7 Wochen in Asien
 
Auf den Spuren von Marco Polo
oder
Wie ich Asien von Ost nach West durchquerte

China - Tibet - Nepal - Indien vom 13.09.-06.11.2007

Dezember 2006

Falls alles klappt und es muss noch vieles klappen habe ich meine Wunschreise fürs 2007 genau im Kopf. Vorallem müsste ich die Überzeit, die ich durch meine Weiterbildung zum Verkaufskoordinator erhalte, und meine regulären Ferien am Stück nehmen können...

Dann sehe nämlich mein Reiseplan so aus:

Zuerst mit einem Stopover von 2-4 Tagen in Hongkong nach Peking, dort startet eine 28-tägige Tour, derselben Gruppe, wie ich in Japan und Ägypten benutzt habe, welche durch ganz China führt und auch Lhasa in Tibet beinhaltet. Enden würde diese Tour in Kathmandu in Nepal, wo auch am gleichen Tag die 22-tägige Tour durch Indien nach Mumbai starten würde. Als Abschluss wäre noch ein paar Tage Erholung in Dubai schön. Aber das sind bis jetzt nur Träume auf dem Papier....

16. Januar 2007

Die sogenannten Träume auf Papier könnten tatsächlich Wirklichkeit werden, denn die Zeit habe ich scheinbar so gut wie sicher nur werde ich wahrscheinlich in meinen Plänen Dubai streichen und mich am Schluss eher noch ein paar Tage in Zürich erholen, bevor es wieder heisst arbeiten. Sobald ich die Reise gebucht ist, werde ich es hier genauer erklären.

18.März 2007

Also gebucht ist die Reise und bestätigt habe ich sie auch schon bekommen. Nur die Rundreisen sind noch nicht ganz sicher, da die Mindestteilnehmerzahl noch nicht erreicht ist, was aber 6 Monate vor Abreise noch kein Wunder ist.

Also ich werde am 13.September abends mit Swiss Air Lines nach Hongkong abreisen. In Hongkong werde ich 3 Nächte verbringen und habe mir schon den Transfer vom Flughafen nach Kowloon zu meinem Hotel, einen Stadtrundfahrt am nächsten Tag und einen Tagesausflug ins ehemals portugisische Macao dazu gebucht. Am vierten Tag, dem 17.September werde ich mit Air China nach Beijing weiterfliegen, wo dann die erste Tour nach Kathmandu beginnt. Nach Abschluss der zweiten Tour in Mumbai werde ich noch eine weitere Nacht dort verbringen und somit zwei volle Tage in dieser Stadt verbringen, denn der Flug mit Swiss zurück geht erst nach Mitternacht am 06. November und dank der Zeitverschiebung werde ich noch rechtzeitig am gleichen Tag zum Frühstück in Zürich sein.

8. Juli 2007

Noch gut zwei Monate bis zur Abreise, das Visa für China habe ich bereits und für Indien werde ich es in den nächsten Tagen beantragen. Dann fehlt eigentlich nur noch die definitive Bestätigung der zwei Rundreisen. Meine Weiterbildung zum Verkaufskoordinatoren war ebenfalls erfolgreich und so kann ich unbeschwert die Sommermonate geniessen und mich auf die Reise freuen. Während es die letzten Wochen ein "Sauwetter" war herrscht im Moment rechtzeitig zum grössten Fest der Schweiz hier in Zürich, das genialste Wetter und somit auch ein bisschen Ferienstimmung. In einer Woche beginnen die offiziellen Sommerferien, die ich jedoch durcharbeiten werde. Von irgendwo her muss ja das Geld für meine Reise kommen.

3. August 2007

Heute habe ich endlich die definitive Bestätigung meiner Touren erhalten. Nun geht es noch sechs Wochen bis zur grossen Abreise. Am Montag werde ich schauen, dass ich die nötigen Impfungen erhalte und ich benötige noch dringend eine neue Speicherkarte für meine Digitalkamera; mit höchster Auflösung kann ich mit meinen vorhanden Karten nämlich nur ca. 300 Fotos machen, also muss noch eine Karte mit mindestens 8 GB her.  

12.September
 
Da der Grossteil der Familie sich wieder einmal auf einer Kreuzfahrt befanden ging ich an meinem letzten Abend ins Zürcher Hallenstadion und sah mir ein Musical an, dass sich wie ein roter Faden durch meine Reisen zieht. Das erste Mal hörte ich eine CD in Perth bei meiner Gastfamilie, desshalb besuchte ich auf derselben Reise 2003 in Sydney meine erste Vorstellung.
Das zweite Mal sah ich letzten Oktober in Las Vegas und nun sass ich bereits zum dritten Mal hier in Zürich in einer Vorstellung von Mamma Mia und auch dieses Mal fand sich ein roter Faden zum nächsten Reiseziel nach meiner Asienreise. Der Song Waterloo erinnerte mich daran, dass ich auf einer Minikreuzfahrt Ende November Korsika besuchen werde. Witzig war, wie ich nach der Pause die anderen Zuschauer beobachten konnten, die sämtlich zusammenzuckten, als der zweite Teil mit einer sehr hohe Lautstärke unangekündigt anfing.
 
13. September
 
Die letzen Tag verbrachte ich zuhause um noch einmal meine Wohnung auf Vordermann zu bringen. Am Abend fuhr ich dann mit dem Zug zum Flughafen, wo ich in der Check-In-Halle noch Boris Becker kreuzte. Das Check-In verlief problemlos und nach einem Nachtessen rief ich noch meine Eltern an, die sich auf dem Rückweg im Tessin befanden. Der Swiss Air Lines Airbus hob pünktlich vom Flughafen Zürich Kloten ab. Während des Fluges sah ich mir die beiden Filme „Surf’s up“ und „Hot Fuzz“ an und dösste auch ein wenig.
 
14.September
 
Bevor wir ankamen hatte ich das wohl späteste Frühstück in meiner bisherigen Reisezeit (Ortszeit war etwas um die 16.00 Uhr).
Ich kam pünktlich am späten Nachmittag in Hongkong an und nachdem ich endlich durch den Zoll gekommen war, musste ich wählen Ausgang A oder B, ich wählte A und fand dort auch meinen Pick-Up, der mich zu meinem Hotel in Kowloon brachte. Dieses befand sich direkt beim Temple Night Market, bei dem es erst um 18.00 Uhr losgeht.
Nachdem ich das Zimmer bezogen hatte und mich ein wenig ausgeruht hatte, wanderte ich durch den Markt und ass in einem kleinen Restaurant feine Fried Noodles mit Seafood zum Nachtessen.
 
15.September
 
Das Morgenessen nahm ich im Hotel ein und dannach wurde ich rechtzeitig für meine bereits in der Schweiz gebuchten Halbtagestour zur Hong Kong-Insel abgeholt. Mit einem Kleinbus ging es dann von Kowloon nach Hong Kong, dafür nahmen wir den Tunnel unter dem Hafen durch. Unser Tourführer erzählte uns, dass er von den Einheimischen auch der „No Excuse“ (Keine Ausrede)-Tunnel genannt wird. Der Grund dafür ist, dass bevor der Tunnel gebaut wurde der einzige Weg von Hong Kong nach Kowloon die Fähre und diese fuhr nur bis 20 Uhr abends und so sagten Geschäftsleute die in Hong Kong arbeiteten und in Kowloon wohnten ihren Frauen, dass sie Überzeit arbeiten mussten und so die Fähre verpasst hatten und konnten so die Nacht irgendwo auswärts verbringen. Diese Ausrede wurde natürlich nach Eröffnung des Tunnels wertlos.
Das erste Ziel war der Victoria Peak, der Hausberg von Hongkong, wo auch eine Drahtseilbahn rauf fährt. Die Aussicht war sehr getrübt, da die Luftverschmutzung sehr hoch war.
 
 
Hier in den Hügeln hinter der Stadt sind auch die Häuser der Reichen und Berühmten und so sieht man auch viele teure Wagen wie Mercedes, Rolls Royce und BMW. Die Abkürzung BMW hat hier auch zwei andere Varianten: „Break My Window“ und „Be my Wife“.
Weiter gings zur Repulse Bay, wo ein riesiges Wohnhaus steht mit einem grossen Loch in der Mitte aus Feng-Shui-Gründen, denn irgendwo muss der Drache der im Berg dahinter wohnt Zugang zum Meer haben.
An der Küste besuchten wir den Stanley Market, wo ich mir einen „Chop“ kaufte. Ein Chop ist ein Marmor-Stempel mit dem Namen in Chinesischen Zeichen und wird anstelle der Unterschrift verwendet. Der Stempel wurde gerade dort für mich geschnitzt.
 
 
Das nächste und letzte Ziel war das ehemalige Fischerort Aberdeen, wo wir eine Bootsfahrt im Hafen machten und das riesige schwimmende Restaurant JUMBO sahen, dass auch ich Film „Rush Hour 2“ auftauchte und auch diverse Boote waren dort, die als Wohnungen dienten.
 
 
Dannach ging es noch zu einem Schmuckladen bevor wir zurück zum Hotel in Kowloon gebracht wurden.
Nach einer kurzen Pause und einen Blick auf den Stadtplan lief ich los. Mein Ziel war der Bahnhof des Airport Express um nachzuschauen, wie der funktioniert. Bevor ich den Bahnhof erreichte kam ich noch am Baden-Powell-Haus vorbei, ein riesiges Pfadihaus in Mitten von Kowloon.
Weiter ging es zum Bahnhof und dort konnte ich kontrollieren, dass ich tatsächlich schon dort mein Gepäck einchecken kann und es auch reichen sollte mit dem Gratis-Shuttle-Bus vom Hotel zum Bahnhof zu gelangen.
Da ich auf meiner Rundfahrt am Morgen kaum etwas von Down Town Hong Kong gesehen hatte, nahm ich dort die U-Bahn nach Hong Kong Central und lief dort ein wenig zwischen den Hochhäusern herum
und kam schlussendlich zum gewaltigen Kongresshaus mit einem Denkmal zur „Wiedervereinigung“ mit China 1997.
 
Mit der berühmten Golden Ferry überquerte ich den Hafen um auf die Kowlooner Seite zu gelangen. Dort angekommen sah ich den Walk of Fame mit Sternen wie in Hollywood, aber nur mit „Eastern“-Stars.
Dann ging es zur Haupteinkaufsstrasse Nathan Road, wo ich mir ein grosses Nachtessen im Loong Yuen-Restaurant genemigte mit vielen Gängen. Unter anderem ass ich Qualle, Peking Ente, Maissuppe mit Krabbenfleisch, Hummer, Broccoli und Pilze, Rind und Reis und zum Schluss noch einen Mango Pudding.
 
Der vermeintliche Abschluss des Tages machte eine gewaltige Laser- und Lichtshow am Hafen, dass auf etwa 12 Hochhäuser auf beiden Seiten des Hafens ausgestrahlt wurde. Leider trübte eine Entdeckung meinerseits das Erlebnis, denn ich merkte, dass ich offensichtlich irgendwo meine Kameratasche mit 4 Batterien und Speicherkarten mit insgesamt 12 GB verloren haben musste.
Zur Sicherheit fuhr ich zuerst ins Hotel zurück und musste feststellen, dass es so war und da ich mich in Hong Kong befand und in Laufdistanz zur Electronic Street befand konnte ich noch am gleichen Abend zumindestens die Batterien und Speicherkarten ersetzen. Dannach ging ich einigermassen beruhigend ins Bett. Es sollte über die ganzen nächsten sieben Wochen der einzige Verlust gewesen sein.
 
16. September
 
Auch heute wurde ich vom Hotel abgeholt, denn heute stand eine Tagesausflug nach Macau auf dem Programm. Für Frühstück im Hotel war keine Zeit, da es schon um 7 Uhr losging, aber am Hafen bevor das Schnellboot abfuhr, war doch noch Zeit etwas zu kaufen.
In Macau wartete schon ein Bus auf unsere grosse Gruppe und wir besuchten zuerst das interessante Museum im Fort, das zwischen 1617 und 1626 gebaut worden war
 
 
und die Ruine der Kathedrale St.Paul, die auch im frühen 17. Jahrhundert erstellt wurde.
 
Heutzutage sieht man nur noch die Fassade und die grosse Treppe davor, seit die Kirche 1835 von einem Feuer zerstört wurde. 
Als nächstes sahen wir die Grenze zum Festland China und einen Souveniershop. Als letztes am Vormittag ging es dann zu einem alten „A-ma“-Tempel an dem Platz wo 1555 die ersten Portugiesen landeten.
Das Mittagessen gab es als Buffet im Babylon Casino, einem der vielen Casinos hier im „Oriental Las Vegas“.
Mengenmässig hat Macau noch weniger Casinos als Las Vegas / Nevada, aber umsatzmässig hat es Las Vegas bereits überholt, dank den Millionen Spielfreudigen Chinesen, denn nur hier in Macau ist das Spielen legal. Es hat bzw. wird hier auch diverse Kopien von Casinos aus Las Vegas geben, wie zum Beispiel das Venetian, das Wynn und das MGM Grand.
Nach der langen Mittagspause ging es zur letzten Sehenswürdigkeit, dem Macau Tower, der 338 Meter hoch ist und eine Plattform auf 233 Meter Höhe hat, welche wir sogleich besuchten.
 
Der Macau Tower wurde vom selben Architekten wie der Skytower in Auckland / Neuseeland gebaut und sieht auch gleich aus nur ist der Macau Tower 10 Meter höher und auch hier hat A.J.Hacket seinen Skyjump eingerichtet.
Dank der gebuchten Tour hatten wir einen Platz auf dem Schnellboot zurück und kamen bereits im Dunkeln wieder in Hong Kong an.
Da Macau ein eigenes Zollsystem hat, musste ich am Morgen in Hong Kong zuerst ausreisen und in Macau ein- und ausreisen und am Abend in Hong Kong wieder ausreisen und jedesmal gab es Stempel in meinen Pass. Mit einem Taxi wurden ich und eine weitere Reisende zum Hotel gebracht, da es so im aufkommenden Verkehr einfacher war, als alle zusammen in einem Bus.
Zurück im Hotel packte ich den Koffer und machte mich auf ein Restaurant zu finden. Ich hatte von einer Kollegin zwei Adressen, jedoch war eines der beiden zu weit von meinem Hotel weg und ich hatte keine Lust soweit zu gehen und das zweite war infolge einer Privatparty geschlossen. So ging ich in eines der „Spaghetti House“-Restaurant und ass ein feines Pasta-Essen.
 
17. September
 
Wiederum ass ich zuerst ein Frühstück im Hotel und checkte dannach aus. In der Lobby wartete ich auf den Shuttlebus um 8.30 Uhr, der mich in weniger als 10 Minuten zur Airport Express-Station brachte. Dort kaufte ich mir zuerst ein Ticket und konnte dann am Air China-Schalter sofort einchecken. Der Zug kam auch nach kurzer Wartezeit und brachte mich in gut 20 Minuten ohne Stau zum Flughafen. Dort ging ich nur mit meinem Handgepäck bewaffnet zur Ausreisekontrolle und machte bei einem Gratis-Internet-Terminal ein erstes Lebenszeichen nach Hause.
Dannach ging es auf meinen Flug nach Beijing mit Air China. Nach der üblichen Wartezeit bei der Einreise in so einem riesigen Flughafen, konnte ich meine Gepäck wieder entgegennehmen und fand auch sofort meinen Pick-Up, der mich zu meinem Hotel brachte, wo ich etwa um 16.00 Uhr Ortszeit ankam. Das Hotel war im Quartir Muxidi, wo scheinbar auch 1989 eines der Massaker von der Tian-an-Men-Demonstration stattfand.
Ich konnte sofort mein Zimmer beziehen und dort wartete schon eine Info meiner neuen Tourleaderin und welch geniale Botschaft erwartete mich da; meine Tourleaderin war Lochie Bowie, die schon meine erste Tour in Japan geleitet hatte.
So packte ich meine Gepäck aus und relaxte ein wenig bis dass mein Zimmerpartner zurückkam. Es war ein Kanadier aus Edmonton. So trafen wir am frühen Abend Lochie in der Lobby und erfuhren das doppelte Glück, das ich hatte. Denn es gab so viele Interessenten für diese Reise, dass sie zwei Gruppen gemacht haben und ich war in der „Gruppe für Junge oder Junggebliebene“, während in der anderen Gruppe eher ältere und zudem drei Schweizer waren. Nach einer grossen Begrüssung mit Lochie wurden zuerst das Administrative mit dem Local Payment, Versicherung und alles weitere erledigt und dann kam eine kurze Erklärung, dass wegen der zwei Gruppen, das Reiseprogramm zum Teil geändert wird, damit nicht alle zusammen das gleiche machen. Somit stand für unsere Gruppe am nächsten Tag der Besuch zur Grossen Mauer auf dem Programm und da wir für diese Tour früh aufbrechen mussten, sollten wir die Verpflegung schon heute besorgen, was wir alle machten.
Dannach trafen wir uns im Untergeschoss des Hotels in einem Raum mit zwei grossen runden Tischen und dort machte Lochie ihr eigentliches Tour-Briefing mit einer grossen Landkarte von China. Sie erklärte den Tourablauf und wir hörten das vier von uns nur die ersten drei Wochen mit uns reisten. Nach dem Briefing bestellte Lochie Nachtessen und wir hatten unser erstes Banquet mit diversen Speisen auf grossen Tellern, wo wir uns alle daraus bedienen konnten. Dies sollte der normale Ablauf von gemeinsamen Essen werden. Natürlich immer mit Essstäbchen !
 
18. September
 
So trafen wir uns um 6 Uhr morgens wieder in der Lobby und mit einem Kleinbus ging es in Richtung Nordosten. Die Fahrt dauerte knapp 3 Stunden und wir erreichten eine Sektion der Grossen Mauer mit dem Namen „Jinshanling“. Die Fahrt war auch schon ziemlich abenteuerlich, denn von Verkehrsregeln hatten vor allem die Chinesischen Lastwagenfahrer keine Ahnung. So überholte vor uns ein Lastwagen einen anderen Lastwagen, der ebenfalls gerade dabei war einen Lastwagen zu überholen.
Das Wetter war feucht und wir legten am Anfang noch unsere Regenschutze an und machten uns vom Parkplatz zu Fuss zur Mauer auf. (Es hätte auch eine Sesselbahn gehabt) Dort machten wir die ersten Fotos und dann ging es auf unsere erste Wanderung auf dieser Tour.
 
 
 
Auf der Mauer und für kurze Strecken entlang der Mauer ging es fast für uns alleine für 12 Kilometer zu einer Sektion die „Simatai“ heisst. Unterwegs trafen wir immer wieder auf Einheimische Bauern, die T-Shirts oder Getränke verkaufen wollten. Das Wetter besserte sich ein wenig, zumindestens regnete es nicht und die Temperatur war recht angenehm für diesen Trek auf der Mauer. Auf dieser Wanderung rauf und runter unzähliger Hügel liefen wir auf dieser Sektion der Mauer, die noch nicht restauriert ist und desshalb noch im Original besteht. In Simatai konnten wir den Unterschied feststellen, denn dort sind die Mauern bereits renoviert, wie sie auch an den Orten ist, wo sehr viele Touristen hingehen. Auf der einen Seite der Mauer befand sich die Mongolei und auf der anderen Seite Beijing, das aber trotzdem noch etwa 200 km entfernt lag.
 
Am Ende der Wanderung gab es ein feines Mittagessen und dannach ging es wieder für die knapp 3 Stunden zurück nach Beijing. Das Wetter hatte sich gebessert und offensichtlich hatte der Regen die Luftverschmutzung weggewaschen und so erreichten wir Beijing mit schönstem Wetter. Wir konnten auch die Baustelle des Olympia-Geländes mit dem „Scheizer“ Stadion „Vogelnest“ sehen.
Da Lochie uns schon über allfällige Optionen für den morgigen Nachmittag aufgeklärt hatte, kam ich auf die Idee zum Tempelhügel „Jingshan“ zu fahren um den Blick auf die Verbotene Stadt zu sehen und Lochie sagte, dass der Sonnenuntergang dort bei diesem Wetter wunderschön sein musste. Und so machte ich mich alleine auf mit der U-Bahn ein paar Stationen zu fahren und dann entlang der Mauer der verbotenen Stadt zu diesem Park zu gehen. Entlang der Längsseite benötigte ich ungefähr 20 Minuten. Ich kam rechtzeitig dort an und konnte wirklich einen genialen Sonnenuntergang erleben.
 
Dannach kam ich rechtzeitig wieder zurück um mit den anderen ein Nachtessen in einem lokalen Restaurant zu nehmen.
 
19. September
 
Heute ging es zu einer christlichen Zeit um 8.30 los und die Fahrt war auch nicht so weit, denn es ging heute zum Sommerpalast der chinesischen Kaiser. Dieser liegt in einem wundervollen grünen Park mit vielen Bäumen und einem Hügel am Stadtrand von Beijing. Es war der Sommerferien-Resort der Chinesischen Kaiser. Der Hauptpalast liegt am Kunming-See, der wohl eine rechte Abkühlung in den heissesten Sommermonaten gab. Die Chinesen hatten auch sehr viel Phantasie bei der Benennung der verschiedenen Sehenswürdigkeiten, so gab es hier das „Grosse Pavillion“ oder die „ 17-Bogen-Brücke“.
 
 
Die Kaiserin Xixi liess hier die Gebäude 1888 renovieren und baute auch aus Marmor ein riesiges Boot, das man immer noch sehen kann. Das Geld war eigentlich für die Chinesische Marine bestimmt gewesen und so ist dieses Marmorschiff, das einzige damalige Schiff der chinesischen Marine.
 
Ich kaufte dort auch schon meine 20 Postkarten für ganze Fr. 2.--. Die Briefmarken sollten dann wesentlich teurer sein.
Wie wir später erfahren sollten, verlobten sich zwei Paare unserer Reisegruppe an diesem Tag hier beim Sommerpalast. Das Wetter war super, der Himmel war heute und auch am folgenden Tag wolkenlos, also hatte das schlechte Wetter am Vortag doch etwas Gutes.
Um 13.00 Uhr erreichten wir wieder unser Hotels und waren für den Rest des Tages auf uns selbst gestellt. Ich und sechs Andere fuhren mit der U-Bahn in die Nähe des Clock und Bell-Towers, wo wir gleich bei der U-Bahn-Station Velos mieteten. Und so fuhren wir den Nachmittag durch die sogenannten Hutongs, den alten Wohnquartieren Beijings. Wir kurvten um andere Velos, Rijkjas und Autos. Zwischendurch machten wir einen Halt für ein spätes Mittagsessen in einem koreanischen Restaurant.
Da ich den Leuten am Vortag von meinem Sonnenuntergang erzählt hatte, wollten sie es heute auch sehen und der Platz war in Reichweite und so gingen wir (für mich ein zweites Mal) zum Jingshan Park und stiegen auf den Hügel um die Aussicht zu geniessen.
Dannach fuhren wir durch den aufkommenden Verkehr zurück zur U-Bahnstation um die Mietvelos zurückzugeben. Zwei von uns gingen Ihre eigenen Wege und wir anderen fuhren mit der U-Bahn weiter. An der Zielstation mussten wir ein paar Schritte gehen, um zu einem Theater zu kommen, wo wir uns eine geniale Kung-Fu-Show ansahen.
Nach der Show fuhren ein paar noch weiter in eine Bar und ich und andere fuhren zurück zum Hotel. Da ich das Mittagessen um 15.00 Uhr hatte, kaufte ich mir nur eine Tasse Nudeln zum selberkochen und bereitete diese im Hotelzimmer zu mit dem obligatorischen Wasserkocher, der offensichtlich jedes chinesische Hotelzimmer hat.
 
20. September
 
Da wir am Abend weiterreisten, mussten wir heute morgen zuerst aus dem Hotel auschecken und unser Gepäck einlagern. Dannach fuhr die ganze Gruppe zum Tian-An-Men-Square, des Platzes des himmlischen Friedens.
 
 
Dort machten wir unseren eigenen Weg, die Meisten verabredeten sich auf eine Zeit um zusammen in ein Restaurant zum Peking-Enten-Essen gehen. So sahen wir uns individuell den riesigen Platz und die „Verbotene Stadt“ an.
 
Dies war für Jahrhunderte die Residenz der Kaiser von China. Für 500 Jahre waren den „normalen“ Chinesen verboten diesen Teil der Stadt zu betreten.
Die Gebäude wurden immer wieder neu gebaut und erweitert und der heutige Zustand ist etwa derselbe seit dem 18.Jahrhundert. Der Hauptpalast, wo der Drachenthron steht wurde leider für die Olympiade renoviert, der Rest war jedoch genauso eindrücklich.
 
Gegen Mittag trafen wir uns auf dem Tian-An-Men-Platz und liefen von dort zu einem speziellen Restaurant in einem alten Gebäude, wo wir echte Peking-Ente essen konnten. Nach dem feinen Mittagessen gingen wir zurück zum Platz und fuhren mit der U-Bahn zurück zum Hotel, wo die Meisten noch etwas Verpflegung für die Bahnfahrt kauften. Da wir auf der Rückfahrt von der Chinesischen Maurer in einen grossen Stau geraten waren und der ursprüngliche Plan gewesen war mit Taxis zum Bahnhof zu fahren, wurde dieser geändert und so fuhren wir mit einem Bus zum Bahnhof und erreichten ihn auch ohne grosse Probleme und ohne Stau.
Am riesigen Bahnhof ging es ein wenig anders zu als in europäischen Bahnhöfen und es funktionierte mehr wie in einem Flughafen. Um ins Bahnhofsgebäude zu gelangen mussten wir durch eine Sicherheitskontrolle mit Röntgenapparat. Dann ging es nicht gleich aufs Perron, sondern in einen von mehreren grossen Wartesälen, wo circa 500 Leute oder mehr auf den Zug warteten. Als die Zeit da war musste man durch eine weitere Kontrolle, wo die Billette kontrolliert wurden und dann ging es direkt zum Perron, dort stand der Zug schon bereit. Die Verteilung der Plätze war schon auf der Busfahrt zum Bahnhof passiert und so gingen wir unserer Reiseleiterin nach zum Wagen und bezogen unsere Abteile.
Die Plätze waren ein wenig verteilt im Wagen und so deponierten wir nur das Gepäck und trafen uns zum Beisammensein und Vertilgung des Proviantes in zwei Abteilen, diese sahen wie „normale“ 4-er Liegewagen aus mit dem Unterschied das die Türen fehlten und das der Zug zwei Stockwerke hatte.
Die Billette wurden eingesammelt und in ein Etui gesteckt, damit das Zugpersonal sehen konnte, wo die einzelnen Leute aussteigen müssen.
 
21. September
 
Am Morgen früh um 06.20 Uhr kamen wir in Xi’an an, was Schian ausgesprochen wird (X = Sch). Wir mussten ein wenig zu Fuss gehen um den Bus zu erreichen, der uns zum Hotel in der Mitte der Stadt brachte. Wir konnten auch schon unsere Zimmer beziehen und trafen uns dann alle um im Starbucks ein Frühstück zu uns zu nehmen. Dannach gingen ein Teil von uns zur Stadtmauer, wo wir wiederum Velos mieteten um eine Fahrt auf der Mauer zu machen. Diese Mauer wurde 1370 während der Ming Dynasty gebaut. Sie ist 12 Meter hoch und am Fuss 18 Meter breit. Sie hat heutzutage eine Länge von 14 Kilometer und umschliesst das Zentrum von Xi’an, wobei das Zentrum einst 7 mal grösser war als heute.
 
Wir hatten die Velos für knapp 100 Minuten, das reichte um knapp 14 Kilometer zu machen, wobei wir nicht rundum konnten, da auf einer Seite gebaut wurde.
Nachdem wir die Velos zurückgegeben hatten, gingen wir auf einen kleinen Rundgang durch die Innenstadt und besuchten unter anderem den „Live Food“-Market, wo es lebende Schildkröten, Fische, Kraben, Frösche und einiges mehr hatte, die auch vor Ort (vor allem kleine Aale) geschlachtet wurden. In einem kleinen lokalen Restaurant assen wir unser Mittagessen.
Dannach ging es zum Hotel zurück, wo ich nach der Zugsfahrt und der Velotour eine benötigte Dusche nahm und schrieb schon mal alle Adressen auf meine Postkarten, da ich plante beim nächsten Ziel, der Flussfahrt, die Karten zu schreiben.
An Nachmittag besuchte ich mit Ingrid, Matt und Trevor das Muslim-Quartier und die grosse Moschee, die eine der grössten Chinas ist. Es ist ein faszinierendes Beispiel einer Fusion chinesischer Bauweise mit islamischem Einschlag. Nach dieser Besichtigung gingen wir zum lokalen Supermarkt und rüsteten uns aus für unsere nächste Bahnfahrt und die Flussfahrt. Das Nachtessen gab es in einem islamischen Restaurant mit grillierten Spiesschen.
Anschliessend fuhren wir getrennt in Taxis zu der „Big Goose“-Pagode. Die Taxifahrt war schon die Fahrt wert, denn wir fühlten uns mehr wie bei einer wilden Verfolgungsjagd. Am Ziel konnten wir noch das Ende einer Laser-/-Lichtshow in einem riesigen Brunnen auf dem Vorplatz der Pagode anschauen.
 
Rob, Trevor, Nial und ich liefen noch etwas rum und schauten, ob wir die anderen treffen konnte.
Nach kurzer Zeit fuhren wir wieder mit einem Taxi, ein wenig gemächlicher, zum Hotel zurück. Dort trafen wir auch die anderen wieder, die gleich nach Ende der Lichtshow wieder zurückgefahren sind. Nach einem Drink auf dem grossen Platz vor dem Hotel, wo sich auch viele Einheimische tumelten (sie liessen Drachen steigen, machten Akrobatik mit Fahrrädern oder sassen einfach wie wir so da und hatten ihren Spass) ging es dann zur wohlverdienten Bettruhe.
 
22. September
 
Wieder checkten wir am Morgen aus dem Hotel aus und trafen unseren ersten lokalen Führer, die uns auf der Fahrt zum nächsten Highlight etwas über das Leben in China erzählte. Am Ziel angekommen führte uns die Dame zu den berühmten Terrakota-Krieger.
  
 
Kaiser Qin Shi Huang liess sie vor ca. 2200 Jahren herstellen. Es sollen um die 6000 Soldaten sein, die sämtlich Einzelstücke sind, denn keiner sieht so aus wie die anderen. 1974 versuchten Bauern hier einen Brunnen zu graben und fanden die Überreste der Armee. Es sind hier bisher drei Gruben entdeckt worden und die Restaurierung der Krieger wird wahrscheinlich noch Jahrzehnte dauern, denn sie waren alle zu kleinen Scherben zerfallen und müssen wie ein gigantisches Puzzle zusammengesetzt werden. Auch wird in der Nähe ein riesiges unterirdisches Grab in Form eines Palastes des besagten Kaisers vermutet. Nach der imposanten Besichtigung gab es ein Touristenbuffet zum Mittagessen. Um die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges totzuschlagen, besichtigten wir einen Tempel, wo es eine Brücke mit einer grossen Münze und einer Glocke gab, wer diese Glocke mit einer normalen Münze traf, der konnte sich was wünschen.
 
Ich traf zweimal. Der Ablauf am Bahnhof am frühen Abend, war derselbe wie in Beijing, nur war der Wartesaal hier viel kleiner.
Dieser Zug hatte nur ein Stockwerk und die Abteile waren mit 6 Liegen und nur mit Wänden zwischen den Abteilen und keinen Wänden zum Gang. Da der Zug schon früh abfuhr, hatten wir mehr Zeit fürs Nachtessen (Cup Noodles) und für Drinks; ein paar hatten eigentlich fürs Flussschiff ein 5-Liter-Fass Bier gekauft, dieses wurde nun schon jetzt angestochen. Mit diesem Fass machten wir uns auch gleich einen chinesischen Studenten zum Freund.
Trevor bastelte aus leeren Bierdosen ein paar Becher und wir hatten auch Teetassen und so wurde es noch ein lustiger Abend.
 
23. September
 
Am Morgenfrüh kamen wir in Wuhan an, wo wir auf einen Bus umsteigen mussten, der uns in weiteren 4 Stunden zum Yangtse Fluss nach Yichang brachte, wo wir mit Sicht auf den 3-Schluchten-Damm unser „Heim“ für die nächsten 3 Nächte betraten.
Es war ein Flussschiff mit dem Namen „Victoria 5“. Kurz nach Bezug der Kabinen gab es schon Mittagessen währendessen wir abfuhren. Kurz nach der Abfahrt kamen wir auch schon zu den gigantischen Schleusen des gigantischen 3-Schluchten-Dammes. Insgesamt hat es 5 Schleusen, wobei wir nur 4 überwinden mussten, da erst in zwei Jahren die Wasserhöchstmarke erreicht wird. So mussten wir „nur“ 80 Höhenmeter überwinden; mit jeder Schleuse also 20 Meter. In der Schleuse hatten 4 Schiffe gleichzeitig Platz. Da die Wäsche hier an Bord sehr teuer war, wusch ich drei T-Shirts mit der Hand und hängte sie auf; am Ende der Flussfahrt waren sie auch trocken.
Am Nachmittag schrieb ich meine Postkarten und am nach dem Nachtessen gingen wir aufs Deck und feierten mit echtem französischem Sekt die Verlobung der zwei Paare.
 
24. September
 
Am Vormittag machten ein Teil von uns einen inbegriffenen Ausflug in einen Seitenarm des Yangtse, den Shennong-Strom. Nach einer etwa 2 stündigen Fahrt mit einer Fähre, stiegen wir auf eine Barke um und wurden von Einheimischen zuerst mit Padel und dannach mit einem Seil den Bach heraufgebracht. Es war ein echtes Erlebnis.
 
In früheren Zeiten, war der Bach bis zum Yangtse so flach und sie mussten mit ihren Barken den ganzen Weg überwinden um Leute und Gepäck bis zu den Dörfern in der Schlucht zu bringen. Dies taten sie auch Nackt. Auf der Fahrt mit der Fähre sahen wir auch am Ufer ein paar Affen und in einer Felswand steckte ein uralter Sarg, der jetzt nur noch etwa 10 Meter über dem Wasserspiegel war, aber früher natürlich fast 100 Meter hoch war.
Rechtzeitig zum Mittagessen kamen wir wieder zurück zu unserer Victoria 5. Nachdem wir am ersten Tag die erste Schlucht durchquert hatten, fuhren wir jetzt am Nachmittag durch die zweite
 und die imposante dritte Schlucht, wo die Felswände immer noch sehr gross aussahen.
Währendessen hatten wir mit Lochie auch unsere erste Mahjong-Lektion.
 
25. September
 
An diesem Tag ging ich nur mit ein paar Wenigen auf eine Tour durch die Geisterstadt Fengdu. Auf dieser Seite des Flusses war die alte Stadt, die wegen der steigenden Flut geräumt werden musste und auf der anderen Flussseite in einer neu erbauten Stadt angesiedelt wurden. Hier war nun nur noch ein Geistertempel über die Hölle der Chinesen.
Unser Führer zeigte uns die wichtigsten Dinge und erklärte uns was die Toten für Prüfungen machen mussten, um dieser Hölle zu entfliehen. Einerseits musste man eine kleine Brücke in einer gewissen Anzahl Schritte überqueren,
zweitens eine steile Treppe mit 33 Tritten ohne Einzuatmen besteigen und drittens auf einem runden Stein mit einem Bein 10 Sekunden zu stehen. Wir bestanden alle Prüfungen, aber wir waren ja auch noch am Leben. Es gab hier auch unheimliche Statuen, die gewisse Sünder bestrafen sollten.
 
So gab es einen Frau die Playboys bestrafte, einen Mann der Trinker und einen anderen der Geizige bestrafte.
Wieder zum Mittagessen waren wir zurück an Bord. Am Nachmittag spielten wir wieder ein paar Runden Mahjong.
Zum Nachtessen gab es diesen Abend kein Buffet, sondern als Abschiedsdinner ein mehrgängiges Menu und nach dem Abendessen ging es in der Bar hochher mit diversen Aufführungen von diversen Leuten aus anderen Tourgruppen. Ein paar von uns blieben noch lange auf und machten weiter mit Tequila-Shots. Wir kamen sogar noch in unserem Endhafen von Chongqing an. Um 1.40 Uhr morgens ging es dann doch noch ins Bett.
 
26. September
 
Nachdem Frühstück verliessen wir die „Victoria 5“. Ein Bus brachte uns in die Innenstadt von Chongqing, wo wir ein wenig Zeit hatten.
Die verbrachten wir bei einem Kaffee im lokalen Starbucks und mit einem Spaziergang durch die Fussgängerzone. Weiter ging es zu einem schönen Park mit einem modernen Museumgebäude und einem interessanten Kongresshaus.
 
 
Dort in der Nähe gingen wir auch zu einem Restaurant, wo wir einen Hotpot assen, etwas wie ein Fondue Chineoise (Fleischfondue).
Es war fein, aber laut Lochie nicht wirklich das Wahre. Nach dem Mittagessen wurden wir zum Flughafen gebracht und nahmen unseren ersten Inlandflug nach Guilin.
Vom Flughafen ging es weitere 2 Stunden mit dem Bus nach Yangshuo. Dort bezogen wir unser Hotel in der Altstadt. Wenig später ging es zuerst zu der günstigsten Wäscherei auf der ganzen Reise und weiter zum Restaurant „Drifters“. Dort konnten wir zusehen, wie unser Nachtessen getötet und gehäutet wurde, denn heute abend gab es eine „Baumschlange“ zu essen.
 
 
Das Fleisch wurde mit Gemüse gekocht und schmeckte ganz gut. Aber es gab natürlich auch noch normales Essen und als Dessert gab es einen feinen Apfelkuchen mit Vanille-Eiscreme.
 
27. September
 
Da wir uns im Süden Chinas befanden war auch die Temperatur dementsprechend (es war relativ in der Nähe von Hong Kong), desshalb trafen wir uns schon um 6.30 Uhr morgens und machten uns mit Mietvelos auf eine kleine Tour durch die Karst-Berge.
 
Diese Felsformationen tauchen auch in Krabi in Thailand und in Halong Bay in Vietnam auf, nur stehen die dort im Meer. Es war einst ein einheitlicher Bergzug. Unterwegs machten wir auch eine Pause für ein grossartiges Frühstück.
 
 
Die Landschaft war einfach wundervoll, doch die Temperatur wurde immer wärmer. Zum Glück erreichten wir um die Mittagszeit wieder das Hotel. Das Mittagessen gab es Steak (wahrscheinlich Wasserbüffel) in der Buffalo Bar. Ich verbrachte den Nachmittag damit meine Postkarten abzuschicken (ich bezahlte für eine Briefmarke nach Europa, das gleiche wie ich für 9 Postkarten bezahlt hatte) und am Ufer des Flusses zu relaxen; mit einem Fussbad und meinem Buch konnte ich im Schatten das heisse Wetter aushalten und einheimische Fischer beobachten,
auch kamen ab und zu junge Chinesen vorbei, die mit mir ihre Englischkenntnisse üben wollten. Ich konnte auch am Nachmittag meine erste saubere und trockene Wäsche abholen. Ausserdem kaufte ich mir noch eine günstige Fototasche zum Schutz meiner Kamera.
Am Abend ging es zu einer riesigen Lightshow mit 600 einheimischen Mitwirkenden auf dem Fluss. Zwischendurch waren auch 12 der Karstberge im Hintergrund mit verschiedenen Farben beleuchtet.
 
 
 
Regisseur dieser Show ist derselbe, der die Filme „Hero“ und „House of the flying daggers“ gemacht hat und auch für die Eröffnungsfeier der Olympiade verantwortlich ist. Sein Assistent wird offensichtlich Steven Spielberg sein. Das Nachtessen gab es nach der Show im Restaurant „7th Heaven“, ich ass Chicken Gung Pao.
 
28. September
 
Am Morgen wurden wir abgeholt und von einem Einheimischen zuerst zum Markt geführt, wo er uns die Sachen erklärte. Auch sahen wir tote Hunde, die dort wie Schweine gezüchtet werden und zum Verzehr bestimmt sind. Es ist eine bestimmte Hundeart und nicht so wie in Korea, wo sie alle Arten Hunde essen. Weiter ging es mit einem Minibus in die Nähe des Platzes, wo wir am letzten Tag Frühstück hatten und dort machten wir einen kleinen Kochkurs.
Da wir nur wenig Zeit hatten, war es ein bisschen eilig, aber trotzdem sehr interessant; jeder hatte seinen eigenen Kochplatz mit Zutaten und einem Wok. Und so stellten wir in gut 2 Stunden 5 Gänge her und assen sie dannach als unser Mittagessen. Dannach wurden wir zurück gebracht, wo es auch bald mit einem Bus wieder zum Flughafen in Guilin, wo unser zweiter Flug nach Kunming, der Partnerstadt von Zürich ging. Beim Eindunklen erreichten wir dann unser Top-Hotel in der Innenstadt. Nach dem Zimmerbezug gingen wir in der Nähe zum Nachtessen. Es gab eine lokale Spezialität, die sogenannten „Über-die-Brücke-Nudeln“. Diese entstanden laut einer Legende so:
Ein Mann arbeitete auf einer Insel und die Frau musste ihm jeden Tag über eine Brücke das Mittagessen zu ihm bringen, da der Weg lang war, war auch das Essen bei der Ankunft meistens kalt. Eines Tages fiel der Frau Öl in ihre Pfanne und sie merkte, dass das Öl (oder Fett) oben schwamm und darunter die Suppe und Nudeln warm blieben und so machte sie es weiter so und die Nudeln waren bei Ankunft auf der Insel immer noch warm.
Nach dem Nachtessen ging es für ein paar von uns in die Camel-Bar, wo wir unter anderem 5 Tequila-Shots zu uns nahmen. Um 1 Uhr morgens verliessen wir die Bar, nicht bevor ich mir als Erinnerung an diesen denkwürdigen Abend ein T-Shirt gekauft hatte. Aber die Nacht war noch nicht vorbei. Weiter ging unsere kleine Party in Nial’s Zimmer mit Wodka und Massagen durch unser Hawaianierin Suzie. Um etwa 4 Uhr morgens war es aber dann defintitiv vorbei.
 
29. September
 
Da wir an diesem Tag auf uns allein gestellt war blieben die meisten bis spät im Bett und so stand ich erst um 11.00 Uhr morgens auf. Zum Brunch gab es für mich eine Pizza in Mamma Fu’s Restaurant und dannach begleitete ich Jo und Nils, zwei Engländerin auf einer Wanderung durch die Stadt.
 
Nach der Wärme in den letzten Tagen, war Kunming direkt angenehm. Wir erreichten den Stadtpark „Green Lake Park“, wo die Einheimischen sich mit Musizieren und Tanzen vergnügten. Es war sehr amüsant ein wenig zuzuschauen.
 
 
Das Nachtessen gab es wiederum bei Mamma Fu’s. Nach dem feinen Nachtessen ging es mit dem Taxi zum Bahnhof, wo wir den letzten Nachtzug auf der China-Tour nahmen. Da wir diesmal erst nach 22.00 Uhr abfuhren und früh am Ziel ankommen würden, verzogen wir uns schon bald in unsere Kojen.
 
30. September
 
Der Bahnhof stand im neuen Teil der Stadt Dali. Mit einem Bus wurden wir zur Altstadt gebracht, wo wir unser Hotel MCA bezogen. Nachdem wir unser Gepäck auf die Zimmer gebracht hatten, liefen wir zum Zentrum, wo wir in einem kleinen Restaurant Dumplings assen und von Lochie über das Ort orientiert wurden.
Alleine machte ich mich auf die Stadt zu erkundigen und ging in der Nähe schlussendlich zum Mittagessen. Dort traf ich auch noch andere unserer Gruppe, die zum nahgelegenen See gewandert waren. Da es sehr interessant tönte, machte ich am Nachmittag das gleiche und lief durch Felder , wo Einheimische Bauern arbeiteten, zum See.
 
 
 
Ich kam in guter Zeit zurück, da wir am Abend einen Treffpunkt im Tibetantischen Café hatten, wo uns Lochie über die Wanderung in der Tiger Leaping Gorge informierte und gefürchige Dinge darüber sagte. Das Nachtessen hatten wir ebenfalls am gleichen Platz.
 
 
01.Oktober
 
Am Vormittag machten wir einen Ausflug zu einem lokalen Markt, wo es mehrheitlich Gemüse gab und konnten dort die Einheimischen beobachten.
 
 
 
Dort sahen wir auch unseren ersten Strauch Marijhuana, der hier in der Provinz Yunnan überall offen wächst. Doch die Einheimschen rauchen es nicht, sondern kauen nur die Kerne und verarbeiten den Rest zu Hanfprodukten.
Vorallem gab es in dieser Gegend zwei der Minderheiten von China;
China hat insgesamt 55 Minderheiten, wobei 95 % der Bevölkerung zu den Han-Chinesen gehört. Unter anderem gibt es da die Tibetaner und die Mongolen, um die wahrscheinlich bevölkerungsreichsten der Minderheiten zu nennen und eben hier auch die Naxi mit ihren blauen Kleidern.
Nach dieser Experience fuhren wir zurück nach Dali und assen ein paar Dumplings zum Mittagessen.
Am Nachmittag gingen wir zu einer Gondelbahn und fuhren die Berge rauf, wo wir eine 11 km Wanderung machten um für die Tiger Leaping Gorge zu üben. Nur diese Wanderung war auf einem eingerichteten Wanderweg ohne Steigungen und mit einem Geländer. In einer Schlucht fing es an zu regnen, obwohl rundherum das schönste Wetter herrschte. Wahrscheinlich hatten sich hier durch die Berge ein paar Regenwolken gesammelt. Dafür wurden wir mit einem Regenbogen belohnt und die Kleider trockneten auch ziemlich schnell wieder.
 
 
Am Ende der Wanderung hatten wir die Möglichkeit mit Ponys oder mit einem Sessellift runterzufahren. Ich und drei andere nahmen den Sessellift, da es sowiso nicht genug Ponys gab und wir konnten uns glücklich schätzen, denn der Ritt herunter war offensichtlich ziemlich erschreckend.
Bei der Talstation nahmen wir vier ein Taxi zum Hotel, wo ich für ein Zeitchen zum Internet ging, dass hier gratis war und ein paar Fotos auf Facebook runterlud. Als mich der Hunger packte, ging ich zum Tibetischen Café, wo ich die Anderen traf und mein Nachtessen einnahm.
 
2. Oktober
 
Mit dem 1.Oktober begann die sogenannte „Golden Week“, wo die Meisten Chinesen eine Woche nicht arbeiten müssen, da die Revolution gefeiert wird. Also reisen die Chinesen rum. Sie sind genauso reisesüchtig wie die Japaner, nur können sie halt nur im eigenen Land herumreisen, was bei diesem riesigen Land auch keine Kunst ist. Wir hatten Glück, dass genau heute unsere Reise in einen Teil des Landes führte, dass nicht so ein grossen Reiseziel ist.
Mit einem Kleinbus fuhren wir gut 5 Stunden in die Berge zum Yangtse Fluss.
 
 Der Bus war eigentlich ein öffentlicher Bus und bis auf einen Platz, war er von unserer Gruppe belegt, als der letzte Platz von einer Chinesin besetzt wurde und diese bemerkte „Ich glaube fast, dass ich hier die Ausländerin bin“ grinsten wir alle. Am Ziel in einem Ort namens Qiaotou stiegen wir aus mit unseren kleinen Rucksäcken; das grosse Gepäck wurde anderweitig transportiert. Als erstes hatten wir in Jane’s Gasthaus einen Lunch und dann begann der erste Teil unserer Wanderung.
 
In gut 2 Stunden stiegen wir 7 Kilometer den Berg rauf zum Naxi Gasthaus, wo wir die Nacht bei einer lokalen Naxi-Familie verbringen würden. Wir konnten dort wiedermal eine Runde Mahjong spielen, das Wetter klärte soweit auf, dass wir sogar die schneebedeckten Berg in über 5000 Meter Höhe sehen konnten. Das Essen war wie üblich sehr fein.
 
3. Oktober
 
Nach einem Pfannkuchen mit Bananen und Honig ging es auf die längere Strecke der Wanderung. Zuerst liefen wir über die „28 Kurven“ zum höchsten Punkt der Wanderung auf etwa 2800 Meter ü.M. und da sich die Gruppe auseinanderzog trafen wir uns wieder zu einem Snack in „Tea Horse“-Gasthaus. (denn dieser Weg war früher der Weg, wo man Tee durch diese Provinz transportiert hatte)
 
Weiter ging es zum „Half Way“-Gasthaus, wo es ein feines Mittagessen gab. Hier befand sich auch die „Toillette mit Aussicht“, die Michael Palin, von den Monty Pytons besucht hatte und in seinem Reisebericht fürs BBC beschrieb.
Dann kam für mich der gefürchteste Teil der Wanderung; wir gingen um eine Kurve und da war ein Teil der Strecke, wo der Weg entlang einer Felsmauer ging, der Weg nur etwa 1 ½ Meter breit war und auf der anderen Seite mehrere hundert Meter steil herunterging. Ausserdem musste man hier auch einen Wasserfall überqueren.
 
 
Meine Beine wurden Gummi und ich folgte meinen Begleitern und schaffte es schliesslich diesen Teil zu überwinden. Schlussendlich kamen wir nach 20 Kilometer zum Ende der Wanderung bei Tina’s Gasthaus, wo wir mit guten Duschen und einem feinen Nachtessen und für die anderen mit viel Bier belohnt wurden.
 
4. Oktober
 
Nach dem Frühstück ging es am Vormittag auf eine weitere kleine Wanderung zum Fluss runter, wo wir den Felsen sehen konnten von dem der Tiger laut Legende auf der Flucht vor seinen Jägern die unüberwindbare Distanz zum anderen Ufer sprang. Diese Geschichte gab der Schlucht ihren Namen.
Da Jo ebenso Furcht vor Höhen hatte wie ich kehrten wir gemeinsam um, da der andere Weg mit Leitern gewesen wäre. Nach einem kleinen Mittagssnack wurden wir mit einem Bus abgeholt und in gut vier Stunden nach Lijiang gebracht.
Für den letzten Teil der Fahrt kamen wir noch in einen „Golden Week“- Stau, denn Lijiang war ein Top-Touristenziel mit seiner historischen Altstadt. Auch hier bezogen wir ein MCA Hotel und nachdem wir die Hotelzimmer bezogen hatten. Gingen wir alle zusammen auf eine kleine Orientierungstour durch die Altstadt. Das Nachtessen konnten wir individuell nehmen und so gingen Lochie, ich und ein paar andere zurück zum Hotel, wo wir mit einem wundervollen Blick auf die beleuchtete Altstadt das Essen genossen.
 
 
 
5. Oktober
 
Da wir schon die Touristenmassen am Vorabend gesehen hatten und im „Lonely Planet“ ein Tipp stand, dass man am Morgenfrüh in die Altstadt gehen sollte um diese für sich selbst haben möchte, stand ich schon um 7 Uhr morgens auf und ging alleine zum grossen Wasserrad, wo ich zuerst von einer chinesischen Familie gefragt wurde, ob ich mich mit Ihnen fotografieren lasse.
 
Dannach lief ich tatsächlich durch die ruhige Altstadt mit geschlossenen Touristenläden und fast keinen anderen Touristen, es war ziemlich eindrücklich.
 
 
Als ich nach etwa einer halben Stunde wieder beim Wasserrad war, wollte ich eigentlich wieder zum Hotel zurück um nachzuschauen, wie das Frühstück dort aussieht, da sah ich am Horizont etwas das meine Entscheidung änderte. Denn dort konnte man die schneebedeckten Gipfel der Berge sehen. So ging ich zum Eingang des „Black Dragon Pool Park“, wo man die beste Sicht haben sollte. Da ich aber nicht teueres Geld für den Eintritt und eines Fotos zahlen wollte,
 
machte ich am Eingang ein Foto mit dem kleinen See im Vordergrund und den „Jade Dragon“-Schneebergen im Hintergrund; es sollte eine gute Entscheidung gewesen sein, denn die nächsten zwei Tagen konnte man die Berge nie mehr so gut sehen. Als ich bereit war zurückzugehen kam die Australierin Mandy um die Ecke. Ich zeigte Ihr den Platz fürs Foto und nachdem auch sie ein paar Fotos gemacht hatten, gingen wir zusammen zurück zur Altstadt.
Dort im Praque Café genemigten wir uns ein Frühstück, dannach gingen wir zurück zum Hotel, wo ich ein wenig im ebenfalls (MCA !) gratis Internet surfte. Mit Mandy und ein paar anderen ging ich gegen Mittag zurück in die Altstadt um im Original-Mamma Fu’s Restaurant ein kleines Mittagessen zu nehmen. Dannach lief ich noch ein wenig alleine durch die nun ziemlich bestäftigte Altstadt.
Gegen Abend trafen wir uns alle beim Hotel um gemeinsam ins Restaurant Sakura zu gehen, denn heute war für vier Reisende der letzte Abend.
Nach dem feinen Essen entdeckten wir ein einheimisches Spiel. Offensichtlich gab es hier in dieser Gegend die Tradition, dass man ein Lied sang und dann die anderen mit dem Spruch „Jaso, jaso, jajaso !!!“ dazu aufforderte auch ein Lied zu singen und so ging es hin und her. Lochie forderte uns heraus mitzumachen und scheinbar waren wir eine ziemliche Attraktion, denn scheinbar machen nur wenige Westliche Reisende mit. Im Restaurant gab es nach dem Essen noch ein paar Drinks und diverse Vorführungen mit Musikern.
 
 
6. Oktober
 
Heute gingen ein paar von uns auf einen Tagesausflug. Zuerst besuchten wir einen Park, der einem Naxi-König gehört hatte, und wo er seinen Sommersitz hatte.
 
Auf der Weiterfahrt sahen wir einige Bauern bei der Arbeit auf den Feldern
 
und nahmen in einem kleinen Dorf ein feines Mittagessen zu uns.
Über eine holprige Strasse fuhren wir in ein weiteres kleines Dorf an einem kleinen See, wo wir sehen konnten, wie die Einheimischen so lebten.
 
Hier wuchsen auch überraschenderweise leuter Edelweiss am Wegrand, die bei uns in der Schweiz geschützt sind. Hier konnte man sie einfach so pflücken.
Das letzte Ziel auf der Fahrt war ein tibetanisch-buddistisches Kloster.
 
Nach der Rückkehr in Lijiang gingen wir zu Mamma Fu’s für ein Nachtessen, bevor wir vom Hotel zum Flughafen gebracht wurden. Dort lief es zuerst normal, bis wir im Terminal warteten, wo wir erfuhren, dass unser Flug 90 Minuten Verspätung hatte und das ausgerechnet bei dem Flug, der sowiso schon am späten Abend angesetzt war. Das Flugzeug kam schlussendlich doch noch und wir flogen nach Chengdu; schlussendlich kamen wir um 1 Uhr morgens ins Bett.
 
7. Oktober
 
Wegen der späten Ankunft war heute der Aufbruch eine Stunde später, aber es war trotzdem noch früh. Es war relativ kühl und regnete leicht. Wir machten uns auf die „Panda Breeding Research Base“ zu besuchen.
Zuerst sahen wir ein paar ausgewachsene Pandas, die genüsslich Bambus kauten. Dann sahen wir durch eine Scheibe drei winzigkleine Babys und als letztes die 1 – 1 ½ - jährigen „Teenager“, die waren wegen der kühlen Temperatur ziemlich munter und tollten herum.
Hier konnten wir auch das einzige lebende Maskottchen der nächsten Olympiade sehen, das Weibchen Jingjing .
 
Nach den grossen Pandas, sahen wir noch ein paar kleine rote Pandas.
Beim Ausgang konnten wir noch ein paar Souveniers kaufen.
Nach den Pandas fuhren wir zurück zum Hotel, wo ein paar von uns in einem kleinen Lokal ein würziges Mittagessen zu uns nahmen.
An der Rezeption gab ich meine Wäsche ab und machte mich dannach auf zuerst in der Nähe eines Tempels ein Mahjong-Spiel zu kaufen und dannach einen Spaziergang durch die Stadt zu machen. Ich sah den grossen Volksplatz mit einer grossen Statue Maos und einen gemütlichen grünen Park, ähnlich demjenigen in Kunming.
 
Im Carrefour-Supermarkt kaufte ich mir etwas zu trinken und ein Kochbeil um auch zuhause echt chinesisch zu kochen.
Auf der Strasse kaufte ich mir an einem Stand für umgerechnet vier Franken fünf DVD’s. (natürlich kopiert)
Am Abend trafen wir uns für den Besuch einer Vorstellung der Szechuan Oper in einem Teehaus. Diese Vorstellung bestand aus mehreren Teilen mit Gesang, Komik, Zauberei, Puppen- und Maskenspieler und war einfach genial, dazu wurde Tee serviert.
 
 
 
8. Oktober
 
Heute ging es auf eine lange Busfahrt nach Leshan. Dort bestiegen wir zuerst ein Schnellboot,
das uns vom Fluss aus einen Blick auf den gewaltigen Steinbuddah bot, der dort mit einer Höhe von über 70 Meter aus dem Felsen gehauen wurde. Hier vereinigten sich drei Flüsse und dazumal gab es jedes Jahr Überschwemmungen. Ein Mönch hatte die Idee diesen Buddah zu bauen um die Götter dazu zu bringen, den Fluss zu bändigen. Dies tat er auch, aber wahrscheinlich mehr, als das Abbruchmaterial aus den Bauarbeiten in den Fluss fiel und somit diesen zähmte.
 
Der liegende "Happy"-Buddah (mit der Pagode...)
Nach der kurzen Bootfahrt stiegen wir zum Kopf des Buddahs und gingen auf einem schmalen Pfad bis zu den Füssen der Statue und dannach wieder rauf.
 
 
 
Nach diesem Besuch gab es dort auch noch Mittagessen, bevor wir zurück nach Chengdu fuhren, wo wir gegen Abend wieder im Hotel waren. Ein paar von uns gingen nun zu einem echten Szechuan Hotpot, der so scharf war, dass uns der Schweiss von der Stirn floss, aber es war ein tolles Erlebnis und das Essen war excellent.
Dannach gingen Lochie, ich und drei andere noch in eine „Schottische“ Bar und machten mit Würfeln ein „Meier“-ähnliches Trinkspiel. Einer ging schon ziemlich früh und ich ging als nächstes aber viel später um ca. 1 Uhr morgens, denn am nächsten Morgen ging der Wecker bereits um 5 Uhr !
 
9. Oktober
 
Wie gesagt war es heute ein sehr früher Start und um halb sechs fuhr uns ein Bus zum Flughafen, wo wir das Flugzeug nach Lhasa nahmen. Nach der Landung wurden wir mit weissen Seidenschals von unserem lokalen Führer begrüsst und zu unserem Bus gebracht. Auf der 90 minütigen Fahrt nach der eigentlichen Stadt Lhasa stoppten wir noch kurz bei einem Felsen, wo diverse Gottheiten aufgemalt wurden.
 
Nach dem Zimmerbezug ging es zum Mittagessen
und da wir heute den „Aklimatisierungs-Tag“ hatten gingen wir zurück zum Hotel und relaxten den rest des Nachmittags und so ging es eigentlich nur einer unserer Gruppe die nächsten Tage ein wenig schlecht.
Das Nachtessen gab es im „Snowland“-Restaurant, einem sehr guten Restaurant mit westlichen Gerichten, aber auch lokalen Köstlichkeiten.
 
10. Oktober
 
Am Vormittag besuchten wir das spirituelle Zentrum von Tibet, der Jokhang Tempel, der auch im Zentrum der Altstadt von Lhasa liegt.
 
 
 
Dieser Tempel ist für die Tibetanischen Buddhisten, das was Mekka für Muslime ist, das heisst jeder von ihnen sollte einmal im Leben dorthin pilgern und beten. Um diesen Tempel führt eine Strasse namens Bakhor, die der letzte Teil der Pilgerreise ist.
 
Soweit ich verstanden habe müssen die Pilger diesen Tempel zuerst 1000 mal umkreisen, bevor sie im Innern beten können. Man sah unzählige Pilger dort, die sich ausgestreckt auf dem Boden verbeugten.
 
 
 
Der Tempel selbst ist 1300 Jahre alt. Nach dieser Besichtigung hatten wir eine kurze Pause, aber sehr bald ging es zum Highlight von Lhasa, dem weltbekannten Potala Palast.
Dieser Palast steht auf einem Hügel über der Stadt und hat 1000 Räume; jede Touristengruppe hatte nur eine Stunde im Inneren und so besuchten wir mit unserem Reiseführer 46 dieser Räume in verschiedenen Räumen standen die riesigen Gräber früherer Dalai Lamas aus purem Gold.
 
 
 
 
Da es nach diesen beiden Besuchen erst früher Nachmittag war gingen ein paar von uns zum Shopping. Ich kaufte mir ein paar Gebetsfahnen und ein Gebetsrad. Das Nachtessen hatten wir alle zusammen auf dem Dach des „New Mandala“-Hotels, da wir aber von dort keinen guten Blick auf den Potala-Palast hatten gingen wir nach dem Essen für einen Drink ins alte „Mandala“ und spielten dort entweder Mahjong oder wie ich Arschloch. Vom Dach dieses Hotels konnten wir gute Fotos vom beleuchteten Potala-Palast machen.
Dannach gingen wir zurück zum Hotel, wo wir in der Lobby einen meiner in Chengdu gekauften DVD’s anschauten. Es war „Die Hard 4.0“ und bis auf die Tonqualität war er erstaunlich gut.
 
11. Oktober
 
Da die anderen keine Lust hatten oder noch im Bett lagen war ich der einzige der mit Lochie und unserem tibetanischen Reiseführer das Drepung Kloster besuchten.
 
 
Diese war einst das grösste Kloster der Welt mit 7000 Mönchen; heutzutage leben noch weniger als 10 % der Mönche dort. Aber der grosse Saal zeugt immer noch von seiner Grösse. Von dort aus konnte ich auch den neuen Bahnhof der Tibet Bahn sehen. Zur Mittagszeit waren wir wieder zurück und ich konnte so im Snowland-Restaurant ein Yak-Steak essen.
Dannach gingen wir wieder die ganze Gruppe zuerst zum Sera Kloster,
 
 
wo wir die Mönche beim Depatieren und Beten beobachten konnten und schlussendlich ging es zum Sommerpalast des derzeitigen Dalai Lamas.
Das Essen hatten wir zusammen und im Snowland Restaurant kaufte ich mir 4 Toblerone-Riegel für den nächsten Tag.
 
12. Oktober
 
Um 7 Uhr morgens noch in Dunkelheit wurden wir und die andere Reisegruppe abgeholt und in einem vollen Bus ging es nun der Eisenbahnlinie entlang stetig aufsteigend ins Tibetanische Hochland.
 
Entlang Weiden mit grossen Herden von Yak-Kühen sahen wir beim Sonnenaufgang auch schon die ersten schneebedeckten Bergen mit Höhen über 7000 Meter. Mit ein paar Fotostops unter anderem auf dem Lakenla-Pass auf 5190 Meter über Meer.
 
Ein neuer persönlicher Rekord. Von dort konnten wir auch schon unser Ziel sein, welches wir wenig später erreichten; insgesamt dauerte die Fahrt gut 4 Stunden pro Weg. Unser Ziel war der heilige Nam-tso-See 195 Kilometer von Lhasa entfernt auf 4700 Meter Höhe.
 
 
Atemberaubend schön war der Ausblick auf diesen Türkisblauen See mit dem heiligen Berg Nyenchen Tanglha mit 7111m im Hintergrund.
 
 
 
Auf dem Rückweg sahen wir von weitem einen der Züge der Tibet Bahn.
Zurück in Lhasa gingen wir alle zusammen für ein Abschiedsessen wiederum ins Snowland Restaurant, da Lochie uns nicht nach Kathmandu begleiten würde.
 
13. Oktober
 
Um 8 Uhr morgens wurden wir abgeholt und zum Flughafen gebracht, wo wir uns von unserem tibetanischen Reiseführer und von Lochie verabschieden mussten. Dann ging es auf einen kurzen Flug nach Kathmandu und zum ersten Mal seit Hongkong musste ich die Uhr umstellen, denn ganz China hatte nur eine Zeitzone und so stellte ich für Nepal die Uhr um 2 ¼ Stunden nach. Der Flug war ziemlich spektakulär über die Gipfel des Himalajas. Leider hatte ich keinen Fensterplatz und hätte wahrscheinlich auch so Mount Everest nicht erkennen können.
In Nepal mussten wir für die Einreise ein wenig Geduld haben, da sehr viele noch ein Visa benötigten. Ein lokaler Agent holte uns ab und brachte uns zum „Kathmandu Prince“-Hotel im populären Touristenquartier Thamel. Dort musste wir zuerst aufs Zimmer warten und konnten um halb zwölf schliesslich die Zimmer beziehen. Ein paar von uns trafen sich dann 45 Minuten später um ein wenig die Stadt zu sehen; Rochie aus Australien fungierte als Führer, da sie schon mal hier war. In diesem Quartier hatte es viele Touristenshops, Restaurant, Bars, Bücher-und Outdoorläden und vieles mehr, was einen Reisenden glücklich macht. Unser Ziel war ein Geldautomat und dannach ein Platz zum Mittagessen.
Nach dem Essen nahmen wir zusammen ein Taxi uns besichtigen den Swayambunath Tempel oder im Volksmund genannten Affentempel mit einer grossartigen Sicht über die Stadt.
 
Der Tempel ist mehr als 2000 Jahre alt und man musste über 360 steile Treppentritte steigen um ihn zu erreichen. Den Rest des Nachmittags verbrachte ich beim relaxen im Hotelzimmer, wo ich mir im Fernsehen den Film „Big Fat Liar“ ansah. Um halb sieben trafen wir uns alle und gingen ins Northfield Café zum Nachtessen. Da es für mich ein früher Start am nächsten Morgen sein würde, blieb ich nicht allzu lange.

 

14. Oktober
 
 
Um 6.15 wurde ich und zwei von der anderen Reisegruppe abgeholt und zum Flughafen gebracht, dort lernten wir das Chaos des Inland-Terminals kennen und mussten über eine Stunde auf unseren Flug warten; um halb neun hoben wir endlich auf einen 45-minütigen Rundflug ab. So konnte ich doch noch das einzige in Nepal sehen, das auf meiner „Wunschliste“ stand, nämlich der höchste Berg der Welt Mount Everest.
 
 
 
Um etwa 10 Uhr waren wir wieder zurück im Hotel. Ich ging dannach zu einem Internet-Café um mich wieder einmal zuhause zu melden und dannach zum gleichen Ort wie am Vortag fürs Mittagessen.
Auf dem Rückweg zum Hotel kaufte ich mir noch ein Khurki-Messer, die traditionelle Waffe der Gurkhas und relaxte ein wenig im Hotelzimmer. Um 16.00 Uhr traf ich meinen neuen Tourleader; ein Inder namens Abhijeet, kurz Abi, der mir ein wenig die Tour erklärte und erklärte, dass wir die erste Woche nur noch zwei andere Tourmitglieder haben und erst in Dehli noch 14 weitere Leute dazukommen werden. Wir erledigten das Administrative und ich erklärte ihm, dass ich mich am Abend zuerst noch mit meiner „alten“ Gruppe treffen würde. Er meinte, dass er mit den anderen Zwei anselbe Ort kommen würde und mir dort die Zeit für den Treffpunkt am anderen Tag geben würde.
So ging ich zurück in mein Zimmer, wo ich mir im Fernsehen den Film „Garfield 2“ ansah. Um 19 Uhr traf ich die Leute meiner alten Gruppe, welche noch immer in der Stadt waren wieder im Northfield Café. Dort traf ich auch Abi und die anderen zwei Leute, Paul und Imogen aus London in meinem Alter. Es sah aus, als sollte es eine gute zweite Tour werden.
 
15. Oktober
 
Um 9 Uhr trafen wir uns wieder in der Lobby und wurden von einem lokalen Führer wiederum zum Affen-Tempel gebracht.
 
 
Nach einem weiteren Aufstieg und diesmal mit ein paar Erklärungen unseres Führers fuhrn wir mit zwei Taxis zum Durbar Square, einem Platz in der Mitte der historischen Altstadt mit diversen antiken Tempeln.
Unter anderem sahen wir das Kasthamandap („Holzhaus“), was Kathmandu seinen Namen gab.
 
In einem der Tempel konnten wir auch einen Augenblick an einem Fenster, die „lebende Göttin“ Kumari sehen. Siehe untenstehende Erklärung:
Die Kumari gilt als eine Inkarnation der hinduistischen Göttin Durga. Obwohl es in mehreren Orten Nepals Kumaris gibt, lebt die landesweit populärste Kumari in einem Palast am Durbar Square in Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal. Im Säuglingsalter wird sie aus der buddhistischen Newar-Ethnie ausgewählt und bis zu ihrer ersten Menstruation als "Lebende Göttin" angebetet. Einmal im Jahr, im Rahmen eines großen religiösen Festes, Dasain, sucht der König Nepals sie auf. Er lässt sich durch die Kumari segnen, indem er sich von ihr ein Tika, ein Segenszeichen, auf die Stirn tupfen lässt. Wie sich das göttliche Kind dabei dem König gegenüber verhält wird von vielen Nepalis als Omen für die Geschicke des Landes und der Monarchie interpretiert. Mittlerweile erhalten die amtierenden Kumaris bereits während ihrer Verehrung als Göttin eine Form von Schulbildung, die sich allerdings schwierig gestaltet, da der Kumari nicht widersprochen werden darf. Außerdem verfügen die ehemaligen Kumaris, nachdem sie ihren göttlichen Status verloren haben, inzwischen über eine Pension auf Staatskosten (monatlich ca. 30,- €) und werden weiterhin betreut, um ihnen den Einstieg in ein "normales" Leben zu erleichtern.“
Nach der Besichtigung wollten die anderen zurück ins Hotel; wir hatten sowiso den Nachmittag frei und trafen uns später fürs Nachtessen. Auf jeden Fall blieb ich noch ein wenig auf diesem Platz und machte mehr oder weniger in Ruhe meine Fotos von diversen Tempeln.
 
 
 
Mit mehr oder weniger meine ich, dass immerzu Einheimische ankamen, die mein Reiseführer sein wollten, bettelten oder etwas verkaufen wollten. Ich flüchtete schlussendlich für ein Zeitchen auf eines dieser Pagoden, wo ich einen grossartigen Blick auf den ganzen Platz hatte. Dannach wanderte ich ein wenig durch diesen Teil der Stadt und musste wohl irgendwo eine Strasse zuviel gelaufen sein und so hatte ich mich plötzlich verlofen,
 
 
aber plötzlich kam ich zum Ufer eines Flusses und wusste wieder wo ich war. Dank meinem Stadtplan fand ich den Weg zurück zum Hotel und ging dann wieder zum Northfield Café zu einem späten Mittagessen.
Dannach kaufte ich mir ein T-Shirt mit eingesticktem Titelbild des Comicbuches „Tim in Tibet“. Im Hotel schaute ich mir den rest des Filmes Goldfinger an und traf dann Paul und Imogen auf dem Balkon des Hotelrestaurantes, wo wir ein paar Drinks hatten.
Zum Nachtessen ging es zu einem Platz, das früher mal ein Gebäude der Kavallerie war und heute ein Restaurant mit traditionellen Gerichten und Tänzen war.
 
Nach diesem Erlebnis ging es noch als Abschluss von Kathmandu zu einer Bar mit einer erstaunlich guten Live-Band.
 
16. Oktober
 
Heute blieb ich noch ein wenig länger liegen, bevor ich auschecken musste. Es regnete heute und die Strassen in der Altstadt wurden zu Sümpfen. Ich ging zuerst zu einem Café um einen Cappucino zu trinken und dann zum „Everest Steak House“, wo es tatsächlich riesige Wiener Schnitzel gab. Dann ging es für mich zurück zum Hotel, wo ich die anderen traf und mit ihnen um die Zeit zu töten ein Kartenspiel spielte. Um halb drei wurden wir abgeholt und zum selben Terminal am Flughafen gebracht, wie bei meinem Rundflug. Desshalb kannte ich schon das Chaos und war dankbar, dass Abi da war und das Check-In organisierte. In der Lobby warteteten wir für gut drei Stunden, denn unser Flug (natürlich dieselbe Firma „Yeti-Air“) hatte Verspätung. Schlussendlich waren nur noch die Passagiere für unseren Flug nach Bhairahawa im Terminal und in völliger Dunkelheit ging dann der Flug doch noch; nach 35 landeten wir dann schon wieder, etwa 10 Fahrminuten von der Grenze zu Indien. Für den Transfer mussten wir noch ein Weilchen warten, bis wir schlussendlich zum Hotel Glasgow gebracht wurden, wo wir noch ein Nachtessen zu uns nahmen und im Hotelzimmer ein weiteres Kartenspiel spielten.
 
17. Oktober
 
Das Frühstück gab es im Hotel und dannach fuhren wir die 10 Minuten bis zur Grenze. Nach der Ausreisekontrolle liefen wir von Nepal nach Indien. Es waren zwar nur 500 Meter, aber es hört sich gut an.
Diese Grenze war die seltsamste, die ich je gesehen hatte. Auf jeder Seite der Strasse reihten sich Shop an Shop und wie Paul in seinem Blog schrieb „Es war nicht nur Bizarr, es war auch ein Bazar“. Lastwagen hinter Lastwagen in beide Richtungen fuhren an uns vorbei, während wir der Rishka folgten, die unser Gepäck transportierte. Nach der Einreise in Indien, wartete ein Wagen der uns in einer endlos scheinenden Fahrt die Strecke in die heilige Stadt Varanasi brachte. Varanasi ist wahrscheinlich die älteste Stadt der Welt Dort bezogen wir Zimmer im Hotel India (!) und gingen dann zu einem feinen Nachtessen ins Hotel Surya. Ach einem Schlummertrunk in der Hotelbar hiess es „Good night“
 
18. Oktober
 
Mein 32. Geburtstag startete früh, sehr früh. Um 5.30 Uhr verliessen wir das Hotel und fuhren zum Ufer des Ganges. Wo wir mit einem lokalen Führer zum Haupt-Ghat gingen, um dort eine Sonnenaufgangs-Bootsfahrt zu machen.
Varanasi liegt an einem speziell heiligen Platz am Ganges. Jeder Hindu sollte mindestens einmal im Leben hierher kommen um ein Bad im Fluss zu nehmen.
 
 
 
Sie glauben, dass das Wasser des Ganges die Seele vor der Sünde reinigen soll. So reihen sich Gaths an Gahts hier am Ufer; ein Ghat ist ein Zugang mit Treppen zum Fluss. Wir konnten auf der einen unbebauten Seite des Flusses die aufgehende Sonne und auf der anderen die zahllosen Pilger und noch zahlreicheren Touristen in anderen Booten sehen. Wir waren glücklich die Pilger beim Baden zu beobachten, aber entschieden uns nicht mitzumachen, vor allem weil wir keine Hindus sind und eher noch mehr, weil wir Einheimische gesehen haben, die den Fluss als Toilette benutzten und weil wir Gerüchte über tote Kühe, die im Fluss treiben sollten gehört hatten. Die echten Pilger baden aber nicht nur in dieser Kloake, sondern trinken auch von dem Wasser. An beiden Enden der „Bade“-Ghats befinden sich zwei Kremationsplätze, wo rund um die Uhr Verbrennungen gemacht werden. Es gibt die „normalen“ günstigen Kremationsöfen oder die teuren Scheiterhaufen am Ufer. Die Asche wird anschliessend in den gleichen Fluss gestreut, wo die lebenden Hindus baden. Bei einem dieser Plätze stiegen wir schlussendlich aus dem Boot und mit einem sarkastischen I smell dead people  (ich rieche tote Menschen) brachte ich meine Mitreisenden zum auflachen.
Von diesem Platz gingen wir durch die uralten und engen Gassen der Altstadt. Und mit eng meine ich wirklich eng; zwei Fussgänger können nicht aneinander vorbeigehen ohne das einer ausweichen müsste. Bring noch ein paar Kühe und den Abfall dazu und du wirst merken, was es für ein lustiger Spaziergang war !
Nach der Rückkehr zum Hotel gingen wir noch wegen der kurzen Nacht und dem frühen Start für ein Nickerchen ins Hotel Zimmer und fuhren dannach wieder zum Hotel Surya zum Mittagessen.
Da es Paul und Imogen nicht sehr gut ging, gingen Abi und ich zusammen mit einer anderen Imtrav-Tour, die von Abi’s Cousin geführt wurde, am Nachmittag zu einer Exkursion nach Sarnath. Wo wir ein Museum mit antiken buddhistischen Reliquien besichtigen konnten. Unter anderem war hier Überreste einer Säule mit vier Löwen von Kaiser Ashoka, der Indien geeint hatte und der glühenste Supporter des Buddhismus war und somit zum Erfolg dieser damals noch jungen Religion beitrug.
Ausserdem war Sarnath der Ort, wo Buddah vor 2500 Jahren seine erste Predigt gehalten hatte.
Zurück im Hotel fuhr ich alleine mit einer Auto-Rishka wieder zum Ganges. Diese Fahrt alleine war schon ein Abenteuer für sich, alle Strassen zum Haupt-Ghat waren gesperrt und so musste mein Fahrer mich über Umwege zu einem anderen Ghat bringen, von wo ich in 10 Minuten entlang des Flusses zum Hauptghat laufen konnte. Dort konnte ich einen Teil der Abend-Gebetszeremonie erleben.
Dannach brachte mich der Fahrer wieder zurück zum Hotel, wo ich ihm den von Abi abgemachten Preis bezahlte.
Im Hotel erwarteten mich bereits die Anderen und zusammen gingen wir ins Hotel neben unserem, wo wir ein feines Nachtessen mit anschliessendem Geburtstags-Kuchen zu uns nahmen.
Die andere Imtrav-Gruppe war auch dort und so gab es grossen Applaus für mich. Nach dem Nachtessen gingen wir wieder in die Hotelbar um dort noch einen Drink und ein weiteres Kartenspiel machten.
 
 
19. Oktober
 
 
An diesem letzten Tag in Varanasi war kein Programm geplant und so blieben wir lange liegen. Um halb zwölf checkten wir aus und fuhren zum Hotel Surya, wo Paul und Imogen in Internet Café gingen und ich auf Abi wartete. Zusammen mit der anderen Imtrav-Gruppe gingen wir ins nahe Kino, wo wir uns den Bollywood-Film “Bhool Bhulaiyaa” ansahen.
Die Story war die folgende:
„Siddharth Chaturvedi kehrt in seine zentralindische Heimatstadt zurück, an seiner Seite seine frisch angetraute Ehefrau Avni. Die Einheimischen und Verwandten warnen das junge Paar vor dem dritten Stock des Palasts, in dem schon Siddharths Vorfahren gelebt haben. Dort oben soll es seit Jahrzehnten spuken. Avni hält nicht viel von solchem Geschwätz und durchbricht die Versiegelung. Damit bringt sie einen Fluch über das Anwesen. Siddharth und der Gutsverwalter Batukshankar Upadhyay vermuten jedoch bald, dass nicht ein Geist hinter den Attacken im Haus steckt, sondern die eifersüchtige Radha . Um Klarheit in die Sache zu bringen, ruft Siddharth seinen Freund, den Parapsychologen Aditya Shrivastav herbei.“
 
Der Film war eine Mischung aus Komödie, Liebesfilm und Thriller und trotz der unverständlichen Sprache, konnte man der Story gut folgen. Zurück im Hotel relaxte ich ein wenig und las ein wenig in meinem Buch, trank und ass etwa in der Bar, bis es am Abend zum Bahnhof ging. Dort gingen wir direkt auf den Bahnsteig, wo wenig später unser Zug einfuhr. Nachdem wir eingestiegen sind konnten wir amüsiert eine Kuh beobachten, die auf dem Bahnsteig dahinwanderte. Der Zug war ganz anderes als in China. Zwar hatte er auch nur Wände zwischen den Abteilen, aber in jedem Abteil hatten hier acht Leute Platz. 2 auf der anderen Seite des Gangs und 6 als „normale“ Liegeplätze.
 
 
20. Oktober
 
 
Nach 14 Stunden mit einer Stunde Verspätung kamen wir um 9 Uhr morgens in Dehli an und wurden vom Bahnhof zu unserem Hotel gebracht. Dort hatten wir im Hotel noch ein spätes und grosses Frühstück. Abi hatte für uns drei Reisenden ein Auto mit Fahrer für eine Stadtrundfahrt organisiert, während er die neuen Tourmitglieder traf um mit denen ein neues Briefing zu machen.
Auf unserer fünfstündigen Fahrt sahen wir ein paar der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Dehli.
Das erste Ziel war der Qutb Minar Komplex, dies ist der Ort von Indien’s erster Moschee, oder eher was davon übrig blieb. Immer noch intakt ist das 72,5 Meter hohe Minaret. Das war mal eines der „Wunder des Ostens” gleich nach dem Taj Mahal.
Hier konnte man auch den untersten Teil eines weiteren Minaretes sehen, dass noch grösser hätte werden sollen.
 
Die zweite Sehenswürdigkeit war Humayun’s Grab, das Grab des Mugal-Kaisers Humayun. Dieses Gebäude wird als Entwurf fürs Taj Mahal angesehen und man kann tatsächlich Ähnlichkeiten entdecken. Dieser Bau liegt in einem grossen grünen Park und auf dem selben Grund wurde auch das Grab des Barbiers des Kaisers gebaut, was irgendwie überraschend war. Es scheint das da ein grosser Respekt einem Mann gezolt wurde, der täglich ein scharfes Rasiermesser dem Kaiser an seine Gurgel setzen konnte.
Der dritte Ort, war eines meiner Highlights in Dehli.
Es war die Gedenkstätte Raj Ghat, an dem Ort an dem 1948 Mahatma Ghandi kremiert wurde. Die nächsten Plätze sahen wir beim vorbeifahren, es waren dies
 das „India Gate“,
der eindrückliche Präsidentenpalast,
die Ministerien und das Parlamentsgebäude.
Als letztes besuchten wir einen farbenfrohen Hindu-Tempel in dem fotografieren leider nicht erlaubt war.
Zurück im Hotel benutzte ich erst einmal das Internet und traf dann die anderen zwei im Hotelrestaurant bei einem Bier. Dort trafen wir auch die erste „neue“ Reisende, Philipa oder kurz Pip, eine Neuseeländerin, die aber seit einigen Jahren in London lebt. Am Abend trafen wir den Rest der Gruppe, zumindestens diese, die bereits eingetroffen waren; es fehlten noch 3 Leute. Zusammen gingen wir zum Nachtessen, wo es ziemlich lustig zuging. Ebenfalls am gleichen Ort war die andere Imtrav-Gruppe aus Varanasi, die im gleichen Nachtzug gereist war und heute ihren letzten Abend hier verbrachte. Nach dem Essen gingen wir zurück ins Hotel, unterwegs kauften wir noch etwas Proviant für den nächsten Morgen.
Bis nach 23 Uhr waren Pip und ich bei Paul und Imogen im Zimmer, da diese um 1 Uhr morgens im Fernsehen das Rugby-Weltmeisterschafts-Finale England gegen Südafrika schauen wollten. Da mich dieser Sport nicht interessierte, verzog ich mich kurz vor Mitternacht und wie wir am nächsten Morgen erfuhren, klappte etwas mit der Übertragung nicht, ausserdem hatte sowiso Südafrika gewonnen.
 
21. Oktober
 
Am Morgen früh wurde die nun vollständige Gruppe mit dem Bus zum Flughafen gebracht. Unter den zu spät angekommen war auch die Schweizerin Jasmina. Am Bahnhof gingen wir auch direkt zum Bahnsteig, wo wir wie üblich von den indischen Mitreisenden offen angestarrt wurden. Der Zug hatte etwas Verspätung und wir waren im falschen Sektor, doch das gab uns die Gelegenheit zuzusehen, wie die Einheimischen einen Zug besteigen: Sie springen bereits bei der Einfahrt in die offenen Türen und quetschen sich zu dutzenden in Richtung Abteile um einen Sitz auf den Holzbänken zu ergattern. Wir reisten ein wenig komfortabler mit reservierten Sitzen in einem klimatisierten Wagen mit Flugzeugbestuhlung; auf einer Seite 3 Sitze auf der anderen Seite 2 Sitze.
Nach gut 5 Stunden Fahrt erreichten wir Agra, wo uns Mr. Khan und Mr. Singh erwarteten. Es waren unser Busfahrer, der einem jungen Sadam Hussein glich und sein Helfer. Sie sollten uns durch ganz Rajasthan bis nach Udaipur bringen. Ihr erster „Auftrag“ war uns zu unserem Hotel zu bringen, das eingebetet neben einem Pizza Hut und einem „Costa Café“ lag. Eigentlich wollte ich auf Fastfood verzichten, doch nach dem Starbucks-Besuch in China, konnte das Costa Café nicht schaden und so trafen sich nach und nach die ganze Gruppe dort um etwas zu Mittag zu essen.
Der Grossteil der Gruppe besuchten nach dem Mittagessen das „Red Fort“.
 
 
Eine riesige Mughal-Festung am Stadtrand, wo man auch schon einen schönen Blick auf das absolute Highlight dieser Tour hatte. Wir wurden von einem lokalen Führer begleitet, der uns diverse Informationen gab. Unter anderem hatte der Sohn des Erbauers des Taj Mahal, diesen hier unter Hausarrest gestellt um den letzten Rest des Staatskapitals zu retten, denn der Vater hatte eigentlich geplant auf der anderen Flussseite ein schwarzes Gegenstück des Taj für sein eigenes Grab zu bauen. 
 
 
Nur etwa ¼ des Forts ist für die Öffentlichkeit geöffnet und der Rest wird vom Indischen Militär eingenommen.
Zwischendurch hatten wir noch etwas Zeit für eine Erfrischung beim Hotel und um 16.00 Uhr ging es dann los zum Taj Mahal. Vermutlich wegen der Abgasdämpfe durfte man mit einem normalen Bus nicht ganz bis zum Eingang fahren, desshalb mussten wir vorher noch auf einen Elektrobus umsteigen. Und hier waren wir endlich, bei der Juwele des Ostens – aus Liebe gebaut vom Mughal-Kaiser Shah Jahan im 17. Jahrhundert als Grab für seine geliebte und früh gestorbene Frau.
Wie auch schon beim „Red Fort“ fungierte ich für Abi als Ticket-einkäufer, da offensichtlich nur Ausländer mit Dollars bezahlen dürfen und Abi so die einzige Möglichkeit hatte, die Dollars welche er als Trinkgeld erhalten hatte auszugeben bzw. umzutauschen. Beim „Red Fort“ war die Prozedur ein wenig komplizierter, da man dort auch noch in einem Buch den Betrag und die Nummern der Noten aufschreiben musste. (Wahrscheinlich eine weitere Kontrolle fürs Personal an den Billetschaltern) Auf jeden Fall klappte das alles und schon bald konnten wir ausgerüstet mit einer kleinen Flasche Wasser das Gelände betreten.
 
Grosse Taschen und Rucksäcke waren nicht erlaubt, aber Abi hatte uns schon vorgewarnt und so hatten wir alle nur das nötigste (unsere Kamera, Geld und Ausweise) dabei.
Wir waren wie überall in der Minderzahl; das ganze Gelände wimmelte nur so von indischen Touristen. Doch trotz diesen Massen, gab es doch genügend Plätze und Orte, wo man sich ohne grosse Probleme „alleine“ vor dem Taj Mahal fotografieren konnte oder der asiatischen Methode zum Zug kam (einfach rempeln). Unser Führer gab uns zuerst ein paar Informationen und dann konnten wir selber für eine Stunde unseren Weg machen. Leider verpasste ich eine Chance das Innere zu sehen, denn dort ist der einzige Ort, wo das Taj nicht simetrisch ist. Es wurde ja eigentlich um das Grab der Kaiser-Gattin gebaut und dort in der Grabkammer wurde Jahre später auch der Sarg des Kaisers hingestellt.
Dafür traf ich per Zufall dort Nial, den Amerikaner von der China-Tour wieder, der mit Gecko-Tour eine andere Route eingeschlagen hatte, aber am gleichen Tag Agra besuchte.
Zum Nachtessen ging es in ein Restaurant in der Nähe unseres Hotels, wo ich ein Thali hatte. Dies ist eine Platte mit diversen kleinen Speisen, wie verschieden Curry, Dhal-Suppe, Reis und Gemüse, dazu wurde das indische Brot Naan serviert. Es war sehr fein. Nach dem Essen hatten wir noch einen Drink in der Bar und konnten auf dem Heimweg noch eine Hochzeitsparade sehen, bzw. den Bräutigam der Hoch zu Ross von einer feiernden Menge und Musik begleitet zu seiner Braut ritt.
 
22. Oktober
 
Mr. Khan und Singh warteten bereits auf uns und so verliessen wir Agra in unserem eigenen Privatbus. Unser Ziel war die „Pink City“ Jaipur und unterwegs besichtigen wir die „Geisterstadt“ Fatehpur Sikri. („Pur“ ist übrigens das Wort für Stadt). Hier hatte der damalige Mughal-Kaiser einen Palast gebaut, denn er jedoch bereits nach 12 Jahren wieder aufgeben musste infolge Wassermangel.
 
 
Er hatte insgesamt 365 Frauen, davon drei Lieblingsfrauen, welche verschiedenen Religionen angehörten. Eine war Muslimin, eine Hindu und die dritte Christin aus Goa. Er respektierte auch jede ihrer Religionen und liess auch zum Beispiel eine Christliche Kirche im Palast bauen. Jede dieser Hauptfrauen hatte einen eigenen Palast auf dem Gelände, wobei jeder Palast verschieden war. So hatte die Muslimin nur einen sehr kleinen Raum, die Christin einen etwa grösseren und die Hindu-Ehefrau einen geradezu riesigen Palast. Dies hatte aber nicht zu bedeuten, dass der die Hindu-Ehefrau am liebsten hatte. Denn jeder Palast war genau gleich wertvoll; der Raum der Muslimin war verziert mit edelsten Diamanten, das Christliche Gemach war mit Gold tapeziert und das der Hindufrau war gar nicht teuer geschmückt, hatte aber durch seine Grösse den gleichen Wert wie die anderen Gemächer.
Von der Mauer konnten wir auch einen Turm sehen, wo der Kaiser seine geliebten Elefanten begraben liess.
Besonders gerissene Einheimische machten sich einen Sport daraus von einer Mauer in ein Wasserreservoir zu springen, dass aber eher wie eine Kläranlage aussah. Sie riefen Acapulco und forderten die Touristen auf Fotos zu machen, um diese dannach zu jagen und um Geld zu betteln. Abi hatte uns jedoch im Voraus gewarnt und so ignorierten wir sie, auch bei der anderen anwesenden Gruppe hatten sie heute kein Glück, da ein Polizist auftauchte und sie verscheuchte.
Neben dem Palast gab es auch eine grosse Moschee mit einem gewaltigen Tor.
 
Mit einem Stop fürs Mittagessen ging es noch einige Stunden mehr bis nach Jaipur, wo wir in der Dämmerung ankamen. Wiederum gab ich im Hotel meine letzte grosse Wäsche ab und kurz dannach machten wir mit Abi eine kleine Orientierungstour durch die Umgebung. Zum Abendessen wurden wir mit dem Bus gebracht, wo es neben einem feinen Essen auch traditionelle Tänze gab.
 
23. Oktober
 
Heute sahen wir uns Jaipur an. Der Name „Pink City“ (rosarote Stadt) zeugte von der verrückten Idee, für den Besuch von Prinz Albert, dem Ehemann von Königin Victoria, die ganze Stadt rosarot (die Farbe der Gastlichkeit) anzumalen, obwohl es wohl eher Ockerfarben ist. In der Altstadt sieht man immer noch diverse Gebäude in dieser Farbe. Auf dem Weg stoppten wir kurz für ein Foto beim "Palast der Winde", leider war er in ein Baugerüst gepackt.
 
Wieder von einem lokalen Führer begleitet besuchten wir zuerst einen riesigen Spielplatz für Wissenschaftler. Ein Maharaja hatte hier ein grosses Openair-Observatorium gebaut mit komplizierten Geräten.
 
 
So standen hier zwei Sonnenuhren, eine „kleine“ und die grösste der Welt, obwohl sie zwischen 1728 und 1734 gebaut wurden, ist die Kleine bis auf 20 Sekunden präzise und die Grosse sogar bis auf 2 Sekunden.
 
Der einzige negative ist, dass es nach der lokalen Zeit an diesem Ort ausgerichtet ist und nicht nach der „Indian Standart Time“, die viel weiter östlich ihren Mittelpunkt hat und weicht das Instrument heute genau 11 Minuten ab. Aber wenn man diese 11 Minuten dazuzählt erhält man auf den Sonnenuhren die exakte Zeit. Ausserdem hat es für jedes Sternzeichen ein eigenes Instrument und weitere geniale Astronomische Geräte.
Als nächstes besichtigten wir den Stadtpalast, wo in einem Teil der heutige Maharaja immer noch seinen Wohnsitz hat. Er hat zwar nicht mehr die königliche Macht von damals, aber immer noch seinen Titel und ein grosses Vermögen und Besitz, wie eben dieser Palast.
 
 
   
     
Der Vater des jetzigen Maharaja, war einst ein Weltmeister mit seinem Team im Polo, leider starb er bei einem solchen Spiel. Seine Mutter wurde zu ihrer Zeit als eine der schönsten Frauen der Welt angesehen, sie lebt noch immer und war eine politische Gegnerin von Indira Gandhi.
Zum Mittagessen ging es ins Peacock (Pfauen) Restaurant, wo wir ziemlich lange auf unser Essen warten mussten. Wenigstens war es wieder einmal sehr fein. Aus diesem Grund entschieden sich unsere Führer, dass wir anstelle des Fussmarsches Jeeps nehmen sollten für die letzte Etape zum Amber Fort.
Dieses gewaltige Fort liegt etwa 11 Kilometer ausserhalb der Stadt und wir fuhren mit unserem Bus diese Strecke, bevor wir eben in Jeeps umsteigen durften. Das Fort gehört ebenfalls der Maharaja-Familie von Jaipur, wird aber im Moment nicht bewohnt. Der Ort, wo das Fort steht wurde gut gewählt, hatte man doch hier einen weiten Ausblick auf allfällig angreifende Armeen.
 
 
 
Eine 36 Kilometer lange Mauer wurde über die umliegenden Hügel gebaut und sieht ein wenig aus wie eine kleine Version der Grossen Mauer von China, was ich ja gut beurteilen konnte. Dort in einem Hof des Amber Forts, erzählte uns der Führer auch eine Geschichte über einen früheren Maharaja von Jaipur:
Der Maharaja war impotent und so beauftragte er seine Mediziner und Wissenschaftler ihm ein Mittel dagegen zu machen. Nach langen Monaten hatten sie endlich etwas hergestellt und brachten es dem Maharaja, dieser war aber vorsichtig. Er setzte ein paar Tropfen der Flüssigkeit auf den Holztisch und wartete; nach ein paar Stunden fing der Tisch an zu spriessen. Der Maharaja verzichtete darauf um seiner Gesundheits willen, das Mittel zu sich zu nehmen und lebte glücklich ein langes Leben. Sein Nachfolger fand eines Tages dieses Mittel und las was auf seiner Etikette stand. Er konnte der Versuchung nicht widerstehen und trank die Medizin. Darauf wuchs sein „Ding“ auf eine Länge von 18 inches (45 Zentimeter) an. Um seine Frauen nicht zu verletzen musste er von nun an Ringe und Stoffe um sein „Ding“ wickeln. Einer dieser Ringe war noch lange Zeit im Museum zu sehen, bis das es den Führern zu peinlich wurde, den fragenden Studentinnen den Sachverhalt zu erklären. Der Maharaja starb übrigens auch Kinderlos, da sich durch die Medizin auch sein Stoffwechsel änderte und er ständig eine hohe Temperatur hatte; er musste sich immerzu abkühlen lassen.
 
 
Nach dieser Besichtigung war für die Meisten von uns der Tag vorbei, aber ein paar unserer Shoppingwütigen Frauen, wollten noch weiter in eine Stofffabrik. Wir anderen relaxten im Hotel und hatten im Hotelrestaurant ein vegetarisches Thali.
Kurz vor neun trafen wir uns alle vor dem Kino um uns einen Bollywood-Film anzusehen, der Titel war „Laaga Chunari Mein Daag – Journey of a woman“ und das spezielle (jedenfalls für mich) war, dass er teilweise in Varanasi (erstes Ort meiner Indienreise) und teilweise in Mumbai (letzter Ort meiner Indienreise. Ausserdem sieht man so den Unterschied zwischen dem altertümlichen und traditionellen Varanasi und dem modernen Mumbai. Und das witzigste war, dass etwa 10 Minuten des 2 ½ stündigen Films in der der Schweiz spielen.
Story:
"Badki und Chutki, zwei Schwestern leben ein spasserfülltes Leben in Varanasi, spielen Streiche, schleichend raus um eine verbotene erotische Tanzvorführung zu sehen und nehmen alle Aufregung, die auf den Ghats des Ganges in sich auf.
Badki, die Ältere ist sich bewusst, dass die Familie sich in einer Notlage befindet, aber sie und ihre Mutter schützen Chutki mit allen Kosten.
Als sich die Dinge verschlechtern, entscheidet sich Badki, nach Mumbai zu gehen um einen Lebensunterhalt für die Familie zu suchen.

Allein und ohne Unterstützung in der Mitte der städtischen Dschungel von Mumbai, Badki kämpft gegen dunkle Kräfte, während sie sich darauf konzentriert die Unterstützung ihrer Familie und Chutki’s Ausbildung zu sichern. Sie mutiert bewusst in jemand anderes (wird Edel-Callgirl), was zu einem geheimem Doppelleben voller Kompromisse führt, denn ihre Schwester und ihr Vater dürfen nichts davon erfahren.

Wenn Chutki nach erfolgreichen Schulabschluss nach Mumbai kommt um zu arbeiten, nehmen die Dinge eine dramatische Wende. Badki’s Leben verwandelt sich in ein Minenfeld, da sie ihre Geheimnisse vor Chutki verbergen muss. Chutki findet Erfolg bei der Arbeit und Liebe ihres Herzens.
Badki findet die Magie der Liebe, aber lässt sie wegrutschen, bevor sie richtig erblühen konnte, da sie der Ansicht ist, es gehe nicht einher mit ihrem Schicksal. Sie kämpft alleine gegen Bedrohung und Erpressung, um keinen dunklen Schatten auf Chutki oder ihrer Familie fallen zu lassen.
Doch ihr Doppelleben wird enthüllt und die beiden Schwestern stehen sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber, in einer Auseinandersetzung die sie so nicht erwartet hatten. Und wenn die Liebe Badki wieder winkt, wird die ganze Familie in einen turbulenten Sturm geworfen.
Alles droht zu explodieren was die Vernichtung aller von ihnen bedeuten würde."
 
Nach dem Film nahmen wir zur Sicherheit ein paar Auto-Rishkas zurück zum Hotel, wobei es wahrscheinlich fast sicherer zu Fuss gewesen war, wenn man die Fahrweise dieser Rishka-Fahrer gesehen hat.
 
24. Oktober
 
Nach dem Frühstück ging es wieder los auf eine lange Fahrt durch Rajasthan, unser Ziel heute war die heilige Stadt Pushkar. Die war so heilig, dass es hier weder Alkohol gab, noch irgenwelches Fleisch auf den Speisekarten stand.
 
 
 
Kurz nach Mittag kamen wir zu unserem Hotel, wo es nach dem Bezug der Zimmer einen kleinen Snack gab. Dannach gingen wir zu Fuss ins Zentrum, wo wir zuerst einen längeren Stop beim „Thomas Cook“-Büro einlegten um Geld oder Traveller Checks zu wechseln. Dannach machten wir einen Spaziergang durch die Stadt, die heilig war, weil hier der einzige „Brahma“-Tempel in ganz Indien stand. Brahma ist neben Vishnu und Shiva einer der drei Hauptgötter unter den tausenden anderen Hindu-Götter.
Nach dem Spaziergang gab es für die Freiwilligen (ich, Paul, Imogen und ein paar andere verzichteten) eine Hindu-Zeremony am Ufer des kleinen Sees.
Nach dieser Zeremony hatten wir ein wenig Freizeit, welches ich für eine Shoppingtour nutzte. Hier konnte ich endlich mein „must buy“-Souvenier von Indien kaufen; eine Ganesha-Statue aus Metall. Ganesha ist der Elefantenköpfige Gott, der Glück bringen sollte. (Pech hat er mir auf jeden Fall nicht gebracht)
Nachdem bei einem Laden der Besitzer ungeheuerliche 3000 Rupien verlangt hatte, ging ich zu einem zweiten, wo ich nur 1200 Rupien bezahlte, für die genau gleiche Statue. Wahrscheinlich hätte ich ihn noch billiger haben können, aber erstens ist es ja schliesslich eine Gottesstatue und zweitens war ich zu faul um zu handeln. Ausserdem sind 1200 Rupien gerade mal 36 Franken ( 24 Euro ).
Dannach ging ich zum Restaurant, wo wir fürs Nachtessen abgemacht hatten und bewunderte zusammen mit Paul und Imogen den Sonnenuntergang während wir auf die Anderen warteten.
Veronika tauchte plötzlich auf mit einem bestickten Flaschenhalter aus Stoff, der ideal für die Kamelsafari war. Also gingen Melinda, Paul und ich mit ihr zum Laden und kauften gleich 13 Stück davon, jedes dieser Teile kostete uns weniger als einen Franken und war später sehr hilfreich. Das fleischlose Nachtessen schmeckte uns allen.
 
25. Oktober
 
Noch vor dem Frühstück begleitete ich Rachel zu einem Kiosk um etwas Trinkbares für die Busfahrt, bzw. Zigaretten für Sie zu kaufen. Dannach ging es zurück zum Hotel um dort etwas zu frühstücken. Bald dannach ging es auf eine weitere Busfahrt, diesmal nach Kherjarla. Dieses Dorf findet man wohl in keinem Reiseführer und wahrscheinlich nicht mal auf einer Karte. Aber hier und auch am nächsten Ort erlebten wir nun das für mich echte Indien; keine Bettler, die Einheimischen sind mehr neugierig als etwas andere und die Gastfreundschaft wird hier gross geschrieben.
Die nächsten zwei Nächte konnten wir beidesmal sagen, dass wir im Besten Platz im Ort geschlafen haben, nämlich dem einzigen Hotel im Dorf !
 
Das Hotel in Kherjarla war ein 300 Jahre altes Fort.
 
Wir hatten bisher viele Forts besichtigt, aber nur würden wir eine Nacht in einem verbringen ! Jedes Zimmer war wegen der Bauweise unterschiedlich und in meinem Zimmer, war das Badezimmer fast grösser als der restliche Raum. Hier wohnte die Familie des Landvogtes und der jetztige Besitzer ist ein Nachkomme dieser Landvögte, Bürgermeister des Dorfes und ausserdem ein Verwandter von Abi. Nach Ankunft dort wurde uns ein Snack serviert und dann hatten wir bis um 17.00 Uhr Zeit uns am oder einige im Pool zu relaxen. Ein paar blieben noch länger am Pool und wir restlichen machten zusammen mit dem Bürgermeister und Abi einen kleinen Spaziergang durch das Dorf. Es war wirklich eindrücklich, wie die Einwohner ihrem Bürgermeister respekt zollten.
Das war nicht nur wegen dem Titel, sondern eben auch, weil er Nachfahre der Familie der Landvögte war. Wir liefen zu einem kleinen Felshügel, wo ein Tempel aus dem 6. Jahrhundert stand und sahen uns dort den Sonnenuntergang an.
Zurück im Fort konnten wir noch mal das Gebäude in seiner ganzen Pracht bei nächtlicher Beleuchtung bestaunen.
 
Wie angekündigt gab es für uns vier Herren einen Turban und dann wurde das Buffet zum Nachtessen eröffnet. Habt ihr gewusst, dass der durchschnittliche Turban aus 9 Meter Stoff besteht ?
Zudem spielten auch ein paar Musiker auf. Es war ein gemütlicher Abend openair.
 
26. Oktober
 
Mit weinendem Herzen verabschiedeten wir uns von diesem Ort und fuhren diesmal nur eine Stunde zum nächsten Dorf Chandelao.
Auch hier wohnten wir im Fort, auch hier war der Besitzer aus einer Adelsfamilie und verwandt mit Abi.
Nach dem Begrüssungs-Apero wurden die Zimmer bezogen und bevor wir zu Tisch gebeten wurden für ein kleines Mittagessen, besuchten wir die kleine Kleiderfabrikation gleich neben dem Fort. Hier arbeiteten nur Frauen und dieses Projekt wird von „Imtrav“ unterstützt, das heisst bei jeder Tour geht etwas vom Geld auch in diese Institution. Was uns Männer aber mehr interessierten, war wie sie hier die Steinböden strichen. Sie nahmen einen Berg aus Sand und die selbe Menge Kuhscheisse und vermischten die Beiden, dannach verteilten sie die Masse gleichmässig auf dem Boden. Was es aber interessant machte war, dass alles mit den nackten Händen gemacht wurde !
 
Na, guten Appetit.
Am Nachmittag fuhren die Meisten auf eine Jeep-Safari in die nähere Umgebung.
Wir besuchten diverse kleine Dörfer,
sahen eine Weberin,
eine ganze Herde Antilopen mit riesigen Hörnern,
eine Tonbrennerei, wo sich zwei unserer Gruppe beim Krugmachen probierten. Scheinbar alle Dorfkinder wollten, dass wir Fotos von ihnen machten, damit sie sich nachher selber auf dem Bildschirm der Kameras ansehen konnten.
 
Sie hatten riesigen Fun und wir fühlten uns als wären wir eine „Freakshow“, die ins Dorf gekommen waren. Schlussendlich erreichten eine kleine Farm und konnten so sehen wie eine durchschnittliche Familie lebt. Es war alles ziemlich primitiv, aber blitzblank sauber, was sich auch dadurch erklären lässt, das es trocken war und der Lehmboden gewischt werden konnte. Aber auch die Familie selber waren gepflegt. Dort wurde für uns eine Opium-Zeremonie gemacht, nur gab es natürlich kein Opium. Die Flüssigkeit war „nur“ Tee und wurde von des alten Mannes Hand getrunken.
 
 
Ich probierte auch unter dem damaligen Eindruck es wäre echtes Opium.
Am Abend hatten zwei Frauen aus unserer Gruppe Geburtstag und so hatte Abi ein paar Feuerwerks-Raketen gekauft. Wir sassen auf der Mauer des Forts und liessen diese unter dem Gejohle der Dorfkinder steigen. Indisches „Stop Risk“ bedeutet, dass die Raketen und Vulkane nicht in einer Aludose gelagert werden, sondern stattdessen aufgestapelt etwa einen Meter vom Platz entfernt, wo die Raketen abgefeuert wurden. Abgefeuert wurde aus einer leeren Flasche „Kingfisher“ (dem Indischen Bier, dass man überall bekommt). Die Raketen hatten unglaublich kurze Dochte und es war nur eine Frage der Zeit bis die Flasche einmal umfiel und die Rakete zwischen unseren Beinen durchflog. Zum Glück waren es nur kleine Raketen und niemand wurde verletzt, was zur Lustigkeit des Abends beitrug
 
27. Oktober
 
Die heutige Busfahrt war wieder etwas länger, aber am Morgen hatten wir noch etwas Zeit um einen Rundgang durch Chandelao zu machen.
Zuerst ging es zu einem Tempel in Osian und dort in der Nähe hatten wir auch unser Mittagessen. Rundherum war es sandiger geworden, so dass man sich wirklich schon in der Wüste fühlte.
 
 
Dann bogen wir um eine Ecke und dort standen sie 17 ausgewachsene Kamele und ihre Führer. Wir wurden gemäss unserer Grössen einer nach den anderen den Kamelen zugeteilt. Ich hatte die Ehre, als erster aufzusteigen. Der Kamelführer sass ebenfalls auf dem Kamel und zwar hinter uns.
 
Nach und nach bekam jeder sein Kamel und am Schluss erstaunte uns Abi, als er als Kamelführer mit Adam (Adelaide, Australien) aufs Kamel stieg.
Dann ging es in einem gemächlichen Trott für gut 2 Stunden auf einen Ritt durch die Dünen. Zwischendurch hatten wir einen kurze Verschnaufpause und beim Sonnenuntergang erreichten wir unser Wüsten-Camp. Das waren 10 fest-installierte Zelte mit 2 richtigen Betten, fliessend Wasser, WC und Dusche.
Nach dem Nachtessen gab es eine weitere Vorführung volkstümlicher Lieder und Tänze.
Paul, Imogen, Pip, Rachel und ich blieben noch ein bisschen wach und tranken die Bar leer; Bier und Wein hatte es schlussendlich keines mehr.
 
28. Oktober
 
Frühstück gab es ebenfalls noch im Wüsten-Camp und mit Jeep’s wurden wir zurück zur Strasse gebracht, wo Mr. Khan und Mr. Singh mit dem Bus warteten. Weiter ging es in Richtung Nordwesten bis wir weniger als 300 Kilometer von der Pakistanischen Grenze in Jaisalmer ankamen. Unterwegs sahen wir ein riesiges Militärgelände, wo noch 2002 unterirdische Atomtest stattgefunden haben sollen.
Bekannt als die „The Golden City“, die goldene Stadt, die Innenstadt von Jaisalmer liegt eigentlich innerhalb des gigantischen Forts auf dem Hügel.
Es gehört zum Weltkulturerbe und ist desshalb einzigartig, da immer noch um die 5000 Menschen in diesem Fort leben. Die Stadt hat natürlich expandiert und erstreckt sich auch ausserhalb des Forts weiter. Leider hat der Tourismus seinen schlechten Beitrag geleistet und immer mehr Wohnquartiere im Fort werden ersetzt durch Hotels, Restaurants und Shops.
Also solltest du jemals dorthin kommen, unterstütze die Läden und Restaurant ausserhalb des Forts und kaufe nicht mal eine Flasche Wasser im Fort, um eine weitere Expantion zu verhindern. Der Name „Golden City“ kommte von der Farbe des lokalen Sandsteins, der sich am späten Nachmittag im Sonnenlicht wunderschön abzeichnet. Mit Auto-Rishkas fuhren wir am Abend zu einem Restaurant, wo es ein grossartiges Nachtessen gab, auf einer Dachterasse mit Blick aufs beleuchtete Fort. Als wir am Nachmittag im Hotel ankamen hatten wir bereits Renovierungsarbeiten bemerkt und dachten uns noch nichts dabei, aber als wir vom Nachtessen zurückkehrten und sahen, dass die Arbeiten immer noch und scheinbar bis 1 Uhr morgens weitergehen würden, war es nicht mehr so angenehm in diesem Hotel.
Am nächsten Abend hörten sie zwar „schon“ um 23 Uhr auf, aber es war trotzdem kein Zustand, dem man einem Hotelgast zumuten konnte.
 
29. Oktober
 
Heute war unser freier Tag. So blieben ein paar wenige den ganzen Tag im Hotel, andere gingen am Morgen um 9 Uhr auf eine geführte Tour und wieder andere machten wie ich ihr eigenes Ding.
Ich verliess das Hotel um halb zehn und wanderte zur Altstadt und rauf zum Fort. Hier hatte man einen genialen Blick auf die ganze Umgebung.
 
 
 
 
Dannach wanderte ich zum Ort, wo wir am Vorttag unser Nachtessen hatten und setzte mich dort in eine Ecke und wartete ein bisschen. Wie ich angenommen hatte, fanden sich Veronica und Jasmina ebenfalls dort ein und zusammen gingen wir zum Mittagessen aufs Dach in den Schatten. Nach dem vegetarischen Menu ging es ein wenig zum Shopping. Ich begleitete die Beiden zuerst zu einem Tuchhändler, wo es ziemlich lange dauerte, aber es war schön kühl im Laden und es war interessant um das Handeln und die Leute auf der Strasse zu beobachten.
Dannach kaufte ich mir ein indisches Shirt, dass mir bis zu den Knien reichte. Jasmina suchte die Farbe aus und Veronica handelte für mich den Preis runter. So bezahlte ich für dieses schöne Shirt nur gut 12 Franken. In einem anderen Laden kaufte sich Jasmina noch zwei Blusen und nach dem wir noch den schönen See gesehen hatten,
gingen wir zurück zum Hotel um auf dem Dach beim Sonnenuntergang das Nachtessen zu geniessen.
 
 
30. Oktober
 
Dieser Tag wurde lang. Nach dem Frühstück im Hotel fuhren wir mindestens 5 Stunden nach Jodhpur, der Heimat Abi’s. Im Hotel hatten wir noch einen schnellen Snack und wurden dann mit dem Bus zum wuchtigen Meherangarh Fort gebracht, das mächtig über der Stadt auf einem Felsen stand.
 
Hier hatten wir keinen lokalen Führer, jedoch bekamen wir einen „Audio“-Guide und ich wählte meinen in Deutsch. Ein Audio-Guide ist etwas wie ein Walkman, wo man über Kopfhörer an bestimmten Orten im Fort etwas über diese Plätze erfahren kann.
 
 
 
 
Das Fort gehört wie der riesige Palast, wo der Wohnsitz ist, dem Maharaja von Jodhpur. Der Besuch war sehr interessant und es hatte wundervolle Prachtsääle im Fort. Von der Wehrmauer, auf der diverse verschiedene Kanonen standen, hatte man einen grossartigen Blick auf die Stadt und sah von dort auch den Palast des Maharaja.  
 
Jodhpur ist die blaue Stadt, da hier die Gebäude der Altstadt hellblau angemalt waren. Aus der Nähe konnte man sich fast in Griechenland wähnen. Diese Farbe hält scheinbar die Mücken weg und ist glaube ich auch besser gegen die brennende Sonne.
Nach dem Besuch kauften wir uns beim Eingang an einem Stand noch Gewürze und Tee und gingen dann zu Fuss in die Altstadt runter, wo es einen eindrücklichen Uhrenturm hatte, der in der Nacht in verschiedenen Farben leuchtete. Dort in einem speziellen Platz hatten wir einen dickflüssigen Lassi, dessen Rezept scheinbar typisch für diese Stadt ist.
Für die uneingeweihten unter euch, ein Lassi ist ein Yoghurt-Drink verfeinert mit diversen Gewürzen. In einigen der Städe, die wir vorher besichtigt haben, hatte es scheinbar Läden, wo es den berüchtigten „Bang Lassi“ gab, dieser ist offensichtlich mit Marijuana gewürzt. Abi warnte uns davor einen solchen zu trinken, denn wenn man es nicht gewohnt ist, könnte es einem sehr schlecht gehen.Dannach hatten wir in einem Restaurant in der Nähe ein feines Nachtessen, dass uns von „Imtrav“ offeriert wurde, als Entschädigung für die Unannehmlichkeiten in Jaisalmer.
 
 
Dannach gings mit einer Auto-Rishka zurück zum Hotel, wo ich nach einer Session im Internet (um die Wahlergebnisse anzusehen) noch einen Drink mit den anderen hatte.
 
31. Oktober
 
Letzer Reisetag mit unserem eigenen Reisebus. Es war wieder eine lange Busfahrt. Am späten Vormittag besichtigen wir einen grossen Tempel, dieser war der Jain Religion zugehörig, welche eine Variation des Hinduismus ist.
 
Die Angehörigen dieser Religion sich strenge Veganer, die nicht mal Leder berühren würden. Folglich mussten wir jegliche Ledersachen im Bus bzw. bei den Schuhen lassen, die wir für den Besuch des Tempels ausziehen mussten. So auch meinen Gurt.
Ein paar Kilometer weiter hatten wir ein Touristenbuffet als Mittagessen und dann kam die Hiobs-Botschaft. Scheinbar war für die restliche Strecke unsere Klimaanlage im Bus ausgefallen und wir mussten auf die kleinen Ventilatoren zurückgreifen. Mit zugezogenen Vorhängen wurde es doch nicht so heiss im Bus und wir überlebten die Fahrt. Nach dem Platz wo wir das Mittagessen hatten ging es durch ein bewaldetes Tal und die Strasse ging stetig bergauf. Bis auf einmal, wo der Bus stoppte und fast nicht mehr anfahren konnte ging es gut vorwärts. Zum Teil, was ich dank Vorhang nicht sehen konnte, ging es auf der anderen Seite der Strasse steil bergab, natürlich ohne Abschrankung. Wie gefährlich die Strasse wirklich war zeigte sich erst, als wir am obersten Punkt angekommen war, wo Mr. Khan aus dem Fahrerfenster ein paar Münzen in einen Tempel warf, der dort stand, um sich für die sichere Fahrt zu bedanken. Mr. Khan warf nur ein paar Münzen, aber Paul schrieb in seinem Blog, dass er bereit gewesen wäre seine Kreditkarte dorthin zu werfen !
 
Am späten Nachmittag erreichten wir die Stadt der Seen (wörtliche Übersetzung) Udaipur. Das Hotel war hier grossartig an der „Lake Palace Road“ und hatte im Innenhof einen Pool und eine grüne Wiese mit Tischen und Liegestühlen, wo sich auch zwei Schildkröten tummelten. Das Nachtessen gab es in einem Restaurant am Ufer des kleineren Sees. Dort gab es auch ein paar antike Autos zu bewundern, die dem Besitzer gehörten, einem Mitglied der Maharaja Familie von Udaipur.
Im Hotel hatten sie den gleichen Wein, wie im Wüsten-Camp und so blieben wir noch für einen Drink oder zwei im Hotelpark.
 
01.November
 
Nach dem Frühstück trafen wir unseren lokalen Reiseführer und gingen zu Fuss zum Stadtpalast, wo sich ein Luxushotel und die Residenz des Maharajas drin befinden. Ausserdem wurde der alte Teil zu einem guten Museum gemacht, ähnlich dem Fort in Jodhpur.
 
 
 
 
Trotz der Grösse des Palastes, je weiter man ins Gebäude reinlief, desto enger wurden die Gänge. Dies hatte Verteidigungs-technische Gründe, obwohl sie nie benutzt werden musste, den dieser Ort wurde nie erobert, was die geografische Lage erklären konnte. Auf der einen Seite lag ein See, auf der anderen relativ hohe Berge mit Befestigungen. Im Palast ging es für einige ein bisschen hektisch zu. Auf jeden Fall waren wir in diesen engen Gängen und folgten einer grossen Gruppe Deutscher, die versuchten in das gleiche Schlafzimmer zu sehen wie wir, als unser schlimmsten Ängste war wurden. Hinter uns kam eine grosse Reisegruppe Inder mit ihrer legendären Ungeduld und waren dabei ebenfalls in den selben bereits vollen Raum zu kommen. Dies führte zu einem Chaos, das drei europäische (unter anderem jemand aus unserer Gruppe) wegen aufkommender Klaustrophobie ohnmächtig werden liess. Unser Reiseführer begleitete die besagte Reisende heraus, während wir restlichen ihm den Rücken deckten und die anderen Touristen zurückhielten. In einem grossen Innenhof erholten wir uns alle ein bisschen und liessen die grosse Gruppe an uns vorbeiziehen.
Wir sahen uns nach dem Museum ebenfalls noch einen interessanten Tempel ausserhalb des Palastes an. Hier hatte es feine Steinarbeiten und unser Führer erklärte uns, dass diese Steinfiguren auch dazu gemacht worden sind um die Leute zu lehren und zu erziehen. So hatte es auch mindestens zwei Paare, bei denen man das Kamasutra lernen konnte.
 
Zum kleinen Mittagessen ging es wieder zum Palast, wo es ein gutes Restaurant gab, dass im Vergleich zu allen anderen bisherigen Restaurants ziemlich teuer warm, bzw. dem europäischen Niveau entsprachen.
Udaipur ist nicht nur scheinbar die romantiste Stadt Indien’s, es ist für etwas andere berühmt. Hier wurde nämlich der Film „James Bond Octopussy“ gedreht. Am Vortag hatte ich beim vorbeifahren mit der Rishka ein Schild mit Octopussy gesehen und so wollte ich dorthin. Das Schild war jedoch eine Entäuschung, es war nur eine Werbung; scheinbar zeigte hier jedes zweite Restaurant jeden Abend den 007-Film. So lief ich sonst ein wenig durch die Stadt auf der Suche nach guten Plätzen zum fotografieren.
 
Nach einer kurzen Rast im Hotel ging es mit ein paar anderen zum See, dieser ist der grösste künstliche See Asiens.
Wir machten eine Bootsfahrt zu einer Insel, wo es ein Restaurant gab,
es war im Film auch der Palast von Octopussy. James Bond wohnte im Luxushotel im Stadtpalast und
der Wohnsitz (der Monsoon Palast) des Bösewichtes Kamal Khan tront auf einem der Berge. Auf der Insel machten wir eine kurze Pause und fuhren dann zurück zum Festland. Dort schauten wir uns auf der Terrasse im dortigen Restaurant bei einem Drink den Sonnenuntergang an
und gingen dann noch mal kurz zurück zum Hotel. Gegen 19.00 Uhr gingen wir zurück zum Palast, wo wir im selben Restaurant in dem wir das Mittagessen hatten das Nachtessen zu uns nahmen. Es war das wiederum das teuerste Nachtessen, aber nachdem ich die Visa-Abrechnung mit einer Belastung von 36 Franken gesehen hatte, finde ich den Preis nur noch halb so schlimm.
 
Die Szenerie im beleuchteten Hof des Palastes und das Essen selbst war einzigartig und dort hatte ich mein schärfstes Curry in Indien und es war ein Thai Curry ! (die wirklich scharfen Currys gibt es nur im Süden)
Im Hotel hatten wir anschliessend noch einen Wein.
 
02. November
 
Am Morgen fuhren wir mit einem Bus zuerst zur Busstation von Udaipur, wo wir einige Zeit auf unseren Bus warteten, der dann erst mit einer Familie als Fahrgäste ankam. Wir waren die nächsten zum einsteigen und hatten Sitzreservationen und sassen zusammen im vorderen Teil. An einer Tankstelle in der Nähe kamen dann noch mehr Passagiere dazu, so dass der Bus am Schluss ziemlich voll war. Der Bus hatte neben den normalen Sitzplätzen, die sehr bequem waren, auch noch ein zweites Stockwerk mit Liegeplätzen, wo aber auch mehrheitlich gesessen wurde.
So ging es in gut 5 Stunden nach Ahmedabad. Beim Busbahnhof in dieser Stadt warteten schon Rishkafahrer und Abi organisierte noch ein paar mehr, so dass schlussendlich 9 Fahrzeuge in Richtung von unserem Hotel über die staubigen Strassen rassten. Im Hotel hatten wir noch ein spätes Mittagessen und für die meisten war die Tour schon fast gelofen und so waren wir nicht einmal die Hälfte, die sich hier auf eine letzte Exkursion einfanden. Wir besuchten am Stadtrand, den Ashram, hier war der Wohnsitz von Mahatma Gandhi von 1915 bis 1930 und von hier war er auf den „Salzmarsch“ aufgebrochen.
 
Im Gegensatz zur lauten und schmutzigen Stadt, war der Ashram ein friedliches Museum mit vielen Grünflächen, Bäumen und Eichhörnchen, die hier herumtollten. Das Museum war eindrücklich und der Buchladen hatte eine grosse Auswahl zu sehr günstigen Preisen.
Zurück im Hotel versuchte ich meinen Flug rückzubestätigen, doch das öffentliche Telefon hatte eine ziemlich schlechte Verbindung und im Hotel boten sie diesen Service nicht an.
Gegen neun aufgrund des späten Mittagessen bekam ich dann im Hotelrestaurant wenigstens noch ein Nachtessen. Hier noch ein Wort zur Beschäftigungslage in Indien; sie haben zwar nur knapp 10 % Arbeitslose, dafür an gewissen Orten Unmengen von Personal, so waren wir hier in diesem Hotel beim Mittagessen zu einem Zeitpunkt 12 Gäste und es hatte im selben Raum 13 Kellner, die aber nichts anderes taten als um einen Kellner zu stehen, der die Rechnungen schrieb.
 
03. November
 
Heute war der frühste Start auf der ganzen Reise, noch früher als in Chengdu. Um 3.30 Uhr morgen erhielten wir einen „Wake-Up-Call“ und kurz nach vier Uhr wurden wir mit einem Bus zum Bahnhof gebracht.
Dort stand der Zug nach Mumbai bereits am Bahnsteig und so stiegen wir ein und machten uns um 4.50 Uhr mit nur 10 Minuten Verpätung auf unsere letzte grosse Fahrt. Die knapp achtstündige Fahrt war überraschend angenehm. Ein Teil der Reise schlief ich und ein Teil las ich in meiner Gandhi-Autobiographie und schaute aus dem Fenster. Die Landschaft war interessant, vor allem wie sich die Vegetation veränderte je weiter wir in den Süden kamen. Der einzige Nachteil, war wiederum die Überbeschäftigung, so taten was in Europa eine Person erledigte hier 10 Leute. Mindestens alle zwei Minuten kam ein Mann der Zugs-Cateringfirma mit einem Karton oder einer grossen Metallkanne und bot Kaffee, Wasser, Chips, Suppe oder Tee an und das hörte sich dann so an: „Chai....Chai Chai....Chai....Chai Chai....“. Kurz vor unserer Ankunft änderte sich die Aussicht als wir begannen durch die enormen Slums von Mumbai zu fahren. Ein Taxi brachte uns zu unserem Hotel. Mit Abi ging ich um die Ecke zu einem kleinen lokalen Muslim-Reestaurant. Dannach ruhte ich mich ein wenig im Zimmer aus.
Um 17.15 Uhr verliessen wir mit dem Taxi das Hotel und fuhren durch einen massiven Verkehrsstau zum Quartier Golaba. Dort hatten wir unser Abschiedsessen im Cafe Mondegar. Es wurde ein lustiger Abend, wir gaben Abi ein paar Geschenke und das Trinkgeld und Rachel sang ihm eine Version von Gloria Gaynor’s „I will Survive“ mit neuen Textzeilen um unsere indischen Abenteuer zu bechreiben. Wir waren alle ein bischen traurig beim Abschied, aber insgeheim waren ein paar von uns auch erleichtert Indien bald verlassen zu können; wenn du drei Wochen nur Curry gegessen hast, immerzu angebettelt und angestarrt wurdest.
Der frühe Start am Morgen zeigte bald seine Wirkung und eine lange Nacht kam nicht wirklich in Frage.
 
4. November
 
Ich hatte mich im Voraus schon umgehört was die anderen machen werden in Mumbai und so entdeckten wir, dass wir insgesamt zu viert noch im selben Hotel bleiben würden. Wir konnten gemeinsam noch ein paar Reisende verabschieden (unter anderem Paul, Imogen und Pip), die sich auf den Weg zum Flughafen machten. Ausserdem zeigte sich wieder wie klein doch unsere Welt heutzutage ist, denn während wir uns bereit machten, kam eine neue Reisende für die Tour von Mumbai nach Kathmandu an, die heute starten würde. (keine Pause für Abi) Die Reisende war Shirley, die chinesische Tourleaderin meiner Parallelgruppe durch China.
Adam, Miranda, Jasmina und ich teilten uns ein Taxi und fuhren zum Gateway of India, wo wir uns ein Ticket für ein Boot nach Elephanta Island kauften und sogleich auch ein Boot besteigen konnten, dass uns in gut einer Stunde zur 11 Kilometer entfernten Insel brachte.
 
Es war hier in Mumbai sehr warm, um die 40 Grad und die Fahrt war recht erholsam und die Bäume auf der Insel boten eine schöne Abwechslung zu der Grossstadt Mumbai.
 
 
Aus Wikipedia habe ich folgende Erklärung herauskopiert: Elephantas beeindruckende, ausgegrabene Höhle aus dem 8. Jahrhundert ist über mehr als hundert Stufen hügelan zu erreichen. Die aus dem harten Felsen gehauenen wuchtigen Säulen im Inneren erwecken den Anschein, einer bestimmten Anordnung zu folgen. Auf einer Tafel rechts hinter dem Eingang ist Nataraj abgebildet, das heißt Shiva als kosmischer Tänzer. Shivas Gesichtsausdruck auf der noch sehr gut erhaltenen Tafel ist entrückt, und mit einer seiner beiden linken Hände lüftet er den Schleier der Unwissenheit. Eine beschädigte Darstellung von Lakulisha, Shiva mit einem Knüppel (Lakula), befindet sich gegenüber.
Zwei Dvarpala-Wächter, die den Rachen weit aufsperren, bewachen jeden der vier Eingänge zum einfachen, viereckigen Haupt-Schrein. Im Innern ist der große Lingam von Münzen und Räucherstäbchen umgeben, die Gläubige hinterlassen haben. Mit Blick auf die Nordwand kann man Shiva auf einer Tafel sehen, wie er den Dämonen Andhaka durchbohrt, der wie blind umherlief, ein Symbol seiner geistigen Fehlsichtigkeit. Er wurde von Shiva getötet, als er versuchte, einen heiligen Baum aus dem Himmel zu stehlen.
Die Hochzeit von Shiva und Parvati ist an der Rückwand auf der Platte hinter dem Schrein dargestellt. Eine Darstellung von Ganghadaran befindet sich östlich davon - Shiva empfängt Ganga, seine Geliebte, um in ihrem Haar zu leben; seine Frau Parvati schaut zu. Nicht weit entfernt befindet sich eine 3,30 Meter hohe Büste von Trimurti, dem dreigesichtigen Shiva, Verkörperung der ihm innewohnenden Mächte des Schöpfers, Bewahrers und Zerstörers.
Weiter westlich ist eine Skulptur von Shiva als Ardhanarishvara, halb männlich, halb weiblich, zu besichtigen. Beim östlich gelegenen zweiten Eingang sind auf einer Tafel Shiva und Parvati auf dem Berg Kailash mit Ravana zu sehen, der gerade damit beschäftigt ist den Berg zu heben. Ravanas gebeugter Rücken zeigt eine enorme Anstrengung.
 
 
Nach einer Erfrischung fuhren wir zurück zum Festland, durch einen der grössten Häfen der Welt, vorbei an vielen Frachtern und Raffinerien. Im Golaba-Quartier gingen wir ins Restaurant Dehli Darbar, wo wir am späten Nachmittag ein frühes Nachtessen zu uns nahmen. Dannach gingen wir in gut 20 Minuten zur Meerespromenade „Marine Drive“ und kamen genau rechtzeitig um unseren letzten Sonnenuntergang zu erleben.
 
Dannach wollten wir irgendwo noch etwas trinken, aber alles war voll, da nun die echte Nachtessen-Zeit gekommen war. So nahmen wir ein Taxi zurück zum Hotel und gingen dort in die Bar.
Diese Nacht wurde ich durch Übelkeit und Durchfall geplagt, nach über 7 Wochen in Asien, das erste Mal. Wahrscheinlich denke ich aber, habe ich mich bei der Hitze überanstrengt.
5. November
 
Am Morgen ging es mir ein wenig besser. Adam und Miranda flogen ebenfalls diesen Abend ab und so buchten sie ein Taxi für halb sieben für uns drei. Sie gingen noch in die Stadt fürs Shopping, doch ich fand es für mich eine gute Idee mich ein wenig zu erholen und nicht viel zu machen; bis halb zwölf blieb ich noch in meine Zimmer und schaute fernsehen. Dannach ging ich gegenüber des Hotels in ein Internet-Café und am Schluss wartete ich in der Lobby auf die anderen und las in meinem Buch. Gegen vier kamen Adam und Miranda zurück und gemeinsam nahmen wir im Restaurant noch einen Snack zu uns. Wir verabschiedeten uns von Jasmina und nahmen dann unser klimatisiertes Taxi zum Flughafen, der sich 30 Kilometer ausserhalb befindet. Es herrschte wiederum Stau, das war auch der Grund warum wir so früh abfuhren, denn ihr Flug ging erst nach 23 Uhr und mein Flug sogar erst um 1.40 Uhr. Aber wir brauchten die Zeit und kamen etwa 20.15 beim Flughafen an. Das Taxi hatten die beiden Australier bereits am Morgen bei der Buchung bezahlt und obwohl sie es nicht lesen können, danke ich ihnen an dieser Stelle noch mal dafür. Für den Check-In trennten wir uns, denn ich musste noch ein Weilchen warten, bis das der Swiss Schalter bereit war. Doch dort ging es ohne Probleme und auch die Ausreisekontrolle war ohne Probleme. Im Terminal traf ich die anderen zwei wieder in der Bar und gemeinsam verbrachten wir dort noch unsere letzte Stunde in Indien, bevor sie zum Gate mussten. Eine Warnung an alle Mumbai-Reisenden, der Terminal dort ist vom Shoppingfaktor der schlimmste Fall den ich je gesehen habe, nicht mal ein Kiosk mit Zeitschriften waren dort im Terminal und die wenigen Souveniers kosteten das 10-fache, was man auf dem Märkten bezahlt.
Mein Flug hatte ein wenig Verspätung und hob um etwa 2 Uhr morgens ab. Da die Filmauswahl an Bord nicht sehr berrauschend war und ich einen Sitz mit Beinfreiheit beanspruchen konnte, schlief ich nach dem Nachtessen ein wenig.
 
6. November
 
Kurz vor der Landung gab es noch ein Frühstück und am Flughafen Zürich erwartete mich meine Eltern, die mich im Auto zu Ihnen nach Hause brachten, wo ich noch einen kleinen Imbiss bekam.
Dannach fuhr ich mit dem Bus zu mir nach Hause und nahm meine Wohnung wieder in meinen Besitz. Dannach fing ich an mein Leben wieder zu organisieren. Ich meldete mich an meinem Arbeitsort, lud all meine Fotos auf meinen Laptop und steckte meine Geräte wieder ein.
 
7. November und Nachworte….
 
Kaum angekommen fuhr ich nach gut 25 Stunden in der Schweiz bereits wieder für einen Tag ins Ausland. Ich durfte den neuen TGV nach Paris austesten und bis auf den Schönheitsfehler, dass wir eine Verspätung von 50 Minuten in jede Richtung hatten (weil 900 Meter Kupferkabel auf der Strecke gestohlen wurde) war die Gratisfahrt in erster Klasse gut. In Paris besichtigen ich und vier andere
die Kirche Sacre Coeur,
den Triumphbogen,
die Champs Elysees und fuhren auf die Spitze des Eiffelturms.
  
Am nächsten Tag sah ich in der Zeitung, dass am Samstag dem 10. November der Bollywood-Film „Om Shanti Om“ mit Sharuk Kahn gezeigt wird. Dieser Film war die ganzen Wochen in Indien in allen Werbungen und startete dort auch erst am 9.November.
Ich dachte es wäre ein guter Abschluss und kaufte mir für den Preis von 5 indischen Kino-Eintritten ein Ticket für Samstagmittag; der Film dauerte gut 3 Stunden und war ein riesiger Spass.
 
Paul war ein wenig unser Clown (neben mir) was man an der Verhunzung der indischen Städtenamen in seinem Blog auch sehen konnte: „KathmanPOO, VaraNASTY, Delhi BELLY, AGRO, JaiPOOR, PushKACK, KhejarLOO, CHUNDERlao, Camel SaFARTi, JaisalMERDE. JodhPUKE, uDaiper, AhmedaBAD, BUMbai”

 

 


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