Riding the Moose
Oder wie ich den Osten von Kanada für mich entdeckte
25. Juni bis 18. Juli 2011
 
 
- über 6000 Kilometer auf der Strasse
- 13 Mitreisende aus 5 Ländern
- 11 Hostel-Betten
- 5 kanadische Provinzen
- 4 Elch-Sichtungen
- 1 „Julian the Moose“-Bus
 
Um 14.23 Uhr machte ich mich nach meinem letzten Arbeitstag auf den Heimweg und bereits um 16.30 Uhr sass ich im Zug nach Sursee. Hier besuchte ich als richtig Einstimmung auf meine Ferien ein Openair-Konzert. Die Vorband war Hank Shizzoe, ein Schweizer Musiker mit zwei Kollegen und als Hauptakt war der geniale Bob Dylan angesagt.
 
Sursee liegt ja nicht gerade neben Zürich, aber man kam trotzdem mit dem öffentlichen Verkehr noch gemütlich nach Hause, sogar ohne Nachtzuschlag zu benutzen. Mit dem I-Phone machte ich Fotos und gab meinen Status auf Facebook durch, worauf ein Reisekollege der GAP-Mexikoreise meldete, dass er auch in Kanada sei. Vielleicht treffe ich ihn nach der Reise in Toronto, zu diesem Zweck kopierte ich zuhause noch schnell meine Mexikofotos auf einen USB-Stick. Das Konzert von Bob Dylan dauerte gut 90 Minuten und war grossartig. Nur hatte ich irgendwie das Gefühl, das der Bass zu hoch eingestellt war. Mit Umsteigen in Zofingen und Lenzburg kam ich auch gut zurück nach Zürich Altstetten und lief die 10 Minuten nach Hause zu Fuss.
 
Eingecheckt hatte ich bereits am Freitagnachmittag im Internet und nach der Morgentoilette fuhr ich zum Flughafen, wo ich mein Gepäck sofort abgeben konnte. Nach einem Pasta-Teller als Mittagessen in meinem Stammrestaurant am Flughafen, machte ich mich zum Gate auf, wo mich, oh Luxus, ein Direktflug nach Toronto erwartete. Fast pünktlich hoben wir ab und ich machte es mir im vorher reservierten Sitzplatz gemütlich; am Gang in der Nähe der WC‘s und der Sitz neben mir war erst noch frei. Auf dem knapp 9-stündigen Flug wurde es mir nicht langweilig. Der Entertainment-Bildschirm war ein Touch-Screen und mit meinen mitgebrachten I-Pod-Kopfhörern hatte ich 1A-Sound und konnte auch bereits früher als die anderen Reisenden mit den Filmen beginnen. Ich sah mir die Filme „Rango“, „Yogi Bear“, „Gnomeo & Julia“ und „Ich bin Nummer 4“ an. Zum Schluss gönnte ich mir noch den 1.Teil der umstrittenen HBO-Miniserie „The Kennedys“ über das Leben und Wirken der berüchtigten Familie. Sieht wirklich interessant aus, hoffentlich kann man es schon bald in Europa sehen, bzw. die DVD kaufen.
 
Pünktlich landeten wir in Toronto und nach einem sehr netten Willkommen bei der Einreise und einer sehr kurzen Wartezeit aufs Gepäck fuhr ich mit dem „Airport Express“-Bus in die Innenstadt.
Der Bus hatte gratis WIFI, was ich für ein Status-Update auf Facebook nutzte. Um kurz nach 18 Uhr war ich im Hostel und wenig später wieder auf der Strasse. Ich ging zum CN-Tower und im benachbarten Stadion wurden heute die indischen „Oscars“ verliehen. Wenn ich das nur früher gewusst hätte…
Eine riesige Menschenmenge versuchte einen Blick auf die Stars zu erhaschen. Auch Hollywood-Stars gab es zu bestaunen, diese waren entweder als Präsentatoren oder als Gäste von Bollywood-Stars eingeladen. Ich konnte so ein Foto von Hillary Swank im Auto machen, bevor sie zum grünen (!) Teppich kam. Ich blieb dort eine knappe Stunde, konnte jedoch nicht noch einen zweiten Star erkennen, dafür war ich auch zu weit weg.
 
Anschliessend ging ich zum mir vom ersten Besuch 2004 bekannten Rainbow-Kino, dass das günstigste Kino von Toronto sei. Ich kaufte mir dort ein Ticket für den Film „Cars 2“, der erst einen Monat später in der Schweiz starten würde für ganze 9 Dollar.(Dienstags hätte es mich sogar nur 5 Dollar gekostet und 2004 hatte ich sogar nur 3 Dollar bezahlt. Eigentlich freute ich mich hier auf ein geniales „Chicken Terjaki“ in der Markthalle vis-à-vis. Die war jedoch um diese Zeit bereits geschlossen. So kaufte ich mir im benachbarten Supermarkt etwas zu trinken und bei „Subway“ ein feines Sandwich (Footlong) mit Chicken Terjaki. Der Film mit vielen Referenzen zu James Bond war gut, jedoch nicht wirklich für kleine Kinder geeignet. So verliessen zwei Familien mit wirklich kleinen Kindern die Vorstellung schon sehr früh. Man geht auch nicht mit so kleinen Kindern in eine Vorstellung, die erst um 21 Uhr startete. Nach dem Kino ging ich zu Fuss zurück zum Hostel und legte mich direkt ins Bett. Aber in diese Flugrichtung habe ich meistens keine Probleme mit dem Jetlag.
 
Am Sonntagmorgen stand ich bereits um 7.30 Uhr auf. Zum inbegriffenen Frühstück gab es hier frischgemachte Pfannkuchen und Kaffee. Auf der Strasse war ich eine Stunde später, nachdem ich im Internet gesehen hatte das unsere U21-Fussball-Nati an der EM „nur“ Silber geholt hat. Zuerst ging ich an Wayne Gretzky’s Restaurant „99“ vorbei zum CN Tower, wo es eine lange Schlange hatte, da die Türen offensichtlich erst um 9 Uhr aufgingen. So nutzte ich das schöne Wetter aus, um einen kleinen Spaziergang entlang des Seeufers zu machen. Die Schiffsanlegestelle für die Insel war schon sehr belebt. Anschliessend ging ich zurück zum Turm und fuhr dieses Mal bis zur obersten Plattform, dem sogenannten „Sky Pod“ auf 472 Meter. Die Aussicht war gigantisch. Leider war die neue Attraktion erst ab Anfang August offen, so verpasste ich es auf dem Dach in 370 Meter Höhe (ohne Geländer) zu wandern.
 
Vom CN Tower lief ich am Rathaus vorbei zum pulsierendem Zentrum von Toronto, dem Dundas Square. Dort wurde, organisiert von der Deutschen Tourismuszentrale, der Eröffnungsmatch der Fussball-Frauen-Weltmeisterschaft live übertragen. Es spielten Deutschland gegen Kanada! Die Kanadierinnen schlugen sich wacker und der Endstand war schlussendlich 2:1. Die Mehrzahl der Zuschauer war auch für die Deutschen, ob es nun Einheimische oder Touristen waren. Während des Spieles schaute ich mir zwei Buchladen und ein Musikladen in der Gegend an und kaufte mir meinen einzigen „Tim Horton“-Kaffee während meines Aufenthaltes in Kanada.
 
Nach dem Spiel ging ich zur „Hockey Hall of Fame“ und besuchte dieses Museum zum Ruhme des Eishockey. Das Ticket war auch noch gut für einen Kaffee im Marché-Restaurant, was ich auch sofort ausnutzte. Von dort ging ich zurück zum Hostel, wo es am Sonntagnachmittag jeweils gratis Hamburger gab, was ich aber erst bei meiner Rückkehr zum Hostel bemerkte. Ich bekam noch einen und ging anschliessend wieder an die Yonge-Street um nach einem Hockeytrikot des Olympiahelden Sydney Crosby zu sehen, doch leider ohne Erfolg. Wäre sowieso ein teures Souvenir (ca. 170 Dollar) gewesen. Da ich nun alles gesehen hatte, was ich sehen wollte und konnte, ging ich nochmals zum Rainbow-Cinema um mir einen weiteren Film anzusehen, der auch erst einen Monat später in der Schweiz anlief, nämlich „The Green Lantern“ um 18.50 Uhr für ebenfalls 9 Dollar. Unterhaltender Popcorn-Film um einen Superhelden ohne grosse Geschichte oder Sinn. Grossartig !
 
Nach dem Kino ging ich zurück zum Dundas Square und hatte einen Teller „Mac & Cheese“ zum Nachtessen im Hard Rock Café. Ich kaufte mir auch ein T-Shirt von Ringo Starr und ging anschliessend zurück zum Hostel für eine Dusche und zum Packen um am nächsten Morgen bereit zu sein.
 

 
DAY 1 : TORONTO TO MONTREAL
 
Kurz vor 7 Uhr hielt mich nichts mehr im Bett und ich stand auf. Es gab wieder Pfannkuchen und Kaffee und anschliessend checkte ich aus dem Hostel aus und im 1.Stock im Moosebüro zur Tour ein. Zu meinem Erstaunen musste ich keine zusätzlichen 240 Dollar zum „Local Payment“ bezahlen, so reichte mein Bargeld bis zur Ende der Reise ohne dass ich zusätzlich an ein Geldautomat gehen musste. Es hatte natürlich auch geholfen, dass Nordamerika eine Kreditkartengesellschaft ist.
 
Ich erhielt noch ein schwarzes Moose-T-Shirt. Wenig später begrüsste uns unser Fahrer Ryan und neben mir waren wir noch 11 andere Reisende, die sich um den kleinen Minibus versammelten. Ein Kanadier (Grant) aus Toronto, 3 Australier (Mark, Sarah und Shea), 3 aus England (Jennifer, Jennie und Laura, die eigentlich eine Briwi, eine britische Kiwi war) , eine Deutsche (Christine) und drei Schweizer (Frank, Brigitte und Steffi)! Das Gepäck wurde aufs Dach geladen, ich bekam am ersten Tag den Beifahrersitz und los ging die lange Fahrt auf dem Trans Canada Highway in Richtung Montreal, zuerst noch sehr stockend, doch bald ging es rasanter. Der erste Halt war beim “Big Apple” in Colborne, mit dem natürlich nicht New York gemeint ist, sondern ein riesiger roter Apfel, der vor einer Apfelkuchenbäckerei steht. Dort konnten wir eine kurze Pause machen und wer wollte konnte ein Stück dieser feinen Apfelkuchen kaufen.
 
Der nächste Stopp war Rockport, wo wir durch die „1000-Island“ eine 50-minütige Schifffahrt machten. Wir mussten pressieren, denn unsere Fahrt war für 13 Uhr gebucht und so verschoben wir das Mittagessen auf später. Doch alles hat einen Grund; während auf unserem Schiff mehr als genug Platz war, sah das Schiff um 14 Uhr, wo übrigens eine andere Moose-Tour drauf war, wie eine Sardinenbüchse aus. Die „1000 Inseln“ sind eher 1800 Inseln die sich hier im St. Lawrence Fluss befinden. Manche sind relativ gross und auf anderen Inseln hat es gerade mal Platz für ein einzelnes Haus und nicht viel Insel ums Haus herum. Die andere Uferseite gehört zu den Vereinigten Staaten, genauer gesagt zum Staat New York und so überquerten wir auf unserer Rundfahrt auch die Grenze, aber da wir nicht an Land gingen, mussten wir uns auch keine Sorgen über Einreiseformalitäten machen.

 
Von dieser Gegend soll auch die berühmte „Thousand Island”-Salatsauce kommen. Unter anderem hat Gorge Boldt, der Besitzer des Waldorf-Astoria Hotel in New York City, seinen Maitre d’Hotel angewiesen diese Sauce aufs Menu des Hotels zu setzen. Das von ihm erbaute Boldt Castle konnten wir dann auch auf unserer Fahrt bewundern. Es dient heute auch als Hotel und bei der Anlegestelle konnten wir eine kleine Hütte mit der Aufschrift „Zoll und Homeland Security“ erkennen. Ein besonders witziger Besitzer einer kanadischen Insel baute ein etwa 5 Meter lange Brücke auf die winzige Nachbarinsel, die sich bereits in den USA befand und nun ist diese Brücke die kürzeste Grenzbrücke der Welt (oder mindestens zwischen Kanada und den USA). Eine der Inseln gehörte der berüchtigten Studenten-Bruderschaft „Skulls“ über die es auch die eine oder andere Verschwörungstheorie gab und auch schon in diversen Filmen behandelt wurden.
 
Nach unserer Rückkehr in Rockport spielte Ryan dem anderen Moosefahrer Brian einen Streich, denn er hatte einen Zweitschlüssel für dessen Bus und so parkierte er ihn hinter einem grossen Car, so dass er vom Schiff her nicht mehr zu sehen war. Wie wir später im Hostel in Montreal erfuhren, dachte die andere Gruppe wirklich zu erst, dass der Bus weg sei. Im nahen Gananoque kauften wir in einem Supermarkt etwas zum essen und machten ein kleines Picknick in einem Park am Ufer des Flusses. Anschliessend ging die Fahrt direkt nach Montreal, wo wir kurz vor 18 Uhr bei der „Auberge de Jeunesse“ ankamen. Unterwegs machten wir einen Fotostopp bei der Grenze zwischen Ontario und Quebec und kamen kurz vor dem Ziel noch in den Feierabendstau.
 
Nachdem wir uns angemeldet hatten und unser Gepäck im Zimmer abgeladen hatten, trafen wir uns alle wieder in der Lobby und gemeinsam machten wir eine kurze Orientierungstour zur Altstadt. Ryan gab uns diverse Erklärungen und zeigte uns Orte, wo man gut und nicht zu teuer essen konnte. Ein paar von uns gingen danach auch ins Restaurant „Montreal Poutine“ im Herz der Altstadt um zum ersten Mal solch ein Gericht, bestehend aus Pommes mit Bratensauce und geschmolzenem Käse, zu probieren. Es war fein und sehr mastig. Anschliessend gingen wir gemeinsam noch zum Internationalen Montreal Jazz Festival und sahen uns eines der Gratis-Konzerte an. Es spielte ein Band namens Galactic aus Louisiana USA. Es war ein toller erster Tag und es sah nach einer guten Reisegruppe aus. Ins Bett kam ich heute um halb zwölf.
DAY 2 : FREE DAY IN MONTREAL
 
Es gab hier ein Frühstücksbuffet, für das man nur knapp 7 Dollar bezahlen musste und so entschied ich mich für diese einfache Variante. Die anderen trafen sich um 10 Uhr für eine Wanderung auf den Mont Royal, doch ich wollte nicht warten und machte mich bereits um 8.30 Uhr auf um die Heimatstadt von William Shatner (Capt. Kirk vom Raumschiff Enterprise) zu erkunden. Ich ging zur nächsten Metrostation, wo ich mir für 8 Dollar eine Tageskarte kaufte und mit der nächsten Bahn zum Olympiastadion von 1976 fuhr. Ich fuhr mit der Drahtseilbahn auf den „Tour de Montréal“ und genoss die Aussicht vom „Observatoire“. Der Turm ist der höchste Turm (175 Meter) mit dieser Winkel der Neigung (45 Grad), also der höchste „schiefe“ Turm der Welt. Im Vergleich hat der Schiefe Turm von Pisa gerade mal eine Neigung von 5 Grad. Nachher fuhr ich mit der Metro zurück zu meiner Startstation und machte mich auch auf den schweisstreibenden Aufstieg zum Mont Royal. Beim Aussichtspunkt beim „Chalet du Mont-Royal“  kam ich um ca. 11 Uhr an und verpasste ich die anderen um ein paar Minuten, wie ich am Abend erfahren sollte. Auf der anderen Seite spazierte ich am 40 Meter hohen Kreuz (wurde 1924 aufgestellt um den Gründer von Montreal zu ehren, der 1643 ein Holzkreuz auf diesen Berg schleppte und aufstellte um Gott zu danken, dass „sein“ Dorf nicht der Flut zum Opfer gefallen war, in der Nacht ist es beleuchtet) vorbei wieder runter vom Stadtberg ins künstlerische Quartier von Mont-Royal  und kaufte mir ein einem Supermarkt ein Picknick.
 
Mit der Metro fuhr ich zur Insel Ste-Hélène und ass dort mein Lunch. Ich lief noch ein wenig herum und fuhr mit der Metro zurück zur Innenstadt zum Champ de Mars, wo ich mir noch die Altstadt und die Gebäude am Flussufer ansah. Ich bestieg auch die 192 Treppenstufen des gar nicht so alten Uhrturmes am Ende des Quai Jacques Cartier. Er wurde erst 1922 als Ehrendenkmal für die gefallenen Seeleute des ersten Weltkrieges erbaut.  Ich ging vom Ufer durch die Altstadt vorbei an der Notre-Dame-Kathedrale zum Kongresshaus, wo ich die Metro zurück zum Hostel bestieg. Im Hostel schaute ich mich um, ob jemand von der Gruppe dort sei und nach einer kurzen Pause ging ich noch einmal auf einen kleinen Spaziergang, der mich unter anderem auch vors Eishockeystadion der Montreal Canadiens brachte. Zurück im Hostel traf ich auf Mark und Grant und mit Grant suchte ich etwas kleines zum Nachtessen. Es war aber nicht wirklich das echte „Belle Province“-Restaurant, doch wir würgten das Fastfood-Essen herunter und gingen zurück zum Hostel um zu sehen, ob noch jemand Lust auf Ausgang hatte. Ich bestellte an der Bar noch ein Glas Cider, erhielt aber, wie ich nachher herausfand ein Bier mit Apfelgeschmack. Es war mir doch zu bitter für einen Cider.
 
Anschliessend machten wir uns auf noch einmal ein gratis Konzert am Jazz Festival zu besuchen. Wir sahen uns das Konzert von Monkeyjunk, einer Band aus Ontario, die gute Stimmung machte, an. Nachdem Konzert gingen wir in die nahe Montreal Pool Hall 1912, wo wir nach der schlechten Erfahrung vom Nachtessen noch ein gutes Beispiel eines Steamie bekamen. Dies ist ein Hot Dog, wie wir ihn in Europa kennen, nämlich mit Dampf gekocht. Die Nordamerikanische Variante des Hot Dog wird nämlich ausser hier in Quebec gegrillt serviert. Als wir aus diesem Fastfoodrestaurant kamen, fing es zu regnen an und der Himmel öffnete seine Tore sehr weit. Es war jedoch nur von kurzer Dauer, doch Grant traute der Sache nicht und da er mit dem Fahrrad unterwegs war, bat er mich seinen kleinen Rucksack mit der Metro zum Hostel mitzunehmen. Ich kaufte mir als Andenken noch ein T-Shirt des Jazz Festivals und fuhr zurück zum Hostel, wo ich fast gleichzeitig wie Grant ankam. Er war tatsächlich noch einmal in einen Regenschauer gekommen. Mark war bereits wieder hier, nur Frank hatte den ganzen Tag niemand gesehen, doch auch er kam nun zurück und erklärte, dass er am Vormittag herumgewandert sei und gegen Mittag über die Brücke zur Insel gelangte, wo er den Funpark mit den vielen Achterbahnen (unter anderem eine alte aus Holz) gesehen hatte. So verbrachte er den ganzen Nachmittag in diesem Park und hat alle Achterbahnen ausprobiert. Wem’s gefällt…
 

 
DAY 3: MONTREAL TO RIVIERE DU LOUP
 
An diesem Morgen frühstückte ich wiederum im Hostel und dieses Mal packten wir unser Gepäck zusätzlich in grosse Plastiksäcke ein, um sie vor dem Regen zu schützen. Hat übrigens jedes Mal, wo wir es gebraucht haben gut funktioniert. Ich bekam zum zweiten Mal den Beifahrersitz. Der heutige Tag war vor allem ein Reisetag. Ausserhalb von Quebec City machten wir unseren Lunchstopp beim Chaudière-Wasserfall.  Nach dem Essen ging es dem Ufer des breiter werdenden St. Lawrence Flusses zu unserem Zielort, dem kleinen Ort Riviere du Loup. Dort machten wir, bevor es zum Hostel ging noch einen Stopp am Hafen um ein Ahornsirup-Glace zu probieren. Es schmeckte fein, aber ungewöhnlich. In der Zwischenzeit hatte es auch wieder zu regnen angefangen und so fuhren wir zuerst zum Hostel und anschliessend zu einem Supermarkt, wo wir uns eindeckten mit Getränken und Sachen für ein gemeinsames Abendessen, das uns jeden ganze 7.50 Dollar kosten würde. Ich kaufte mir eine Flasche Apfelwein aus Quebec. Im Hostel hatte sich die Kochmannschaft schon versammelt und anstelle tatenlos herumzusitzen schnappte ich mir die Regenjacke und machte einen kurzen Spaziergang durch das Städtchen. Nach der Rückkehr zum Hostel war schon bald alles bereit für ein mexikanisches Nachtessen; Tacos, Fajitas mit Gemüse, Hackfleisch, Käse und Saucen. Echt fein und wirklich genug für alle, es hatte sogar noch Reste.
 

 
DAY 4: RIVIERE DU LOUP TO MONCTON
 
Das Frühstück war hier inbegriffen und es gab Kaffee, Saft und Toast mit beliebigem Aufstrich. Es war immer noch regnerisch und nach dem Laden, stieg ich zum letzten Mal ohne Widerworte auf den Beifahrersitz. Wir machten noch einen Halt im „Parc des Chutes“; im Wasserfallpark und fuhren anschliessend etwa eine Stunde bis wir die Grenze zur einzigen offiziellen zweisprachigen Provinz New Brunswick überquerten. Dort gab es ausserdem noch eine Zeitumstellung, so dass der heutige Tag nur 23 Stunden mass. Wir besuchten bei der Grenze das Information Centre und deckten uns mit Infos und einer gratis Landkarte ein. Lunchstopp machten wir heute in Great Falls, neben einem, wie es der Name der Ortschaft schon verriet, grossen Wasserfall.
Weiter ging es auf dem Transcanada Highway nach Hartland, wo wir zuerst den Fabrikladen einer Chipsfabrik und anschliessend die längste, gedeckte Holzbrücke der Welt besichtigten, die ich ja bereits von den Fotos meiner Eltern kannte. Wir fuhren ebenfalls zweimal über die Brücke und auch noch über eine andere Brücke mit Blick auf die Holzbrücke. Kurz vor unserem Ziel Moncton fuhren wir  noch zum „Magnetic Hill“. Der Magnetic Hill ist ein sogenannter Schwerkraft-Hügel, eine optische Täuschung durch das steigende und absteigende Gelände und auch ein wenig nachgeholfen mit dem zuschneiden der Bäume. Ryan bezahlte eine Gebühr und wir fuhren zum Startpunkt, dort mussten wir kurz warten, da jeweils nur ein Auto auf der Strecke fahren darf. Anschliessend fuhren wir bergab, was natürlich in Wahrheit bergauf war und Ryan stellte den Gang in Leerlauf, worauf wir rückwärts bergauf rollten, also wie von einem Magnet angezogen wurden. Wir fuhren natürlich auch hier wieder bergab. Wir machten die Fahrt zweimal, einmal ohne Kommentar und das zweite Mal mit der obengenannte Erklärung.
Bevor wir zu unserem Hostel kamen, mussten wir uns noch für den nächsten Tag eindecken, da dieser ein Feiertag sein würde. Ich kaufte mir zwei Dosen englischen Cider. Unsere Hostel in Moncton, das “C’Mon Inn Hostel“ war nur noch um die Ecke, doch Ryan fuhr uns noch an das Flussufer um die Ebbe zu sehen, da es hier in dieser Gegend die höchsten Gezeiten gibt. Der rot-braune Fluss hat wegen der Erde diese Farbe und wird auch Chocolate-River genannt. Wir fuhren auf der Hauptstrasse durch die Stadt und so zeigte Ryan uns noch die diversen Plätze, wo man essen und trinken konnte.
Nach den Einrichten im Hostel machten sich ein paar von uns zu Fuss in die Stadt, während die Restlichen noch Resten vom Nachtessen oder Mittagessen verzehrten. Wir Anderen gingen ins Pump House, dass ist ein Restaurant mit einer Bierbrauerei, wo es unter anderem ein Blaubeeren-Bier gibt, dass mit Blaubeeren serviert wird. Ich probierte ein Glas, es war trinkbar, schmeckte mir immer noch zu fest nach Bier. (Ich mag kein Bier). Dazu gab es für mich ein Teller Tortelloni mit Riesencrevetten. Nach dem Essen kamen auch die anderen Mitreisenden auf ein Bier vorbei.
 

 
DAY 5: MONCTON TO DIGBY 1. Juli Canada Day !
 
Frühstück war hier wieder inbegriffen. Es war ziemlich dunstiges Wetter, so packten wir wieder wasserdicht ein und ich setzte mich nun auf meinen zukünftigen Stammplatz in der ersten Reihe hinter dem Beifahrersitz. Wir verliessen nach kurzer Zeit New Brunswick und machten an der Grenze zu Nova Scotia einen Stopp für Informationen und Fotos.  Ausserdem deckten wir uns mit gratis Kanadaflaggen und Pins aus und bekamen hier auch den Text für die Nationalhymne. Weiter ging es zu einer Brücke über einen Fluss, wo wir eindrücklich die einkommende Flut beobachten konnten, das Wetter war inzwischen übrigens aufgeklart und die Wolken verzogen sich. Beim Leuchtturm von Walton an der Bay of Fundy machten wir einen Stopp für unseren Lunch und fuhren von dort nach Digby unserem Ziel. Bevor es zum Hostel ging, hatten wir noch eine Stunde Zeit uns ein wenig am Hafen und im kleinen Städtchen umzusehen.
 
Im Digby Backpackers Inn, das übrigens von einem ehemaligen Moosefahrer und seiner Frau (einer Holländerin, die er auf einer Moosetour kennengelernt hat) betrieben wurde, wurden wir bereits erwartet und kurz nach unserer Ankunft wurde uns ein wundervoller Seafood-Chowder (dickflüssige Suppe) mit Lobster, Haddock und Scallops serviert.
 
Nach dem feinen Nachtessen fuhren wir gemeinsam zu einem Leuchtturm mit Blick über die Bay of Fundy, wo wir einen grossartigen Sonnenuntergang beobachten konnten und unser mitgebrachtes Feuerwerk als unser Beitrag zu Canada Day abfeuerten. Sarah aus Darwin hatte bei einer früheren Gelegenheit erklärt, dass man im Northern Territory in Australien am gleichen Tag den „Territory Day“ zelebrierte und so hatte sie ebenfalls eine Packet Feuerwerk gekauft. Es war ein Riesengaudi und bei unserer Rückkehr zum Hostel gab es noch ein gemütliches Lagerfeuer mit Marshmellows.
Wir hatten zwar keine Paraden gesehen und auch sonstige Festivitäten für den Canada Day verpassten wir, doch es war schlussendlich doch ein toller Tag und wie uns Ryan erzählt hat, waren wir noch froh, denn er hat die letzten zwei Canada Days in Quebec verbracht und dort wird dieser Tag überhaupt nicht gefeiert.
 

 
DAY 6 : DIGBY
 
Nach einem feinen Frühstück mit Pfannkuchen ging es auf einen grossen Ausflug. Das erste Ziel war Annapolis Royale, wo ein Bauernmarkt stattfand. Wir sahen uns das historische Städtchen mit dem Fort Anne für etwa zwei Stunden an und kauften uns im Supermarkt noch etwas zum essen. Anschliessend fuhren wir auf die Halbinsel Digby Neck, wo wir an einem Strand namens Sandy Cove unseren Lunchstopp machten. Nach der Stärkung machten wir uns auf eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt, wo wir einerseits die Bay of Fundy und andererseits die Bucht zwischen Digby Neck und Festland sahen.
Nach der Wanderung fuhren wir weiter entlang der engen Halbinsel zu deren Ende, wo eine Fähre uns nach Long Island bringen sollte. Vor der Abfahrt gönnten wir uns noch eine hausgemachte Eiskrem, und zwar mit feinen Blaubeeren. Auf Long Island machten wir eine weitere kleine Wanderung zum „Balancing Rock“, dem balancierenden Felsen. Zurück bei der Fähre, sah ich einen kleinen Kiosk, wo hausgemachter Eistee verkauft wurde und so kaufte ich mir einen Becher und hatte auf Long Island einen Ice Tea, aber keinen „Long Island Ice Tea“. Nach diesem Ausflug fuhren wir zurück zum Hostel, wo wir uns umzogen um für’s nächste Abenteuer gerüstet zu sein.
 
Es ging wieder ans Meer und da es von den Gezeiten abhing, wurde diese Aktivität kurzfristig auf den Abend verschoben; es war ursprünglich geplant, dass es um die Mittagszeit stattfinden sollte. So machten wir uns auf zum „Clam Digging“, dem „nach Muschel graben“. Wir erhielten eine kleine Einführung und anschliessend Eimer, Schaufeln und Gummihandschuhe und machten uns auf an den Strand. Dort zeigte uns der „Ober-Clamdigger“ wie es geht und auf was wir achten sollten und dann suchten wir (ich im Team mit Grant) etwa eine Stunde nach lebenden Muscheln. Es war eine anstrengende Arbeit und als wir am Ende alle Muscheln in einen Sack leerten, schätzte der Tourguide, dass wir alle zusammen Muscheln im Wert von ganzen 18 Dollar gesammelt haben. Also ein recht kümmerlicher Ertrag. Wir wurden trotzdem belohnt, denn es gab gekochte Muscheln direkt am Strand, dass somit auch gleich unser Nachtessen war. Die Muscheln waren speziell fein, wenn man sie vorher noch in flüssige Knoblauchbutter tauchte.
 
Zurück im Hostel säuberten wir uns und unsere Schuhe (Sandalen) und ein paar von uns bereiteten in der Küche etwas vor, während wir andere Jennie ablenkten. Sie hatte heute Geburtstag und während ein paar Andere einen Kuchen gekauft hatten und den jetzt noch mit Schokolade bestrichen hatte ich in Annapolis Royale eine Glückwunschkarte gekauft und diese von allen während des Tages unterschreiben lassen. In der Küche gab es anschliessend die grosse Überraschung. Nach dem Verzehr des Kuchens gab es etwas, was wir später als Facebook-Party bezeichneten. Grant war am Hauscomputer und ich und vier bis sechs andere hatten ihren eigenen Laptop und wir fügten uns gegenseitig als Freunde auf Facebook ein und taggten die bereits geladenen Fotos mit dazugehörigen Namen. So musste ich Ende der Reise nur noch Ryan und Laura „einladen“ und Jennifer war gar nicht bei Facebook, doch die restlichen neun Leute waren bereits vor meiner Heimreise mit mir befreundet.
 

 
DAY 7: DIGBY TO HALIFAX
 
Wieder gab es feine Pfannkuchen zum Frühstück und anschliessend ging es bei schönem Wetter auf die Reise an die Atlantik-Küste. Den ersten Stopp machten wir am Mickey Hill See, wo wir auch endlich mal unser Badezug auspacken konnten und ein wenig im erfrischenden aber überhaupt nicht kalten kleinen See baden konnten. Weiter ging es von dort in den Kejimkujik National Park, wo wir zuerst unseren Lunch hatten. Die einen noch mitgebrachtes aus der Kühlbox und wir anderen vom Kiosk. Für mich gab es „Fish & Chips“. Nach dem Essen gingen wir auf eine kleine Wanderung und zwar zum „Snake Lake“ (Schlangensee) und tatsächlich sahen wir auf dem Rückweg eine kleine Schlange. Beim Infocenter machten wir noch eine weitere kleine Wanderung und anschliessend ging es auf die Fahrt nach Halifax. Bevor wir zum Hostel fuhren machten wir noch einen Halt auf dem Hügel mit dem alten Militärfort, wo Ryan uns noch über die Stadt und die Optionen hier aufklärte. Schlussendlich kamen wir im HI Halifax an und nach dem Einrichten ging es schon wieder zusammen auf die Strasse. Wir waren heute jedoch zu spät und so verschoben wir die Brauerei Tour auf den folgenden Abend. Wir gingen stattdessen zum Pub „The Split Crow“, wo wir gemeinsam das Nachtessen genossen. Ich hatte einen wunderbaren Atlantischen Lachs und dazu gab es ein Glas Cider. Nach dem Essen gingen wir noch in einen weiteren Pub, dem „Halifax Alehouse“, wo es für mich noch ein Glas Cider gab, bevor ich mit drei der Mädchen zurück zum Hostel ging.
 

 
DAY 8: FREE DAY IN HALIFAX
 
Wie gewohnt war ich der erste auf den Beinen und da ich nicht ewig auf die anderen warten wollte ging ich schon mal los und mein erstes Ziel führte mich in den “Wired Monk”, einem Café wo ich einen Kaffee und einen ermässigten Muffin als Frühstück nahm. Weiter ging ich vorbei am Denkmal von Samuel Cunard, dem Mann der die Cunard Schiffsgesellschaft gegründet hat und hier in Halifax gelebt hat, zur Pier 21. Zur Cunard Line gehört heute unter anderem die „Queen Elisabeth II“ und die „Queen Mary II“.
 
Das „Pier 21“ war für Kanada, was „Ellis Island“ für die USA war; hier kamen in den Jahren der grossen Passagierdampfer von 1928 und 1971  über 1 Million Einwanderer an und wurden hier als zukünftige Kanadier willkommen geheissen oder wieder zurückgeschickt. Ebenfalls ab hier fuhren die zahlreichen Soldaten der beiden Weltkriege nach Europa und kamen Jahre später wieder zurück. Ich besuchte das „Immigrations“-Museum und schloss mich einer geführten Tour an. Die Tour endete mit einem interessanten Film über die bewegten Jahre des Pier 21.
 
Nach der eindrücklichen Tour ging ich entlang der Waterfront vorbei an diversen Ausflugs-und Museumsschiffen. Unter anderem gab es hier das Tugboat „Theodore Too“, dass einem Charakter einer Kinderserie nachgebaut worden war. Es dient ebenfalls als Ausflugsboot vor allem beliebt bei Familien mit kleinen Kindern. Weiter ging ich an dem abgesperrten Gebiet der Kanadischen Marine vorbei und weil ich schon so weit gekommen war, lief ich über die grosse Brücke, die mich an die Golden Gate in San Francisco erinnerte. Auf der anderen Seite der Bucht in Dartmouth lagen noch drei U-Boote. Von dort nahm ich für 2.25 Dollar eine Fähre zurück in den Hafen von Halifax; die günstigste Hafentour die man hier haben kann.
Vom Hafen aus ging meine Erkundungstour weiter zur „Citadel“, dem alten Fort. Unterwegs schaute ich noch in einen Comicshop rein. Beim Fort passte ich nur durch und schaute mir den benachbarten viktorianischen Public Garden an. An der Einkaufsstrasse kaufte ich mir einen feinen Eistee und schaute schnell im Hostel vorbei, ob wer da sei. Da noch niemand in der Nähe war, ging ich zum Point Pleasant Park und schaute mir den „Prince of Wales“-Turm an. Ein Teil der alten britischen Befestigung zum Schutz von Halifax.
 
Da ich jedoch nun genug gelaufen war, wartete ich auf den Bus, der mich wieder in die Innenstadt von Halifax brachte. Am Hafen wartete ich bis kurz nach 17 Uhr und ging anschliessend zu einem frühes Nachtessen zu einem chinesischen „All-you-can-eat“-Buffet. Nach dem Essen gings zurück zum Hostel, wo ich den Rest der Gruppe traf um zur Alexander Keith’s Nova Scotia Brewery Tour zu gehen. Die Tour durch die alt-erwürdige Brauerei wurde von Schauspielern gemacht, die Charaktere aus der Gründerzeit der Brauerei spielten. Die Tour war sehr witzig gemacht. Es gab zwei grosse Krüge Bier, für das wir jedoch fast keine Zeit zum trinken hatten (und die mir auch nicht besonders schmeckten). Nach der Tour ging es noch in den Club „Cheers“, wo es auch ein Karaoke-Abend gab. Grant und auch Laura und Jennifer traten auf und wir hatten noch viel Fun.
 

 
DAY 9: HALIFAX AND PEGGY’S COVE
 
Heute ging es auf einen langen Tagesausflug, doch wir mussten wenigstens nicht packen, da wir auch diese dritte Nacht in Halifax verbringen würden. Frühstück gab es für mich aus dem nahen Supermarkt. Es ging entlang der “Lighthouse Route” und der erste Stopp war im nebligen “Peggy’s Cove“, was für fast jeden erwachsenen Schweizer ein Begriff ist. Es ist ein sehr schönes Fischerdorf mit einem markanten Leuchtturm, der eines der meistfotografierten Motive in Kanada ist. Der Nebel verzog sich merklich und nach einem Aufenthalt fuhren wir weiter entlang der Küste. Wir machten noch einen kurzen Stopp etwa 3 Kilometer ausserhalb Peggy’s Cove. Hier befand sich nämlich das Denkmal für die 229 Opfer des Absturzes von Swissar 111 im September 1998. Der Lunchstopp machten wir in Mahone Bay. Für mich gab es einen Becher „Seafood-Chowder“ mit einem Hummersandwich. Schlussendlich sahen wir uns das UNESCO Weltkulturerbe-Fischerdorf Lunenburg an.
 
Nach den 80 Kilometer Fahrt zurück nach Halifax besuchten wir noch den Fairfax Friedhof wo es 121 Gräber von Opfer der Titanic-Katastrophe gab. Unter anderem lag hier das Grab eines gewissen „J Dawson“, der die Inspiration für die Figur des Jake Dawson (gespielt von Leonardo di Caprio) im Film Titanic gewesen war. Frank, Brigitte, Steffi, Jennie und ich stiegen am Schluss am „Maritime Museum of the Atlantic“ aus, dass an diesem Dienstag ab 17 Uhr gratis war. Die anderen fuhren zu einem Theater und sahen sich eine Vorführung an. Nach dem Museumbesuch gönnte ich mir ein zweites Mal das chinesische „All-you-can-eat“-Buffet und ging anschliessend zurück zum Hostel, wo ich das einzige Mal auf dieser Reise meine Wäsche waschen konnte. Ich hatte Waschmittel von zuhause mitgebracht und in den letzten Tagen Münzen gesammelt und so konnte ich meine gesamte Wäsche in einer Maschine waschen und anschliessend (mit zwei Durchgängen zu je 40 Minuten die Wäsche auch trocken bringen). Gesamtkosten nicht ganz 4 Dollar.
In der Zwischenzeit waren die „Theaterbesucher“ zurückgekommen und ich gesellte mich nach erfolgreicher Wäsche und Packen für ein Glas Cider in einem Pub vis-à-vis des Hostels zu ihnen.
 

 
DAY 10: HALIFAX TO PLEASANT BAY (CAPE BRETON)
 
Nach dem Supermarkt Frühstück luden wir unser Gepäck aufs Dach von „Julian“ und fuhren durch die Landschaft von Nova Scotia unserem nächsten Ziel entgegen. Da der Benzintank von Julian bedenklich leer war, fuhren wir in Bible Hill von der Autobahn und fuhren einmal kreuz und quer durch dieses Städtchen bis wir offensichtlich die einzige Tankstelle in diesem Ort fanden. In Antigonish kauften wir in einem Supermarkt Lebensmittel für zwei Mittagessen und ein Morgenessen und suchten dann für ein Weilchen einen Ort, wo wir unser Mittagessen gemütlich essen konnten. Wir fanden nach einigen Irrfahrten einen Steinstrand am Meer.
 
Nach dem Mittagessen fuhren wir noch ein kleines Weilchen bis wir über einen Damm und eine kleine Brücke auf die Cape Breton-Insel kamen. Im Besucherzentrum deckten wir uns wiederum mit Informationen ein und fuhren anschliessend dem Ceilidh Trail, einem der schönsten Strassen der Welt, entlang. Gleich anschliessend an den Ceilidh Trail kam der Cabot Trail, wo wir eine Wanderung entlang des “Skyline Trail” machten und dabei auch zwei Elche sahen (vielleicht war es beides Mal derselbe, doch zwischen der ersten Sichtung und der zweiten verging über eine Stunde und es war nicht am selben Ort). Auf der Fahrt vom Skyline Trail zu unserem nächsten Hostel sahen wir durch die Bäume direkt neben der Strasse noch zwei weitere Elche; eine Mutter mit ihrem Kalb!
 
Etwa um 19 Uhr kamen wir in Pleasant Bay beim Cabot Trail Hostel an. Hier und die nächsten zwei Nächte gab es ein Nachtessen in der Tour inbegriffen, wahrscheinlich auch weil es in der Nähe dieser Unterkünfte keine andere Verpflegungsmöglichkeit gab. Doch wir konnten nicht klagen. An diesem Abend gab es Chicken Curry mit Reis und Fladenbrot.
 

 
DAY 11: PLEASANT BAY TO BADDECK (CAPE BRETON
 
An diesem Tag war es, zumindest an dieser Küste, sehr windig und ich hatte schon von Beginn an Zweifel, ob der Tour die wir diesen Morgen vor hatten. Wir fuhren vom Hostel nur 5 Minuten zum kleinen Hafen von Pleasant Bay und bezahlten 30 Dollar für eine „ Whale Watching“ Tour mit der Garantie auch Wale zu sehen. Wir bestiegen alle (ausser Ryan) ein kleines Zodiac, dass gerade genug Platz für uns 12 und den Guide hatte und machten uns auf die Suche. Auf der zweistündigen Fahrt wurden wir vom Wellengang regelrecht durchnässt und ich war froh, dass ich meine Kamera noch extra geschützt hatte, doch ein Wal war nirgends in Sicht. Diejenigen die wollten konnten nach der Fahrt das Geld zurückhaben, doch mir, Grant und ein paar Anderen hat die Fahrt genug gefallen und es war ja schlussendlich nicht die Schuld der Firma, dass die Wale heute keine Lust hatten und so verzichteten wir auf eine Rückerstattung. Scheinbar war es das erste Mal in den 4 Jahren seit sie diese Garantie anbieten, dass es zu so einem Fall gekommen war und wir witzelten, dass die dieses Datum zukünftig wie die Londoner 7/7 oder die New Yorker 9 / 11 in Erinnerung hätten. Ryan war so nett und gab uns vom Dach unser Gepäck herunter, so dass wir uns trockene Kleider anziehen konnten.
 
Bei einem nahen Picknickplatz machten wir unseren Lunchstopp und wanderten anschliessend zu einem kleinen Wasserfall beim MacIntosh Brook. Nach der Rückkehr fuhren wir über die Berge zur anderen Küste, wo wir den Platz besuchten, wo man annimmt, das John Cabot vor gut 500 Jahren gelandet sein soll. John Cabot oder Cabota war ein Italiener, der im Auftrag des englischen Königs, nachdem dieser von Kolumbus Reise gehört hatte, ebenfalls einen Weg nach Indien suchen sollte. Deshalb auch der Name „Cabot Trail“. Anschliessend fuhren wir anstelle der Hauptstrasse, der schöneren Küstenstrasse entlang und machten an verschiedenen Orten Stopps für Fotos. Schlussendlich stoppten wir am Ingonish Strand und vier oder fünf von uns blieben dort am Strand, während der Rest von uns noch eine schöne Wanderung auf der Halbinsel Middle Head machten.
 
Bevor wir zum Hostel kamen mussten wir noch Proviant für das Nachtessen und das morgige Mittagessen kaufen und wir kamen zum Glück noch kurz vor Ladenschluss an. Vom Supermarkt war es nur noch eine kurze Fahrt zum “Bear on the Lake Hostel”. Dort wurden wir herzlich begrüsst und uns wurden die Betten zugeteilt. Zum Nachtessen gab es Pommes aus dem Bachofen und Hamburger vom Grill, mit Zwiebeln, Salatbeilage und Käsescheiben. Ich hatte glaube ich drei und ein Viertel Hamburger. Die Mücken waren hier jedoch mörderisch. Ich hatte doch tatsächlich vier riesige Stiche oben auf meinem Kopf. Infolge des feuchten Wetters an diesem Abend verschoben wir das Lagerfeuer auf den nächsten Abend.
 

 
DAY 12: CAPE BRETON
 
Heute war es wieder schönes Wetter, wie sich doch die Verhältnisse hier schnell ändern. So fuhren wir zuerst zu einem Ort, wo wir eine kleine Wanderung zum Uisge Ban Wasserfall machten und von dort nach Englishtown. In diesem Dorf machten wir zuerst einen Lunchstopp und gingen dann auf eine knapp 3-stündige Bootstour um die Vogelinseln (Bird Islands) zu sehen. Dort nisteten unter anderem die kleinen Puffins (Papageientaucher), die ein wenig wie Pinguine aussahen. Ausserdem gab es viele Seeadler zu bestaunen. Wir sahen auch viele andere Seevögel und ein paar Seehunde. Es war ein guter und gemütlicher Ausflug nach der Entäuschung der „Wal“-Fahrt am Vortag.
 
Die letzte Aktivität heute war eine weitere Wanderung bei Cape Dauphin, wo wir am Schluss noch richtig klettern mussten, doch der Weg hier war mit Seilen ausgerüstet, so war es für mich nicht so schlimm. Wir kehrten wieder auf dem Rückweg in Baddeck in einem Supermarkt ein um Nachtessen zu kaufen und kehrten dann wieder spät zum „Bear on the Lake“-Hostel zurück. Zum Nachtessen gab es heute Spiesschen mit feinen Kartoffeln.
 
Zumindestens heute abend war das Wetter noch gut und so gab es ein Lagerfeuer und wir grillten Marshmallows und machten “Smores”. Das sind Marshmallow-Waffeln, bestehend aus einem viereckigen Guetzli, bestreut mit grossen Schoko-Streusel, die schmelzen, sobald man den braungebrattenen Marshmallow drauflegt, darüber kommt ein weiteres Guetzli und fertig ist ein „Smores“. Der Name erklärt sich dadurch, dass man einen Bissen nimmt und sofort aufschreit „Some mores“. (Ich will mehr!)
 

 
DAY 13: BADDECK TO CHARLOTTETOWN
 
Wieder ein Regentag, doch es war heute nicht so schlimm, da es hauptsächlich ein Reisetag war und der erste Teil kannten wir schon von der Hinfahrt.
So stoppten wir wiederum in Antigonish, damit wir etwas Proviant für’s Mittagessen kaufen konnten und um 13 Uhr fuhren wir von Nova Scotia mit der Fähre nach Prince Edward Island, Kanada’s kleinste Provinz. Den Lunch assen wir auf der Fähre. Auf der Insel angekommen war es nur noch eine kurze Fahrt nach Charlottetown. Weil es bei der Ankunft immer noch regnete, machte Ryan mit uns statt einer Orientierungstour zu Fuss, die Tour mit „Julian“ und zeigte uns, was es in der Innenstadt zu sehen gab. Dann ging es zur Jugendherberge, wo wir uns einrichteten. Wieder ein gemütliches Haus, doch endlich mal auch genügend Badezimmer.
 
Vier der Mädchen wollten das seit 47 Jahren laufende Musical „Anne of Green Gables“ sehen, wir andern wollten ein gutes Nachtessen geniessen und um 19 Uhr eine Tour durch die lokale Mikro-Brauerei machen.
Es war Samstagabend, so war es zuerst schwer ein Restaurant mit Platz zu finden. Doch aufgeteilt auf zwei Gruppen passten wir ins „Gahans“, wo auch die Tour stattfinden sollte. Ich hatte wiederum Fisch-Pasta. Um 19 Uhr gesellte sich auch Ryan zu uns und zu neunt gingen wir ins Untergeschoss, wo uns der Chef persönlich ins Geheimnis seiner Biere einführte. Es war eher ein „Guided Drinking“ eine geführte Trink-Tour. Im Gegensatz zu Halifax war es nicht limitiert auf zwei Krüge und wir, bzw. ein paar von uns schlugen richtig zu. Jedenfalls solange, der Bierhahn noch frei zugänglich war. Nach der Tour ging ich dann schon bald zurück zum Hostel, da es in der Bar für mich zu voll wurde.
 

 
DAY 14: CHARLOTTETOWN
 
Sonntag und das Wetter zeigte sich wieder von seiner schönen Seite. Frühstück gab es hier inbegriffen und so gab es Toast mit Aufstrich und Bananenbrot. Da der Treffpunkt heute erst um 10 Uhr war, machte ich noch einen kurzen Spaziergang durch die Stadt. Die Supermärkte öffneten hier jedoch erst um 12 Uhr und so fuhren wir ohne Proviant nach Cavendish, wo wir das „Green Gables“-Museum ansahen. Wir konnten hier das Farmhaus besichtigen, dass die Inspiration der Autorin Lucy Maud Montgomery für „Green Gables“ war. Es wurde zur Zeit der Autorin von nahen Verwandten von ihr bewohnt. Die Autorin liegt im benachbarten Friedhof beerdigt und wird immer noch sehr verehrt hier.
 
„Anne von Green Gables“ ist in Kanada, was Heidi in der Schweiz ist und als unabhängige Frau, wurde sie vor allem auch bei japanischen Frauen zur Heldin. Das Haus war gemäss den Büchern eingerichtet und da mich meine Schwester als Vorbereitung auf diesen Besuch das erste Buch lesen machte, konnte ich es auch erkennen. Wir starteten mit einer kleine Erklärung durch einen weiblichen Park-Ranger, denn dieses Museum galt als Nationalpark. Anschliessend sahen wir uns das Haus an und darauf folgte ein kurzer Film über das Leben der Autorin. Wir hatten auch Gelegenheit ein paar Fotos zu machen, unter anderem mit zwei Mädchen, die als Anne und wahrscheinlich ihre beste Freundin Diana verkleidet waren. Anne ging richtig auf in ihrer Rolle, sie fragte uns nach dem Foto, ob wir das Haus schon besichtigt hätten und ihr Zimmer gesehen hätten. Ich entgegnete, dass wir auch ihr Kleid gesehen hätten und sie gab zur Antwort, der mit den Puffärmeln, der mir Matthew geschenkt hat ? Worauf Grant ihr erklärte, dass Mark die Geschichte nicht gelesen habe. Worauf sie neckisch antwortete „Welche Geschichte ?“
 
Nach dem Besuch von Green Gables gab es noch ein kleines Unglück. Grant und Brigitte hatten nasse Wanderschuhe und wollten diese an der Sonne trocknen, Grant hatte die Idee die Schuhe unter den Gepäckträger des Busses zu klemmen anstelle sie einfach am Boden zu lassen; was er nicht wusste war, dass Ryan dies nicht mitbekommen hatte und mit dem Bus während unserer Besichtigung noch zum tanken fahren musste. Als der Bus zurückkam, entdeckten wir, dass nur noch je ein Schuh auf dem Bus war. Grant fand seinen zweiten noch auf dem Parkareal, doch Brigitte’s blieb auch nach einer längeren Suche verschwunden…
 
Ohne Shopping lud uns Ryan an einem der schönen roten Strände ab und zum Glück hatten ein paar Leute schon vorgesorgt und für den Rest waren noch Reste vom Nachtessen im „Bear on the Lake“-Hostel da. (kaltes Spiesschen und Kartoffeln).
Ryan selber machte sich (ein wenig ärgerlich) noch einmal auf die Suche.
Nach einer langen Mittagspause lud er uns wieder auf und fuhr uns über einen schöneren Weg der Küste entlang zurück nach Charlottetown, wo wir ungefähr um 17 Uhr ankamen.
 
Da heute schönes Wetter war, wollte ich auch noch etwas von dieser Stadt sehen und zuerst machte ich einen Besuch im „Province House“, dem ehemaligen Parlamentsgebäude. Hier wurde in einer Konferenz auch das unabhängige Kanada 1864 begründet, dass zuerst nur aus den Provinzen Ontario, Quebec, New Brunswick und Nova Scotia bestand und offiziell am
1. Juli 1867 zum eigenständigen Land Kanada wurde. P.E.I. war nur als neutrales Konferenzort ausgewählt worden und schloss sich erst 1873 der Confederation an. British Columbia wurde ins Boot geholt mit dem Versprechen eine Bahnlinie von Ost nach West zu bauen, was auch gemacht worden war.
 
Im Province House traf ich auch Grant und gemeinsam liefen wir noch ein wenig herum. Beim Besucherzentrum entdeckte ich eine Broschüre mit einer  Walking-Tour, bei dem man einer kleinen Maus folgen musste, die Hinweise gab, wo es als nächstes hinging. Die Maus „Eckhart“ war ein Charakter des Kinderbuches „The True Meaning of Crumbfest“, dass der einheimische P.E.I. Autor David Weale geschrieben hatte und es hatte 9 „Lebensgrosse“ Mausstatuen verteilt über die Stadt und man kam so zu den Hauptsehenswürdigkeiten, wie dem Province House oder dem Rathaus als Endziel.
 
Heute hatten wir für eine gemeinsames Nachtessen im „Water Prince Corner“-Café für alle reserviert und so gingen wir gemeinsam um 19 Uhr dorthin und hatten ein Seafood-Nachtessen. Das Highlight war, dass heute Frank Geburtstag hatte und am Schluss des Essens die Kellnerin unseren mitgebrachten Kuchen mit Kerzen servierte.
Nach dem Essen gingen wir noch ins Hunter’s Ale House-Pub, wo es heute eine „Music“-Rätselnacht gab und unsere Gruppe beteiligte sich wacker daran. Ich hatte einen riesigen Krug mit Cider (34oz)  und konnte sogar eine der Fragen lösen.
 

 
DAY 15: CHARLOTTOWN TO MONCTON
 
Auf Prince Edward Island war es dunstig und bevor wir die Insel verlassen würden hatte Ryan uns noch eine Überraschung versprochen. Und was für eine Überraschung es sein sollte ! Bei einem Touristenshop kurz vor verlassen der Insel durften wir uns alle 13 als “Anne of Green Gables” verkleiden und Fotos davon machen. Es war ein Gaudi.
Dann ging es über die 13 km lange „Confederation Bridge” zurück nach New Brunswick in die Bay of Fundy-Region. In Shediac machten wir einen Fotostopp beim grössten Hummer der Welt und bestiegen anschliessend am kleinen Hafen ein Ausflugsboot. Auf diesem Boot wurde uns gezeigt, wie man Hummer fängt und wie man den Hummer essen sollte, so dass man wirklich nichts verpasst. Der Hummer wurde nach Acadier-Art kalt serviert, doch jeder erhielt einen ganzen Hummer. Ausser diejenigen die kein Fisch assen. Die bekamen Chicken oder etwas vegetarisches. Der Hummer war grossartig.
Nach etwa drei Stunden waren wir zurück im Hafen und fuhren weiter zu den Hopewell Rocks. Das sind wunderschöne Felsformationen, die ein wenig an Blumentöpfe erinnern. Diese Felsformationen wurden und warden von den Gezeiten geformt, die wie schon mal erwähnt hier in der “Bay of Fundy” die höchsten der Welt sind. Wir kamen gerade noch rechtzeitig für die letzte Stunde der Ebbe, bevor wir den „Strand“ verlassen mussten, damit wir nicht von der Flut eingeschlossen wurden.
 
Nach diesem Erlebniss ging es wieder zurück nach Moncton, wo wir im altbekannten „C’mon Inn“-Hostel abstiegen. Ein paar von uns gingen wiederum zum „Pump House”, wo ich das gleiche Menu, wie beim letzten Mal hatte, nur dieses Mal nahm ich kein Bier, sondern eine süsse Blaubeeren-Limonade. An der Wand bemerkte ich ein Foto eines Pferdefuhrwerkes mit Bierfässern und als ich es mir genauer ansah, war es tatsächlich eines des längst nicht mehr existierenden Zürcher Brauerei „Hürlimann“. Nach dem Essen hatten wir noch einen Drink in einem schäbigen Alehouse an der Hauptstrasse und zurück beim Hostel nutzte ich noch ein wenig das kostenlose Internet aus.
 

 
DAY 16: MONCTON TO QUEBEC CITY
 
An diesem Tag galt es die grösste Distanz zu fahren (777 Kilometer) und weil es wieder über die Zeitgrenze ging, hatte der Tag dafür 25 Stunden! Ausserdem kannten wir den Grossteil der Strecke bereits von der Hinfahrt. In Perth-Andover kauften wir etwas für den Lunch und ich bereitete mich schon auf unseren Abschied vor in dem ich eine Dankeskarte für Ryan kaufte, denn Mark würde uns bereits in Ottawa verlassen. Den Lunch assen wir in einem kleinen Picknick-Areal am Ufer des Flusses, den wir schon von der gedeckten Brücke her kannten. Bereits in Quebec zwischen Riviere du Loup und unserem Ziel machten wir noch einmal eine kurze Pause auf einem Rastplatz. Doch die Wolken sahen bedrohlich aus und als wir abfuhren, öffnete sich der Himmel und wir waren froh, dass wir geschützt im Bus waren und unser Gepäck zum letzten Mal wasserdicht verpackt war. Doch der Spuk ging nicht zu lange und als wir in Quebec City ankamen begrüsste uns die Sonne. Quebec City, zumindestens die Altstadt ist die einzige Stadt in Nordamerika, die eine Stadtmauer hat.
 
Nach der langen Fahrt hatte niemand richtig Lust heute noch eine Stadttour zu machen, also verschoben wir die auf den nächsten Morgen. Wir machten jedoch einen Treffpunkt um 20.30 Uhr ab und hofften, dass das Unwetter nicht in unsere Richtung zog. Ryan riet uns zwar davon ab, doch auf dem Hummerboot hatten wir zwei Frauen aus Quebec City kennengelernt und gefragt, wo man den hier das beste Poutine bekommt, als auch der Mann an der Rezeption der „Auberge de Jeunesse“ uns auf das „Chez Ashton“ hinwies, war unsere Entscheidung gefallen. Frank, Grant, Mark, Shea und ich gingen also ins nächste Ashton (das übrigens diverse Filialen hatte) und assen ein feines Poutine. Anschliessend gingen Mark, Grant, Shea und ich noch ein wenig durch die pulsierende Stadt. Es fand hier das jährliche „Festival d’été“, das Sommerfestival statt. Es gab einige Bühnen, wo man bezahlen musste, doch auch eine Bühne, wo es gratis Konzerte gab, doch wir hatten hier anderes zu sehen, so hörten wir die Musik meist nur als „Hintergrund“-Geräusch.
 
Um 20.30 Uhr trafen wir uns alle in der Jugendherberge und das Wetter sah wirklich noch genug gut aus. Ryan führte uns zu einem Platz unter den Autobahnbrücken, wo es eine gratis-Vorstellung des berühmten „Cirque du Solei“ gab. Die Vorstellung hiess das „Zinn Königreich“ oder „Le Royaume de tole“. Dieses Event gab es zum ersten Mal 2008 zur 400 Jahr-Feier der Stadt und da es so ein Erfolg war, wird sie nun jährlich in den Sommermonaten jeden Tag aufgeführt und wenn das Wetter zu schlecht ist kann nicht das ganze Programm gemacht werden (Wind wäre für den Seiltänzer wahrscheinlich nicht so ideal…). Aber wir hatten Glück und konnten so dem einmaligen Künsten der Schausteller zusehen. Nach der Vorstellung gingen wir noch auf einen Drink im lokalen Pub „Le sacrilége“ ausserhalb der Stadtmauern.
 

 
DAY 17: FREE DAY IN QUEBEC CITY
 
Hier gab es wohl das beste „gratis“-Frühstück der ganzen Reise und zwar als Buffet. Da unser Treffen für die Stadttour erst um 10 Uhr war, ging ich nach einer Dusche selber schon ein wenig los und nutzte die leeren Plätze und die Sonne aus um ein paar Fotos zu machen. Das Frühstück genehmigt ich mir nach dem Spaziergang.
 
Um 10 Uhr traf ich die anderen im Hostel wieder und Ryan zeigte uns ein wenig die Stadt und gab uns auch viele Informationen. Die Tour endete am „Place Royale“, wo eine Büste an den französischen Sonnenkönig „Louis XIV“ errinnerte und die älteste Steinkirche von Nordamerika stand.
 
Hier trennten sich dann unsere Wege und ich machte mich alleine auf den Rest der Stadt zu erkunden. Mein Weg führte mich (mit Umwegen) zu einem der höchsten Gebäude der Stadt, wo man zum obersten Stock fahren konnte und so eine schöne Aussicht vom „Observatoire de la Capitale“ geniessen konnte. Anschliessend besuchte ich die „Odysee“, eine Multimedia-Show, die die bewegte Geschichte von Quebec aufzeigte. Der Hauptteil ging um den Krieg zwischen den Franzosen und den Engländer um diesen Teil der Welt. Ich ging noch zu einem der Martello Befestigungstürme und erleichterte mich im wohl best bewachtesten WC der Welt (in den beiden Ecken des Vorgartens standen zwei Kanonen). Hier war auch der kleine aber feine „Jeanne d’Arc“-Park mit einer Reiterstatue der französischen Heldin. Beim Parlamentsgebäude bemerkte ich den Hinweis auf eine gratis Führung auf Englisch die in wenigen Minuten beginnen sollte und so schloss ich mich spontan der Tour an. Auf der Tour durch das Parlament von Quebec hörte ich auch, dass es Touren durchs Luxushotel „Fairmont Le Chateau Frontenac“, dem meist fotografierten Hotel der Welt, gab und so war dies mein nächstes Ziel und auch hier kam ich gerade rechtzeitig an und hier musste man jedoch etwas bezahlen. Die Tourleiterin war in einem alten Kostüm bekleidet und spielte einen Hotelgast von 1893, die immer noch hier im Hotel lebe. Als sie hier ins damals brandneue Hotel einzog, kostete ein Zimmer noch 3 Dollar, wobei der Monatslohn einer Lehrerin 5 Dollar betrug. Der Beruf eines Zimmermädchens war aber begehrter bei Frauen; man verdiente zwar weniger, doch als Zimmermädchen hatte man Kost und Logis dabei, wobei eine Lehrerin mit ihren 5 Dollar Kost und Miete selber bezahlen musste. Das Hotel wurde zwar 1893 gebaut und eröffnet, doch seine heutige Form hat es erst seit 1925, da es immer wieder zu Erweiterungsbauten kam. Der markante Turm stand zu Beginn noch nicht. Es war eine interessante Führung und wir sahen unter anderem ein Zimmer und den „Rosa Salon“, der Lieblingsraum von Winston Churchill, bei seinem Besuch 1943, wo er und FDR den D-Day planten.
Nach der Tour warf ich noch einen kurzen Blick ins die Kathedrale und ging zurück zum Hostel, wo ich Mark und Grant traf. Sie wollten etwas verbotenes tun und zum Glück hatte es im benachbarten Shop keinen Cider. So kauften sich die beiden je eine Dose Bier und wir bestiegen die Stadtmauer mit Blick auf die Bühne mit den Gratiskonzerten. Jedoch spottete uns ein Polizist und plötzlich standen zwei Polizisten neben uns und zeigte an, dass wir von der Mauer steigen sollen. Ich hatte ja nichts zu trinken, also zog ich unkontrolliert ab; Mark stellte seine Dose ab und kletterte von der Mauer und lief mit der Dose davon, ohne dass die Polizisten etwas machten, doch Grant’s Dose wurde von einem Polizisten ausgeleert und zum Glück bekam er keine Busse. Es fing auch kurz danach zu regnen an und wir stellten uns unter einen Baum und Mark konnte unbehelligt sein Bier fertig trinken. Wir hatten auf jeden Fall eine Super Geschichte zum erzählen.
Im Hostel trafen wir auf Christine, Laura, Shea, Sarah, Jennifer und Jennie und wir gingen gemeinsam zu einem lokalen Restaurant namens „Le buffet de l’aniquaire“, wo wir lokale Speisen aus Quebec probieren wollten. Zusammen mit Grant und Jennifer bestellten ich drei verschiedene Teller und gemeinsam konnten wir drei so drei verschiedene Spezialitäten probieren. Jennifer und ich teilten uns ausserdem noch einen „Halben“ Rotwein.
 
Zurück im Hostel trafen wir um 9 Uhr noch die anderen und gemeinsam gingen wir zum Hafen, wo es eine 3D-Projektion-Vorführung auf dem riesigen Silo der Mühle gab. Es hiess dann auch „Moulin des Images“. Das 3D war nicht so toll und Ryan sagte uns, dass es der gleiche Film wie vor einem Jahr sei, nur dieses Mal 3D. Zum Abschluss des Tages gingen wir in ein lokales winziges Pub gleich um die Ecke des Hostels, wo ich zwei kleine Flaschen Cider hatte. Im Bett landete ich heute um Mitternacht.
 

 
DAY 18: QUEBEC CITY TO OTTAWA
 
Nach dem grossartigen Frühstück hiess es um 9 Uhr laden und los ging es aus der Stadt zum nahen Montmorency Wasserfall, dieser ist 1.5 mal höher als Niagara, aber natürlich nicht so breit. Doch eindrücklich war er auf jeden Fall. Vor allem wenn man auf der Seilbrücke über den Wasserfall ging und in den Abgrund schaute. Ryan erklärte uns, dass der Fall, bzw. der Sprühregen im Winter gefriert und die Quebequois hier mit Schlitten herunterfahren würden.
 
Anschliessend machten wir uns auf die lange Fahrt nach Ottawa auf der Autobahn. Gegen Mittag fuhren wir zu einem Supermarkt und kauften Proviant für das Mittagessen. Ich kaufte mir hier noch eine Einkaufstasche und das erste Geschenk für meine Mutter, was eine sehr gute Entscheidung war, denn dies war der letzte Supermarkts-Besuch auf dieser Reise. Da es hier in dieser Stadt kein Picknicks-Areal gab, fuhren wir zu einem Spielplatz, wo wir unsere Lunchpause machten. Von dort ging es zuerst wieder auf die Autobahn um anschliessend durchs ländliche Hinterland zwischen Montreal und Ottawa zu fahren. Sobald wir die Brücke über den Fluss in Ottawa überquert hatten, waren wir wieder in Ontario und Ryan und Grant atmeten beide wieder Heimatluft. Sie erzählten uns Geschichten, was ihre Väter veranstaltet hätten, wenn diese die Grenze zwischen Quebec und Ontario überquert hatten. Sie machten das Spiel, das die Mitfahrer die Augen zu machten und raten mussten, zu welchem Zeitpunkt die Grenze passiert wurde oder einer der Väter küsste immer den Boden. Wobei es besonders witzig war, da Grants Mutter aus Quebec kam.
 
Beim „HI Ottawa Jail Hostel” kamen wir um etwa 17.00 Uhr und nachdem wir unsere Zimmer (leider keine ehemaligen Gefängniszellen) in dem Hostel bezogen hatten, wo meine Schwester vor 7 Jahren Bettwanzen hatte, trafen wir uns mit Ryan in der Lobby um einen kleine Orientierungsrundgang durch die Stadt zu machen. Er führte uns zum Parliament Hill, wo das Parlament von Kanada stand, vorbei am Rideau Kanal, der im Winter zufriert und zur längsten Schlittschuhbahn wird und schlussendlich zum “By Ward Market“, wo rundherum viele Bars und Restaurant das Ausgangsviertel von Ottawa bildeten. Ryan verabschiedete sich von uns und wir anderen gingen in das „Heart and Crown“-Pub zum Nachtessen. Für mich gab es ein feines Chicken Curry mit einem Glas Cider. Mark, Frank und Grant gingen nach dem Essen noch auf einen Drink ins „Clocktower“-Pub und dann zurück zum Hostel, wo wir die anderen Mitreisenden trafen. Im Treppenhaus des Hostels war mir ein vorbeifliegnder Schatten aufgefallen und der Mann an der Rezepetion erklärte, das sie wieder einmal ein „Fledermaus“-Problem hätten. Gemeinsam gingen wir nochmal zum „Clocktower“-Pub um einen weiteren Drink zu haben. Ich teilte mit ein paar der Mädchen einen Krug Sangria und hatte noch ein Teller Zwiebelringe.
 

 
DAY 19: FREE DAY IN OTTAWA
 
Wie gewohnt war ich schon früher wach und wollte nicht auf die Anderen warten und in einer Stadt ist es mir sowiso angenehmer, wenn ich mein eigenes Programm durchziehen kann. So machte ich mich zuerst auf die Suche nach etwas kleines zum frühstück. Der Weg führte mich am Markt und dem Kriegsdenkmal vorbei zur Nähe des Parlamentsgebäudes, wo ich einen Saft und eine Schokomilch kaufte. Diese genoss ich auf einer Parkbank mit Sicht aufs Parlament. Um 9 Uhr machte ich mich zum Zelt auf, wo die gratis Tickets für die Führungen durchs Parlament verteilt wurden. Leider war der Lift zum Turm defekt, aber ich wollte trotzdem auf die Tour und schloss mich der Tour um 9.20 Uhr an. Es war sehr interessant und wir sahen unter anderem die zwei Räume des Unter- und Oberhauses, denn das kanadische Parlament ist ähnlich wie das britische Parlament organisiert. Nach der Tour durften wir noch selber die Memorial Chamber besichtigen und um halb elf verliess ich das Gebäude und konnte noch die rot-uniformierten Soldaten der Wachablösung abziehen sehen. Ich ging zuerst noch ins Tourismusinfo-Büro und schaute mir die Prospekte an und machte noch eine Runde ums Parlamentsgebäude, wo ich einen weiblichen Mountie mit Uniform und Pferd entdeckte. Sofort machte ich ein paar Fotos.
Nach dieser Begegnung ging ich auf einen Shoppingtrip. Zuerst zum Einkaufscenter „The Bay“, wo ich jedoch enttäuscht wurde, anschliessend zur Royal Mint, wo ich ein Geburtstagsgeschenk für meinen Vater kaufte. Um 13.00 Uhr ging ich zum Restaurant Mamma Grazzie, das uns von Ryan empfohlen worden war. Dort traf ich die meisten anderen Reisenden und ich hatte eine grossartige Pizza mit riesigen Lachsstücken und weiteren Meeresfrüchten.
 
Mit Christine und Jennifer machte ich mich zu Fuss über die Brücke zurück nach Quebec, wo wir das geniale Museum of Civilization besuchten. Es hatte interessante Ausstellungen über die „First Nation“ (die kanadischen Indianer) und über die Geschichte von Kanada. Nach gut zwei Stunden trafen wir uns wieder zufällig in der Lobby und gemeinsam machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Ontario. Ich ging über einen Umweg zurück zum Hostel, wo ein paar von uns sich um 19.00 Uhr in der Lobby trafen um eine „Crime & Punishment“-Tour durchs Gefängnis machten und so einige Informationen über die damaligen Haftbedingungen erhielten. Ausserdem hörten wir auch etwas über Patrick Whelan, dem bekanntesten der drei Häftlinge die in diesem Gefängnis gehängt wurden. Er habe 1868 einen der „Gründerväter“ (Konferenz von Charlottetown) umgebracht und wurde im Februar 1869 vor 5000 Zuschauer hier im Gefängnis öffentlich hingerichtet. Noch heute gibt es Zweifel ob er wirklich schuldig war und deshalb soll er auch immer noch durchs Gebäude spuken.
 
Nach der Tour ging ich mit drei der Mädchen in die Region des ByWard Marktes um etwas zum Nachtessen zu finden. Da es Freitagabend war, waren die Restaurants alle sehr voll und als wir schliesslich in einem Pub Platz gefunden hatten, war es für mich zu spät, da ich die Lichtshow am Parlament nicht verpassen wollte. So ging ich zum Markt und kaufte mir zwei grosse Knoblauch-Käseschnitten und anschliessend einen klassischen „Beavertail“ als Dessert. Kurz vor 22 Uhr kam ich vor dem Parlamentsgebäude an und fand einen Sitzplatz auf dem warmen Gehweg direkt vor dem Peace Tower. So konnte ich die ganze Lichtshow die auf die gesamte Fassade des Parlamentsgebäude projeziert wurde von einem guten Sitzplatz aus geniessen. Beim letzten Bild, wo gross das rote Ahornblatt gezeigt wurde, die beiden Scheinwerfer auf die Kanada-Fahne auf der Spitze des Peace Towers zeigte, kamen mir die Tränen und nach der Show traf ich viele meiner Gruppe wieder und bemerkte zu diesem Zeitpunkt, dass diese Show „Der perfekte Abschluss einer perfekten Reise gewesen sei.“ Gemeinsam gingen wir zum Beavertail-Verkaufsstand, wo ich mir noch einen zweiten Beavertail genehmigte, dieses mal noch mit Zitronensaft verfeinert, wobei ich die klassische Variante besser fand. Von dort ging es zurück zum Hostel.
 

 
DAY 20: OTTAWA-TORONTO
 
Heute war ein ruhiger Tag, es ging eigentlich nur noch ums “heimfahren”. So war der Treffpunkt mit Ryan erst um 12.00 Uhr mittags. So ging ich kurz vor zehn mit Shea, Laura und Jennifer zu „Zack’s Dinner“ und hatte dort ein grossartiges Frühstück, bestehend aus „French Toast“(Fotzelschnitten), Rührei, frische Früchte, einem Kaffee und Orangensaft. Anschliessend ging ich zurück zum Hostel um rechtzeitig vor 11 Uhr aus dem Zimmer auszuchecken. Bis zum Treffpunkt benutzte ich das gratis WIFI mit meinem Laptop und sicherte meine Fotos ab.
 
Um 12 Uhr konnten wir erleichtert Ryan auf dem Parkplatz mit unserem Moosebus begrüssen. Seine Familie wohnt hier in Ottawa und er hatte die zwei Nächte nicht im Hostel verbracht und auch der Bus war nicht bei uns parkiert. So luden wir zum letzten Mal unser Gepäck aufs Dach und machten uns auf die letzte Fahrt nach Toronto.
 
Nach diesem grossen Frühstück hatte ich mir keine Mühe gemacht ein Mittagessen zu kaufen und als wir beim Sharbot See ankamen, zog ich mir sofort die Badehose an und hüpfte in das erfrischende Wasser. Wenig später folgten auch die meisten anderen, inklusive Ryan. Nach diesem erfrischenden Aufenthalt in der „Land o’Lakes“-Region machten wir nach einer Stunde noch einen Halt in Havelock um ein wunderbares Glace zu essen. Für mich gab es „Moose Tracks“, Vanilleeis mit kleinen Schokoladen-Stücken gefüllt mit Erdnussbutter.
 
Am gleichen Ort wie auf der Hinfahrt kamen wir ins Stocken und Grant erklärte uns, dass der „Park Valley Parkway“ von den Torontianer nur der „Park Valley Parking Lot“ (Parkplatz) genannt wird. Ryan brachte uns zuerst ins bekannte Global Village Backpackers Hostel, wo wir kurz vor 19 Uhr ankamen und brachte anschliessend Christine, Brigitte und Steffi ins Youth Hostel, obwohl die zwei letzteren eigentlich ja die Übernachtung im Village in der Tour inbegriffen hatten. Um acht Uhr trafen sich die ganze Gruppe nach und nach im Patio des Hostels, wo wir einen Burger und einen Drink spendiert bekamen.
 
Wir übergaben hier auch Ryan die Dankeskarte mit dem Trinkgeld, was ihn sehr freute. Wir hatten noch einige Drinks und auch Mark war in Gedanken bei uns; er schickte Grant eine SMS. Grant war der erste der sich verabschiedete, da er noch einen Zug nach Hause erwischen musste. Ich verabschiedete mich um halb eins und machte mich in mein Einzelzimmer auf und fiel erschöpft ins Bett.
 
Nach der Party kam der letzte Morgen im schlimmsten Hostel von Toronto. Wenn man bedenkt, dass hier einst die „Rolling Stones“ in den 60er-Jahren übernachtet hatten…
 
Nachdem ich eine funktionierende Dusche gefunden hatte, wollte ich mir noch schnell anschauen, wo die nächste Metrostation ist und wieviel ein Ticket kostet, doch die Station war an diesem Sonntagmorgen noch nicht geöffnet! Die Stationen öffnen erst kurz vor dem ersten Zug und das war heute um 9 Uhr. So kehrte ich unverrichteter Dinge zurück zum Hostel, wo ich zwei Pfannkuchen und ein Kaffee als inbegriffenes Frühstück bekam.
 
Anschliessend ging ich auf mein Zimmer und leerte meinen grossen Rucksack aus und machte mich ans Packen, vor allem auch um zu schauen, ob und wieviel Platz ich noch für weitere Souvenirs habe. Sobald ich mit dieser „Arbeit“ fertig war ging ich in die Lobby und schaute im Internet nach, ob ich eine Nachricht von Lorchin, einem GAP-Mitreisenden aus Mexiko hatte. Doch Fehlanzeige, so holte ich meinen Rucksack aus dem Zimmer, stellte ihn in den Keller und checkte an der Rezeption aus. Ich wartete zur Sicherheit noch bis 10.30 Uhr und konnte so noch die paar Moosereisenden verabschieden, die auch hier die Nacht verbracht hatten und nun in ein anderes Hostel „flüchteten“ (alles Reisende der Inklusive-Tour, die diese Nacht im Preis inbegriffen hatten). Ich kaufte mir bereits hier ein günstigeres Ticket für den Airport-Express-Bus, schrieb noch eine Meldung an Lorchin auf Facebook und ging zur Metrostation und kaufte mir eine Tageskarte für den ÖV und fuhr mit der Metro zum Einkaufszentrum „The Bay“, wo ich zwei Paar rote Original-Wollhandschuhe der Olympiade von Vancouver kaufen konnte. Anschliessend schaute ich mir noch die Angebote diverser Buchhandlungen an und kaufte mir noch vier heruntergesetzte Comicbücher und zwei Zeitschriften. In einem Shoppingcenter ass ich noch Chicken Terjaki zum Mittagessen und kurz vor 14 Uhr war ich zurück im Hostel um meine Einkäufe zu verstauen und nochmal nach Lorchin zu schauen, doch auch jetzt war er nirgends zu sehen.
 
 
So fuhr ich ein paar Stationen mit dem Tram und stieg an der Yonge Street auf die Metro um zu meinem Treffpunkt im Restaurant „The Pickle Barrel“ in Eglington zu fahren. Dort traf ich (immer noch an der Yongestreet, Hausnummer 2300 = diese Strasse ist gemäss Paul die längste Strasse der Welt) das Paar Paul und Michelle, welches ich auf deren Flitterwochenreise mit der GAP-Tour auf der Transmongolischen Eisenbahn letztes Jahr getroffen habe. Wir verbrachten zwei Stunden an der Bar, während Michelle arbeitete und Paul sich zu uns gesellte. Ich bekam einen gratis Drink (Miami Vice) und einen gratis-Teller „Asian Nachos“ und wir sahen uns Fotos an und unterhielten uns ganz köstlich. Nach der Erneuerung dieser Reisefreundschaft brachte mich Paul mit seinem Auto durch die glutheisse Hitze (es war um die 35 Grad ) zurück zum Global Village Backpacker, wo ich mein Gepäck schnappte und zwei Strassen weiter zur „Peter Street“ lief um auf den „Airport Express“-Bus um kurz vor 18.00 Uhr wartete. Dieser kam auch nach kurzer Zeit und brachte mich innert einer knappen Stunde zum Flughafen, wo ich mein Gepäck abgeben konnte (den Bordingpass hatte ich bereits am Vorabend im Hostel ausgedruckt) und nach der Sicherheitskontrolle meine letzten Kanada-Dollar für Geschenke ausgeben konnte, bevor ich um 21.00 Uhr das Flugzeug besteigen konnte. Ich hatte denselben Sitz wie auf dem Hinflug und auch dieselbe Situation; der Sitz nebenan war frei. Ich konnte während dem Flug die beiden Filme „Battle: Los Angeles“ und „Hall Pass“ anschauen, bevor ich um 11 Uhr morgens am Montag dem 18. Juli wieder in Zürich landete. Die Einreise klappte auch wieder ohne Probleme und als richtiger Abschluss dieses Urlaubes besuchte ich am frühen Abend das Kino und schaute mir den letzten Harry Potter-Film an.
 
Fortsetzung folgt 2012

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