die ich am Vortag entlang gelaufen war, so war es einfach den Weg zu finden und knapp 40 Minuten später kamen wir im Hotel an. Um 15.35 waren wir zurück beim Hotel und ruhten uns ein wenig aus, bis wir uns 2 Stunden später auf den kurzen Weg zum Hauptbahnhof, wo wir noch ein paar Snacks kauften, bevor wir an Bord unseres Nachtzug nach Chiang Mai stiegen.

Der Zug fuhr um 19.35 Uhr ab und wir hatten 4 Bett-Abteile ohne Türe. Die Betten hatten individuelle Vorhänge, was das Licht ein wenig dämpfte, denn das Licht wurde über Nacht nicht ausgeschaltet. Im Zug gab es auch ein Nachtessen bestehend aus vier Gerichten, nämlich „Poulet und Reis“, Suppe, Rotes Entencurry und Ananas.

Tag 3 Chiang Mai – 30. Januar
     
Der Zug hatte eine Verspätung und statt um 8 Uhr kamen wir erst um 10.30 in Chiang Mai an. Entgegen anderer Meinung wird Chiang Mai übrigens „Tsching Mai“ ausgesprochen. Vom Bahnhof wurden wir zum Hotel gebracht, wo wir gleich unsere Zimmer bekamen und so eine wohlverdiente Dusche und ein wenig Ruhezeit. Um 12.00 Uhr trafen wir uns und gingen zu einem benachbarten Gartenrestaurant zu einem Lunch/Frühstück. Ich hatte keinen Hunger und trank nur einen feinen Fruchtshake.
Wie Long uns bereits am Vortag erklärt hatte, gab es hier verschiedene Optionen für zusätzliche Ausflüge und ohne uns zu enttäuschen, würde er erst nach Ankunft die Optionen geben, da es je nach Zeitpunkt der Ankunft verschiedene Sachen gibt. Da wir am späten Nachmittag bereits eine inbegriffene Tour hatten, blieb uns also wegen der Verspätung gerade mal 3 Stunden „Freizeit“. Diese nutzen wir mit einem Trip zum „Tiger Kingdom“, dem Tiger Königreich. Dort konnten wir gegen ein Entgelt ins Gehege zu den Tigern steigen und diese streicheln und Fotos machen. Je nach Grösse der Tiger bezahlte man einen anderen Preis; so waren die grössten Tiger am günstigsten und die Kleinsten am teuersten. Tiger sind jedoch eher Nachtaktiv und die Grössten lagen nur müde herum. Clare, Logan und ich entschieden uns für die zweikleinsten, welche so um die 6 Monate alt waren und in diesem Alter sehr lebhaft sind und lustig herumtollten. Es war ein einzigartiges Erlebnis.
Um 16.00 Uhr zurück beim Hotel trafen wir auch unsere letzte Mitreisende und gemeinsam brachen wir auf um den Tempel-Komplex, Doi Suthep zu besuchen. Dieser Tempel befindet sich auf dem Gipfel eines Berges. Zum Glück konnten wir den grössten Teil mit unserem Bus fahren und nur die letzten 300 Stufen durften wir selber in Angriff nehmen.
Hier hörten wir wieder einiges über die buddhistische Kultur, unter anderem das es Buddha Statuen mit verschiedenen Positionen für jeden Wochentag gibt (an zwei Wochentagen sogar mehr als eine) und der Tag der Geburt entscheidend ist. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht an welchem Wochentag ich geboren worden war. Von hier hatte man auch einen grossartigen Ausblick auf die ganze Stadt. Und nachdem wir von einem Mönch einen Segen und ein Band um den Arm erhalten hatten (nur die Männer erhielten das Band direkt vom Mönch; die Frauen wurden zwar gesegnet, doch das Band gab unsere Reiseführerin, da buddhistische Mönche Frauen nicht berühren dürfen) hatten wir das Glück, dem Singen der Mönche beizuwohnen.
Nach diesem Erlebnis fuhren wir zurück zum Hotel und gingen dann zu Fuss zum nahen Nachtmarkt, wo wir unser Nachtessen hatten und ein wenig durch den Markt schlenderten. Der Abschluss des Abends machte ein Drink in einer kleinen Strasse, wo es nur Ladyboy-Bars gab…. Auch sehr interessant, wenn man die flirtenden Männer beobachtete und sich fragte, ob die wissen, das diese Lady’s „Same, same but different“ sind.
Tag 4 Chiang Kong – 31. Januar
Um 8.45 Uhr stand ich auf und ging ein wenig herum. 9.30 Uhr traf ich James und Claire beim Hotel und gemeinsam gingen wir zum Gartenrestaurant vom Vortag, wo wir unser Frühstück genossen. Da wir uns bereits um 12 trafen und so nicht viel Zeit nach dem Frühstück blieb, gingen wir zurück zum Hotel und ruhten uns nochmal im Zimmer aus. Um 12 Uhr trafen wir uns alle in der Lobby und 40 Minuten später wurden wir von unserem privaten Bus abgeholt.
Im Hotel trafen wir auch eine ältere Amerikanerin, der Sorte „Ignorante christliche Missionarin“. Die war mit der gleichen GAP-Tour unterwegs wie wir, einfach 3 Tage vor uns und sie war tatsächlich mit einem US-Pass unterwegs, wo es nur noch zwei leere Seiten hatte. Aus diesem Grund (und weil die Laoten wahrscheinlich auch nicht gerade Freunde der Amerikaner sind) wurde sie bei der Einreise in Laos zurückgewiesen und musste zurück nach Chiang Mai um zusätzliche Seiten zu besorgen. Eigentlich war der Plan, dass sie einen Flug nach Luang Prabang nahm um dort ihre Gruppe wieder zu treffen, doch sie wollte die ganze Reise machen und so entschied unser Tourguide sie mitzunehmen unter der Voraussetzung, dass sie die Übernachtungen selber bezahle.
So machten wir uns mit einem weiteren Passagier auf die lange Fahrt zur Grenze nach Chiang Khong. Unterwegs stoppten wir beim Wat Rong Khun - dem weißen Tempel. Dieser war von einem hiesigen Künstler erstellt worden und wurde sofort zu einem Touristenmagnet. Der Tempel war ziemlich aussergewöhnlich. Der Eintritt ist gratis, jedoch gab es diverse Souvenirstände und auch einen Laden, wo man Kunstwerke des Künstlers erwerben kann und dies zahlt sich scheinbar aus, denn der Innenraum mit einer interessanten Wandbemalung durfte man nicht fotografieren. Der Künstler plant einen weiteren Tempel, der diesmal mit Goldfarbe überzogen ist.
 
 
Schon beim Eindunkeln kamen wir bei unserem Hotel an, wo wir auch unsere Dinner hatten. Wir bezahlten ebenfalls 160 Baht für das frühe Frühstück und einen Lunch für den morgigen Tag.
Tag 5 Mekong River – 1. Februar
Um 6.45 Uhr versuchten ein paar von uns den Sonnenaufgang zu bestaunen, doch der Dunst verhinderte einen Blick auf die Sonne. So ging es kurz nachher zum Frühstück und dort erhielten wir auch unseren Lunch. Mit einem lustigen Gefährt fuhren wir zu Grenzstation auf der thailändischen Seite, während unser gesamtes Gepäck mit einem Motorrad mit Seitenwagen transportiert wurde. Wir stellten uns in die Warteschlange und reisten so wenig später aus Thailand aus.
Mit einem kleinen Boot überquerten wir den Fluss zur laotischen Seiten, Houay Xai und reisten dort ein. Long zeigte mir, bei welchem Schalter ich anstehen sollte und dank meinem Schweizer Pass konnte ich tatsächlich gratis ohne VISA einreisen und hatte eine Aufenthaltserlaubnis für 15 Tage. Ich musste jedoch etwa 40 Minuten auf die anderen warten, die einen ganzseitigen Kleber im Pass und 30 Tage Aufenthaltserlaubnis hatten aber zwischen 30 und 40 US-Dollar dafür bezahlen mussten. Nach dem Einwanderungs-Prozess nahmen wir einen Songthaew (Bus) zu unserem traditionellen Slow-Boat, auf dem wir die nächsten zwei Tage verbringen würden.
Slowboat auf dem Fluss Mekong durch Laos…rollende Hügel in jeder Variante von Grün, Felsen und Sandstrände, Hügelvölker suchen nach Gold oder Fisch und ihre kleinen Dörfer aus Bambushütten, nichts anderes zu hören als das monotone Drönen des Schiffsmotors…
Gegen 17 Uhr kamen wir in Pak Beng an, einem Zwischenstopp für lokale Händler. Die grossen Gepäckstücke liessen wir zum Glück an Bord des Bootes, denn es wäre eine Qual gewesen, diese den steilen Weg rauf zum Dorf zu tragen und am nächsten Tag wieder hinunterzutragen. Als erstes machten wir einen kleinen Rundgang auf der einzigen Strasse durchs Dorf und anschliessend checkten wir ins Hotel ein. Zum Nachtessen gingen wir in eines der vielen Restaurants (das als Werbung versprach: Falls es uns nicht schmeckt, gibt es das Geld zurück)  und machten unsere erste Erfahrung mit Klebereis (Sticky Rice) und ich hatte dazu ein Curry mit Wasserbüffelfleisch (sehr zäh). Dazu gab es für mich 5 Shots eines lokalen Reis-Schnapps.
Nach dem Essen gingen ein paar von uns zur „einzigen“ Bar im Dorf, dem „Hive“. Dort gab es für mich ein Coca Cola und jeder Gast erhielt einen gratis Shot. Für mich gab es einen zweiten, da Logan kein Alkohol trinkt. Danach war ich jedoch genügend abgefüllt und ich ging zurück zum Hotel.

Tag 6 Mekong River und Ankunft in Luang Prabang –          2. Februar
Nach dem Frühstück liessen wir um 7.30 Uhr Pak Beng hinter uns und fuhren weiter entlang des Flusses. Mittagessen gab es dieses Mal frischgekocht auf dem Boot. Nach dem Mittagessen stoppten wir an einem der Dörfer eines der Hügelvölker (Hill tribes) und schauten uns für kurze Zeit das dortige Leben an. Ein paar von uns hatten noch restliche Snacks, welche von den zahlreichen Kindern gerne in Empfang genommen wurde. Bei der Schule gaben wir der Lehrerin noch eine kleine Spende, damit sie unter anderem ein Schloss für das Schulzimmer kaufen kann.
Einen weiteren Stopp machten wir kurz vor der Ankunft bei den Pak Ou Höhlen. In diesen dramatische Höhlen hausen Tausende von Buddha-Statuen und Bilder und gelten als einer der wichtigen spirituellen Orte für viele Laoten. Nach diesem Besuch, der wiederum Treppensteigen bewältigt werden musste, kamen wir um ca. 17.30 in Luang Prabang an.
Hier konnten wir uns auch von unserer amerikanischen Mitreisenden verabschieden, denn während wir hier die erste von drei Nächten verbrachten, war es für ihre Gruppe die letzte Nacht, also hat sie zwar die etwas, langweilige Flussfahrt mitgemacht, jedoch nur einen Abend in Luang Prabang verbracht.
Mit einem weiteren lustigen Transportmittel wurden wir zum Hotel gebracht, um wenig später zu Fuss zu einem Restaurant im Backpacker Quartier zu gehen. Hier im „Lao Lao Garden“ gab es Spaghetti mit einer Sauce aus Laos, was unter dem Titel „West meets Laos“ lief. Anschliessend ans Nachtessen erkundigten wir noch kurz den Nachtmarkt, aber da wir ja noch zwei weitere Abende hier verbringen würden, zog es die Meisten schon bald zurück zum Hotel.
Tag 7 Luang Prabang – 3. Februar
Heute war der Tag mit den inbegriffenen Sachen in Lunang Prabang. Nach dem kleinen Frühstück fuhren wir als erstes ins Zentrum der Stadt, die auf der UNESCO-Welterbe-Liste steht und besuchten den lokalen Markt und sahen so einige wunderliche Dinge. So gab es Wasserbüffel-Ohren und – Hufe oder Ratten, massenhaft verschiedene Fische und lebende Vögel in kleinen Käfigen. Nach dem Markt besuchten wir das Museum für Völkerkunde – wo wir bei einem Rundgang die Chance hatten, mehr über die Kleidung und die Gepflogenheiten der Einheimischen zu lernen.
Für das dritte Ziel fuhren wir raus aufs Land zu den Kuang Si Wasserfällen, da wir uns dem Ende der Trockenzeit näherten, waren die Wasserfälle nicht so beeindruckend wie angekündigt. Doch das Wasser beim anschliessenden Bad war erfrischend.
Kurz nach 13 Uhr wurden wir im Zentrum abgesetzt und wir konnten in einem Restaurant ein feines laotisches Mittagessen geniessen. Für mich gab es Fisch in einem Bananenblatt gebacken. Nach dem Essen trennten sich unsere Wege und ich ging zurück zum Hotel um ein wenig im Internet zu surfen. Kurz nach vier traf ich James und Claire und gemeinsam gingen wir zurück ins Zentrum um den Phousi Hügel zu besteigen. Von dort hatte man einen grandiosen Blick auf die Umgebung und wenn wir länger gewartet hätten sicher auch auf den Sonnenuntergang. Doch wir waren nicht die Einzigen, die diese Idee hatten und der kleine Platz wurde immer voller, ausserdem mussten wir um halb sieben zurück beim Hotel sein. So stiegen wir schon früher wieder herunter und trafen rechtzeitig die anderen in der Lobby und gemeinsam gingen wir zu einer lokalen Familie zu einem traditionellen laotischen Nachtessen. Vor dem Nachtessen gab es eine kleine Zeremonie, bei dem das Essen und anschliessend jeder Einzelne von uns von den vier anwesenden älteren Leuten gesegnet wurden und uns weitere Bänder um die Handgelenke gelegt wurden. Beim Essen waren wir unter uns und es war wirklich köstlich.
Als Abschluss liessen wir den Abend im „Utopia“-Club ausklingen. Hier gab es eine Bambus-Terrasse am Flussufer mit den dreieckigen Thaikissen mit integrierten Matten.
Tag 8 Luang Prabang – 4 Februar
Dieser zweite Tag in Luang Prabang, meiner Lieblingsstadt auf dieser Reise, war entweder ein Tag zum relaxen oder ein Tag voller Action. Für mich war es das zweite. Zuerst ging es mit einem Bus wieder raus aus der Stadt. Mit einem schwankenden Boot ging es für 15 Minuten auf einen kleinen Fluss und anschliessend verbrachten wir über eine Stunde in den Baumwipfeln, wo wir einen Zip-Line-Parcour machten. Nach dieser Adrenalinpumpe ging es auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Luang Prabang, wo wir drei Leute absetzten und mit dem gleichen Bus weiter in die entgegengesetzte Richtung. Zuerst hatten wir unser Mittagessen und anschliessend ging es zu einem der Highlights dieser Reise. Wir durften auf Elefanten reiten; meiner war der kleinste mit einem Alter von 11 Jahren.
Nach dem Trek, wurden den Elefanten die Sättel abgenommen und wir durften uns umziehen. Anschliessend stiegen wir wieder auf (andere Elefanten) den nackten Rücken; unsere Beine wurden von den Ohren verdeckt und so ging es in den Fluss zu einem Bad. Mein Elefant liebte es mich abzuduschen und ich erhielt so meine erste Rüsseldusche.
Zurück in Luang Prabang ging ich im Hotel zuerst noch einmal duschen und machte mich anschliessend auf alleine durch die Stadt zu wandern. Ich suchte einen Ersatz für mein Buch, welches ich bald beenden würde. Jedoch fand ich in den Bücherläden nichts was mich interessierte. Ich ging zum Nachtmarkt und suchte ein Souvenir, was mich an Laos erinnern würde und fand es in einem hölzernen Marionetten-Elefanten. Ich traf dort auch Joanna und Mischa und gemeinsam assen wir einen grillierten Fisch auf dem Markt. Heute ging ich ein wenig früher zu Bett, da morgen ein früher Start geplant war.
Tag 9 Reise nach Vang Vieng – 5. Februar
Wir trafen uns um 5.30 Uhr in der Lobby und machten uns zu Fuss auf in ein Quartier ausserhalb der Touristenströme. Dort bekamen wir bei einer Familie jeder ein Bambuskörbchen mit Sticky Rice und rechtzeitig waren wir an der Strasse um den vorbeiziehenden Mönchen, den Reis in ihre Töpfe zu legen. Die Mönche kriegen keine Löhne und sind auf diese Sammelaktion eigentlich angewiesen um Essen zu bekommen. Das gesammelte Essen wird unter den Mönchen auch brüderlich geteilt und ist fürs Frühstück und Mittagessen gedacht; Nachtessen gibt es nicht.
Zurück im Hotel assen wir selbst unser Frühstück und fuhren dann um 9 Uhr los. Es ging raus aus Luang Prabang, zuerst folgten wir dem selben Weg, den wir zum Ziplining genommen hatten. Aber nachdem wir die bekannten Orte verlassen haben stieg die Strasse stetig an und der Weg führte uns durch die hohen Wicklung-Berge von Laos. Da die Strasse nicht die Beste ist, dauerte die eigentlich kurze Strecke ganze 6 Stunden. Unterwegs machten wir zwei mal einen Halt um die Beine zu strecken und Fotos der Szenerie zu machen. Nach Ankunft in Vang Vieng um 15 Uhr bezogen wir unser Hotel, ich bekam die Hälfte eines Bungalow. Gleich nach Ankunft zog ich mich um und brachte zum ersten und letzten Mal Wäsche zum waschen; unterwegs wusch ich noch ein paar Mal Shirts mit Seife, die Unterwäsche reichte für den Rest der Reise, da es viele Tag gab, wo ich Barfuss in meinen Sandalen gehen konnte.
Um 17.OO Uhr trafen wir uns und gemeinsam mit Long machten wir einen Orientierungsgang durch das kleine Ort und sahen so, wo man die beste Massage bekommt, das Reisebüro für optionale Aktivitäten und schlussendlich die grosse leere Fläche, in der Mitte des Dorfes, das vor mehr als 30 Jahren ein Flugfeld der Amerikaner während des Vietnam-Krieges war. Der Weg endete am Flussufer des Nam Song-Flusses auf einer Terrasse des „Elephant Crossing“ Restaurants, wo wir beim Sonnenuntergang unser Nachtessen genossen.
Tag 10 Vang Vieng – 6. Februar
Nach dem Frühstück machte ich mich auf um einen Ersatz für meine Reiselektüre zu finden. Es hatte zwar diverse Läden, wo es Secondhand-Bücher gab, aber die einzigen interessanten Bücher hatte ich bereits gelesen. Da ich seit einigen Tagen Rückenprobleme hatte entschied ich mich für eine Massage; für knapp 5 Franken (oder 50000 Kip) erhielt ich eine gute 1-stündige Massage. Anschliessend ging ich zurück zum Hotel, wo ich wenig später die anderen von unserer Gruppe traf, die einen Ausflug mit Kajaks gemacht hatten. Gemeinsam gingen wir ins Zentrum und assen ein kleines spätes Mittagessen (Burger) im „Rising Sun“, einem irischen Pub.
Den restlichen Nachmittag verbrachte ich mit ausruhen und Erwartung auf mein gebuchtes Erlebnis; für umgerechnet 70 Dollar ging ich auf einen knapp einstündigen Heissluftballon-Flug, inbegriffen war auch der Transfer. Mein Adrenalin stieg aber schon im Hotel, als meine Abholzeit sich um 20 Minuten verspätete. Beim Startplatz erwartete mich eine weitere, jedoch angenehme Überraschung, denn die beiden Heissluftballone waren noch nicht aufgeblasen und so konnten wir nach einer kurzen Wartezeit miterleben, wie die Ballone aufgeblasen wurden. Ich konnte mit 5 anderen und dem Piloten einsteigen und erlebte so meinen ersten Flug mit einem Heissluftballon mit der Kulisse von Vang Vieng und dem Sonnenuntergang hinter den karstartigen Bergen. Die gleiche Art Berge werden wir auch in Halong Bay vorfinden und gab es bereits auf meiner Reise durch China 2007 in Yangshuo zu bestaunen.
Nach meiner Rückkehr zum Hotel holte ich zuerst meine Wäsche ab und bezahlte für das grosse Packet ganze 25000 Kip. Wenig später traf ich wieder auf meine Mitreisenden und wir gingen gemeinsam wieder zum „Rising Sun“ und tranken etwas. Hunger hatte ich nach dem reichhaltigen Frühstück und dem relativ späten Mittagessen keinen.
Tag 11 Reise und Ankunft in Vientiane - 7. Februar
Eine 4-stündige Fahrt führte uns auf holprigen Strassen zu einer der schläfrigsten Hauptstädte Asiens, nämlich Vientiane. Die Strasse war so holprig, wegen eines Taifun vor 6 Monaten, der Teile des Strassenbelags zerstört hatte und dieser eher schlecht als recht geflickt war. Nach Ankunft in der Hauptstadt und Bezug unseres Hotels, machten wir uns in der sengenden Hitze auf um in einem (zum guten Glück) gekühlten Restaurant ein feines Mittagessen zu geniessen. Der Nachmittag war zur freien Verfügung und so besichtigte ich den Tempel Wat Sisaket, wo es tausende Buddhastatuen hatte. Gleich gegenüber war auch der Präsidentenpalast und auf dem Weg sah ich das schweizerische Konsulat. Die Hitze war jedoch zu viel und so blieb es bei diesem einen Tempel, obwohl in der Nähe noch der Originaltempel für den Jadebuddha gewesen wäre. Den Jadebuddha hatten wir ja in Bangkok gesehen. Dieser wurde im 12.Jahrhundert von den Thailändern gestohlen und war als Hochzeitsgeschenk der Kambodschaner an die Laoten gedacht, als der Laotische Prinz die kambodschanische Prinzessin heiratete (oder umgekehrt.)
Auf dem Rückweg zum Hotel schaute ich mir noch zwei Buchhandlungen an, die ich in meinem Lonely Planet-Reiseführer gefunden hatte und im zweiten Geschäft hatte es endlich eine gute Auswahl an interessanten Bücher aus zweiter Hand und man konnte sogar sein eigenes Buch an Zahlung geben. Also ging ich zurück zum Hotel, schnappte mir mein altes Buch und „tauschte“ mein Buch um. Das neue Buch kostete mich so anstelle 50000 Kip „nur“ 30000 Kip. (5 statt 3 Dollar).
Am Abend trafen wir uns in der Lobby und gemeinsam gingen wir zum Flussufer um den gewaltigen Sonnenuntergang zu bewundern. Anschliessend hatten wir noch eine Stunde Zeit um den Nachtmarkt zu erkunden oder einfach der Uferpromenade entlangzuwandern und die Einheimischen bei allerlei sportlichen Aktivitäten zu beobachten. Nach dieser Stunde gingen wir gemeinsam zum gleichen Restaurant wie beim Mittagessen und ein paar von uns wählten etwas aus der „Indischen“ Sektion der Menükarte, die es nur zum Nachtessen gab. Für mich gab es Butter Chicken Masala, wobei es mir in Indien und in der Schweiz besser gefiel.
Tag 12 Vientiane und Flug nach Hanoi - 8. Februar
Nach dem Frühstück checkten wir aus unseren Zimmern aus und konnten unser Gepäck in einem Raum zwischenlagern. Unser Flug nach Hanoi war erst am frühen Nachmittag, also machten wir von der Option unseres Tourleader Gebrauch und machten uns auf eine Tour zu drei Sehenswürdigkeiten. Unser erstes Ziel war der sogenannte Buddha-Park (oder Xieng Khuan), wo wir viele verschiedene Statuen bewundern konnten. Die Hauptattraktion war ein riesiger Kürbis, denn man besteigen konnte. Die zweite Attraktion war das COPE-Center. Das ist ein Center, wo Leuten geholfen wird, die von Landminen verletzt wurden. Im Vietnamkrieg zwischen 1964 und 1973 wurden ca. 260 Millionen Bomben über Laos abgeworfen, da durch Laos der berühmt-berüchtigte Ho Chi Minh-Pfad führte. Noch heute über 30 Jahre nach Ende des Krieges wird fast jeden Tag ein Mensch wegen dieser Bomben verletzt oder getötet. Hier im COPE-Center hilft man den Leuten mit gratis Prothesen und hilft ihnen diese auch zu benutzen und sich wieder ins normale Leben einzufügen. Als letztes sahen wir den Patuxai (Triumphbogen), den wir ebenfalls besteigen konnten und von dessen Dach man einen guten Blick über die ganze Stadt hatte. Nach dieser Tour fuhren wir zum Hotel zurück, wo wir noch ein wenig Zeit hatten bis wir von einem Bus zum Flughafen gebracht wurden. Dort konnten wir das einchecken Long überlassen und durften unsere letzten KIP für einen kleinen Mittags-Snack ausgeben, bevor es durch die Sicherheitskontrolle und die Ausreise aus Laos ging. Unser Flug der Laos Air hob pünktlich ab und von der Hitze Laos ging es mit einem 50-minütigen Flug in die Kälte von Hanoi; es war „nur“ etwa 12 Grad und bewölkt. Mit einem Tranfer wurden wir zum Hotel gebracht. Beim Eindunkeln machten wir uns auf ins „Alt-Hanoi“-Quartier. Der Weg dorthin war jeweils ein Abenteuer für sich, denn das Hauptverkehrsmittel in diesem Teil der Welt ist das Motorrad und speziell hier in Hanoi gibt es fast nichts was ein Motorradfahrer nicht darf. So müssen die Fussgänger vielerorts auf die Strasse ausweichen, weil die Gehwege mit Motorrädern vollparkiert sind und dort wo keine Motorräder stehen kann es vorkommen, dass dir ein Motorrad auf dem Gehweg entgegenkommt. Der Mangel an Verkehrsampeln hilft auch nicht viel weiter, so heisst es bei der Überquerung der Strasse meist „Augen zu und langsam durch; die anderen werden schon ausweichen“. „Alt-Hanoi“ ist ein Labyrinth von faszinierenden Strassen, in jeder Strasse wird ein anderes Produkt verkauft, aber dafür in den meisten Geschäften dieser Strasse. Wir hatten ein feines Nachtessen mit vietnamesischen Spezialitäten. Nach dem Essen zeigte uns Long noch, wo das Wasserpuppen-Theater ist und brachte uns anschliessend zurück zum Hotel, so dass wir uns den Weg merken konnten, den wir am folgenden Tag alleine machten.
Tag 13 Hanoi - 9. Februar
Der heutige Tag war der letzte Tag vom ersten Teil der Tour und der erste Tag des zweiten Teils, so mussten wir von James und Claire Abschied nehmen, durften aber acht neue Reisende begrüssen, von denen vier bis Bangkok mitreisen würden. Heute war auch der erste Regentag und auch aus diesem Grund hatten wir eine Bustour durch die Stadt organisiert, um neben den inbegriffenen Sehenswürdigkeiten noch ein paar Andere zu erreichen. Als erstes besuchten wir das Ho Chi Minh Mausoleum. Es erinnerte sehr an Moskau mit dem Lenin Mausoleum, aber da Vietnam im Gegensatz zu Russland immer noch ein kommunistisches Land war und Ho Chi Minh der geliebte Landesvater, ging es hier viel strenger zu als in Moskau. Es gab auch ein viel grössere Warteschlange und längere Öffnungszeiten als in Moskau. Wir mussten uns zuerst einreihen und durften, analog Moskau keine Kamera und auch keine Taschen mitnehmen, diese Gegenstände konnten wir unserem Reiseführer mitgeben. Nach einer Sicherheitsschleuse mussten wir uns in Zweierreihe einreihen und marschierten, beobachtet von Soldaten in weisser Uniform zum Eingang des Mausoleum. Dort angekommen ging es in Einerreihe ins Innere, welches nun wirklich gleich wie das Leninmausoleum in Moskau aussah. Das war auch kein Wunder, wurde diese Mausoleum doch von Russland gestiftet und gebaut. Nun ging es ohne anzuhalten am gläsernen Sarg von Onkel Ho vorbei und wieder raus aus dem Mausoleum, wo unser Stadtführer bereits wartete und wir unsere Kameras wieder empfangen durften.
 
Der Führer gab uns hier noch ein paar Erklärungen und wir konnten von hier aus auch Fotos vom Gebäude machen. Nach dem Mausoleum liefen wir vorbei am Präsidentenpalast und zweier seiner Wohnhäuser, unter anderem dem sogenannten „Haus auf Stelzen“. Wir sahen auch die „One Pillar-Pagoda“ und dann ging es ins gigantische Museum, das vor allem Ho Chi Minh und seiner Bewegung gewidmet ist. Hier konnte man verschiede Dokumente und Andenken an den Gründervater des heutigen Vietnams besichtigen. Ho Chi Minh wird auch heute noch bewundert und geliebt, da er nicht viel falsch machen konnte, denn im Gegensatz zu Mao und Lenin starb Ho Chi Minh bereits 1969, noch bevor 1975 Südvietnam besiegt wurde und das ganze Land kommunistisch wurde. Als nächstes besuchten wir den konfuzianischen „Tempel der Literatur“. Dieser erinnerte sehr an die chinesischen Tempel, die ich in China besucht hatte.
Die meisten Ortsnamen in Vietnam setzen sich eigentlich aus zwei Wörtern zusammen und „Viet Nam“ bedeutet übersetzt eigentlich „Volk im Süden von China“. „Ha Noi“ heisst übrigens „Stadt am roten Fluss“. Die nächste Sehenswürdigkeit war wieder sehr interessant. Es wurde unter dem Namen „Hanoi Hilton“ berühmt berüchtigt und war das Gefängnis „Hai La“. Es sind nur noch ein paar Gebäude des grossen Komplexes vorhanden. Original gebaut von den Franzosen während deren Kolonialzeit, diente es während des Vietnamkrieges (der hier in Vietnam übrigens der „Amerikanische Krieg“ genannt wird) als Internierungslager für amerikanische Soldaten. Wir sahen hier in der Ausstellung den Fluganzug von John McCain, dem erfolglosen republikanischen Präsidentschaftskandidaten, der hier in Vietnam, während seines Dienstes in der US Air Force am 26. Oktober 1967 abgeschossen wurde. Das letzte Ziel war noch ein kleiner Tempel auf einer Insel in einem kleinen See neben dem Wasserpuppentheater. Weil wir keine Lust hatten den Weg zweimal zu laufen, liessen wir uns vom Bus zurück zum Hotel fahren. Dort angekommen wurden wir der lokalen Küche sehr untreu und wählten für unser Mittagessen das KFC in der Nähe. Am Nachmittag gingen wir über Umwege durch „Alt-Hanoi“ zum Wasserpuppentheater. Diese Marionetten-Show war in der Tour ebenfalls inbegriffen. Die Show war interessant, doch der Gesang erinnerte stark an die „Peking Oper“ und die Stühle waren klar für kleine Vietnamesen gebaut.
Nach dem Theater gingen wir zurück zum Hotel, wo wir wenig später wenigstens zwei der acht neuen Leute für ein Welcome Dinner trafen; zwei wollten selber die Wasserpuppenshow sehen, zwei weitere waren noch nicht eingetroffen und die anderen zwei trafen Freunde. Gleichzeitig war es das Farewell-Dinner für James und Claire. Das erste Restaurant hatte leider keinen Platz, doch beim „Gecko Café“, wo es erst noch eine tolle Happy-Hour-Aktion hatte gab es genügend Platz und ich hatte eine grosse Meeresfrüchte-Pizza und zwei Wodka-Shakes mit Passionsfruchtsaft für 200‘000 Dong (10 Franken).

Tag 14-15 Halong Bay / Hanoi – 10./11.Februar
Nach dem heutigen Frühstück verstauten wir unser Gepäck in einem Lagerraum und trafen in der Lobby auf die restlichen „neuen“ Mitreisenden. Beck /Rebecca und Chris aus Australien waren bereits beim Abendessen dabei, Christine und Joe aus Kanada, Dawn und Barry aus England und zwei Seniorinen namens Eileen aus Irland.
Mit einem Bus fuhren wir, mit einem kleinen Zwischenstopp, 4 Stunden zum Bai Chay Hafen, unseren Einstieg in die Halong Bay. Mit einem Tenderboot wurden wir zu unserer Dschunke gebracht. Die Zimmer waren erstaunlich geräumig und mit Dusche und WC ausgerüstet. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten und aus dem Hafen ausgefahren waren gab es ein superfeines mehrgängiges Mittagessen mit Meeresfrüchten. Währendessen kamen bereits die ersten Karstberge in Sicht, leider im dunstigen Nebel, aber trotzdem eindrücklich, nachdem ich ja die gleiche Art Berge bisher nur an Land (in Yangshuo, China und in Vang Vieng, Laos) . Mit dem Tenderboot wurden wir wenig später auf eine der Inseln gebracht, wo wir eine riesige Höhle besichtigen konnten. Die verschiedenen Steinformationen waren mit farbigen Lampen ausgeleuchtet und es wurde ein bequemer Pfad aus den Felsen herausgehauen, so dass man keine Vorkenntnisse in Höhlenwanderungen brauchte.
Nach Rückkehr zum Boot hatten wir ein wenig Freizeit, was sich bei diesem Wetter entweder auf den Esssaal oder die Kabine beschränkte. Mit ein paar anderen spielten wir ein paar Kartenspiele, bevor es am frühen Abend ein weiteres gewaltig gutes Nachtessen gab. Nach dem Nachtessen gab es auch nicht so viele Optionen, so versuchten Chris, Logan und ich uns in Tintenfisch fangen. Chris und Logan fingen tatsächlich einen, ich gab aber schlussendlich auf, als die beiden anderen ebenfalls aufhörten.
Am nächsten Morgen nahm ich eine Dusche und um 7 Uhr gab es Frühstück. Nach dem Essen fuhren wir wieder mit dem Tender zu einer schwimmenden Anlegestation, wo wir in ein Ruderboot umstiegen und eine Bucht besuchten, wo es eine Horde Affen zu besichtigen gab. Wir fütterten sie mit mitgebrachten Bananen. Zurück auf dem Boot spielten wir wieder Karten, bevor es um halb 11 ein frühes Mittagessen gab, kurz nach dem Essen kamen wir auch schon zurück am Festland an, wo wir mit dem selben Bus innerhalb 4 ½ Stunden zurück in Hanoi fuhren. Im Hotel kamen wir um so um 15.30 Uhr an und machten uns zuerst auf um Proviant für die Zugsfahrt zu kaufen. Wir machten noch einmal eine Runde durch „Alt-Hanoi“ und um 18 Uhr wurden wir zum Bahnhof gebracht, wo wir noch kurz warten mussten bis die Tore zu unserem Bahnsteig sich öffneten. Wir hatten wiederum 4-Bett-Kabinen, doch dieses Mal mit Türen und man konnte auch das Licht ausschalten. Der Zug fuhr pünktlich um 19 Uhr ab.

Tag 16 Hue – 12. Februar
Mit diesem Nachtzug kamen wir pünktlich kurz nach 8 Uhr in Hué an. Dies war einst die kaiserliche Hauptstadt von Vietnam. Nach dem Transfer zu unserem Hotel, mussten wir noch bis 10 Uhr warten um unsere Zimmer zu bekommen. Ein paar gingen frühstücken und ich packte meinen Laptop aus und versuchte einen Weg zu finden ins Facebook zu gelangen. Hier in Vietnam war nämlich Facebook blockiert; zwar gab es in den Hotels meist Computer, die eine entsprechende Software hatten um diese Blockierung zu umgehen. Ich wollte jedoch auch Fotos uploaden und dies geht halt nur mit dem eigenen PC. So surfte ich im Internet und fand schlussendlich etwas das ich Downloaden konnte und so ohne grosse Probleme ins Facebook konnte. (In Saigon brauchte ich diese Software übrigens nicht mehr, dort war Facebook wieder offen erhältlich). Nach einer Dusche und ein wenig Ruhezeit trafen wir uns wieder um 12 Uhr für eine halbtägige Rundfahrt zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten von Hué, inklusive einem vegetarischen Mittagessen in einem Kloster. Die Tour kostete uns 25 Dollar, wir wurden jedoch auf den Rücksitzen von Motorrädern transportiert. Jeder hatte seinen persönlichen Fahrer; es war ein grossartiges Erlebnis.
Das erste Ziel war das örtliche Frauenkloster mit buddhistischen Nonnen, wo wir ein feines vegetarisches Mittagessen geniessen durften. Nach dem Essen besuchten wir mit unserem lokalen Führer, der gleichzeitig einer der Motorradfahrer war das Grab eines ehemaligen Kaiser von Vietnam. Dieser riesige Komplex wurde vom vierten Kaiser Tu Duc selbst geplant und wurde noch vor seinem Ableben vollendet. Er herrschte von 1847 bis zu seinem Tod 1883. Kurz nach seinem Tod wurde ganz Vietnam von Frankreich erobert (Frankreich hatte aber schon während seiner ganzen Regierungszeit Teile Vietnams besetzt und bedrohte das restliche Land noch zu Tu Duc’s Lebenszeit). Er wird als letzer Kaiser Vietnams angesehen, da er der letzte war, der noch unabhängig regieren konnte. Die Kaiser-Dynastie bestand aber noch bis 1945. Interessant ist bei dieser Grabanlage, dass die Stele mit der Biografie des Kaisers von ihm selbst geschrieben wurde und deshalb auch Selbstzweifel und Kritik an seiner eigenen Herrschaft enthält. Diese Grabanlage enthielt aber nie die Überreste des Kaisers, der wurde an einem geheimen Ort beerdigt, um so Grabräuber zu täuschen. Infolge einer Pocken-Erkrankung war er impotent, so dass er trotz eines riesigen Harems an Frauen in seinem Palast keine Kinder hatte.
Der nächste Besuch galt den Ruinen der kaiserlichen Zitadelle, von wo aus die Kaiserfamilie ganz Vietnam einst regierte. Für diese Sehenswürdigkeit überquerten wir auf einer normalen Strassenbrücke den Fluss. Die einstiege Pracht war nur noch wenig zu erkennen. Der innerste Teil der Zitadelle wurde auch hier die „Verbotene Stadt“ genannt, doch mit der „Verbotenen Stadt“ in Beijing hatte dieser Ort nicht mehr viel gemein. Wenn man Beijing kannte, konnte man es sich jedoch ein wenig vorstellen, wie es früher war.  
Auf derselben Flussseite ging es weiter zu einem Besuch der wunderbaren Tien Mu Pagode. Erbaut vor über 400 Jahren und sieben Stockwerke hoch, ist Tien Mu immer noch die höchste und vielleicht die eleganteste Pagode in Vietnam. Hier konnten wir Mönche beim pflegen von Bonsaibäumen beobachten und es gab ein Relikt zu bestaunen, nämlich das Auto mit dem der buddhistische Mönch in die Innenstadt gefahren ist und 1962 als Protest sich selber angezündet hat. Das Foto ging damals um die Welt und dieses Auto war im Hintergrund zu erkennen.
Wir überquerten anschliessend wieder den Fluss, doch dieses Mal ging es über eine Eisenbahnbrücke, wo es auf der Seite zwei enge Spuren für Motorräder hatte. Es passte auch nicht viel mehr als ein Motorrad pro Spur hinein und unsere Fahrer mussten sich konzentrieren. Wir stoppten für einen kurzen Halt bei einem Bauwerk, dass wie eine Stierkampfarena aussah und tatsächlich war es so etwas ähnliches. In der Kaiserzeit gab es in dieser Arena Kämpfe zwischen Tigern und Elefanten. Wobei es eher ein Training für die Elefanten war und nicht sehr fair ablief. Denn die wertvollen Elefanten wurden im Krieg eingesetzt und es war nicht sehr klug sein „Kriegsgerät“ in solch einem Kampf zu zerstören, deshalb wurden den Tigern die Zähne und Krallen entfernt und so hatten die Tiger keine Chance einen Elefanten zu verletzen. Die Elefanten aber reagierten, wie wenn sie von gefährlichen Tigern angegriffen würden und trainierten so für den „Ernstfall“.
Nach diesem Zwischenstopp ging es zu einem Ort, wo es viele kleine Souvenirstände gab und wir konnten so zusehen, wie man Weihrauchstäbchen und die traditionellen Strohhütte macht.
Das nächste Ziel war ein Hügel hoch über dem Parfüm-Fluss, wo immer noch amerikanische Bunker aus dem Vietnam-Krieg standen. Auch die ganze Umgebung um die Bunker sah ziemlich künstlich aus, wie man sich eine Bombenkrater-Landschaft nach knapp vier Jahrzehnten vorstellt.
Für das letzte Ziel fuhren wir raus aufs Land und durch riesige Reisfelder. Ein Hektar produziert offensichtlich „nur“ 6 Kilo Reis und die Reisfelder hier hatten die Grösse des Greifensee oder des New Yorker Central Parks, so schien es mir auf jeden Fall. Wir machten einen Stopp bei einer kleinen, chinesischen, überdachten Brücke und dort machten wir auch ein Gruppenfoto auf den Motorrädern. Nach diesem Stopp fuhren wir zurück zum Hotel, wo wir um ca. 17.45 Uhr ankamen. Um 19.15 Uhr gingen wir gleich gegenüber vom Hotel ins Restaurant „Ushi“. Dort hatte ich einen grossen Teller „Crispy Noodles“ (Knusprige Nudeln) mit einer unglaublichen Meeresfrüchte-Garnitur.



 
Tage 17 Reise und Ankunft in Hoi An – 13. Februar
Nach einem Frühstück im 7. Stock einem letzten Blick auf Hué fuhren wir um 8.30 Uhr mehrheitlich entlang der Küste nach Hoi An. Wir überquerten dabei auch den Hai Van Pass, mit fantastischer Aussicht in alle Richtungen, und machten dort einen Stopp um die Bunker zu besichtigen, die zum Teil noch aus der französischen Kolonialzeit waren, aber auch aus der Zeit des Vietnamkrieges. Nach dem Pass fuhren wir entlang des China-Strandes durch Danang und kamen um 13 Uhr bei unserem Hotel in Hoi An an.
Einst als Faifo bekannt, war Hoi An eine wichtige Handelsstadt mit starken chinesischen Einflüssen und Verbindungen. Die chinesische Vergangenheit wurde in dieser UNESCO-Welterbe-Stadt auch gut konserviert und man konnte viele kleine Museen und Häuser besichtigen. Zum Besuch der Altstadt benötigte man ein Ticket für 90‘000 Dong, welches den Zutritt zur Altstadt für die drei Tage gewährte und uns auch die Möglichkeit gab 5 der Häuser zu besichtigen. Mit Long gingen wir am Flussufer in das Restaurant „Banana Leaf“ und hatten ein gutes Mittagessen. Long zeigte uns nach dem Mittagessen einen Schuhladen und zwei (der 400 !) Schneidereien, wo man massgeschneiderte Sachen bestellen konnte und innerhalb kürzester Zeit auch bekam. Ich wollte nichts nach Hause schicken und schaute auch ein wenig auf die Platzverhältnisse in meinem Koffer. So bestellte ich mir ein Hemd mit chinesischen Knöpfen für 25 Dollar. Andere unserer Gruppe kauften sich viel mehr und mussten ein paar Sachen heimschicken, bzw. Chris und Beck, welche nicht die ganze Reise mitmachten, kauften sich noch eine zusätzliche Tasche für ihre Einkäufe.
Nach der Bestellung des Hemdes ging ich zurück zum Hotel, wo ich ein wenig im Internet surfte, um leider ein wenig zu spät zum Sonnenuntergang zurück in der Altstadt zu sein. Ich traf Mischa und Clare im gleichen Restaurant, wo wir Mittagessen hatten und unser Treffpunkt fürs Nachtessen war. Sie hatten einen kleinen Eimer mit Mojito und ich bestellte mir einen „normalen“ Long Island Ice Tea. Nachdem die restliche Gruppe eingetroffen waren gingen wir zu einem anderen Restaurant, wo ich eine feine Ente zum Nachtessen hatte. Der Abschluss machte ein Besuch meiner Lieblingsbar auf dieser Reise, das „Before and Now“. Das Logo der Bar war „Che Guevara“ und deshalb bestellte ich mir einen Cuba Libre.
Tag 18 Hoi An - 14. Februar
Da ich nicht untätig den ganzen Tag herumsitzen wollte, entschied ich mich heute Vormittag den Kochkurs mitzumachen, dafür brauchte ich mich ums Mittagessen keine Sorge zu machen.
Unsere Kochlehrerin holte uns im Hotel ab und wir fuhren zum lokalen Markt, wo wir die Zutaten für unser Essen kauften, während die Köchin uns erklärte auf was man achten musste, anschliessend ging es zur Kochschule, wo wir uns Schürzen anlegten und uns an die begleitete Vorbereitung machten. Dieser Kochkurs gefiel mir besser, als derjenige in China. In China machten alle ihr eigenes Essen und hier kochten wir gemeinsam vier verschiedene Mahlzeiten, die anschliessend auf alle Teilnehmer aufgeteilt wurden. Es gab Papayasalat und frische Frühlingsrollen, eine scharfe Hühnersuppe und Fisch im Bananenblatt. Es war ein tolles Erlebnis und ein weiterer kulinarischer Höhepunkt, bei dem man selber Anteil hatte. Zu diesem Zeitpunkt erfuhren wir so nebenbei, das Barry einer der Gärtner von Jamie Oliver war.
Nach der Kochschule ging ich direkt zu „meiner“ Schneiderin und probierte das Hemd aus. Die Löcher für die Knöpfe waren etwas zu klein für meine grossen Finger und deshalb wurden diese noch vergrössert. So verbrachte ich die Wartezeit am erfrischenden Hotel-Swimmingpool und konnte um 16 Uhr mein Hemd fertig abholen. Nachdem ich das Hemd bekommen hatte machte ich von meinem Ticket Gebrauch und besichtigte die Japanische Brücke, eines der zahlreichen Museen und zwei chinesische Besammlungshallen. Dieses Mal war ich rechtzeitig beim Sonnenuntergang und fand auch die perfekte Stelle, welche ich schon am Vorabend auskundschaftet hatte.
Ich ging zurück zum Hotel um nachzusehen, ob irgendwer von der Gruppe dort war und zu einem gemeinsamen Nachtessen gehen wollte, doch es tauchte niemand auf. Vielleicht wollten die Päärchen ein romantisches Dinner, da heute ja Valentinstag war. So machte ich mich alleine auf und ging ins Restaurant Cargo. Eines der von Long empfohlenen Plätze zum Essen. Ich hatte einen Teller Linguini mit Muscheln und viel Knoblauch.
Tag 19 Hoi An - 15. Februar
Wie schon am Vortag weckte mich eine komische Melodie. Es tönte so, wie man sich einen Eis-Verkaufswagen vorstellt, doch mit dieser Melodie kündigte sich der Müllwagen an, da es hier keine Müllcontainer hatte, mussten die Leute ihren Müll auf die Strasse bringen, wenn diese Melodie ertönte.
Heute war um 9 Uhr eine Fahrradtour angesagt. Mit sehr langsamer Fahrt und ohne Gänge fuhren wir aufs Land und hatten auch mit dem Wetter glück. Es war etwas bewölkt und im Gegensatz zum Vortag, verbrannte uns die Sonne nicht. Wir fuhren durch Reisfelder, machten Stopp in einem Dorf, wo es ausgedehnte Gemüsefelder gab, sahen ein paar Wasserbüffel in ihren Wasserlöchern und einen Kindergarten. Das Highlight dieser Tour hielt ich als ich es zuerst hörte für einen Witz, doch wir konnten tatsächlich eine Runde auf dem Rücken einer Wasserbüffelkuh durchs Wasser waten. Die Velotour endete am Flussufer bei Red Bridge Restaurant, wo es eine Erfrischung gab und anschliessend eine Bootsfahrt zurück zur Altstadt von Hoi An. Zusammen mit Chris und Beck ging ich zum bekannten Restaurant „Banana Leaf“, wo ich das gleiche Mittagessen, wie zwei Tage vorher hatte. Nach dem Mittagessen begleitete ich die Beiden auf ihrem Shoppingtrip durch die Altstadt, um ihre bestellten Kleider anzuprobieren und gegebenen falls zu korrigieren. Da Chris im Jahr des Drachen (was auch dieses Jahr war) geboren worden war, wollte er für sich eine Drachenstatue kaufen und so sah ich bei dieser Gelegenheit eine nette Statue eines Hasen auf dem Rückweg zum Hotel. Wir machten eine Pause am Pool und um 16 Uhr gingen wir gemeinsam wieder in die Altstadt, wo wir zusammen die Statuen kauften und deshalb einen besseren Preis erhielten. Um 18.30 Uhr trafen sich die meisten wieder im Cargo Restaurant, wo wir unser Nachtessen hatten. Da der allgemeine Treffpunkt für die „Partyleute“ wiederum die „Before & Now“-Bar war ging ich nach dem Nachtessen dorthin und konnte so noch von der ersten Happyhour profitieren. Um 21 Uhr trudelten so langsam Long und Mye, Chris und Beck und Christine und Joe auf und so blieben wir bis nach 23 Uhr in der Bar und es wurde ein lustiger Abend. Ich kaufte mir noch ein T-Shirt und ging so fast bankrott zurück zum Hotel, wo ich um 23.30 Uhr müde aber glücklich ins Bett fiel.
Tage 20 Reise nach Ho Chi Minh City - 16. Februar
Nach dem Frühstück ging es ans Packen und da unser Treffpunkt erst um 11 Uhr war und ich meine Einkäufe alle gemacht hatte und nicht noch einmal Lust hatte zur Altstadt zu gehen, ruhte ich mich noch im Zimmer aus. Mit einem Bus wurden wir zum Flughafen von Danang gefahren. Unterwegs machten wir noch zwei Fotostopps und zwar neben des alten Flugplatzes, der eines der grössten Flugfelder der Amerikaner, während des Vietnamkrieges war und zweitens am Strandufer des „China Beaches“, wo die Amerikaner als erstes mit ihren Schiffen gelandet waren und während der Kriegszeit ihre Flotte in dieser natürlich geschützten riesigen Bucht geankert liessen.
Um 13.30 Uhr hob unser kurzer Flug nach Ho Chi Minh City ab. Eigentlich heisst die Stadt ja Saigon, doch die Hauptstadt des ehemaligen Südvietnam wurde nach dem Sieg des Nordens umbenannt. Jedoch wird die Stadt nur von den Offiziellen und der kommunistischen Regierung Ho Chi Minh City genannt; die Einwohner nennen sie immer noch Saigon.
Nach dem Transfer zum Hotel und dem Bezug unser Zimmer fuhren wir mit Taxis zum Sheraton Hotel, wo wir im 23.Stock die Happy Hour geniessen konnten. Die Preise waren zwar dementsprechend hoch, wenn man die bisherigen Drinks verglich, doch da es 2 für 1 gab, konnten sie doch mit den Preisen zuhause mithalten. Der Abschluss des Abends machte ein Nachtessen auf einer anderen Dachterasse mit Blick auf Saigon „by night“. Ich hatte hier mein erstes „Pho“ (typische, vietnamesische Nuddelsuppe).
Tage 21 Ho Chi Minh City (Saigon) - 17. Februar
Nach dem Frühstück wurden wir von unserem lokalen Führer Hai abgeholt. Hai war der witzigste, aber auch der interessanteste und wissensreichste Führer der ganzen Tour. Er hatte soviele verschieden Zahlen im Kopf, dass man sich nur wundern konnte. Ob es sich um Anzahl Schulen und Kirchen handelte oder prozentuale Anteile an Relgionszugehörigkeiten oder Exporten handelte, er wusste die Antwort. Ausserdem hatte er eine interessante Biografie; geboren Ende der 40er Jahre in Nordvietnam, musste seine katholische Familie 1954 in den Süden fliehen. Während des Krieges arbeitete er als Übermittler und musste nach dem Krieg für 2 ½ Jahre in ein „Umerziehungslager“. Das eingetrichterte Wissen, habe er aber sofort nach seiner Entlassung wieder vergessen.
Wir fuhren etwa 30 Kilometer aufs Land und besichtigten den Cu Chi Tunnel-Komplex. Während des Vietnam-Krieges verwendeten die kommunistischen Vietkong diese Tunnel sowohl als Zuflucht und als versteckte Basis, um gegnerische Truppen angreifen. Zu dieser Zeit gab es 200 Kilometer Tunnel in dieser Gegend. Wir sahen diverse Stolperfallen und einen zerstörten amerikanischen Panzer, lernten etwas über das tägliche Leben der Guerilla-Kämpfer und wer wollte konnte 100 Meter durch einen der (für westliche Touristen vergrösserten) Tunnel kriechen. Es war ein besonderes Erlebnis, vor allem weil es gegen Ende des Tunnels immer enger wurde. Es gab auch einen Schiessplatz, wo man gegen Entgelt verschieden Waffen abschiessen konnte. So hatte man auch als Besucher hier einen realistischen Hintergrundlärm. Wir hatten einen kleinen Snack in der Feldküche, bestehend aus Tee und frischem Tabioka mit Nussstreussel zum dippen. Den Abschluss dieser Exkursion machte ein alter Propagandafilm über die heldenhaften Kämpfer der Cu Chi-Tunnel. Zitat „Kämpferin xx hat 16 feindliche Soldaten getötet und erhält deshalb den „Amerikanische Soldaten-Killer-Orden“. War aus der heutigen Sicht irgendwie komisch. Ebenfalls komisch war die Erklärung unseres Reiseführer, was eine weibliche Jungfrau ist; „Sie ist nicht verheiratet und kennt nicht die Grösse einer Banana.“
Wir fuhren zurück nach Saigon und wurden von unserem Führer bei einem Restaurant in der Nähe des Zentrums abgesetzt. Dieses Restaurant war so einheimisch, dass es nicht einmal eine Speisekarte in Englisch hatte und auch die Angestellten hatten nicht so gute Kenntnisse in dieser Sprache. Diejenigen die sich jedoch auf dieses Experiment einliessen, bekamen aber schlussendlich trotzdem eine gute Hühnersuppe und zwei Gemüseteller zum teilen.
Anschliessend ans Mittagessen liefen wir 10 Minuten zum „Kriegs-Überreste Museum“(War Remenants Museum), wo man sich (zwar sehr einseitig) über den Vietnamkrieg informieren konnte. Auf dem Vorplatz standen diverse Panzer und Flugzeuge, die von den Amerikaner zurückgelassen werden musste. Die Ausstellung war wirklich sehr interessant. Hier kaufte Beck und ich je einen dieser typischen Tropenhelme, der von den Vietcong getragen wurde und anstelle 130‘000 Dong bei den Cu Chi-Tunneln, kostete er hier „nur“ 80‘000 Dong.
Nachdem Besuch dieses Museums wollte ich noch mindestens 3 weitere Orte in der Stadt besuchen und Christine und Joe schlossen sich mir an. Die erste Sehenswürdigkeit war der sogenannte „Palast der Wiedervereinigung“. Der Palast war die Residenz des Präsidenten von Süd-Vietnam vor 1975 und wurde so belassen wie zur Zeit, wo er noch als Regierungssitz diente. Einziger Anachronismus waren die zwei russischen Panzer auf dem Vorplatz, die bei der Erstürmung am 30.April 1975 dabei gewesen waren.
Weiter ging es zur grossen katholischen Kirche, die von den Franzosen gebaut worden war und auch deshalb den Namen „Notre Dame“ trägt. Obwohl Religion ja eigentlich „Opium fürs Volk“ ist, ist Vietnam trotzdem das Land in Asien mit der zweitgrössten, katholischen Population nach den Philippinen. Ganz in der Nähe der Kathedrale war das Hard Rock Café, wo ich mir ein T-Shirt kaufte. Von hier ging es fast auf direktem Weg zurück zum Hotel. Unterwegs sahen wir das Opernhaus, das Rathaus und das Hotel Rex, das früher einmal die amerikanische Botschaft war. Kurz vor dem Hotel machten wir noch einen Stopp um etwas zu trinken.
Um 18.30 Uhr gab es das nächste Treffen. Heute war das Ende des zweiten Teils der Tour und der erste Tag des dritten und letzten Teil. Wir bekamen alle von Long die Informationen über die Pläne und begrüssten Ian und Emma aus England, Joe und Charisse aus den USA und Lisa und John aus Schweden und mussten Barry und Dawn verabschieden. Für Chris und Beck war die Reise zwar auch beendet, aber sie hatten noch eine zusätzliche Nacht in Saigon gebucht und durften gegen einen Aufpreis von 10 Dollar, den morgigen Ausflug zum Mekong Delta mitmachen. Für das Welcome & Farewell Dinner gingen wir ins Backpacker Quartier von Saigon und ich hatte dort wieder einmal eine feine Meeresfrüchte Pizza. Den Abend liess ich mit Joe und Chris ausklingen in dem wir in Chris & Beck’s Hotelzimmer fünf Partien Poker (Texas Hold’em) spielten. Joe und Chris hatten 1000 und 2000 Dong-Banknoten gesammelt und anstelle von Chips erhielt jeder 20‘000 Dong als Einsatz zum spielen. Für jede Partie setzen wir jeder 10‘000 Dong (50 Cent) als Gewinn ein und beim letzten Spiel verdoppelten wir den Einsatz auf 20‘000 Dong pro Person. Die ersten zwei Spiele gewann ich und so konnte ich trotz dem doppeltem Einsatz beim letzten Spiel ohne Verlust, aber auch ohne Gewinn um Mitternacht ins Bett. Der grosse Gewinner des heutigen Abend war Chris.

Tag 22 Mekong Delta Day Trip – 18. Februar
Nach dem Frühstück um 7.30 Uhr fuhren wir also mit der bisher grössten Gruppe Richtung Süden. Unterwegs sahen wir viele verrückte Motorräder, bzw. deren Fahrer und ihre unglaublichen Beladungen. Mit einem Zwischenstopp erreichten wir nach gut zwei Stunden eine kleine Stadt im riesigen Delta des mächtigen Mekong-Flusses, denn wir ja schon aus Laos kannten. Der Fluss mündet hier in das Südchinesische Meer, das war aber noch weiter südlich.
Wir gingen an Bord eines kleinen Bootes und wurden durch die engen Kanäle navigiert, wir wurden Zeugen des lokalen Lebensstil, sahen schwimmende Waren-Anbieter und kleine Industrie-Boote. Wir stellten fest, dass viele der vietnamesischen Booten mit Augen auf der Vorderseite bemalt sind, um böse Geister abzuwehren und um zu helfen, das Boot und Besatzung sicher zurück an Land kamen.
Wir stoppten zweimal um einige Handwerksbetriebe zu besichtigen, für die die Gegend berühmt ist. So sahen wir wie die zähen Kokos-Bonbon, Reiskuchen, Vietnamesisches (Reis-)Popcorn und Honig hergestellt wurde und durfte auch degustieren. Anschliessend an diese Besichtigung fuhren wir weiter ins Delta hinein und machten eine 30-minütige Rudertour, bevor wir bei einem Restaurant eine späte Mittagspause einlegten. Ich wählte die lokale Spezialität, die mir vom Reiseprogramm und auch von Long empfohlen worden war und so versuchte ich den einzigartigen „elephant ear fish. Es war sehr fein. Nach einer kurzen musikalischen Vorführung kehrten wir mit dem Boot zum Hafen zurück und fuhren mit dem Bus zurück nach Saigon, wo wir um 17 Uhr ankamen.
Mit Joe und Chris erkundete ich noch den lokalen Markt und mit Blick auf die Preise, versuchte ich schon gar nicht erst zu handelt. Die anderen zwei suchten jedoch noch Souvenirs und wurden auch fündig. Um 19.15 Uhr trafen sich ein paar der Mitreisenden in der Lobby und gemeinsam gingen wir zum Nachtmarkt zu einem Open Air-Restaurant. Ich hatte ein eigenes Grillerlebnis, wo ich einen kleinen Ton-Ofen erhielt und mein Fleisch auf einem Dachziegel braten konnte. Anschliessend machte ich mir mit Reispapier, Nudeln und Gemüse kleine Rollen und hatte ein grossartiges letztes Nachtessen in Vietnam. Auf dem Heimweg hatte ich im „Baskin & Robbins“ noch den teuersten Milchshake der ganzen Reise. Da der Tag doch sehr anstrengend war, verzog ich mich auf mein Zimmer, wo ich mich reisefertig machte.

Tage 23 Reise und Ankunft in Phnom Penh – 19. Februar
Nach dem frühen Frühstück verabschiedeten wir uns von Beck und Chris. Sie werden noch ein paar Tage in Bangkok verbringen, bevor sie zurück nach Australien fliegen. Wir wurden von unserem öffentlichen Bus abgeholt, was eine sehr komfortable Lösung war. Bei der nahen Busstation angekommen hatten wir eine knappe halbe Stunde Zeit um in der ABC-Bäckerei ein Mittagessen zu kaufen. Kurz nach 8 Uhr ging die Fahrt los; zur Vietnamesisch-kambodschanischen Grenze dauert die Fahrt etwa 2 Stunden. Nach einem erstaunlich reibungslosen Abschluss der Grenzformalitäten; es dauerte für den vollbesetzten grossen Bus „nur“ etwas unter einer Stunde und zwar für die Aus- und Einreise. Wir fuhren mit einem kurzen Zwischenhalt mit dem Bus weiter nach Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha und wurden dort ebenfalls (mit ein paar Schwierigkeiten) zum Hotel gefahren, wo wir um 14.40 Uhr ankamen. Es war ein brandneues Hotel, bei dem ein paar Stockwerke noch in der Bauphase waren. Doch unsere Zimmer waren grosszügig und gemütlich, was ja die Hauptsache war. Nach dem Zimmerbezug wechselte ich meine verbleibenden 400‘000 vietnamesische Dong in 17 US-Dollar. Nachher tausche ich mit Logan und Clare das Zimmer, da sie in ihrem Doppelzimmer zwei Einzelbetten hatten und gerne in einem Doppelbett schlafen. Für mich war das kein Problem, der Komfort war der gleiche.

Um halb fünf traf sich die ganze Gruppe wieder in der Lobby und gemeinsam machten wir uns auf eine kleine Stadtrundfahrt. Jeder erhielt ein Cyclo mit Fahrer, das waren Fahrräder mit einem bequemen Sitz vorne. Ein ähnliches Gefährt wurde im „Tim und Struppi“-Comic „Der blaue Lotus“ von Hergé gezeichnet und man findet es auf diversen Souvenirs hier in Vietnam und Kambodscha mit der Anschrift „Tintin in Vietnam“; „Tintin et la khmer rouge“ usw.
Wir fuhren so komfortabel durch Phnom Penh unter der Führung von unserem eigenen lokalen Reiseführer Long. Wir stoppten beim Denkmal der Schutzpatronin der Hauptstadt, Lady Phnom und machten ein Gruppenfoto in der Mitte der Kreuzung beim Tempel Wat Phnom, fuhren dann zum Unabhängigkeitsdenkmal und endeten schlussendlich am Flussufer vor dem königlichen Palast.
Für eine kurze Pause kehrten wir zurück zum Hotel, bevor wir um 19.15 Uhr mit Tuktuks (Motorräder mit Anhänger für 4-5 westliche Reisende) zu einer Anlegestelle am Flussufer fuhren. Dort bestiegen wir eines der Schiffe und hatten dort auf dem offenen Oberdeck ein gutes Nachtessen während wir eine Rundfahrt vor der beleuchteten Kulisse von Phnom Penh machten.
Tage 24 Phnom Penh – 20. Februar
Eigentlich war die inbegriffene Tour für den Morgen angesagt und der Nachmittag frei, doch der lokale Führer war bereits beschäftigt und so drehten wir den Plan. Nach dem Frühstück fuhr ich mit einem Tuktuk zum russischen Markt, wo ich mir für 30 Dollar eine spezielle „007“-Omega kaufte für meinen Schaukasten mit James Bond-Fanartikeln. Nach dem Besuch dieses Marktes wanderte ich innerhalb zwei Stunden durch die Stadt zurück zum Hotel, wo ich die restliche Gruppe um 12.30 Uhr traf. Mit unserem neuen lokalen Guide erlebten wir heute die dunkle Seite der kambodschanischen Geschichte. Wir besuchten zwei gruslige Orte aus der Zeit von Pol Pot. Unser Guide war auch ein Zeitzeuge und wie fast jeder Kambodschaner irgendwie von dieser Zeit betroffen; sein Vater war ein Professor, somit eines der Hauptziele der Khmer Rouge und wurde umgebracht.
Das erste Ziel war das Tuol Sleng Gefängnis oder bekannter als S-21. Dies war das wohl berüchtigste Gefängnis der Roten Khmer zwischen 1975 und 79, wo Tausende von Kambodschaner starben. Als Pol Pot und seine Klique 1979 flohen und die Vietnamesen Kambodscha „befreiten“, fanden in diesem Gefängnis 14 unbekannte Leichen in den grossen Zellen, was darauf hindeutete, dass es wichtige Gefangene waren. Diese 14 galten als die letzten Opfer von S-21 und wurden hier auch beerdigt. Es wurden aber auch sieben Überlebende in den winzigen Zellen gefunden und einer davon trafen wir hier im Gefängnis. Ich kaufte mir sein Heft und durfte ein Foto mit ihm machen.
Der zweite Ort war noch grusliger als der Erste. Wir fuhren zum Killing Field von Choeng Ek. Hier wurden die Opfer von S-21 systematisch getötet und vergraben. Hier wurden über 120 Massengräber gefunden; im grössten davon waren 450 Leichen vergraben. Knapp 9000 Leichen wurden ausgegraben und deren Knochen liegen nun im Mahnmal in der Mitte des Geländes. Solche „Killing Fields“ gab es zwischen 1975 und 79 aber zu hunderten und in dieser Zeit wurden je nach Quelle zwischen 1 ½ und 5 Millionen Einwohner umgebracht.
Hinter vorgehaltener Hand erklärte uns Long auch, dass in der offizellen Geschichte die „Rote Khmer“ nur von 1975 bis 1979 Greueltaten verursachten und das noch heutzutage unliebsame Kritiker einen tödlichen „Verkehrsunfall“ erleiden würden. Denn wenn man genauer hinsehen würde, müsste man auch den jetzigen Premierminister und ebenfalls den ehemaligen König (und Vater des heutigen Königs) als Verbrecher verhaften.
Bis 1970 hatte sich König Sihanouk (der Vater des heutigen Königs) Kambodscha aus dem Vietnamkrieg durch geschickte Diplomatie herausgehalten und das Land galt als eines der politisch stabileren in Südostasien. Den USA war es ein Dorn im Auge, dass die Vietcong den östlichen Teil des kambodschanischen Territoriums als Transportweg und Rückzugsgebiet nutzte. Die Vietcong unterstützte auch die kleine Gruppe der kommunistischen Khmer-Partisanen. Die Gruppe hatte sich mehrfach umbenannt, weshalb König Sihanouk gegenüber der Presse den zusammenfassenden Begriff „Rote Khmer“ verwendete, der sich dann im Ausland durchsetzte; selber hatten sich die Roten Khmer nie so bezeichnet.
Während eines Auslandsaufenthaltes von König Sihanouk, wurde am 18. März 1970 der Armeegeneral Lon Nol durch einen von den USA unterstützten Putsch an die Macht gebracht und erhielt von den USA umfangreiche Wirtschafts- und Militärhilfe. Mit seiner Billigung versuchten  die USA, Kambodscha vom Vietcong militärisch zu säubern. Indem sie den Krieg gegen das kommunistische Nordvietnam und den Vietkong auf kambodschanischen Boden ausdehnten, opferten die USA die Integrität des letzten unabhängigen Staates Indochinas. Ihre Flächenbombardements forderten mindestens 200.000 Menschenleben, vornehmlich unter Zivilisten, und trugen dazu bei, einen großen Teil der Bevölkerung in die Arme der Roten Khmer zu treiben. Dass Vietnamesen und Amerikaner ihren Krieg nach Kambodscha trugen, erklärt den nationalistischen und hasserfüllten Kurs der Roten Khmer somit zu einem gewissen Teil. König Sihanouk selbst floh nach China und arrangierte sich dort, von den Chinesen dazu gedrängt, mit den Roten Khmer, so dass er einer Exilregierung unter deren Beteiligung vorstand ! (Also unterstützte er die Rote Khmer und förderte sie im Kampf gegen General Lon Nol). Diese eroberten in den nächsten Jahren weite Teile Kambodschas, so dass die Lon-Nol-Regierung zuletzt nur noch Phnom Penh unter ihrer Kontrolle hatte.
Am 17. April 1975 wurde Phnom Penh von den Roten Khmer eingenommen und König Sihanouk wurde wieder als Staatsoberhaupt eingesetzt.
Die meisten Einwohner der Stadt freuten sich über das Ende der Kämpfe und begrüßten die einmarschierenden Truppen jubelnd. Doch die Stimmungslage kippte schnell, als Pol Pot und die Roten Khmer mit der Errichtung eines Terrorregimes begannen. Am 4. April 1976 wurde Norodom Sihanouk wegen seiner Kritik am Kurs der Roten Khmer als Staatsoberhaupt abgesetzt und unter Hausarrest gestellt, Khieu Samphan zum neuen Staatsoberhaupt und Pol Pot zum Regierungschef ernannt.
Den kommunistischen Ideen hing Pol Pot schon als junger Mann an und trat mit 18 Jahren in die KP Kambodschas ein und wenig später, als Student in Paris, in die KP Frankreichs. Die Ursachen für die Armut Kambodschas sah er neben der Korruption des Lon-Nol-Regimes gerade im Unterschied von Stadt und Land. Also glaubte er, das Bauerntum stärken und alles Städtische und Intellektuelle zerstören zu müssen.
Die sofortige Deportation der Stadtbevölkerung auf die Reisfelder des Landes verwandelte das zuvor über zwei Millionen Einwohner zählende Phnom Penh binnen weniger Tage in eine Geisterstadt, ebenso wurden die Provinzhauptstädte entvölkert. Auf diesem „langen Marsch“, der bis zu einem Monat dauerte, starben tausende Menschen (insbesondere Ältere und Kinder) aufgrund der Strapazen.
Bald war jeder Überlebende zum Arbeiter gewandelt und gezwungen, eine schwarze Einheitskleidung zu tragen, die jede Individualität beseitigen sollte. Die Sprecher der Roten Khmer verkündeten den Beginn eines neuen revolutionären Zeitalters, in dem jede Form der Unterdrückung und der Gewaltherrschaft abgeschafft sei.
In den ersten Monaten dieser revolutionären Ära verwandelte sich das Land in ein gigantisches Arbeits- und Gefangenenlager. Tagesarbeitszeiten von zwölf Stunden oder mehr waren keine Seltenheit, und jeder Schritt der Arbeiter wurde so überwacht, dass fast jeder um sein Leben fürchten musste. So konnte auch, wer zu spät zur Arbeit kam, wegen des Verdachts auf Sabotage hingerichtet werden.
Geld wurde abgeschafft, Bücher wurden verbrannt, Lehrer, Händler und beinahe die gesamte intellektuelle Elite des Landes wurde ermordet, um den Agrarkommunismus, wie er Pol Pot vorschwebte, zu verwirklichen. Die beabsichtigte Verlagerung der Wirtschaftstätigkeit aufs Land bedingte deren vollständiges Erliegen, da auch Industrie- und Dienstleistungsbetriebe – Banken, Krankenhäuser, Schulen – geschlossen wurden. Des Weiteren verboten die Roten Khmer jegliche Religionsausübung. Im Zuge seiner Bestrebungen zur Auslöschung der Religion ließ das Pol-Pot-Regime Hunderte von buddhistischen Klöstern, christlichen Kirchen und Moscheen zerstören.
Am 25. Dezember 1978 marschierten kommunistische Truppen des wiedervereinigten Vietnam nach von den Roten Khmer initiierten Grenzzwischenfällen in Kambodscha mit dem Ziel ein, das Pol-Pot-Regime zu stürzen und eine pro-vietnamesische Regierung zu installieren. Dies geschah schon im Januar 1979, indem die „Einheitsfront für nationale Rettung“ das Pol-Pot-Regime stürzte. Pol Pot zog sich in den Untergrund zurück, und Norodom Sihanouk ging neuerlich ins chinesische Exil.
Die darauf folgende Guerilla-Taktik der Roten Khmer sowie die ständige Lebensmittelknappheit führten zur Massenflucht von Kambodschanern nach Thailand. Nachdem Pol Pot im Juni 1982 mit seinen Roten Khmer und zwei nicht-kommunistischen Gruppen – der „Nationalen Front für ein unabhängiges, neutrales, friedliches und kooperatives Kambodscha“ (FUNCINPEC) von Norodom Sihanouk, sowie der antikommunistischen „Khmer People’s National Liberation Front“ des früheren Premierministers Son Sann – wieder unter der Leitung von Sihanouk im malaysischen Kuala Lumpur eine Exilregierung bildete, wurde diese von der UN anerkannt. Die Staaten des Ostblocks, Indien und verschiedene Länder der Dritten Welt hingegen erkannten die neue Regierung unter Heng Samrin an. Im September 1989 zogen sich die vietnamesischen Truppen aus Kambodscha zurück, Heng Samrin blieb weiter an der Macht.
Norodom Sihanouk kehrte 1990 nach Phnom Penh zurück, die Regierung Samrin wurde durch die Aktionen der Widerstandsgruppen weiter geschwächt. Am 24. Juni 1991 unterzeichneten schließlich alle kambodschanischen Bürgerkriegsparteien einschließlich der Roten Khmer einen unter UN-Vermittlung ausgehandelten Waffenstillstand. Vorsitzender der Übergangsregierung, des „Obersten Nationalrats“, wurde Norodom Sihanouk.
Gleichzeitig kam es aber auch zu einem inneren Zerfall der Roten Khmer. Großzügige Angebote der Regierung ermöglichten es vielen Angehörigen und Führern der Roten Khmer, sich der Regierung unterzuordnen und sich großteils unbehelligt ein neues Leben aufzubauen. Pol Pot starb am 15. April 1998 im Norden Kambodschas.
Der heutige Premierminister gehörte übrigens bis 1977 ebenfalls zur Roten Khmer und floh in diesem Jahr nach Vietnam nach dem sich die Paranoia und das Morden sich nun gegen das Kader der Roten Khmer drehten.
Um unsere Stimmung zu heben hatte und Long zu einer Geburtstagsparty der 13-jährigen Tochter eines Freundes eingeladen und es war ein tolles Erlebnis.


 
Tage 25 Reise nach Siem Reap – 21. Februar
Dieses Mal mit einem privaten Bus gingen wir auf die längste Fahrt der ganzen Reise  durch die Landschaft Kambodschas nach Siem Reap. Unterwegs machten wir ein paar Stopps. Der erste Stopp hatten wir bei einem Ort, wo die Mutigen drei riesige Spinnen aufs T-Shirt, oder in meinem Fall auf den Hut, gesetzt bekamen und Fotos machen konnten. Ausserdem konnten wir frittierte Spinnen, Frösche und andere ecklige Sachen probieren. Einen weiteren Stopp machten wir bei einer Seidenfabrik. Hier wurde uns erklärt, wie Seide gemacht wird. Die Seide für die Produktion der Kleider wurde jedoch nicht hier hergestellt, sondern nur verarbeitet. Das Geschäft wurde von einem älteren Amerikaner und seine kambodschanischen Frau betrieben. Bob, der Amerikaner lebte bereits 18 Jahre hier in Kambodscha und war ein unglaublicher Typ. Er kämpfte im Vietnamkrieg und als er endete, wollte er zurück zu den Menschen in Indochina um etwas wieder gut zu machen. So arbeitete er für eine amerikanische Firma, die Prothesen für die im Krieg Verletzten verteilte. Bob erzählte uns, dass viele der Menschen, die Prothesen erhalten hätten, diese versteckten um weiter betteln zu können, da sie nichts vernünftiges gelernt hatten oder sie verkauften die Prothesen weiter. Das Unternehmen hatte schließlich kein Geld mehr und hörte mit dieser Arbeit auf. Bob der aber  noch weiter helfen wollte, fing mit einer kleinen Seidenweberei an und beschäftige zu Beginn nur Behinderte. Aber er begann herauszufinden, dass gewisse Eltern tatsächlich ihre Kinder absichtlich verstümmeln, damit sie Geld für die Familie nach Hause bringen könnten. Aufgrund dessen fing er an, sowohl behinderte und nicht behinderte Menschen zu beschäftigen. Dieses Gleichgewicht schien zu funktionieren und so wuchs sein Unternehmen und beschäftigt heute über 45 Mitarbeiter.
Der Prozess der Herstellung von Seide erfordert sehr viel Geduld und Zeit! Grundsätzlich müssen die Seidenraupen vor Raubtieren geschützt werden, während sie wachsen, ändern sie die Farbe. Sobald sie die Farbe wechseln, machen sie sich einen Kokon und dieser Kokon besteht aus Rohseide. Die Raupen legen unzählige Eier, aus denen dann die nächste Generation Seidenraupen schlüpfen. Nachdem dieser Kreislauf abgeschlossen ist, werden die Kokons in die Sonne gelegt, um den Wurm im Inneren zu töten. Dann steckt man die Kokons in kochendes Wasser und fängt an die einzelnen Stränge vom Kokon zu trennen und so die Seide zu gewinnen. Ein einzelner Strang aus Seide ist bereits sehr stark, aber es benötigt trotzdem 20-Stränge, um eine nutzbare Gewindelänge für die Produktion zu haben und ein Kokon produziert etwa 1500 Meter von Seide.
Es gibt riesige manuelle Maschinen, an denen die Frauen in der Fabrik arbeiteten um die Seidentücher zu machen. Die Tücher waren recht teuer, aber die Frauen in der Fabrik waren wirklich gut und sie erhielten bezahlten Mutterschaftsurlaub und auch einige Urlaubstage (das ist unerhört für Südostasien!) So geht es beim Preis auch darum ein gute Sache zu unterstützen. Es gab aber leider nur Halstücher und keine Stoffe um damit selbst Kleider zu machen, deshalb war ich selber nicht interessiert. Aber ein paar andere Mitreisende kauften sich etwas.

Am Flussufer machten wir einen Mittagessen-Stopp und kamen dann gleichzeitig mit dem Sonnenuntergang um ca. 18 Uhr in Siem Reap an. Der Name bedeutet wörtlich „Ort der Niederlage der Siamesen“ und bezieht sich auf einen Sieg der Khmer über das Heer des Thai-Königreiches im 17. Jahrhundert. Diese Stadt ist der Ausgangspunkt, um die antike Stadt Angkor, der ehemaligen Hauptstadt des Khmer-Reiches und eines der Wunder der archäologischen Welt zu erkunden.
Yasodharapura – die erste Stadt in Angkor
Indravarman I. (regierte 877−889), der Sohn des Prithivindravarman, ist der eigentliche Gründer des Angkor-Reiches. Ihm gelang es, das Königreich ohne Kriege zu vergrößern und er begann dank des durch Handel und Landwirtschaft erworbenen Reichtums mit umfangreichen Bautätigkeiten, vor allem der Tempel  Preah Ko, eingeweiht am 25. Januar 880, und Bakong (881/82) sowie Bewässerungsanlagen. Ihm folgte sein Sohn Yasovarman I. (regierte 889 – ca. 910) der eine neue Hauptstadt, Yasodharapura, errichten ließ - die erste Stadt in Angkor.
Suryavarman II. – Angkor Wat
Das 11. Jahrhundert war eine Zeit der Unruhen und brutaler Machtkämpfe. Erst Suryavarman II. (regierte 1113 - ca. 1150) gelang es, das Reich zu einen und zu erweitern. Unter seiner Regentschaft wurde in einer Bauzeit von 37 Jahren der größte Tempel Angkors erbaut, der dem Gott Vishnu geweihte Angkor Wat
Jayavarman VII. – Angkor Thom
Als der letzte der großen Könige von Angkor gilt Jayavarman VII. nicht nur wegen des erfolgreichen Krieges gegen die Cham, sondern auch, weil er kein tyrannischer Herrscher war, wie seine direkten Vorgänger, das Reich einte und schließlich vor allem wegen der unter seiner Regentschaft verwirklichten Bauvorhaben. Es entstand die heute als Angkor Thom (wörtlich: Große Stadt) bekannte neue Hauptstadt. Im Zentrum ließ der König, selbst ein Anhänger des Mahayana-Buddhismus, als Haupttempel den Bayon mit seinen 49 Türmen mit meterhohen, aus dem Stein gehauenen Gesichtern des Bodhisattva Lokeshvara (auch Avalokiteshvara) errichten. Daneben wurde ein umfangreiches Straßennetz angelegt, das alle Städte des Reiches verband. Entlang dieser Straßen entstanden 121 Rasthäuser für Händler, Beamte und Reisende.
Machtverlust
Im Jahr 1220 zogen sich nach Cham-Quellen die Khmer aus vielen der zuvor eroberten Provinzen Champas zurück. Im Westen gewannen die Thai an Macht, schufen das erste Thai-Königreich Sukhotai und drängten die Khmer zurück. Die Thai wurden in den folgenden 200 Jahren zu Hauptgegnern Kambujas.
Während des 13. Jahrhunderts kam es zu einer heftigen Reaktion gegen die buddhistische Phase Angkors. Die meisten Buddha-Statuen Angkors wurden zerstört (Archäologen schätzen deren Zahl auf über 10.000, von denen nur wenige erhalten blieben) und buddhistische in hinduistische Tempel umgewandelt.
Abstieg und Ende Angkors
Nicht zuletzt aus handelspolitischen Gründen wurde das Zentrum des Khmer-Reiches im 14. Jahrhundert nach Süden, in die Region des heutigen Phnom Penh verlegt. Angkor wurde jedoch nicht vollständig verlassen. Der Niedergang der Stadt Angkor, nicht des Khmer-Reiches, wäre also vor allem eine Folge der Verschiebung der wirtschaftlichen - und damit politischen - Bedeutung gewesen, da Phnom Penh zu einem wichtigen Handelszentrum am Mekong wurde.
Nach einer kurzen Auffrischung im Hotel gingen, diejenigen mit genügend Energie mit Tuktuks zur „Pub Street“, wo sich eine Bar an die nächste reihte. Wir gingen ins „Temple Bar Restaurant“ und hatten ein grossartiges kambodschanisches Nachtessen mit musikalischer Begleitung. Ich hatte ein Gericht namens Amok mit Fisch. Nach dem Nachtessen gingen wir in die Nähe des Nachtmarktes, wo wir für ganze 2 US-Dollar eine 30-minütige Massage hatten. Für eine weitere halbe Stunde für einen zusätzlichen Dollar fehlte uns allen die Energie. Die Massage war sehr hart und wir wurden richtig durch geknetet und geklopft und ich musste mich fragen, ob die Masseure vielleicht beim S-21-Gefängnis in die Lehre gegangen waren. Da morgen ein sehr früher Start winkte fuhren wir nach der Massage alle zurück zum Hotel.
Tage 26 Siem Reap / Angkor Wat – 22. Februar
Um 5 Uhr morgens trafen wir uns in der Lobby und machten uns mit einem Bus auf zuerst zum Eingangstor von Angkor. Dort wurde an einem Schalter ein Foto gemacht und wir erhielten jeder einen Eintrittspass mit unserem Bild, der für drei Tage gültig sein würde. Dann fuhren wir zum Parkplatz des Haupttempels Angkor Wat und gingen zu einem Platz, wo bereits hunderte andere Touristen auf den Sonnenaufgang warteten und so gesellten wir uns dazu und warteten ab. Wir wurden auch nicht enttäuscht und konnten gute Fotos vom Tempel, der aufgehenden Sonne und der Reflektion im Tümpel davor machen. Nachdem die Sonne aufgegangen war fuhren wir zurück zum Hotel und bekamen unser wohlverdientes Frühstück. Nach dem Frühstück konnten wir uns noch ein wenig ausruhen und wurden dann um 8.40 Uhr von unserem lokalen Führer abgeholt.
Wir fuhren zuerst wieder zum Tempel Angkor Wat, um diesen nun bei Tageslicht genauer unter die Luppe zu nehmen. Wiederentdeckt am Ende des 19. Jahrhunderts von französischen Entdecker ist dieses riesige Ruinenstadt zu einem der beliebtesten Orte in Südost-Asien geworden.
Nach Angkor Wat besuchten wir noch den Tempel Bayon, innerhalb der ummauerten Stadt Angkor Thom, mit seinen Türmen mit den berühmten Steinbuddha-Gesichter. Es war ein sehr heisser Tag und wir gingen nach diesem Besuch zum Mittagessen. Ich hatte ein weiteres Amok, dieses Mal mit Poulet serviert in einer Kokosnuss.
Eigentlich standen noch drei weitere Orte auf dem Programm, doch der Mehrzahl der Gruppe war es zu heiss und nachdem uns der Führer versprochen hatte, die anderen Tempel am nächsten Tag noch rein zu quetschen fuhren wir zurück zum Hotel. Für mich, Joe und Christine, die gerne die Tempel noch heute gesehen hätten war die Situation nicht so befriedigend und wir fragten im Hotel unseren Guide, ob er uns ein oder zwei Tempel empfehlen könnte, die wir auf eigene Faust besichtigen könnten, damit wir zur Sicherheit trotzdem noch etwas mehr von dieser riesigen Tempelanlage besichtigen könnten, falls am nächsten Tag plötzlich doch nicht soviel Zeit blieb. Der Guide organisierte uns sogar ein Tuktuk mit Fahrer und für je 5 Dollar hatten wir noch einen Privatausflug zu zwei kleineren Tempelanlagen. Wir besuchten so noch East Mabon und Pre Repup. Nach diesem befriedigenden Ausflug machten wir noch eine kurze Pause am Swimming Pool und fuhren dann wieder gemeinsam um 18.30 Uhr zur Pup Street, wo wir die Restaurants ansahen. Wir wählten dieses Mal das Restaurant „Red Piano“, offensichtlich eines der Lieblingsplätze von Angelina Jolie, während ihrer Zeit hier in Siem Reap. Ich hatte einen Teller Spaghetti mit einer feinen exotischen Sauce.
Nach dem Essen gingen wir gemeinsam zum Nachtessen, wo ich mein erstes Kambodscha Souvenir fand und Christine und Joe gingen zum gleichen Massageplatz für eine weitere Massage. Ich schaute währenddessen in der Templebar nach ob ich noch Long und die Anderen traf. Ich sah niemanden und drehte mich um, da gab es plötzlich einen Stromunterbruch und die ganze Strasse wurde stockdunkel. Kurze Zeit später war wieder alles beleuchtet, aber die Lust war mir gehörig vergangen, so ging ich zurück zum Nachtmarkt, kaufte mir noch einen günstigen Führer durch die Tempel und traf wieder auf Christine und Joe und gemeinsam fuhren wir zurück zum Hotel.
Tage 27 Siem Reap / Angkor Wat – 23. Februar
Es war nicht so früh wie am Vortag, doch auch nichts zum ausschlafen. Nach dem Frühstück um 7.40 Uhr wurden wir vom selben Guide wie am Vortag abgeholt und fuhren zum Tempelkomplex „Ta Prohm“, der auch als 'Tomb Raider' Tempel bekannt war, weil dort Teile des Filmes gedreht worden war. Dieser Tempel war wieder etwas völlig anderes, da hier mächtige Bäume aus den Mauern wuchsen und ihre Wurzeln über die alten Steine reichten.
 
Nach diesem Tempel ging es an die Tempel die wir vom Vortag nicht besucht hatten. Als erstes betraten wir die „Elefanten Terrasse“ und bestiegen den an eine Pyramide erinnernden Tempel „Phimeanakas“. Für die „Terrasse des Leprakönigs“ war keine Zeit mehr, doch auch ich musste zu diesem Zeitpunkt sagen, dass ich nun genug hatte. So fuhren wir so gegen 10 Uhr zurück zum Hotel, wo ich ins Internet ging und mich am Pool etwa abkühlte. Um die Mittagszeit fuhr ich alleine mit einem Tuktuk für 2 Dollar zur Pup-Street und ass im Temple Bar Restaurant ein Khmer Curry. Anschliessend machte ich eine Runde durch einen anderen Markt und kaufte noch ein paar Geschenke und Souvenirs.
Um 15.30 Uhr hatten wir noch eine gemütlichere zusätzliche Tour für 7 Dollar gebucht. Wir besuchten ein schwimmendes Dorf auf dem gewaltigen See „Tonle Sap“ etwas ausserhalb von Siem Reap. 3000 Menschen leben hier und ihre Häuser, sowie Schulen, Kirchen, Basketball, Geschäften, Restaurants sind alle buchstäblich schwebend am Rande dieses riesigen See, der nur aussieht wie ein Ozean. Man konnte auf jeden Fall das andere Ufer nicht erkennen.
 
Es ist irgendwie unwirklich. Die Menschen die hier wohnen sind einige der ärmsten Menschen, die wir gesehen haben. Die Leute fahren in kleinen leckgeschlagenen Booten durch die Gegend mit ihren Babys und kleinen Kindern und versuchen sich am Rande der Touristenboote nach oben zu ziehen um zu betteln. Die Babys in den Armen waren sehr dehydriert und krank von der Hitze. Es erinnerte sehr an die Zigeunerbanden in Europa.
 
Der Führer erzählte uns, dass viele der Frauen dies absichtlich tun, da es für sie der einzige Weg ist Geld zu machen. Wir gaben den Frauen Wasserflaschen um es ihren Babys geben, aber sie legten diese einfach in ihr Boot und bettelten weiter. Wenn man ihnen Geld gibt, dann geht der Zyklus immer weiter.  Die kleinen Kinder auf den Booten tragen riesige Pythons um den Hals, was ein sehr seltsamer Anblick ist. Sie reißen den Schlangen ihre Reißzähne aus.
Der Führer erklärte uns, dass man nicht weis woher die Leute diese Schlangen herbekommen, denn diese seien nicht einheimisch. Ausserdem seien die meisten Bettler hier ebenfalls keine „Eingeborenen“, sondern aus Vietnam.
Der See auf dem sie leben ist völlig verdreckt. Sie waschen Wäsche, baden, schwimmen, entsorgen ihre Abwässer Abfälle und ihren Müll und trinken sogar daraus. Natürlich sind so Krankheiten weit verbreitet. Es war ein bisschen verstörend, doch auch mal interessant die andere Seite der Medaille zu sehen und nicht nur die glänzenden Touristenorte.
 
Um 19.30 Uhr ging es zu einem speziellen Nachtessen im Restaurant von Long’s Tante. Es war wiederum ein besonderes Erlebnis und ein kulinarischer Höhepunkt als Abschluss unseres Aufenthaltes in Kambodscha.
Tag 28 – Rückkehr nach Bangkok – 24. Februar
Nach dem Frühstück wartete ein weiterer langer Reisetag vor uns. Um 8 Uhr wurden wir mit einem privaten Bus innerhalb 4 Stunden zur Grenze zwischen Kambodscha und Thailand gebracht. Auf der Fahrt hatten wir endlich etwas Zeit um Fotos zu tauschen und mit USB-Stick und Memorycards kopierten Joanna, Mischa und ich Fotos auf unsere Laptops. Um die Mittagszeit überquerten wir die Grenze, was hier auch nicht all zu lange dauerte.
Auf der thailändischen Seite gingen wir in ein kleines Restaurant und hatten ein Mittagessen. Wie ich an der Grenze lesen konnte, waren es noch 305 Kilometer bis Bangkok und dies auf mehrheitlich modernen Strassen. Wir wurden auf zwei Minivans aufgeteilt und mit einem Zwischenstopp und einem hartnäckigen Stau auf der Flughafenstrasse von Bangkok bis zur Innenstadt dauerte die Fahrt etwa 5 Stunden und kurz nach 18 Uhr kamen wir beim bekannten Bangkok Centre Hotel an.
Wir checkten ein und nach einem genialen Sonnenuntergang, den ich von meinem Fenster im 7. Stock beobachten konnte und einer Dusche trafen sich die Meisten von uns in der Lobby für das Farewell Dinner. Mit dem öffentlichen Bus 53 fuhren wir gemeinsam dieselbe Strecke wie am ersten Abend und gingen auch ins gleiche Restaurant „Bar Lamphu“. Ich hatte dasselbe Essen wie vor vier Wochen und bedankte mich bei Long für diese geniale Reiseerfahrung. Als Anschluss hatte ich den giftigen Drink, der aber zu mir passte, den er hiess „Around the World“ und enthielt auch diverse Sprituosen aus aller Welt.
Nach dem Essen machten wir einen kurzen Spaziergang durch die Kao San Road und endeten für einen letzten Drink in einer Bar, wo es tatsächlich hinter der Bar einen „FC Basel-Schal hatte. Dann ging es auf eine ereignislose Taxifahrt zurück zum Hotel.


 
Tag 29 Bangkok und Rückflug – 25. Februar
Die war also der letzte Tag dieser langen Reise und irgendwie war ich nun auch froh, dass ich am Abend heimreisen konnte. Anstelle für 900 Baht mein Zimmer bis 18 Uhr zu behalten durfte ich mein Gepäck ins Zimmer von Christine und Joe stellen und hatte so die Gelegenheit vor meinem Abflug noch einmal die Kleider zu wechseln und zu duschen. Dafür erhielt ich von Joe einen zweiten Schlüssel für ihr Zimmer. Die meisten derjenigen, die zum ersten Mal in Bangkok waren machten dieselbe Tour, welche wir anderen bereits an Tag 2 gemacht hatten und so konnte ich die meisten Mitreisenden beim Frühstück oder um 8.30 Uhr als die Tour losging noch verabschieden. Joanna, Logan und Clare sah ich leider nicht mehr, da die scheinbar bereits um 5 Uhr morgens zum Flughafen mussten. Aber Logan und Clare werde ich vielleicht in ein paar Monaten in der Schweiz sehen…Da das Internet im Hotel sehr teuer war und ganze 200 Baht kostete, ging ich zur Strasse, wo es ein Internetcafé hatte, wo ich für 100 Baht ins Internet konnte und dazu erst noch einen Fruchtshake bekam. (40 Baht fürs Internet & 60 Baht für den Shake). So konnte ich bereits hier einchecken und mir einen besseren Sitz aussuchen. Nachher ging ich zurück ins Hotel, packte meine sieben Sachen und zügelte mein Gepäck in das andere Zimmer und checkte aus dem Hotel aus. Mit der U-Bahn fuhr ich direkt zum riesigen Wochenend-Markt im Chatuchak Park, wo ich mich auf die Suche machte. Es hatte hier offenbar 15‘000 Verkaufsstände und jedes Wochenende kommen 200‘000 Besucher hierhin. Ich lief für etwa eine Stunde herum und fand nur an einem Stand Seide für meine Mutter zum Kleider machen und schräg gegenüber war ein Verkaufsstand, wo ich mir meinen Buddha kaufen konnte. Dieser war, wie ich zuhause feststellen musste nicht vollständig aus Metall, deshalb war der Preis auch so tief.
Mit dem Skytrain fuhr ich zurück ins Zentrum, wo ich nach kurzer Suche das Hard Rock Café fand und ein T-Shirt und ein Mittagessen bestehend aus einem „Terjaki Lachs“ kaufte. Da ich dank meiner Memberkarte 160 Baht gespart hatte, gönnte ich mir eine Taxifahrt für 60 Baht zurück zum Hotel. Dort ruhte ich mich nur kurz aus und machte mich dann auf mit dem bekannten Bus 53 mal alleine zur Kao San-Road zu fahren. Aus irgendeinem Grund wollte die Schaffnerin mein Geld nicht und so fuhr ich gratis dorthin und fand auch ohne Probleme die Haltestelle, obwohl die letzten zweimal Abend war. Ich schaute mir noch die Verkäufsstände an, ob es etwas Interessantes gäbe und trank einen letzten Fruchtshake an der Kao San-Road. Bei dieser Gelegenheit traf ich noch einmal Ian und Emma. Ich ging nach der Erfrischung zum Flussufer, wo ich für 30 Baht ein Boot erwischte, dass mich zum Oriental Pier brachte. Dort war das Lebua Hotel, dass man im Film „Hangover 2“ sehen konnte. Nachdem ich ein Foto gemacht hatte, fuhr ich mit Skytrain und anschliessend mit der Metro zurück zum Hotel, wo ich im Zimmer auf Christine und Joe traf. Ich zog mich um, duschte mich und packte meinen Koffer neu. Nachdem ich das gemacht hatte, gingen wir gemeinsam zu einem kleinen lokalen Restaurant, wo wir ein kleines, aber feines Nachtessen hatte. Mit einem Umweg durch den Bahnhof gingen wir zurück zum Hotel, wo ich mich von den beiden Kanadiern verabschiedete und mich auf den Weg zum Flughafen machte. Auf dem selben Weg wie auf der Hinfahrt, gelangte ich kurz nach 20.00 Uhr zum Flughafen. So konnte ich für 64 Baht zum Flughafen reisen, anstelle 500 Baht für ein Taxi zu zahlen. Aber die U-Bahn startete erst um 6 Uhr morgens, so hatten ein paar meiner anderen Mitreisenden keine andere Wahl zum Flughafen zu gelangen. Dort angekommen suchte ich mir in der riesigen Abflughalle die richtige Reihe und stellte mich in die Warteschlange um mein Gepäck abzugeben und den Boardingpass zu erhalten. Anschliessend ging ich durch die Sicherheitskontrolle und wartete auf meinen Abflug. Ich sah mir die Geschäfte an, surfte noch ein wenig im Internet und schaute, ob irgendein Restaurant mich anmachte. Doch ich verzichtete auf den Einheitsbrei und schaute die Fotos von Joanna und Mischa durch und löschte die Bilder, welche ich sowiso selber gemacht hatte. Der Einsteigeprozess war hier interessant, denn man durfte zuerst durch die Kontrolle, wo man den Bordpass kontrollierte und wartete anschliessend in einem Wartesaal. Als es ans Einsteigen ging wurden die entsprechenden Sitzzonen (z.B. Reihe 28 bis 42) aufgerufen und man konnte ohne weitere Wartezeit direkt einsteigen.
Kurz nach Mitternacht flogen wir ab und erhielten sogar noch ein Nachtessen, bevor die Lichter gelöscht wurden. Ich schaute mir dieses Mal „nur“ drei Filme an und zwar „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“ (König, Dame, As, Spion), den Shrek-Spin-Of „Puss-in-Boots“ und „Real Steal“. Nach einem Frühstück landeten wir in Zürich, wo ich mir meine Omega ums Handgelenk legte und nach der Passkontrolle mit klopfendem Herzen durch den Zoll ging. Alles lief wie geschmiert, wohl auch weil gleich vor mir eine Dame mit viel Gepäck zur Kontrolle herausgepickt wurde. So ging eine weitere grossartige Reise zu Ende.

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